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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.05.2026

Spannender und atmosphärisch dichter Kriminalroman aus dem hohen Norden

Akte Nordsee - Die letzte Predigt
4

In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Eva Almstädt die Anwältin Fentje Jacobsen und den Journalisten Niklas John in ihren vierten gemeinsamen Fall. Obwohl mich der Kriminalfall auch diesmal nicht ...

In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Eva Almstädt die Anwältin Fentje Jacobsen und den Journalisten Niklas John in ihren vierten gemeinsamen Fall. Obwohl mich der Kriminalfall auch diesmal nicht ganz so überzeugen konnte wie noch in den ersten beiden Bänden, liefert das Buch unter dem Strich doch wieder sehr gute Krimiunterhaltung.

Man kann dieses Buch grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten drei Bänden lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen und nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Lena kommt anlässlich der Feier zum 25-jährigen Jubiläum ihrer Konfirmation zurück in ihr Heimatdorf Estherwiek und will das Treffen zugleich zu einem klärenden Gespräch mit ihrem Ex-Mann nutzen. Doch die Rückkehr reißt schnell alte Wunden wieder auf. Eine mysteriöse nächtliche Begegnung und ein Gespräch mit dem Pastor des Ortes setzen eine unheilvolle Entwicklung in Gang, in die auch Fentje und Niklas verwickelt werden. Obwohl sich die beiden nach einem Vorfall auf der Geburtstagsfeier von Niklas Vater aktuell aus dem Weg gehen, sind sie plötzlich gezwungen, gemeinsam in zwei verzwickten Mordfällen zu ermitteln.

Mit einem packenden Schreibstil, reichlich Lokalkolorit aus dem hohen Norden und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre atmosphärisch dichte Geschichte voran und bietet am Ende eine schlüssige Auflösung, bei der keine wesentlichen Fragen offenbleiben. Auch wenn die Geschichte diesmal etwas länger braucht, um echte Krimispannung zu entwickeln, konnte sie mich doch schnell in ihren Bann ziehen. Allerdings ist der Fall diesmal nicht ganz so raffiniert gestrickt, wie ich es sonst von der Autorin gewohnt bin. Die Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen sind durch die Bank gut gezeichnet und vielschichtig angelegt. Die neuen Figuren reihen sich dabei nahtlos in das bereits aus den ersten Bänden bekannte und gut aufeinander abgestimmte Ensemble ein. Besonders das mehr als gelungene Zusammenspiel der beiden Hauptakteure kommt auch diesmal wieder gut zum Tragen und sorgt für reichlich Verwicklungen. Dies lässt mich auch über die eine oder andere leichte Schwäche im Plot gnädiger hinwegsehen wie ich es sonst vielleicht getan hätte.

Wer auf spannende und atmosphärisch dichte Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit steht, wird hier erneut gut bedient und unterhalten, auch wenn die Klasse der ersten beiden Bände auch diesmal nicht ganz erreicht wird.

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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 26.05.2026

Intensiver Roman, der weit mehr als "nur" ein Krimi ist

Giftiger Grund
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Mit diesem Buch gelingt dem Autor Thomas Knüwer ein intensives Krimi-Drama, dass mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte. Gekonnt leuchtet er die unterschiedlichen Facetten der zwischenmenschlichen ...

Mit diesem Buch gelingt dem Autor Thomas Knüwer ein intensives Krimi-Drama, dass mich auf ganzer Linie überzeugen und begeistern konnte. Gekonnt leuchtet er die unterschiedlichen Facetten der zwischenmenschlichen Abgründe aus und transportiert sie in Form einer spannenden Geschichte.

Auf dem Gelände einer stillgelegten Tankstelle kreuzen sich die Wege dreier Menschen, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten. Joran hat gerade erst eine siebenjährige Haftstrafe abgesessen, weil er mit zwei Komplizen die Tankstelle überfallen und dabei einen Menschen mit dem Messer verletzt hat. Als er nachschauen will, ob sich die Beute von damals noch im Versteck, das er ohne Wissen seiner Komplizen gewählt hat, befindet, findet er dort statt des Geldes die Leiche seines ehemaligen Freundes und Mittäters Aras. Die Fotografin Charu hat sich auf Lost Places spezialisiert und versucht, sich über die Bilder einen Namen zu machen und Geld mit ihnen zu verdienen. Und dann ist da noch das Mädchen Edda, das Nacht für Nacht im Schlafanzug und Gummistiefeln an den Füßen zur Tankstelle kommt. Schon bald ist das Schicksal der Drei untrennbar miteinander verknüpft.

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Dabei erleben wir das Geschehen zunächst abwechselnd durch die Augen von Joran und Charu, die in ihren jeweiligen Kapiteln auch als Ich-Erzähler fungieren und uns dabei hautnah an ihren Ängsten und Zweifeln teilhaben lassen. Später kommt dann auch noch die Perspektive von Edda dazu. Wie schon im Vorgänger „Das Haus, in dem Gudelia stirbt“, sprengt das Buch die Grenzen des normalen Kriminalromans, auch wenn das sehr hohe Niveau dieses Buches nicht mehr ganz erreicht wird. Dennoch bietet das Buch neben spannender Unterhaltung viel Stoff zum Nachdenken und hallt weit über sein Ende hinaus nach.

Wer auf dramatische und atmosphärisch dichte Kriminalromane mit starken Figuren steht, wird hier bestens bedient und spannend unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.05.2026

Packender und atmosphärisch dichter Thriller aus dem hohen Norden

Vier Minuten Stille - Und dann kam der Sturm
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In diesem Thriller schickt die Autorin Chris Warnat ihren Ermittler Wase Rahimi und sein Team vom Hamburger LKA 41 in ihren zweiten Fall und konnte mich dabei auf ganzer Linie überzeugen und begeistern. ...

In diesem Thriller schickt die Autorin Chris Warnat ihren Ermittler Wase Rahimi und sein Team vom Hamburger LKA 41 in ihren zweiten Fall und konnte mich dabei auf ganzer Linie überzeugen und begeistern.

Für mich war es die erste Begegnung mit dem etwas eigenwilligen Ermittler und ich hatte nicht das Gefühl, dass mir hier Vorkenntnisse aus dem ersten Band fehlen würden. Alle für das Verständnis erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen und nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Als die ehemals erfolgreiche Schauspielerin Rahel tot und von einer Schneedecke bedeckt vor ihrem Haus aufgefunden wird, sieht es zunächst so aus, als wäre sie erfroren. Doch schnell stellt sich heraus, dass sie ermordet wurde. Wase und sein Team tauchen tief in die Vergangenheit der Frau ein und kommen einem Geheimnis auf die Spur, dass mit einer unheilvollen Begegnung auf einem Festival seinen Anfang genommen hat. Doch was hat Wases derzeit beurlaubter Kollege und langjähriger Freund Lennart Bär mit der Frau zu tun und welche Rolle spielt Rahels Tochter Louca in diesem undurchsichtigen Fall ?

Mit einem packenden Schreibstil und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran. Immer wieder eingestreute Rückblenden in die Vergangenheit des Opfers lassen nach und nach das erschreckende Gesamtbild erscheinen, bevor wir in einem fulminanten Showdown eine überraschende und absolut überzeugende Auflösung präsentiert bekommen, bei der keine wesentlichen Fragen offenbleiben. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Charakteren in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Chris Warnat hat lange Jahre als Gerichtsreporterin gearbeitet und kann so eigene Erfahrungen mit den Abgründen der menschlichen Seele in ihre Geschichten einfließen lassen. Dies bekommt dem Buch ausgesprochen gut und lässt es erschreckend realitätsnah erscheinen. Und am Ende wird es auch noch ziemlich emotional.

Wer auf dunkle und atmosphärisch dichte Thriller steht, wird hier bestens bedient und sehr spannend unterhalten. Auf weitere Auftritte von Wase Rahimi bin ich nun schon sehr gespannt.

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Veröffentlicht am 19.05.2026

Packender und intensiver Roman mit einem interessanten Gedankenspiel

Hitler – Prophet der Finsternis
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In diesem dialogischen Roman wagt der Autor Christoph Fromm ein interessantes Gedankenspiel. Was wäre, wenn Adolf Hiltler den zweiten Weltkrieg überlebt hätte und sich den Nürnbergern Prozessen hätte stellen ...

In diesem dialogischen Roman wagt der Autor Christoph Fromm ein interessantes Gedankenspiel. Was wäre, wenn Adolf Hiltler den zweiten Weltkrieg überlebt hätte und sich den Nürnbergern Prozessen hätte stellen müssen ?

Als der Nürnberger Prozess bereits weit vorgeschritten ist, taucht im Gerichtssaal plötzlich ein Mann auf, der behauptet, Adolf Hitler zu sein. Obwohl große Zweifel an seiner Identität bestehen, können medizinische Untersuchungen diese Behauptung nicht entkräften. Und so entschließt sich der internationale Gerichtshof, Anklage zu erheben. Als sein Verteidiger wird auf ausdrücklichen Wunsch des Angeklagten Hellmut von Darda bestimmt, ein ehemaliger Offizier, der erfolgslos versucht hat, Adolf Hitler zu töten.

Mit einem packenden und intensiven Schreibstil, der aber oftmals auch etwas sperrig daherkommt, legt der Autor eine gut aufgebaute Geschichte vor und liefert mit geschickt eingesetzten Rückblenden nach und nach die einzelnen Puzzlestücke, um das komplizierte Verhältnis zwischen dem Angeklagten und seinem Verteidiger zu entschlüsseln. Im Vorwort betont der Autor explizit, dass es sich hier um einen Roman und nicht um ein Sachbuch handelt. Um den manipulativen Charakter von Adolf Hitler korrekt abzubilden und auch zu entlarven, bedient er sich aber zahlreicher historischer Quellen und verwendet oftmals Originalaussagen. Dabei muss man schon sehr aufmerksam lesen, damit einem hier kein wichtiges Detail entgeht. Dieses Buch kann man definitiv nicht nebenbei lesen, sondern muss sich schon komplett auf die Geschichte einlassen und sie auf sich wirken lassen. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, eine gut aufeinander abgestimmte Mischung aus realen und fiktiven Personen. Ein Personenregister zu Beginn des Buches leistet gute Hilfestellung, um sich in dem umfangreichen Personenaufgebot zurechtzufinden.

Ein bewegender und tiefgründiger Roman, der nicht nur gute und spannende Unterhaltung bietet, sondern zudem auch noch lange über sein Ende hinaus nachhallt.

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Veröffentlicht am 06.05.2026

Kleiner, aber feiner Mystery-Thriller rund um zwei Piloten und ihre seltsame Fracht

Echo aus dem Eis
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Mit diesem Buch legt der Autor Emanuel Müller den zweiten Band seiner Northern-Drift-Reihe vor, die neben spannenden Abenteuern aus der Welt der Fliegerei auch noch eine ordentliche Portion Mystery beinhaltet.

Grundsätzlich ...

Mit diesem Buch legt der Autor Emanuel Müller den zweiten Band seiner Northern-Drift-Reihe vor, die neben spannenden Abenteuern aus der Welt der Fliegerei auch noch eine ordentliche Portion Mystery beinhaltet.

Grundsätzlich kann man das Buch auch ohne Vorkenntnisse aus dem ersten Band lesen und nachvollziehen. Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere eingestreute Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.

Ihn neuester Auftrag führt die Pilotin Mae Holloway und ihren Co-Piloten Julius »Jules« Calder in ein abgelegenes Camp in Norwegen, wo sie eine tiefgekühlte Forschungsprobe abholen und nach Schottland bringen sollen. Als es auf dem Rückflug zu ungewöhnlichen technischen Problemen kommt, für die es scheinbar keine natürliche Erklärung gibt, wird aus dem Routineauftrag ein gefährliches Abenteuer mit ungewissem Ausgang.

Mit einem packenden Schreibstil treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran. Auf knapp 140 Seiten lässt er sich auch keine Zeit für große Vorreden, sondern kommt ziemlich schnell zur Sache. Die beiden Hauptprotagonisten sind insgesamt gut gezeichnet und vielschichtig angelegt, ihre Vergangenheit bleibt dagegen weiterhin im Dunkeln. Und alle weiteren Nebenfiguren kommen über die Funktion als Stichwortgeber kaum heraus. Der hohe Unterhaltungswert wird dadurch zwar nur wenig beeinträchtigt, lässt aber durchaus noch Luft nach oben.

Wer eine spannende Mischung aus Abenteuer und Mystery sucht, wird hier gut bedient und unterhalten.

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