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Lesejurorin

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2018

Es ist nicht alles Gold, was glänzt

EDELFA UND DER TEUFEL
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Ein geheimnisvoll klingender Titel, ein vielversprechender Rückseitencovertext und dazu ein passendes Coverbild, eine tolle Landschaft, ein interessanter historischer Hintergrund, faszinierende Protagonisten, ...

Ein geheimnisvoll klingender Titel, ein vielversprechender Rückseitencovertext und dazu ein passendes Coverbild, eine tolle Landschaft, ein interessanter historischer Hintergrund, faszinierende Protagonisten, kunstvoll gestaltete Nebenfiguren, Geländekartenskizze, Fußnoten... nahezu alle Zutaten, die für einen opulenten Historienschmöker benötigt werden.
Dies alles zu genießen, sieht man sich aber leider nur schwer bis gar nicht in der Lage, wenn das Buch an etwas leidet, das man geradezu als Apostroph-Diarrhoe bezeichnen könnte. Noch dazu, wenn diese Zeichen grammatikalisch falsch verwendet werden. Hier kann einfach kein Lektor am Werk gewesen sein. Und wenn, dann fallen mir nur die Worte "Ignoranz" und "Inkompetenz" dazu ein.
Es ist ehrlich schade, dass eine derart phantasievoll erdachte Geschichte einem Leser auf diese Art "vermiest" werden kann.
Das kann man einfach nicht mit mehr als einem Stern auch noch belohnen.

Veröffentlicht am 16.09.2018

Interessanter Genremix K&K - Tel Aviv by Neni

Tel Aviv by Neni
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Nein, k. und k. hat jetzt nichts mit kaiserlich/königlich, Maria Theresia und "Sis(s)i" zu tun, gemeint ist hier vielmehr "Kochen und Kultur", das, was "Tel Aviv by NENI" zu mehr als einem reinen Kochbuch ...

Nein, k. und k. hat jetzt nichts mit kaiserlich/königlich, Maria Theresia und "Sis(s)i" zu tun, gemeint ist hier vielmehr "Kochen und Kultur", das, was "Tel Aviv by NENI" zu mehr als einem reinen Kochbuch macht. Gespickt mit Berichten, (Lebens-)Geschichten und Anekdötchen erfährt die Leserschaft viel Interessantes aus diesem Buch. Der Kochbuchteil ist - dank Haya und Samy Molchos Sohn Nuriel - wieder ansprechend bebildert und weist darüber hinaus persönliche Tipps von Haya auf. Allerdings fehlen auch in diesem Buch bedauerlicherweise wieder einmal die Angaben zu Kcal, BE etc., auch Portionsangaben sowie Informationen über Zubereitungszeiten sind ungenau bzw. fehlen. Zudem verschätzt sich Haya offensichtlich erneut bei den Möglichkeiten hiesiger Kochwilliger bei der Beschaffung einiger Zutaten. Zumindest Koch-Grundkenntnisse sollten überdies bereits vorhanden sein.

Veröffentlicht am 16.09.2018

Arrrggh! Diese Story aus Weiden verfehlte mich total

Wie ich fälschte, log und Gutes tat
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Der Schüler Benedikt "Dschägga" Jäger aus der "Vorzeigekleinstadt" Weiden erzählt von seinem eigenen Alltagsleben sowie dem seiner Clique, alle so etwa 15 - 16 Jahre alt. Er tut dies in einem vielleicht ...

Der Schüler Benedikt "Dschägga" Jäger aus der "Vorzeigekleinstadt" Weiden erzählt von seinem eigenen Alltagsleben sowie dem seiner Clique, alle so etwa 15 - 16 Jahre alt. Er tut dies in einem vielleicht "modernen" aber nicht zwingend sympathischen Ton. Das Buch erwies sich leider weder als die erwartete Gesellschaftssatire noch als der ebenfalls für möglich gehaltene Schülerroman. Bedauerlicherweise erreichten mich hier weder der Inhalt noch der Schreibstil, ich war abwechselnd gelangweilt, verärgert oder deprimiert, auf jeden Fall aber enttäuscht. Das Beste am Ganzen war für mich das Bild auf der Covervorderseite...

Veröffentlicht am 16.09.2018

Anders, aber mindestens ebenso gut wie Hape: Jakobsweg

Trauer ist eine lange Reise
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Etliche Jahre zuvor habe ich bereits mit Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" ein mich überaus berührendes Buch über eine Absolvierung des Jakobsweges gelesen, aber dieses Buch hier beeindruckt mich ...

Etliche Jahre zuvor habe ich bereits mit Hape Kerkelings "Ich bin dann mal weg" ein mich überaus berührendes Buch über eine Absolvierung des Jakobsweges gelesen, aber dieses Buch hier beeindruckt mich beinahe noch etwas mehr.
Hauptunterschiede: Um den Krebstod seiner Frau besser bewältigen zu können, machte sich der Autor mit dem Fahrrad auf den ganzen Weg (Hape flog ja eine weite Strecke und wanderte dann den Rest).
Natürlich geht es viel um das Thema "Sterben", aber ab und an bricht sich Koenigers Beruf (Kabarettist) durch, beispielsweise, als er die Schöpfungsgeschichte erzählt:
Gott war ziemlich im Stress und konnte manche seiner Visionen nicht verwirklichen, wie zB die äußere Erscheinung der Pinguine, die mit langen Reiherbeinen geplant waren. Wegen Lieferschwierigkeiten bei eben diesen Reiherbeinen klebten die Helfer eigenmächtig die Füße gleich an den Pinguinkörper, was Gott zu der Anordnung brachte, diese wenig ansehnlichen Tiere an den von nur wenigen Betrachtern frequentierten Südpol zu verbannen und ihnen die Flügel zu stutzen, "damit sie nicht abhauen können"...
Aufgelockert durch solche Anekdötchen bringt einen das Buch nicht dazu, selbst in Tieftrauer zu versinken, zumal es dem Leser möglich gemacht wird, langsam und glaubhaft - nicht durch "Wunder" - ein Heilen der Seele und ein langsames Zurückkehren ins Leben Georg Koenigers mitzuerleben.

Veröffentlicht am 16.09.2018

Spannende Fährtensuche-Schwenke steht May in Nichts nach!

Das Flimmern der Wahrheit über der Wüste
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Was für eine Geschichte! Philipp Schwenke, der Verfasser dieses ebenso an Informationen wie an Unterhaltung reichen Romans, steht seinem bekannten Protagonisten, dem sächsischen Volksschriftsteller und ...

Was für eine Geschichte! Philipp Schwenke, der Verfasser dieses ebenso an Informationen wie an Unterhaltung reichen Romans, steht seinem bekannten Protagonisten, dem sächsischen Volksschriftsteller und Erfolgsautor Karl May, ganz offensichtlich sowohl an Phantasie als auch an Erzähltalent in Nichts nach! Das Buch ist gleichermaßen für Leser mit Vorkenntnissen und Leser ohne Vorkenntnisse das reale Leben des geistigen Vaters von "Winnetou" und "Old Shatterhand" betreffend geeignet. Hier geht es allerdings weniger um diese beiden, sondern mehr um "Kara ben Nemsi", Karl Mays für den Orient zuständigen Helden. Mit tatkräftiger Hilfe Mays glaubten doch damals die Mehrheit der Leser, May und "Karl, Sohn der Deutschen" seien identisch, May habe alle Abenteuer selbst erlebt. Als langsam aufkam, dass dem wohl doch nicht so war, fuhr May, höchstwahrscheinlich erstmalig, um die vorvergangene Jahrhundertwende in Karas Gefilde, erwies sich dort jedoch nahezu durchwegs als kompletter Versager, der statt verfeindete Stämme besiegen zu können, selbst alltäglichen Problemen kaum gewachsen war. Der Leser schwankt zwischen Mitgefühl und Schadenfreude, wenn er zusammen mit Karl May dessen gewahr wird. Ein sehr menschliches und sehr empfehlenswertes Buch!