Cover-Bild Eine vergessene Schuld
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17,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Heyne
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 480
  • Ersterscheinung: 14.01.2026
  • ISBN: 9783453429574
Arne Jensen

Eine vergessene Schuld

Roman
Denn Schuld verjährt nicht. Niemals.

Der pensionierte Verfassungsrichter Rudolf Heppner sorgt durch rechtsradikale Äußerungen zum Thema Deserteure und NS-Justiz für Aufsehen. Es drohen strafrechtliche Konsequenzen. Da die Ermittlungen von Verfassungsschutz und BKA jedoch feststecken, wird die junge Kriminalpsychologin Jasina Behrens mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt. Das Thema bewegt die Psychologin selbst: Sie ist mit ihren Eltern aus Syrien geflohen, ihr jüngerer Bruder blieb zurück, verweigerte den Wehrdienst in der syrischen Armee. Seitdem ist er spurlos verschwunden. In vielen Gesprächen finden Jasina und der ehemalige Richter einen Zugang zueinander, der nicht nur Heppners eigene Familiengeschichte offenbart, sondern auch den Bogen zu dem »Halbjuden« Raimund Bach schlägt, der im Spätsommer 1944 seinen Versetzungsbefehl verweigert und sich über Monate in Amsterdam versteckt …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2026

Facettenreicher und tiefgründiger Roman rund um das Thema Schuld

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Mit diesem Buch legt der Autor Arne Jensen einen äußerst facettenreichen Roman vor, der sich mit dem Thema Schuld auseinandersetzt und neben spannender Unterhaltung auch noch viel Stoff zum Nachdenken ...

Mit diesem Buch legt der Autor Arne Jensen einen äußerst facettenreichen Roman vor, der sich mit dem Thema Schuld auseinandersetzt und neben spannender Unterhaltung auch noch viel Stoff zum Nachdenken bietet.

Der pensionierte Verfassungsrichter Rudolf Heppner sorgt mit einigen Äußerungen zum Thema Deserteure und NS-Justiz für großes Aufsehen und kontroverse Diskussionen. Als er im Rahmen einer Fernsehdiskussion zu seinen Aussagen Stellung beziehen soll, kommt es im Vorfeld der Sendung zu einem Zwischenfall, der das BKA auf den Plan ruft. Während die Ermittler die Hintergründe klären sollen, wird die Kriminalpsychologin Jasina Behrens beauftragt, ein Gutachten über Heppner zu erstellen. Die vor Jahren mit ihren Eltern aus Syrien geflüchtete Frau hat durch ihren Bruder, der damals in Syrien zurückbleiben musste und dort nun in großen Schwierigkeiten steckt, weil er den Wehrdienst in der syrischen Armee verweigert, einen ganz eigenen Blick auf das Thema. Und so gestalten sich die Gespräche auch zunächst ziemlich schwierig. Nach und nach nähern sich die beiden ungleichen Gesprächspartner aber doch einander an und tauchen tief in die Familiengeschichte des Richters ein.

Mit einem packenden Schreibstil treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und liefert so nach und nach die einzelnen Puzzlestücke, aus denen sich am Ende das überzeugende Gesamtbild zusammensetzt, bei dem keine wesentlichen Fragen offenbleiben. Dabei muss man schon sehr aufmerksam lesen, damit einem hier kein wichtiges Detail entgeht. Dieses Buch kann man definitiv nicht nebenbei lesen, sondern muss sich schon komplett auf die Geschichte einlassen und sie auf sich wirken lassen. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Neben dem Haupterzählstrang, der im Jahr 2023 angesiedelt ist, gibt es zwei weitere Stränge, die in der Vergangenheit spielen. So erleben wir den jungen Rudolf Heppner in seiner rebellischen Phase Ende der Sechziger Jahre, die zu Konflikten mit seinem sehr dominanten Vater führt. Eine zentrale Rolle nimmt zudem der Strang um den Wehrmachtsoldaten Raimund Bach ein, der sich kurz vor Ende des 2. Weltkriegs einer Versetzung in den Osten widersetzt und sich über Monate in Amsterdam versteckt. In welcher Verbindung Rudolf Heppner zu dieser tragischen Geschichte steht, obwohl er zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht geboren war, erweist sich als Schlüsselmoment der gesamten Geschichte.

Ein bewegender und tiefgründiger Roman, der nicht nur gute und spannende Unterhaltung bietet, sondern zudem auch noch lange über sein Ende hinaus nachhallt.

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Veröffentlicht am 16.02.2026

Dunkle Kapitel …

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Mein neuester Roman „Eine vergessene Schuld“ von Arne Jensen thematisiert ein Teilstück dunkler, deutscher Geschichte und deren dramatischer Folgen. Ich finde, dass der Plot hochaktuell und zeitgemäß daherkommt, ...

Mein neuester Roman „Eine vergessene Schuld“ von Arne Jensen thematisiert ein Teilstück dunkler, deutscher Geschichte und deren dramatischer Folgen. Ich finde, dass der Plot hochaktuell und zeitgemäß daherkommt, eingedenk des aktuell spürbaren deutlichen Rechtsrucks in der deutschen politischen Landschaft. Das Cover ist zudem passend gewählt, als Betrachter sieht man eine typische Häuserzeile aus den Niederlanden. Davor steht Auge in Auge ein altmodisch, wirkendes Paar. Das Buch startet mit einer Widmung:

…Für die Opfer von Gewalt, Verfolgung und Entrechtung…

Jetzt folgt ein treffendes Zitat von Albert Einstein:

Frieden kann nicht mit Gewalt erhalten werden. Er kann nur durch Verständnis erreicht werden.

Ich muss zum ersten Mal kräftig schlucken und muss ihm innerlich beipflichten. Vorsorglich lege ich mir mal ein paar Taschentücher bereit, denn dies scheint keine einfache Lektüre zu werden und es gibt auch ein paar Trigger (Gewalt, Krieg, Tote), die Zartbesaitete berücksichtigen müssen. Das Buch startet in Köln-Deutz, im Juni 2023. Es gibt verschiedene Zeitebenen, z.B. Görlitz, Sommer 1942 sowie verschiedene Handlungsorte, wie exemplarisch Wiesbaden oder Köln. Die verschiedenen Perspektiven, von den unterschiedlichsten Romanfiguren, auf die Sicht der Dinge gibt dem Buch enorme Spannung. Es geht um historische Geschichte, das Thema Schuld und zahlreiche Traumata. Die wichtigsten, fiktiven Romanfiguren sind der pensionierte Verfassungsrichter Rudolf Heppner, die Kriminalpsychologin Jasina Behrens, Mitarbeiter des Verfassungsschutzes und des BKA sowie der Halbjude Raimund Bach.

.. Schuld verjährt nicht. Niemals ...

Gleich zu Anfang wird auf den pensionierte Verfassungsrichter Heppner, während einer TV-Show ein Attentat verübt, dass den Leser in den Bann zieht. Der Charakter dieser Romanfigur, ist zudem sehr negativ belastet, denn im Vorfeld hatte Heppner „rechtsradikale Äußerungen zu Desserteuren und der NS-Justiz gemacht. Als Leser ist es zudem gar nicht so einfach „das Kuddelmuddel“ auseinanderzuhalten und im Blick zu behalten, welche Organisation da gerade agiert. Ich musste mich stark konzentrieren, um nicht den Überblick zu verlieren. Aber nach einiger Zeit ging es Seite um Seite besser und ich habe mich mehr in die „alten Zeiten“ eingelesen. Besonders bewegt haben mich dabei die Schilderungen von Raimund. Aber auch die syrische Kriminalpsychologin Jasina Behrens hat mich zum Nachdenken angeregt.
Fazit: *****Der Roman „Eine vergessene Schuld“ von Arne Jensen ist im Heyne Verlag erschienen. Das broschierte Taschenbuch hat mit Nachwort 477 Seiten, die den Leser teilweise fassungslos und sprachlos zurücklassen. Man wünscht sich nie wieder solche Zeiten und auch die Frage nach der „Schuld“ beschäftigt einen noch lange nach Beenden des Romans und lässt einen nicht mehr los.

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Nachdenklich

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INHALT:

Rudolf Heppner ist pensionierte Verfassungsrichter und eckt immer wieder durch scheinbar rechtsradikale Äußerungen an. Dabei geht es um Dessateure und NS Justiz. Verfassungsschutz, BKA und auch ...

INHALT:

Rudolf Heppner ist pensionierte Verfassungsrichter und eckt immer wieder durch scheinbar rechtsradikale Äußerungen an. Dabei geht es um Dessateure und NS Justiz. Verfassungsschutz, BKA und auch gewaltfreie Aktivisten haben ihm im Visier. Die Ermittlungen stecken fest, da schaltet sich Jasina Behrens, eine junge Kriminalpsycholgin, ein. Sie soll ein Gutachten über Heppner erstellen, dabei bewegt sie das Thema selber sehr. Denn sie ist aus Syrien geflogen, ihr Bruder bliebt zurück und ist nun verschwunden. Kann Jasina Heppner überhaupt neutral begutachten? Dann wird klar, dass Heppnerss Fall bis in den Somner 1944 zurückgeht. Zurück zu Raimund Bach, Halbjude, der sich seinem Versetzungsbefehl verweigerte und sich monatelang verstecken musste.

MEINE MEINUNG:

Mit den ersten Seiten des Romans hatte mich der Autor schon gefesselt. Es beginnt sehr spannend und fesselnd und dramatisch. Je tiefer ich eintauchte, umso eindringlicher und bedeutsamer und so anders wurde es. Wir blicken in das Schicksal und die Schatten der Charaktere zurück in die Zeiten des zweiten Weltkriegen und in die sechziger Jahre. Und hier nimmt Arne Jensen kein Blatt vor den Mund und präsentiert dem Leser alles ungeschönt und eindringlich. Der Schreibstil lässt sich gut lesen und ist über das gesamte Buch ruhig und zurückhaltend und umso deutlicher und dramatischer wirkt alles auf den Leser. Extrem detailverliebt ist die Recherche und die wird perfekt in den Roman eingezogen. Alles wirkt authentisch und bekommt daher noch einmal eine besondere Brisanz. Die Entwicklung der einzelnen Charaktere ist so interessant und spannend erzählt und fügt sie gut in die Storie ein. Man muss hier auch dahin sehr konzentriert lesen, um nicht zu verpassen und um das gesamte Ganze zu erfassen. Es ist eine Roman, der nicht an Bedeutsamkeit verliert, den man nicht vergisst, der aktuell ist und der zum Nachdenken anregt. Mich konnte die Storie fesseln und hatte sich in meiner Kopf verhakt.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Historischer und philosophischer als erwartet

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Auf einen pensionierten Verfassungsrichter Rudolf Heppner wird ein Anschlag in einem Fernsehstudio verübt. Durch seine Äußerungen zur Militärjustiz speziell zum Umgang mit Deserteuren und den doch spannend ...

Auf einen pensionierten Verfassungsrichter Rudolf Heppner wird ein Anschlag in einem Fernsehstudio verübt. Durch seine Äußerungen zur Militärjustiz speziell zum Umgang mit Deserteuren und den doch spannend inszenierten Tatort, scheint etwas unklar in welcher politischen Seite der Angreifer zu verorten ist, und ob dies nicht als Angriff auf den Staat als solches zu verstehen ist. Daher wird eine junge Kriminalpsychologin Jasina Behrens zu den Ermittlungen hinzugezogen. Doch je mehr diese über Heppners Äußerungen erfährt, desto mehr ist sie mit ihrer eigenen Familiengeschichte – der Flucht aus Syrien in jungen Jahren und dem Zurücklassen ihres Bruders – konfrontiert. Auch zeigt sich, dass Heppner eine Last aus der Vergangenheit mitträgt, und diese auch in der NS-Zeit zu verorten ist.

Ein Roman, der sich zu Beginn anders präsentiert, als er schließlich weiter geht. Erwartet man beim Lesen der ersten Kapitel, einen Kriminalroman, der vielleicht Bezüge zur Vergangenheit angreift, wird die kriminalistische Arbeit im Laufe der Zeit immer mehr zum Nebenschauplatz, der einfach einen Rahmen für die Geschichte darstellt. Sukzessive rückt zuerst der Handlungsstrang, der zu Zeiten des zweiten Weltkrieges spielt und später auch ein Handlungsstrang um den jungen Rudolf Heppner in den späten 1960er Jahren in den Mittelpunkt. Und schließlich landet man bei der Einordnung des Themas und einer eher philosophischen Betrachtung des Thema Schuldes und wie sehr dies Generationen beeinflussen kann.

Wie schon angedeutet wird die Geschichte auf mehreren Zeitebenen vorangetrieben, aus dem Blickwinkel verschiedenster Personen – etwas das sehr gut funktioniert und auch nachvollziehbar bleibt. Die historischen Passagen waren dabei mein Highlight und dürften meiner Ansicht nach sehr gut recherchiert sein. So wird trotz fiktiver Elemente eine authentische Stimmung transportiert und entsprechend handelnde Personen erscheinen glaubwürdig.

In der Gegenwart erscheint mir so manches Ereignis nicht so realistisch, wie die Tatsache, dass Jasina trotz allem offiziell weiter ermitteln darf und – ohne zu spoilern, daher etwas kryptisch – wie es zum krönenden Abschluss einer langen Suche kommt. Die Passagen des Schlagabtausches zwischen Rudolf Heppner und der Psychologin Jasina Behrens gestalten sich bis Weilen etwas langatmig, allerdings ist es in der Realität auch oft nicht einfach, den Problemen auf den Grund zu gehen.

Ein Buch, das zum weiteren Nachdenken anregt, aber definitiv keine leichtfüßige Lektüre für zwischendurch. Speziell die historischen Kapitel, kann ich wärmstens empfehlen.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Aufarbeitung alter Schuld

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Dies ist ein beeindruckender, vielschichtiger Roman, der zeitlose Fragen von Schuld, Erinnerung und moralischer Verantwortung in einen packenden erzählerischen Rahmen setzt. Arne Jensen gelingt eine Geschichte, ...

Dies ist ein beeindruckender, vielschichtiger Roman, der zeitlose Fragen von Schuld, Erinnerung und moralischer Verantwortung in einen packenden erzählerischen Rahmen setzt. Arne Jensen gelingt eine Geschichte, die sowohl in der Gegenwart verankert ist als auch tief in die Schatten der Vergangenheit blickt, und dabei berührt, nachdenklich macht und lange nachhallt.

Arne Jensen erzählt klar, eindringlich und ohne Effekthascherei. Seine Sprache lässt viel Platz für die Gedanken des Lesers und wirkt genau deshalb umso stärker. Die Figuren sind facettenreich und glaubwürdig – sie tragen ihre Verletzungen, Zweifel und Hoffnungen offen und ehrlich. Viele Szenen bleiben im Gedächtnis, nicht weil sie laut wären, sondern weil sie wahrhaftig sind.

„Eine vergessene Schuld“ ist kein flotter Spannungsroman, sondern vielmehr ein tiefgründiger, bewusst gestalteter Roman über Erinnerung, Verantwortung und die stillen, oft schmerzhaften Verknüpfungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Ein Buch, das nachdenklich macht, bewegt und bereichert – und eines, das man noch lange nach dem letzten Kapitel bei sich trägt, vor allem, da es auf wahren Begebenheiten beruht. Mein erstes Buch von Arne Jensen aber bestimmt nicht das letzte.

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