Amüsanter Krimi
Zwei Leichen zum ProseccoEva Reichl liefert hier einen unterhaltsamen und zugleich spannenden Regionalkrimi, der mit einer gelungenen Mischung aus Spannung, Humor und originellen Figuren überzeugt. Als zweiter Band rund um Chefinspektorin ...
Eva Reichl liefert hier einen unterhaltsamen und zugleich spannenden Regionalkrimi, der mit einer gelungenen Mischung aus Spannung, Humor und originellen Figuren überzeugt. Als zweiter Band rund um Chefinspektorin Lotta Meinich zeigt der Roman, wie viel Charme und Dynamik in einem klassischen Ermittlerfall stecken können.
Die Geschichte beginnt mit einem schockierenden Fund im Kürnbergwald: Lotta und ihr Vater Gustav stoßen bei einem Spaziergang auf eine grausam zugerichtete Leiche – und nur kurze Zeit später folgt ein zweiter Mord. Besonders reizvoll ist dabei die Ausgangslage: scheinbar keine Verbindung zwischen den Opfern, Verdächtige mit wasserdichten Alibis und ein Fall, der sich lange jeder klaren Lösung entzieht.
Was den Roman jedoch wirklich besonders macht, ist die ungewöhnliche Ermittlerkonstellation. Die Zusammenarbeit – oder besser gesagt: das Chaos – zwischen Lotta und ihrem Vater sorgt immer wieder für humorvolle, aber auch überraschend tiefgründige Momente. Gustav bringt mit seinen eigenwilligen Aktionen frischen Wind in die Ermittlungen und stellt Lottas Geduld ordentlich auf die Probe, was dem Buch eine charmante Leichtigkeit verleiht.
Auch die Figuren überzeugen insgesamt durch ihre Lebendigkeit. Lotta ist eine starke, zugleich menschliche Ermittlerin, die nicht nur den Fall lösen muss, sondern auch mit persönlichen Herausforderungen konfrontiert wird. Gerade diese Mischung aus Professionalität und emotionaler Beteiligung macht sie zu einer glaubwürdigen und sympathischen Protagonistin.
Die Handlung ist spannend aufgebaut und entwickelt sich stetig weiter. Reichl gelingt es, falsche Fährten zu legen und die Auflösung bis zum Schluss offen zu halten. Gleichzeitig bleibt genug Raum für zwischenmenschliche Entwicklungen, sodass der Roman mehr ist als ein reiner „Whodunit“.
Der Schreibstil ist flüssig, leicht zugänglich und mit einer angenehmen Prise Humor versehen. Dadurch liest sich das Buch sehr kurzweilig, ohne an Spannung einzubüßen.