Spannender und atmosphärisch dichter Kriminalroman aus dem hohen Norden
Akte Nordsee - Die letzte PredigtIn diesem Kriminalroman schickt die Autorin Eva Almstädt die Anwältin Fentje Jacobsen und den Journalisten Niklas John in ihren vierten gemeinsamen Fall. Obwohl mich der Kriminalfall auch diesmal nicht ...
In diesem Kriminalroman schickt die Autorin Eva Almstädt die Anwältin Fentje Jacobsen und den Journalisten Niklas John in ihren vierten gemeinsamen Fall. Obwohl mich der Kriminalfall auch diesmal nicht ganz so überzeugen konnte wie noch in den ersten beiden Bänden, liefert das Buch unter dem Strich doch wieder sehr gute Krimiunterhaltung.
Man kann dieses Buch grundsätzlich auch ohne Vorkenntnisse aus den ersten drei Bänden lesen und verstehen. Alle dafür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Figuren und die eine oder andere Anspielung auf frühere Ereignisse in Gänze genießen und nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen.
Lena kommt anlässlich der Feier zum 25-jährigen Jubiläum ihrer Konfirmation zurück in ihr Heimatdorf Estherwiek und will das Treffen zugleich zu einem klärenden Gespräch mit ihrem Ex-Mann nutzen. Doch die Rückkehr reißt schnell alte Wunden wieder auf. Eine mysteriöse nächtliche Begegnung und ein Gespräch mit dem Pastor des Ortes setzen eine unheilvolle Entwicklung in Gang, in die auch Fentje und Niklas verwickelt werden. Obwohl sich die beiden nach einem Vorfall auf der Geburtstagsfeier von Niklas Vater aktuell aus dem Weg gehen, sind sie plötzlich gezwungen, gemeinsam in zwei verzwickten Mordfällen zu ermitteln.
Mit einem packenden Schreibstil, reichlich Lokalkolorit aus dem hohen Norden und einigen überraschenden Wendungen treibt die Autorin ihre atmosphärisch dichte Geschichte voran und bietet am Ende eine schlüssige Auflösung, bei der keine wesentlichen Fragen offenbleiben. Auch wenn die Geschichte diesmal etwas länger braucht, um echte Krimispannung zu entwickeln, konnte sie mich doch schnell in ihren Bann ziehen. Allerdings ist der Fall diesmal nicht ganz so raffiniert gestrickt, wie ich es sonst von der Autorin gewohnt bin. Die Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen sind durch die Bank gut gezeichnet und vielschichtig angelegt. Die neuen Figuren reihen sich dabei nahtlos in das bereits aus den ersten Bänden bekannte und gut aufeinander abgestimmte Ensemble ein. Besonders das mehr als gelungene Zusammenspiel der beiden Hauptakteure kommt auch diesmal wieder gut zum Tragen und sorgt für reichlich Verwicklungen. Dies lässt mich auch über die eine oder andere leichte Schwäche im Plot gnädiger hinwegsehen wie ich es sonst vielleicht getan hätte.
Wer auf spannende und atmosphärisch dichte Kriminalromane mit reichlich Lokalkolorit steht, wird hier erneut gut bedient und unterhalten, auch wenn die Klasse der ersten beiden Bände auch diesmal nicht ganz erreicht wird.