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Die Summe aller DingeMein neuester Roman „Die Summe aller Dinge“ von Oliver Bottini ist lesetechnisch „ganz, großes Kino“. Der Autor ist zudem sechsfacher Preisträger des Deutschen Krimipreises und ich finde, nach der vorliegenden, ...
Mein neuester Roman „Die Summe aller Dinge“ von Oliver Bottini ist lesetechnisch „ganz, großes Kino“. Der Autor ist zudem sechsfacher Preisträger des Deutschen Krimipreises und ich finde, nach der vorliegenden, großartigen Lektüre verdient.
Das Cover ist zudem ein echter Eyecatcher, das mit einer Spur von aufpeitschendem Wasser, das eine Motoryacht hinter sich lässt, nach Luxus und einem aufwendigen Leben aussieht. Die Farben dunkelblau und weiß wirken auf mich, beruhigend und vertrauenserweckend. Der goldglänzende, haptisch fühlbare Name „Oliver Bottini“ sieht für mich nach Prestige und Erfolg aus. Der Roman beginnt mit der Widmung: Für alle, die nicht aufgeben. Auf der nächsten Seite gibt es ein Zitat von Berthold Brecht:
… Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher…
Da muss ich als Leserin erst einmal drüber nachdenken, den Brecht ist ja eher anspruchsvoll. Ich hoffe, dass ich es richtig verstanden habe und es zwischen Unwissenheit und bewusster Täuschung unterscheidet, sonst möge man mir verzeihen. Jetzt folgt ein packender Prolog.
In diesem Roman gibt es einige Trigger, wie Tod, Drogen, Gewalt oder Kriminalität, die sensible Leser berücksichtigen sollten, deshalb empfehle ich es für volljährige Leser.
Es gibt zahlreiche Protagonisten und ständig wechselnde Städte, wie z. B. Frankfurt, London, Capri/Italien, die man als Leser im Blick behalten sollte. Ebenso, wie die berüchtigte Camorra und ihr gigantisches, kriminelles Netzwerk. Die drei fiktiven Freunde Zaid, Erik, Freddy sterben alle innerhalb von wenigen Tagen, auf ungewöhnliche und mysteriöse Weise. Zumindest scheint es auf den ersten Blick so … Polizistin Vera Berg und ihre Tochter Emmy sind privat involviert, weil Zaid ihr Ehemann und Vater war. Der Plot ist dermaßen spannend aufgebaut, dass man das Buch kaum aus den Händen legen mag. Selbstverständlich gibt es auch eine Staatsanwältin die ordentlich mitmischt und zusätzlich für Spannung sorgt. Der Schreibstil, des mir vorher unbekannten Autors, ist genial. Die Wortwahl und die Sprache sind der Thematik würdig. Nach und nach taucht man lesetechnisch in ein perfides, emotionales Netzwerk aus riesengroßer Gier, abscheulichem Verrat und Freundschaft, die das Jahr 2018 betreffen. Ganz nebenbei wird man in windige Aktiengeschäfte eingeweiht, mit der die drei verstorbenen Freunde zu Lebzeiten gehandelt haben. Ähm, damit hätte ich so nicht gerechnet, aber Krimis und Thriller lese ich gerne und wirtschaftliche Zusammenhänge interessieren mich ebenfalls. Nach und nach, wird man als Leser in den Cum-Ex-Skandal, also den systematischen Betrug, durch den Zaid, Freddy und Erik an hohe Summen aus Steuergeldern gelangten, eingeweiht. Mein erster Gedanke, was ist denn die Cumex -Affäre? Und dann, solche „krummen Dinger“ bleiben doch nicht so lange unbemerkt? Und auch die Angehörigen und Familienmitglieder der drei die von nichts gewusst haben wollen und trotzdem den unermesslichen Reichtum mitgenossen haben und keine unangenehmen Nachfragen an die Männer gestellt haben. Dazu kommen die Banken, unser Staat und auch unser Rechtssystem, das ebenfalls bei genauerer Betrachtung, dabei nicht mehr so gut dasteht. Als Leserin schwanke ich zwischen Faszination und Entsetzen gleichermaßen. Solche Grauzonen und menschlichen Abgründe waren mir bis dato nicht bekannt. Der Roman ist ein Pageturner der besonderen Art, dabei politisch brisant, hoch spannend und hat ordentlich Tempo. Eins kann ich euch zum Roman zusätzlich verraten, man muss einiges hinterfragen und mitdenken, wenn man verstehen will, wie weit Menschen für Geld, Macht und Angst gehen. „Geschüttelt und Gerührt“, in meinen Augen kann James Bond einpacken und dieses Buch sollte man unbedingt verfilmen. Mein Sommer Buch-Highlight im Jahr 2026!
Fazit: *****Der Roman „Die Summe aller Dinge“ von Oliver Bottini ist im Dumont Verlag erschienen. Das gebundene Buch hat 477 Seiten, die mich nach und nach in den Bann gezogen haben und mich mit Wirtschaftskriminalität und moralischem Verfall gut unterhalten haben sowie in Bezug auf Aktien und deren Umgang damit, sensibilisiert haben.