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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.05.2026

Amüsanter Krimi

Zwei Leichen zum Prosecco
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Eva Reichl liefert hier einen unterhaltsamen und zugleich spannenden Regionalkrimi, der mit einer gelungenen Mischung aus Spannung, Humor und originellen Figuren überzeugt. Als zweiter Band rund um Chefinspektorin ...

Eva Reichl liefert hier einen unterhaltsamen und zugleich spannenden Regionalkrimi, der mit einer gelungenen Mischung aus Spannung, Humor und originellen Figuren überzeugt. Als zweiter Band rund um Chefinspektorin Lotta Meinich zeigt der Roman, wie viel Charme und Dynamik in einem klassischen Ermittlerfall stecken können.

Die Geschichte beginnt mit einem schockierenden Fund im Kürnbergwald: Lotta und ihr Vater Gustav stoßen bei einem Spaziergang auf eine grausam zugerichtete Leiche – und nur kurze Zeit später folgt ein zweiter Mord. Besonders reizvoll ist dabei die Ausgangslage: scheinbar keine Verbindung zwischen den Opfern, Verdächtige mit wasserdichten Alibis und ein Fall, der sich lange jeder klaren Lösung entzieht.

Was den Roman jedoch wirklich besonders macht, ist die ungewöhnliche Ermittlerkonstellation. Die Zusammenarbeit – oder besser gesagt: das Chaos – zwischen Lotta und ihrem Vater sorgt immer wieder für humorvolle, aber auch überraschend tiefgründige Momente. Gustav bringt mit seinen eigenwilligen Aktionen frischen Wind in die Ermittlungen und stellt Lottas Geduld ordentlich auf die Probe, was dem Buch eine charmante Leichtigkeit verleiht.

Auch die Figuren überzeugen insgesamt durch ihre Lebendigkeit. Lotta ist eine starke, zugleich menschliche Ermittlerin, die nicht nur den Fall lösen muss, sondern auch mit persönlichen Herausforderungen konfrontiert wird. Gerade diese Mischung aus Professionalität und emotionaler Beteiligung macht sie zu einer glaubwürdigen und sympathischen Protagonistin.

Die Handlung ist spannend aufgebaut und entwickelt sich stetig weiter. Reichl gelingt es, falsche Fährten zu legen und die Auflösung bis zum Schluss offen zu halten. Gleichzeitig bleibt genug Raum für zwischenmenschliche Entwicklungen, sodass der Roman mehr ist als ein reiner „Whodunit“.

Der Schreibstil ist flüssig, leicht zugänglich und mit einer angenehmen Prise Humor versehen. Dadurch liest sich das Buch sehr kurzweilig, ohne an Spannung einzubüßen.

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Geschichtsstunde super verpackt

Die Hoffnung, die uns trägt
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Mit diesem Buch gelingt Kerstin Lange ein eindrucksvoller historischer Roman, der persönliche Schicksale und politische Umbrüche auf bewegende Weise miteinander verbindet. Die Geschichte führt ins Lissabon ...

Mit diesem Buch gelingt Kerstin Lange ein eindrucksvoller historischer Roman, der persönliche Schicksale und politische Umbrüche auf bewegende Weise miteinander verbindet. Die Geschichte führt ins Lissabon der frühen 1960er-Jahre und zeichnet das Porträt einer jungen Frau, die zwischen familiärer Verantwortung, Liebe und dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben ihren Weg finden muss.

Im Mittelpunkt steht Amália, deren Leben nach einem schweren Verlust aus den Fugen gerät: Der Tod ihres Bruders, das Verschwinden des Vaters und die Krankheit der Mutter zwingen sie, früh Verantwortung zu übernehmen. Besonders gelungen ist, wie die Autorin diese persönliche Geschichte mit den politischen Spannungen im Portugal jener Zeit verknüpft. Die Begegnung mit dem engagierten Studenten Marcelo bringt nicht nur eine Liebesgeschichte ins Spiel, sondern auch das Thema Widerstand gegen ein autoritäres Regime – und damit eine zusätzliche emotionale und gesellschaftliche Tiefe. Mir persönlich ist die portugiesische Geschichte komplett fremd gewesen.

Stärken des Romans liegen vor allem in seiner Atmosphäre und Figurenzeichnung. Lissabon wird lebendig und greifbar beschrieben, während Amálias innerer Konflikt – zwischen Sicherheit und Aufbruch – sehr nachvollziehbar dargestellt ist. Die Autorin schafft es, große Themen wie Freiheit, Verantwortung und Hoffnung in eine persönliche, nahbare Geschichte einzubetten. Dabei wirken die Emotionen nie überzogen, sondern ruhig und authentisch erzählt.

Der Schreibstil ist flüssig, einfühlsam und gut zugänglich. Die Handlung entwickelt sich eher ruhig, bleibt aber durchgehend fesselnd, da man Amália gern auf ihrem Weg begleitet. Besonders die Verbindung aus Liebesgeschichte und politischem Hintergrund verleiht dem Roman eine zusätzliche Spannungsebene.

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Veröffentlicht am 01.05.2026

Wilde Bretagne

Bretonisch mit Meeresrauschen
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Im siebten Band der Reihe um Tereza Berger wird die scheinbar friedliche Küstenidylle von Camaret-sur-Mer jäh erschüttert: Nach einem Konzert wird die Betreiberin einer Musikbar brutal niedergeschlagen, ...

Im siebten Band der Reihe um Tereza Berger wird die scheinbar friedliche Küstenidylle von Camaret-sur-Mer jäh erschüttert: Nach einem Konzert wird die Betreiberin einer Musikbar brutal niedergeschlagen, und schnell gerät ein junger Musiker unter Verdacht. Doch Tereza glaubt nicht an seine Schuld und beginnt auf eigene Faust zu ermitteln – mitten hinein in die Geheimnisse und Rivalitäten der örtlichen Gastroszene.

Besonders gelungen ist die dichte, fast greifbare Atmosphäre. Die Autorin beschreibt die bretonische Küste so lebendig, dass man beim Lesen förmlich das Meeresrauschen hört und die salzige Luft spürt. Dieser Schauplatz verleiht dem Krimi eine ganz eigene Stimmung, die zwischen Gemütlichkeit und unterschwelliger Bedrohung pendelt.

Auch die Figuren sind ein großer Pluspunkt. Tereza Berger bleibt eine sympathische, leicht unkonventionelle Ermittlerin, die mit Neugier, Hartnäckigkeit und einer Prise Humor überzeugt. Gerade ihre persönliche Art macht den Roman so angenehm – man folgt ihr gern durch die Handlung und fühlt sich schnell mitten im Geschehen.

Die Geschichte selbst ist spannend aufgebaut, ohne dabei hektisch zu wirken. Typisch für einen Cosy-Krimi liegt der Fokus nicht nur auf dem Verbrechen, sondern auch auf den zwischenmenschlichen Beziehungen und dem Leben vor Ort. Gleichzeitig sorgt das Geflecht aus Verdächtigen, Konkurrenz und Geheimnissen dafür, dass die Spannung bis zum Schluss erhalten bleibt.

Der Schreibstil ist flüssig, leicht und sehr bildhaft. Kasperski gelingt es, ernste Themen mit einer angenehmen Leichtigkeit zu verbinden, sodass das Buch sowohl unterhält als auch zum Miträtseln einlädt. Obwohl in Ich-Form geschrieben, habe ich diese Serie sehr gerne gelesen.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Düstere Geheimnisse zwischen Kirche und Küste

Ostseehölle
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Mit Ostseehölle präsentiert Eva Almstädt einen weiteren packenden Kriminalroman aus ihrer beliebten Reihe rund um die Lübecker Kommissarin Pia Korittki. Der Roman ist bereits der 21. Fall der Ermittlerin ...

Mit Ostseehölle präsentiert Eva Almstädt einen weiteren packenden Kriminalroman aus ihrer beliebten Reihe rund um die Lübecker Kommissarin Pia Korittki. Der Roman ist bereits der 21. Fall der Ermittlerin und zeigt einmal mehr, warum die Ostsee-Krimis der Autorin seit Jahren so viele Leserinnen und Leser begeistern.

Die Geschichte beginnt mit einem dramatischen Fund: Während einer Führung in der Lübecker Marienkirche entdeckt eine Teilnehmerin einen leblosen Körper am Boden eines Kirchturms – offenbar wurde eine Frau in den Tod gestoßen. Pia Korittki übernimmt die Ermittlungen und stößt schnell auf eine Verbindung zu einem Chor aus Ostholstein. Doch innerhalb der Gruppe scheinen zahlreiche Geheimnisse verborgen zu sein, und bald wird klar, dass viele der Beteiligten ein mögliches Motiv haben könnten.

Besonders gelungen ist die dichte Atmosphäre des Romans. Die Autorin versteht es hervorragend, das norddeutsche Setting lebendig zu schildern – von den historischen Schauplätzen Lübecks bis hin zur rauen Stimmung an der Ostseeküste. Dadurch entsteht eine authentische Kulisse, die perfekt zur spannenden Handlung passt.

Auch die Figuren sind überzeugend ausgearbeitet. Pia Korittki bleibt eine sympathische und glaubwürdige Ermittlerin, die nicht nur beruflich gefordert wird, sondern auch in ihrem Privatleben mit Herausforderungen konfrontiert ist. Gerade diese Mischung aus kriminalistischer Arbeit und persönlichen Einblicken macht die Reihe so lebendig.

Der Schreibstil von Eva Almstädt ist flüssig, spannend und sehr zugänglich. Die Handlung entwickelt sich dynamisch und hält mit unerwarteten Wendungen die Spannung bis zum Schluss hoch. Gleichzeitig gelingt es der Autorin, verschiedene Verdächtige und Motive geschickt miteinander zu verweben, sodass man als Leser ständig miträtselt.

Ostseehölle ist ein fesselnder Ostseekrimi mit starker Atmosphäre, interessanten Figuren und einer clever aufgebauten Handlung. Fans der Pia-Korittki-Reihe kommen voll auf ihre Kosten. Neueinsteiger können problemlos in diesen spannenden Fall eintauchen, aber ich empfehle sehr, die Serie von Anfang an zu lesen.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Idyllische Hallig???

Das Gehöft
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Mit dem Thriller Das Gehöft gelingt Leo Brandt ein atmosphärisch dichter und spannender Roman, der seine Leserinnen und Leser von Beginn an in eine beklemmende und geheimnisvolle Welt entführt. Die Geschichte ...

Mit dem Thriller Das Gehöft gelingt Leo Brandt ein atmosphärisch dichter und spannender Roman, der seine Leserinnen und Leser von Beginn an in eine beklemmende und geheimnisvolle Welt entführt. Die Geschichte spielt auf der abgelegenen Hallig Westeroog, wo eine kleine Gruppe um die Biologin Lara ein altes Gehöft gekauft hat, um dort ein neues, nachhaltiges Leben zu beginnen. Doch aus der anfänglichen Idylle wird schon bald ein Albtraum: Als Laras Bruder plötzlich verschwindet und die Funkverbindung zur Außenwelt abbricht, wird schnell klar, dass die Gruppe auf der sturmumtosten Hallig nicht so allein ist, wie sie dachte.

Die raue, abgeschiedene Landschaft der Nordseehallig erzeugt eine intensive Atmosphäre, die perfekt zum Genre des Psychothrillers passt. Die Natur wird dabei fast zu einer eigenen Figur der Geschichte – unberechenbar, bedrohlich und zugleich faszinierend. Diese Kulisse verstärkt die Spannung enorm und sorgt dafür, dass man sich als Leser mitten im Geschehen fühlt. Auch die Figuren sind interessant gestaltet. Lara steht im Mittelpunkt der Handlung und muss nicht nur das Verschwinden ihres Bruders verarbeiten, sondern auch mit wachsendem Misstrauen innerhalb der Gruppe umgehen. Gerade diese zwischenmenschlichen Spannungen machen den Roman besonders fesselnd, denn niemand scheint völlig vertrauenswürdig zu sein. Der Autor versteht es, Beziehungen und menschliche Abgründe glaubhaft darzustellen – ein Talent, das sicherlich auch mit seinem Hintergrund als Psychotherapeut zusammenhängt.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr bildhaft, wodurch sich die Handlung schnell entwickelt und die Spannung konstant hoch bleibt. Immer wieder baut Brandt kleine Cliffhanger ein, die dazu verleiten, noch ein Kapitel weiterzulesen. Gleichzeitig sorgt die Mischung aus Thriller, psychologischem Drama und geheimnisvollen Ereignissen dafür, dass die Geschichte bis zum Ende unvorhersehbar bleibt.

Ein Buch, welches ich durch ein intensives Leseerlebnis kaum aus der Hand legen konnte und was lange nachwirkt.

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