Bissige Satire mit einem aberwitzigen Szenario
Goodbye Germania. Ein Neonazi flüchtet nach AfghanistanMit diesem Buch legt der Autor Mauris Blandit eine bissige Satire vor, die mit einem aberwitzigen Szenario aufwartet und dieses immer weiter auf die Spitze treibt.
Als im Jahr 2015 viele Menschen, größtenteils ...
Mit diesem Buch legt der Autor Mauris Blandit eine bissige Satire vor, die mit einem aberwitzigen Szenario aufwartet und dieses immer weiter auf die Spitze treibt.
Als im Jahr 2015 viele Menschen, größtenteils aus Afghanistan und Syrien, nach Deutschland flüchten, wird im norddeutschen Ort Braunheim das örtliche Bordell Hindukusch zu einem Flüchtlingsheim umgewidmet, um die dort ankommenden Menschen unterzubringen. Dies führt auch zu einigen Protestaktionen und der Gründung einer Bürgerwehr. In dieser aufgeheizten Gemengelage entschließen sich die vier Sozialarbeiter Eva, Sonja, Jonas und Tönnies aka Tobias zu einer ungewöhnlichen Aktion, um ein Zeichen für mehr Akzeptanz zu setzen. Mit Unterstützung des Afghanen Alaa reden sie dem Neonazi Kanu, der eigentlich Keanu heißt, erfolgreich ein, dass er nun selbst von den Taliban verfolgt wird und das Land verlassen muss, um seine Familie und Freunde zu schützen. Und so beginnt eine irrwitzige Reise über die Balkanroute, nur eben in umgekehrter Richtung wie sonst üblich, auf der Kanu die Auswirkungen einer Flucht am eigenen Leib erfahren soll.
Mit einem lockeren Schreibstil, bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen, und einem bissigen Humor treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die vielfach bewusst überzeichnet sind, einem aber dennoch im Laufe der Geschichte ein wenig ans Herz wachsen. Und auch wenn die Geschichte an der einen oder anderen Stelle doch so ein wenig zu gewollt rüberkommt, bietet sie unter dem Strich doch einen ziemlich hohen Unterhaltungswert, der aber darüber hinaus auch noch viel Stoff zum Nachdenken liefert.