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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.09.2020

Zwei Fälle, die es in sich haben

Der 16. Betrug
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Am Titel kann man bei Pattersons Womens Murder Club immer sehr gut erkennen, welchen Band man gerade liest. Allerdings verstehe ich hier den Titel nicht wirklich, was dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch ...

Am Titel kann man bei Pattersons Womens Murder Club immer sehr gut erkennen, welchen Band man gerade liest. Allerdings verstehe ich hier den Titel nicht wirklich, was dem Lesevergnügen aber keinen Abbruch tut.
Der Womens Murder Club besteht aus Lindsay, Claire, Cindy und Yuki und die 4 Frauen ergänzen sich in ihren Berufen perfekt. Schon so mancher Bösewicht ging den 4 Frauen ins Netz.
Eine riesige Explosion zerstört ein Wahrzeichen San Franciscos und Lindsay steht fast direkt davor. Als ihr ein Mann auffällt, der unbeteiligt wirkt, stellt sie diesen und der gesteht das Bombenattentat, nur um dieses Geständnis am nächsten Tag wieder zu widerrufen. Er spielt Katz und Maus mit Lindsay, die gleichzeitig noch in einem anderen Fall ermittelt, der nicht weniger knifflig ist. Ein lautloser Mörder tötet willkürlich Menschen mit einer Spritze. Gemeinsam gehen die 4 Frauen die beiden Fälle an.
Was ist der Nachteil an Pattersons Büchern? Dass sie immer so schnell ausgelesen sind. Jedes seiner Bücher entwickelt einen wahnsinnigen Sog und ein wahnsinniges Tempo, das auch mit den kurzen Kapiteln geschuldet ist. Aber auch seine Charaktere muss man einfach mögen und mit Grant ist Patterson wieder ein Meisterstückchen gelungen. Selbst als Leser zweifelt man ständig an seiner Täterschaft und die Gerichtsverhandlung war klasse. Ein wenig unter geht hier dann aber der zweite Fall, der eigentlich erst aufscheint, als der Fall Grant schon um ist, was sich deshalb ein wenig so las, als wären zwei Geschichten unabhängig voneinander in dieses Buch gepackt.
Dennoch waren beide für sich sehr interessant zu lesen und priiiima (kleiner Insider). Wenn man auch gut zwei Bücher daraus hätte machen und die beiden Fälle noch etwas hätte ausschmücken können.
Fazit: Pattersons Bücher lesen sich leider irgendwie immer viel zu schnell weg.

Veröffentlicht am 29.08.2020

Ich zaubere dich tot

Nach dem Feuer
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Ein junger Mann, der aus einem Zuhause flieht. Eine tote Frau. Ein ausgebranntes Wohnmobil. Und jede Menge Rätsel.



Zugegeben: ich fand etwas schwer in das Buch. Die ganzen Verwandtschaftsverhältnisse, ...

Ein junger Mann, der aus einem Zuhause flieht. Eine tote Frau. Ein ausgebranntes Wohnmobil. Und jede Menge Rätsel.



Zugegeben: ich fand etwas schwer in das Buch. Die ganzen Verwandtschaftsverhältnisse, die vielen Personen, dazu ein Junge, der geistig nicht auf der Höhe ist, das machte den Einstieg nicht leicht. Zudem wurde der Name des Jungen anfangs auch nicht erwähnt, so dass man die Familienbande noch schwerer durchschauen konnte. Aber nur so konnte der Rest des Buches gelingen. Denn Petra Hammesfahr baut ein Szenario auf, das sprachlos macht. Sie legt falsche Fährten und nimmt den Leser mit auf eine Achterbahn der Gefühle. Zuletzt weiß man selbst nicht mehr, was man glauben soll.


Unfassbar, wie gut Petra Hammesfahr die Figur des Jungen gelingt! Allein die Einstiegsszene, als er unbedingt zurück in den Wohnwagen will um seine Freunde zu retten – ein Meisterstück, das ihr da gelingt. Oder seine Flucht aus dem Elternhaus, die Zeit im Krankenhaus... Man klebt förmlich an den Seiten, weil man wissen möchte, wie sich alles auflöst. Klar war nur, dass Tosca ein Miststück war, die wohl verdient hatte, was ihr passiert ist.


Hammesfahrs Reihe um Kommissar Klinkhammer verfolge ich schon sehr lange und freue mich jedes Mal erneut auf ein Buch mit ihm. Ein wenig tritt er jetzt in den Hintergrund, seit er einen neuen Job hat, aber schlussendlich darf er weiter dabei sein, was ich sehr gut finde.


Fazit: Nach dem Feuer spielt mit den Nerven des Lesers. Verwirrt teilweise und man braucht anfangs ein wenig Biss, um sich durch die ganzen Personen zu lesen, aber dann wird man durch eine Handlung belohnt, die es in sich hat und die toll geschrieben ist, wenn auch wieder etwas anspruchsvoller als andere Krimis. Aber gerade das macht ja Hammesfahrs Erfolg aus.

Veröffentlicht am 29.08.2020

Bruderliebe!?

Ihr Königreich
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Jeder hat so seine Probleme in der norwegischen Kleinstadt Os. Doch als Roys Bruder Carl nach Jahren wieder zurück an den elterlichen Hof kommt, bringt er neue Probleme mit – und viele alten geraten wieder ...

Jeder hat so seine Probleme in der norwegischen Kleinstadt Os. Doch als Roys Bruder Carl nach Jahren wieder zurück an den elterlichen Hof kommt, bringt er neue Probleme mit – und viele alten geraten wieder an die Oberfläche.
Der Einstieg in das Buch fiel mir etwas schwer. Es wurde so viel angedeutet und nicht weiterverfolgt. Erst später. Aber gerade das machte mit den Reiz des Buches aus. Denn als Leser kann man gut mit raten und mitfiebern. Dabei ist das Buch nicht einmal besonders spannend. Jedenfalls nicht durchgängig. Es gab Seiten und Abschnitte, die fand ich durchwegs spannend und da konnte ich das Buch auch nicht weglegen und immer war da die Frage: wie weit gehst du für deinen Bruder? Das Buch kratzt nicht nur an der Oberfläche, das Buch geht in die Tiefe. Dahin wo es richtig weh tut und es schont keinen. Teilweise war es auch zum Schmunzeln, wie findig Roy war.
Roy als Protagonist war mir sehr sympathisch, wenn auch er seine Fehler hatte, aber die kamen erst irgendwie später, als man alle Sympathien schon an ihn vergeben hatte. Seinen Bruder Carl hingegen mochte ich nicht sonderlich, er war mir zu großspurig. Es war interessant zu lesen, wie unterschiedlich die Brüder waren und wie sich die Story so nach und nach aufbaut und dann endlich die Lösung auftaucht. Doch die schafft dann ja auch wieder nur neue Probleme.
Fazit: keine reine Charakterstudie, kein reiner Krimi, eher viel mehr. Ein Buch, auf das man sich einlassen muss, das einem dann aber viele schöne Lesestunden beschert.

Veröffentlicht am 27.08.2020

schon teilweise heftig

Jigsaw Man - Im Zeichen des Killers
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Drei Jahre nachdem DI Henley den Jigsaw Killer zu Fall gebracht hat, geschehen ganz ähnliche Morde. Doch der ursprüngliche Täter ist im Hochsicherheitsgefängnis inhaftiert. Henley erkennt Zusammenhänge ...

Drei Jahre nachdem DI Henley den Jigsaw Killer zu Fall gebracht hat, geschehen ganz ähnliche Morde. Doch der ursprüngliche Täter ist im Hochsicherheitsgefängnis inhaftiert. Henley erkennt Zusammenhänge und kommt dem Täter schnell auf die Spur. Doch dann bricht der Jigsaw Man aus dem Gefängnis aus und es droht große Gefahr.
Der Einstieg in das Buch fiel mir nicht ganz leicht. Zu viele Namen auf einmal, aber bald konnte man die gut unterscheiden. Auch das Persönliche hinter den Charakteren kam nicht zu kurz, was es ja immer gut erlaubt, eine persönliche Bindung zu den Personen aufzubauen.
Der Spannungsbogen ist recht hoch und die Darstellung der Morde auch sehr blutig. Man sollte also schon einen starken Magen haben. Das Ende hat mir weniger gefallen, ich mag eher abgeschlossene Handlungen. Aber so bietet das Buch Raum für eine Fortsetzung, die ich auch gerne wieder lesen möchte.
Der Fall an sich war allerdings etwas verworren und das Motiv des Täters hat sich mir nicht ganz erschlossen, auch wie die Detectives so manches Mal auf gewisse Dinge gestoßen sind, war mir manchmal etwas zu schnell und undurchsichtig. Dennoch hatte ich jede Menge spannende Lesestunden.
Fazit: mit Puzzles an sich hat das Buch jetzt nicht viel zu tun, das Wortspiel Jigsaw bezieht sich eher auf die blutigen Taten. Wer gute Nerven hat, ist bei diesem Buch aber sicher sehr gut aufgehoben.

Veröffentlicht am 22.08.2020

bin begeistert

Meereskalt
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Ein irrer Mörder, der es auf Geschwister abgesehen hat. Gleich zu Beginn ist man voll drin in der Handlung. Quasi vom ersten Satz an. Und das ändert sich auch nicht bis zum letzten Wort. Haller beschreibt ...

Ein irrer Mörder, der es auf Geschwister abgesehen hat. Gleich zu Beginn ist man voll drin in der Handlung. Quasi vom ersten Satz an. Und das ändert sich auch nicht bis zum letzten Wort. Haller beschreibt eine Szenerie, die man sich gar nicht ausmalen möchte. Vor allem die Entscheidung, vor die er eine der Mütter stellt. Da mag man das Buch gar nicht mehr weglegen, bis man endlich weiß, was hier passiert und wer solch einen Geschwisterhass hat.

Die Darstellung seiner Charaktere hat mir auch durchwegs gefallen und mit der Wendung am Ende hatte ich so natürlich auch nicht gerechnet. Die war auch etwas – sagen wir – nicht so glaubwürdig.
Dennoch hat mich das Buch wieder total begeistert. Ich mag Hallers Schreibweise total gerne und klebe immer an den Seiten seiner Bücher. Auch dieses habe ich wieder in einem Rutsch durchgelesen. Hier gibt es keine Längen, nur Spannung pur. Von Anfang bis Ende. Vor allem, weil sich viel um Kinder dreht. Die Szene gleich zu Beginn fand ich toll gemacht und auch der Vergleich mit einem bekannten Buch war sehr ansprechend.
Fazit: zum Glück schreibt Haller relativ schnell, so können wir uns sicher schon bald wieder auf ein neues Buch von ihm freuen.