Profilbild von Gartenfee-Berlin

Gartenfee-Berlin

Lesejury Star
offline

Gartenfee-Berlin ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Gartenfee-Berlin über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.03.2026

Unbekannte spanische Geschichte

Die verschwundenen Jahre
0

Mit "Die verschwundenen Jahre" gelingt Astrid Töpfner ein eindrucksvoller historischer Roman, der persönliche Schicksale mit einem bewegenden Kapitel der europäischen Geschichte verbindet. Die Autorin ...

Mit "Die verschwundenen Jahre" gelingt Astrid Töpfner ein eindrucksvoller historischer Roman, der persönliche Schicksale mit einem bewegenden Kapitel der europäischen Geschichte verbindet. Die Autorin nimmt ihre Leserinnen und Leser mit auf eine emotionale Reise zwischen Vergangenheit und Gegenwart und zeigt eindrucksvoll, wie lange die Schatten der Geschichte nachwirken können.

Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen: 1936, kurz vor dem Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs, und im Jahr 2019. In der Vergangenheit erleben wir die Liebesgeschichte von Clara und Daniel, deren Leben durch die politischen Umbrüche jäh auseinandergerissen wird, als Daniel plötzlich verschwindet. Jahrzehnte später stößt Claras Enkelin Marina, eine Fernsehreporterin, bei einer Recherche zur Exhumierung des Diktators Francisco Franco auf die verdrängte Familiengeschichte – und beginnt, das Geheimnis um Daniels Schicksal zu lüften.

Besonders gelungen ist die Art, wie die Autorin historische Ereignisse mit einer sehr persönlichen Familiengeschichte verknüpft. Der Roman macht deutlich, wie tief die Wunden des Bürgerkriegs und der anschließenden Diktatur noch Jahrzehnte später in den Familien nachwirken. Gleichzeitig gelingt es Töpfner, ihre Figuren sehr lebendig und authentisch zu zeichnen. Vor allem Clara bleibt im Gedächtnis: eine starke Frau, die ein Leben lang mit Erinnerungen, Verlust und Hoffnung ringt.

Auch stilistisch überzeugt das Buch. Der Schreibstil ist flüssig, bildhaft und emotional, ohne dabei überladen zu wirken. Die wechselnden Perspektiven zwischen Vergangenheit und Gegenwart sorgen für Spannung und machen es leicht, tief in die Geschichte einzutauchen. So entsteht eine bewegende Mischung aus Liebesgeschichte, Familiensaga und historischem Roman. Das Buch vermittelte vor allem Einblicke in die mir sehr wenig bekannte Geschichte Spaniens und war somit eine lesenswerte Geschichtsstunde.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.03.2026

Immer schön festen Boden behalten...

Moorland. Die Zwillinge
0

Mit „Moorland. Die Zwillinge“ gelingt Andreas Winkelmann ein atmosphärischer Thriller, der einen von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. Die düstere Moorlandschaft, der geheimnisvolle Fall und die ...

Mit „Moorland. Die Zwillinge“ gelingt Andreas Winkelmann ein atmosphärischer Thriller, der einen von der ersten Seite an in seinen Bann zieht. Die düstere Moorlandschaft, der geheimnisvolle Fall und die vielen überraschenden Wendungen sorgen dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Besonders beeindruckend ist die Atmosphäre des Romans. Winkelmann beschreibt das Moor so eindringlich, dass man die Kälte, den Nebel und die bedrohliche Stille förmlich spürt. Das Setting wird fast zu einer eigenen Figur der Geschichte – geheimnisvoll, unberechenbar und voller dunkler Abgründe.
Auch die Figuren überzeugen. Vor allem Kommissarin Malia Gold ist eine starke, vielschichtige Protagonistin, deren persönliche Vergangenheit der Handlung zusätzliche Tiefe verleiht. Ihre Entschlossenheit und ihre inneren Konflikte machen sie zu einer Ermittlerin, mit der man sofort mitfiebert.
Der Schreibstil ist packend, klar und temporeich. Kapitel enden häufig mit kleinen Cliffhangern, sodass man immer noch „nur ein Kapitel mehr“ lesen möchte. Gleichzeitig gelingt es dem Autor, psychologische Spannung aufzubauen und nach und nach immer neue Puzzleteile des Falls zu enthüllen. Vor allem durch die Stimme von Charles Rettinghaus ist die Geschichte nochmal eindringlicher, als wenn man selbst liest.
Ein gelungener Auftakt einer neuen Thrillerreihe und ein echtes Highlight für Fans von packender Spannung. Mich hat das Hörbuch auf jeden Fall begeistert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.03.2026

Frauenfreundschaft

Die Sterne von St. Pauli – Zwei Frauen, die Musik und der Beat der Freiheit
0

Kerstin Sgonina erzählt mir ihrem zweiten Band einen mitreißenden historischen Roman, der die vibrierende Atmosphäre der frühen 1960er-Jahre in Hamburg lebendig werden lässt. Vor der Kulisse des legendären ...

Kerstin Sgonina erzählt mir ihrem zweiten Band einen mitreißenden historischen Roman, der die vibrierende Atmosphäre der frühen 1960er-Jahre in Hamburg lebendig werden lässt. Vor der Kulisse des legendären Musikviertels von St. Pauli verbindet die Autorin Popgeschichte, persönliche Schicksale und den großen Traum von Freiheit zu einer emotionalen und fesselnden Geschichte.

Im Mittelpunkt stehen wieder die beiden Frauen Abby und Sofia, deren Leben eng mit der Musik und den politischen Umbrüchen ihrer Zeit verknüpft ist. Ihre Geschichten zeigen, wie unterschiedlich, aber auch wie mutig Frauen ihren eigenen Weg in einer bewegten Zeit suchen.

Besonders beeindruckend ist die Atmosphäre des Romans. Sgonina gelingt es hervorragend, den pulsierenden Rhythmus von St. Pauli einzufangen: die Clubs, die Musik, den Aufbruch und das Lebensgefühl einer Generation, die nach Freiheit und Selbstbestimmung strebt. Die historischen Details wirken authentisch und verleihen der Geschichte eine besondere Tiefe.

Auch die Figuren sind ein großer Pluspunkt des Buches. Abby und Sofia sind starke, vielschichtige Charaktere, deren Hoffnungen, Zweifel und Entscheidungen nachvollziehbar erzählt werden. Man fiebert mit ihnen, leidet mit ihnen und freut sich über jeden kleinen Sieg.

Der Roman überzeugt außerdem durch einen lebendigen, flüssigen Schreibstil. Sgonina verbindet historische Ereignisse, Musikgeschichte und persönliche Schicksale zu einer Geschichte, die sowohl emotional als auch spannend ist. So entsteht ein eindrucksvolles Bild einer Zeit, in der Musik, Mut und Freundschaft die Welt verändern konnten. Ein Roman, der mich tief bewegt hat, auch wenn er nicht so spannend wie der erste Teil war. Aber trotzdem konnte ich ihn kaum aus der Hand legen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.03.2026

An der Nordseeküste...

Einer flog über das Möwennest
0

Krischan Koch schafft es mal wieder mit einer einzigartigen Leichtigkeit, Spannung, große Gefühle und feinen Humor zu verbinden, ohne dabei in Klischees oder Beliebigkeit abzugleiten. Von der ersten Seite ...

Krischan Koch schafft es mal wieder mit einer einzigartigen Leichtigkeit, Spannung, große Gefühle und feinen Humor zu verbinden, ohne dabei in Klischees oder Beliebigkeit abzugleiten. Von der ersten Seite an steigt man gleich voll in die Geschichte ein und wenn man wie ich alle vorherigen Teile gelesen hat, ist es auch wieder wie Heimkommen an einen lieb gewonnenen Ort mit lauter Freunden. Was dieses Buch besonders macht, sind eben seine Figuren: liebenswürdig, eigenwillig und überraschend authentisch. Sie wirken so lebendig, als würde man ihnen auf der Straße begegnen und ein Lächeln oder einen weisen Satz entlocken. Die Charaktere wachsen einem ans Herz – jeder auf seine ganz eigene Art – und man möchte sie am liebsten nie wieder loslassen. Kochs Beschreibungen sind so plastisch und liebevoll, dass man die salzige Meeresluft förmlich riechen kann und bei jeder Wendung ein Lächeln im Gesicht hat.

Die Sprache des Romans ist ein Genuss: klar, witzig und mit einem feinen Gespür für Stimmungen. Koch trifft die Balance zwischen Humor und Ernst, sodass jeder überraschende Moment genau ins Herz trifft. Die Handlung ist zugleich leichtfüßig und tiefsinnig und überzeugt durch Tempo, Überraschungen und eine emotionale Wärme, die selten so stimmig daherkommt. Und das Wichtigste: Dieser Krimi ist kein blutrünstiger Thriller, den man sich vor dem Schlafengehen nicht zu lesen traut, sondern wirklich eine tolle Mischung aus Krimi und Wohlfühlroman. Von mir eine unbedingte Leseempfehlung!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.02.2026

Wunderschöne Algarve

Das letzte Kind hat Fell
0

Dieser Roman hat mir ausgesprochen gut gefallen. Flüssig geschrieben mit sympathischen Protagonisten und toller Beschreibung der Gegend. Ich wollte beim Lesen gleich ins Auto steigen und alles hinter mir ...

Dieser Roman hat mir ausgesprochen gut gefallen. Flüssig geschrieben mit sympathischen Protagonisten und toller Beschreibung der Gegend. Ich wollte beim Lesen gleich ins Auto steigen und alles hinter mir lassen.

So ein runder Geburtstag ist doch immer wieder ein guter Anlass, um die Familie um sich zu versammeln und so hat Angelika Tochter und Enkel kurzerhand zu sich ins neue Heim an der Algarve eingeladen. Jeder lebt sein eigenes Leben mehr oder weniger erfolgreich und schon auf der Autofahrt nach Portugal kommen sich Mutter und Sohn wieder näher. In Portugal gibt es Familienzuwachs, wie schon der Titel vermuten lässt, so dass das Wiedersehen überraschend und turbulent wird.

Der Roman ist sehr gefühlvoll geschrieben. Man kann sich gut in die Personen hineinversetzen und leidet bei allen Problemchen gleich mit. Beziehungen entstehen oder werden gefestigt, der eine oder andere ändert sich zum Positiven. Alles in allem ein sehr lesenswerter und erfrischender Roman mit etlichen Stellen zum Schmunzeln. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung von mir!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere