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Veröffentlicht am 07.11.2021

Die Schweiz zum Wohlfühlen

Das kleine Chalet in der Schweiz
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Mina lebt in England, sie liebt es ihre Freunde mit leckerem Essen zu verwöhnen. Bei einem dieser Essen, macht sie ihrem Freund Simon einen Heiratsantrag und fällt aus allen Wolken, als er ablehnt. Bei ...

Mina lebt in England, sie liebt es ihre Freunde mit leckerem Essen zu verwöhnen. Bei einem dieser Essen, macht sie ihrem Freund Simon einen Heiratsantrag und fällt aus allen Wolken, als er ablehnt. Bei dieser Gelegenheit erfährt sie außerdem, dass er seit einiger Zeit eine Beziehung zu ihrer besten Freundin hat.

Für Mina steht fest, es muss sich in ihrem Leben etwas ändern. Daher fährt sie zu ihrer Patentante in die Schweiz, die in einem kleinen Ort ein Chalet betreibt. Es gefällt Mina dort sehr und gerne hilft sie ihrer Tante, vor allem in der Küche. Die Geschichte spielt im Winter, wir lernen die Gäste des Chalets kennen und die besondere Art, auf der Minas Tante Amelie dieses Chalet leitet.

Man fühlt sich sofort wohl und möchte sehr gerne dorthin fahren, auch wenn man keinen Wintersport betreibt. Mina stellt mit der Zeit fest, was sie wirklich möchte: ein kleines Café betreiben und Gäste mit ausgewählten Kuchenkreationen und anderen Kleinigkeiten verwöhnen.

Der Autorin gelingt es, den Leser ohne Probleme in die Schweiz zu versetzen und weckt den Appetit auf nationale schweizer Gerichte. Man verfolgt gerne die Geschichten der einzelnen Protagonisten. Es ist eine wunderbare Lektüre zur Entspannung und man möchte wissen, an welchen Ort uns die Autorin demnächst entführen wird und was es dort für Köstlichkeiten zu entdecken gibt.

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Veröffentlicht am 07.11.2021

Familien- und Firmengeschichte zu Beginn des Nationalsozialismus

Die Blankenburgs
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Es ist das Jahr 1929. Die Porzellanmanufaktur Blankenburg kann das 150-jährige Firmenjubiläum feiern und die Auftragsbücher sind voll. Es ist der schwarze Freitag im Oktober des gleichen Jahres als alles ...

Es ist das Jahr 1929. Die Porzellanmanufaktur Blankenburg kann das 150-jährige Firmenjubiläum feiern und die Auftragsbücher sind voll. Es ist der schwarze Freitag im Oktober des gleichen Jahres als alles zusammenbricht. Das Familienoberhaupt Adalmar und sein Schwiegersohn Richard verlieren das komplette Vermögen und beide beenden ihr Leben noch am gleichen Tag.
Die Töchter Ophélie und Elise stehen vor einem Scherbenhaufen und müssen entscheiden, wie es jetzt weitergehen soll. Erschwerend kommt hinzu, dass sich die Schwestern nicht gut verstehen. Dann taucht Tankred auf, er ist der illegitime Sohn des verstorbenen Bruders Otto. Tankred schafft es, dass er in der Firma mitarbeiten kann und auch den Namen Blankenburg führen darf. Er hat sich bisher mit seinen beiden Freunden Schimmi und Dubbe irgendwie durchs Leben geschlagen.

Zur Beerdigung reist auch Arabella Löwenkind, geborene Blankenburg, aus New York an. Sie ist die Tante von Ophélie und Elise, eine sehr resolute Dame die sehr genau hinschaut und ihre Meinung vertritt. Im Hintergrund greift sie in das Geschehen um die Firmenführung ein.
Es ist auch die Zeit des beginnenden Nationalsozialismus. Die „Braunhemden“ machen sich breit, und Schimmi und Dubbe sind schnell begeistert von ihnen, sie werden ernst genommen und bekommen eine warme Mahlzeit. Da sie kaum Arbeit finden, ist das sehr viel für die beiden.

Im Klappentext heißt es, dass ein Geschwisterstreit um die Führung der Porzellanmanufaktur entbrennt. Das ist zwar richtig, aber einer der Hauptakteure in der Handlung ist Tankred und das Hauptaugenmerk ist auf die Auswirkung des sich ausbreitenden Nationalsozialismus auf alle Familienmitglieder und die Firmenführung gerichtet.

Der Schreibstil ist flüssig und situationsbezogen manchmal auch derb. Beim Lesefluss hat mit gestört, dass es sehr lange Kapitel waren, eine weitere Unterteilung wäre zur Orientierung hilfreich gewesen.

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Veröffentlicht am 22.10.2021

Facettenreicher Krimi in Berlin in den 1950-Jahren

Der weiße Panther
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Der Krimi spielt 1958 in Berlin. Es ist der zweite Fall für den Kriminalassistenten Fred Lemke und seiner Kollegin die Sonderermittlerin Ellen von Stain. Der Barkeeper Gottfried ist vor seinem Arbeitsplatz, ...

Der Krimi spielt 1958 in Berlin. Es ist der zweite Fall für den Kriminalassistenten Fred Lemke und seiner Kollegin die Sonderermittlerin Ellen von Stain. Der Barkeeper Gottfried ist vor seinem Arbeitsplatz, der angesagtesten Bar in Berlin, Harry’s Ballroom ermordet worden. In der Bar treffen sich alle die dazugehören und dazugehören wollen.

Bei den Ermittlungen geraten der Besitzer der Bar, Harry Renner, und ein weiterer Barbetreiber und Politiker, Otto Zeltinger, schnell ins Visier der beiden Ermittler. Fred ist Quereinsteiger und noch in der Ausbildung. Beim LKA und vor allem in seiner Abteilung hat er nicht nur Freunde. Die alten Seilschaften sind noch stark vertreten und er muss lernen sich durchzusetzen.

Das Leben zu dem Zeitpunkt in Westberlin wird facettenreich beschrieben. Es ist stark geprägt durch die Teilung in Ost und West, jeder gibt nur das preis, was er muss. Die Alliierten beobachten das komplette Geschehen und versuchen im Hintergrund an den Fäden zu ziehen. So fahren Fred und Ellen in den Ostsektor der Stadt, was sie natürlich nicht dürfen, und informieren Gottfrieds Mutter über dessen Tod. Die Informationen, die sie bei dem Besuch erhalten, dürfen sie aber nicht einsetzen. So ist es bei einigen anderen Informationen auch. Den roten Faden bei den Ermittlungen nicht zu verlieren ist nicht so einfach.

Der Krimi ist geprägt durch die hervorragenden Beschreibungen des Alltagslebens in Berlin und der gut beschriebenen Charaktere aller Beteiligten. Gerne möchte ich mehr von und über die beiden Ermittler Fred und Ellen lesen.

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Veröffentlicht am 17.10.2021

Geschichte über Geschwister

Der Panzer des Hummers
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Es geht um drei Geschwister. Ea, die älteste, lebt in San Francisco und versucht mit einer Seherin, Kontakt zu ihrer verstorbenen Mutter aufzunehmen. Niels verdient augenblicklich seinen Lebensunterhalt ...

Es geht um drei Geschwister. Ea, die älteste, lebt in San Francisco und versucht mit einer Seherin, Kontakt zu ihrer verstorbenen Mutter aufzunehmen. Niels verdient augenblicklich seinen Lebensunterhalt als Plakatierer und hat keinen festen Wohnsitz. Sidsel ist die Mittlere der Geschwister, alleinerziehend und arbeitet als Restauratorin in einem Museum in Kopenhagen.

Nach dem Tod der Mutter Charlotte, verschwindet der Vater sehr schnell aus dem Leben seiner Kinder. Niels lebt bei seiner Tante Elisabeth und die beiden Töchter müssen allein zurechtkommen. Die Autorin erzählt aus dem Leben der Geschwister und ihrem Umfeld. Wir erfahren eine Menge über ihre Gefühlslage. Für mich sind es aber immer nur Bruchstücke, bis zum Schluss erschließt sich für mich kein vollständiges Bild. Auf der Rückseite des Buches steht „Doch dann müssen die Geschwister auf einmal Stellung zueinander und ihrer Vergangenheit beziehen“. Diese Stellungnahme der Geschwister zueinander findet für mich nicht statt.

Die Mutter Charlotte meldet sich aus dem Hintergrund einer „Zwischenwelt“ immer wieder zu Wort. Im Anfang habe ich für mich erhofft, aufschlussreiches aus der Vergangenheit zu erfahren. Doch auch da wurden meine Erwartungen nicht erfüllt. Wäre der Schreibstil der jungen Autorin nicht so erfrischend und teilweise ungewöhnlich, hätte ich das Buch nicht beendet. Für mich waren es hervorragend geschriebene Kurzgeschichten. Mir fehlte der rote Faden.

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Veröffentlicht am 17.10.2021

Weihnachtsgeschichte und Familiengeheimnis

Das Weihnachtsherz
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Katja ist Goldschmiedin, lebt zur Zeit in Brasilien und perfektioniert ihr Können bei einem Edelsteinschleifer. Ihr Vater erleidet einen Herzinfarkt und Katja macht sich sofort auf den Weg in die Heimat ...

Katja ist Goldschmiedin, lebt zur Zeit in Brasilien und perfektioniert ihr Können bei einem Edelsteinschleifer. Ihr Vater erleidet einen Herzinfarkt und Katja macht sich sofort auf den Weg in die Heimat nach Bayern. Leider trifft sie ihren Vater nicht mehr lebend an, kurz vor ihrer Ankunft ist er verstorben.
Die Goldschmiede steht finanziell nicht mehr gut da. Katja und ihre Stiefmutter Julia wollen gemeinsam versuchen, das Geschäft zu retten. Die beiden verstehen sich nicht sehr gut, aus diesem Grunde hat Katja auch ihre Heimat verlassen. Dann ist da noch Maria, Katjas Oma und Ella, ihre Schwester, die Tochter von Julia und ihrem Vater. Ella freut sich sehr, dass ihre große Schwester da ist. Der Cousin von Julia, Jonas hilft allen bei der Bewältigung der Probleme. Er erstellt z.B. eine Website für das Geschäft. Katja erhält in der Adventszeit die Nachricht eines Winzers aus dem Elsass, sie möge doch bitte zu ihm kommen und für ihn ein Schmuckstück entwerfen. Diese Reise führt zur Aufklärung eines Familiengeheimnisses.
In einer zweiten Zeitschiene, im Winter 1944/1945, lernen sich Bernard, ein französischer Kriegsgefangener und Marianne, eine Einheimische, in Osterhofen, kennen und sie verlieben sich ineinander. Zu der damaligen Zeit eine Liebe, die gefährlich werden konnte und kaum Chancen hatte.
Das Buch passt wunderbar in die Vorweihnachts- und Weihnachtszeit. Es ist sehr gut und flüssig geschrieben und lässt den Leser mit den Protagonisten mitfühlen und mitfiebern. Die zwei Zeitebenen sind jeweils klar abgegrenzt und verschwimmen nicht ineinander, dass empfinde ich als sehr positiv.
Alle die Familien- und Weihnachtsromane gerne lesen, kann ich dieses Buch nur empfehlen. Es sind Gefühl, Familiengeheimnis, Spannung zwischen den Beteiligten, also alles was für mich dazugehört, vorhanden.

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