Profilbild von Gartenfee-Berlin

Gartenfee-Berlin

Lesejury Star
offline

Gartenfee-Berlin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gartenfee-Berlin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.07.2026

Irrungen und Wirrungen

Du schon wieder
0

Dies ist ein humorvoller, turbulenter Roman, der zeigt, dass die Vergangenheit manchmal schneller zurückkehrt, als einem lieb ist. Als die Kardiologin Fanny ausgerechnet ihren Ex-Mann Dustin als Patienten ...

Dies ist ein humorvoller, turbulenter Roman, der zeigt, dass die Vergangenheit manchmal schneller zurückkehrt, als einem lieb ist. Als die Kardiologin Fanny ausgerechnet ihren Ex-Mann Dustin als Patienten in der Notaufnahme wiedertrifft, gerät ihr geordnetes Leben gehörig ins Wanken – und damit beginnt eine Geschichte voller Chaos, Herzklopfen und unerwarteter Wendungen.

Besonders gut gefallen hat mir Fanny als Protagonistin. Sie ist sympathisch, schlagfertig und herrlich menschlich. Ihre inneren Konflikte zwischen Vernunft und alten Gefühlen wirken glaubwürdig und machen sie zu einer Figur, mit der man gerne mitfiebert. Auch die übrigen Charaktere sind lebendig gezeichnet und sorgen mit ihren Eigenheiten immer wieder für witzige und emotionale Momente.

Wie gewohnt schreibt Ellen Berg mit viel Humor und einem feinen Gespür für alltägliche Situationen. Immer wieder musste ich schmunzeln, gleichzeitig regt die Geschichte aber auch zum Nachdenken an. Es geht nicht nur um die Frage, ob alte Liebe wirklich rostet, sondern auch um zweite Chancen, Selbstreflexion und den Mut, Entscheidungen zu hinterfragen.

Der Roman lebt von seinen spritzigen Dialogen, den liebenswerten Figuren und der gelungenen Mischung aus Romantik, Situationskomik und Gefühl. Zwar sind einige Entwicklungen recht vorhersehbar, doch das hat meinem Lesevergnügen keinen Abbruch getan. Gerade der lockere Schreibstil sorgt dafür, dass man nur so durch die Seiten fliegt. Normalerweise tue ich mich mit der Ich-Form eher schwer, aber bei Fanny war es kein Problem.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.07.2026

Familien und ihre Probleme

Dem Himmel entgegen
0

Mit Dem Himmel entgegen erzählt Katja Maybach eine berührende Geschichte über zwei starke Frauen, deren Lebenswege auf eindrucksvolle Weise miteinander verbunden sind. Vor dem Hintergrund bewegter Jahrzehnte ...

Mit Dem Himmel entgegen erzählt Katja Maybach eine berührende Geschichte über zwei starke Frauen, deren Lebenswege auf eindrucksvolle Weise miteinander verbunden sind. Vor dem Hintergrund bewegter Jahrzehnte verknüpft die Autorin Vergangenheit und Gegenwart zu einem emotionalen Roman über Mut, Familie und den Wunsch, den eigenen Weg zu gehen.

Besonders beeindruckt haben mich die beiden Protagonistinnen Isabelle und Emmanuelle. Während Isabelle in den 1960er-Jahren entschlossen ihren Traum verfolgt, Pilotin zu werden, obwohl Frauen damals zahlreiche Hürden überwinden mussten, trägt Emmanuelle ihre ganz eigene Geschichte mit sich. Ihre Erlebnisse verleihen dem Roman zusätzliche Tiefe und zeigen, wie sehr Entscheidungen der Vergangenheit das Leben nachfolgender Generationen beeinflussen können. Beide Frauen sind authentisch, vielschichtig und entwickeln sich im Laufe der Handlung auf glaubwürdige Weise.

Katja Maybach gelingt es hervorragend, historische Ereignisse mit persönlichen Schicksalen zu verbinden. Die unterschiedlichen Zeitebenen greifen stimmig ineinander und sorgen dafür, dass die Geschichte nie an Spannung verliert. Nach und nach werden Familiengeheimnisse aufgedeckt, ohne dass die Handlung konstruiert wirkt.

Der Schreibstil ist flüssig, einfühlsam und sehr bildhaft. Die historischen Hintergründe sind sorgfältig recherchiert und fügen sich harmonisch in die Geschichte ein. Besonders die Einblicke in die Luftfahrt der 1960er-Jahre sowie die damaligen gesellschaftlichen Erwartungen an Frauen haben mir sehr gut gefallen.

Mich hat vor allem die emotionale Tiefe des Romans überzeugt. Es geht um Liebe, Verlust, Hoffnung, familiären Zusammenhalt und den Mut, sich nicht von den Umständen bestimmen zu lassen. Gerade die Verbindung der Geschichten von Isabelle und Emmanuelle macht den Roman so besonders und sorgt dafür, dass er noch lange nach dem Lesen nachklingt.

Dem Himmel entgegen ist ein atmosphärischer historischer Roman mit starken Frauenfiguren, bewegenden Familienschicksalen und einer Geschichte, die ans Herz geht. Für mich war das Buch ein echtes Lesehighlight.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.07.2026

Fluch und Segen der Technik

Code Null. Dieses Spiel kennt keine Regeln
0

Code Null hat mich von der ersten Seite an gepackt. Florian Schwiecker greift mit Cyberterrorismus und Künstlicher Intelligenz zwei Themen auf, die aktueller kaum sein könnten, und entwickelt daraus einen ...

Code Null hat mich von der ersten Seite an gepackt. Florian Schwiecker greift mit Cyberterrorismus und Künstlicher Intelligenz zwei Themen auf, die aktueller kaum sein könnten, und entwickelt daraus einen Thriller, der erschreckend realistisch wirkt. Die Vorstellung, wie verwundbar unsere digitale Infrastruktur tatsächlich ist, hat mich beim Lesen immer wieder nachdenklich gemacht.

Besonders gut gefallen hat mir die Protagonistin Charlie. Sie ist hochintelligent, eigenwillig und alles andere als eine typische Heldin. Gerade ihre Stärken und Schwächen machen sie zu einer glaubwürdigen Figur, mit der ich gerne mitgefiebert habe. Auch die KI KIM bringt eine spannende Dynamik in die Geschichte und wirft interessante Fragen über die Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz auf.

Der Schreibstil ist flüssig und temporeich. Kurze Kapitel und immer neue Wendungen sorgen dafür, dass die Spannung kaum abreißt. Obwohl viele technische Aspekte eine Rolle spielen, werden sie größtenteils verständlich erklärt, sodass auch Leserinnen und Leser ohne IT-Kenntnisse der Handlung folgen können.

Insgesamt ist Code Null ein spannender, moderner Tech-Thriller, der nicht nur hervorragend unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Das offene Ende macht definitiv Lust auf die Fortsetzung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.07.2026

Etwas langatmig

Fünf, sechs, sieben, acht
0

Die Grundidee – ein älter werdender Stepptänzer, der sich mit beruflichen Rückschlägen, familiären Konflikten und seiner Vergangenheit auseinandersetzen muss – fand ich sehr interessant. Auch die Themen ...

Die Grundidee – ein älter werdender Stepptänzer, der sich mit beruflichen Rückschlägen, familiären Konflikten und seiner Vergangenheit auseinandersetzen muss – fand ich sehr interessant. Auch die Themen Älterwerden, verpasste Chancen und die Beziehung zwischen Vater und Tochter bieten viel Potenzial.

Der Schreibstil ist ruhig, flüssig und sprachlich sehr schön. Dennoch hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte über weite Strecken nur langsam vorankommt. Vieles wiederholt sich in den Gedanken der Figuren, wodurch der Roman für mich einige Längen hatte. Gerade im Mittelteil fehlte mir die Dynamik, sodass ich das Buch öfter zur Seite gelegt habe.

Auch die Figuren blieben für mich überraschend distanziert. Anton und Emma sind zwar glaubwürdig gezeichnet, doch ihre Konflikte haben mich emotional nicht wirklich erreicht. Manche Entwicklungen wirkten vorhersehbar, andere hätte ich mir etwas tiefgründiger ausgearbeitet gewünscht.

Die Reise und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit sorgen zwar noch einmal für Bewegung in der Handlung, das Ende konnte mich jedoch nicht vollständig überzeugen. Es hinterließ bei mir eher ein Gefühl der Beliebigkeit als einen nachhaltigen Eindruck.

Insgesamt ist Fünf, sechs, sieben, acht kein schlechtes Buch – es behandelt wichtige Themen und ist stilistisch auf hohem Niveau geschrieben. Wer ruhige, nachdenkliche Geschichten mag, wird hier sicher vieles finden. Mich konnte dieser Roman leider nur teilweise mitnehmen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.07.2026

Spannend bis zum Schluss

Akte Nordsee - Die letzte Predigt
0

Auch der vierte Band der Akte Nordsee-Reihe hat mich wieder von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Eva Almstädt versteht es einfach, spannende Kriminalfälle mit einer großartigen Nordsee-Atmosphäre ...

Auch der vierte Band der Akte Nordsee-Reihe hat mich wieder von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Eva Almstädt versteht es einfach, spannende Kriminalfälle mit einer großartigen Nordsee-Atmosphäre und sympathischen Figuren zu verbinden.

Besonders gut gefallen hat mir, dass der Fall von Anfang an geheimnisvoll ist und sich die Handlung Stück für Stück entfaltet. Immer wieder gab es neue Hinweise und überraschende Wendungen, sodass ich bis zum Schluss mitgerätselt habe. Die Auflösung war schlüssig und hat mich überzeugt.

Fentje Jacobsen und Niklas John sind für mich inzwischen ein echtes Wohlfühl-Ermittlerduo. Beide wirken authentisch, ergänzen sich hervorragend und bringen neben den Ermittlungen auch ihre persönlichen Geschichten mit ein, ohne dass diese zu viel Raum einnehmen. Gerade diese Mischung macht die Reihe für mich so lesenswert.

Ein weiteres Highlight ist die Kulisse. Eva Almstädt beschreibt die Nordseeküste und das Wattenmeer so lebendig, dass man das Gefühl hat, selbst vor Ort zu sein. Die Landschaft trägt maßgeblich zur besonderen Stimmung des Romans bei und macht das Lesen zu einem echten Erlebnis.

Der Schreibstil ist flüssig, die Kapitel haben genau die richtige Länge und die Spannung bleibt durchgehend erhalten. Das Buch ließ sich kaum aus der Hand legen. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere