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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.01.2021

Der Widerspenstigen Zähmung

Wie man seine Eltern erzieht
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Pete Johnsons für Kinder ab einem Alter von 10 Jahren konzipiertes Buch "Wie man seine Eltern erzieht" wurde von Thorsten Saleina an- und vor allem alterssprechend illustriert. Die Geschichte eines sich ...

Pete Johnsons für Kinder ab einem Alter von 10 Jahren konzipiertes Buch "Wie man seine Eltern erzieht" wurde von Thorsten Saleina an- und vor allem alterssprechend illustriert. Die Geschichte eines sich nach einem durch den väterlichen Beruf bedingten Umzug von Australien in die Nähe Londons in seiner neuen Schule nicht wohlfühlenden sympathischen Jungen mit Namen Luis wird flott erzählt. Im Verlauf der Geschehnisse zähmen sich die Generationen sozusagen gegenseitig, es wird eine Lösungen aufzeigende neue Verständigungsebene gefunden und Protagonist Luis kommt seinem Wunsch, Komiker zu werden, einen kleinen Schritt näher.

"Wie man seine Eltern erzieht" erschien erstmals bereits 2005 einmal unter dem Titel "Bühne frei für Louis" (damals noch mit einem "o"). Obwohl mir bei 15 Jahren Differenz die Gefahr eines unbeabsichtigten ärgerlichen Doppelkaufes bei altersbezogenen Jugendbüchern relativ unwahrscheinlich erscheint, so finde ich doch, dass solch eine Information, wenn schon nicht auf das - wieder einmal mit diesem unsäglich hässlichen penetranten orangefarbenen Werbeaufkleber verunzierte - Cover, zumindest auf die Buchrückseite und nicht in das Kleingedruckte der Rückseite eines Vorblattes versteckt gehört!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.12.2020

Hänsel und Gretel

Der Mädchenwald
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Mit "Mädchenwald" (die Übersetzung des engl. Originaltitels "The Memory Wood" = "Der Wald der Erinnerung" hätte mE mindestens genauso gut gepasst) präsentiert Sam Lloyd einen spannenden Thriller, der allerdings ...

Mit "Mädchenwald" (die Übersetzung des engl. Originaltitels "The Memory Wood" = "Der Wald der Erinnerung" hätte mE mindestens genauso gut gepasst) präsentiert Sam Lloyd einen spannenden Thriller, der allerdings leider mehr auf "Twists" als auf gute Ausarbeitung der Charaktere setzt. Protagonisten sind "Hänsel" und "Gretel", er ist undurchsichtig, recht belesen, ziemlich bibelfest und in bestimmten Bereichen eloquent, sie scheint geringfügig älter als er, wurde von einem Schachturnier für Schüler weg entführt und versucht tapfer, klug und einfallsreich, zu überleben und vielleicht sogar ihre Freiheit zurück zu erlangen. In zunehmend unangemessenem Umfang werden uns Details über die gesundheitliche Verfassung einer gegen eine weitere Fehlgeburt ankämpfenden Ermittlerin geschildert, während die Leserschaft, in Atem gehalten von immer neuen Wendungen, doch viel lieber etwas über die Hintergründe immer weiter bekannt werdender Entführungen sowie über mögliche Motive verschiedener Verdächtiger erfahren würde. So bleibt bei der Auflösung manches Interessante leider im Dunkel. Achtung: Stellenweise sehr blutig und brutal!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2020

Astrolabius' Mondfahrt

Astrolabius lebt auf dem Mond - Band 1
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Genial gelungen! Mit dem für junge LeserInnen von etwa 6 - 14 Jahren beworbenen Roman "Astrolabius lebt auf dem Mond" präsentieren die Autoren Martin Wintersberger und Manuela Wieninger sowie Sasha Schlöglhofer ...

Genial gelungen! Mit dem für junge LeserInnen von etwa 6 - 14 Jahren beworbenen Roman "Astrolabius lebt auf dem Mond" präsentieren die Autoren Martin Wintersberger und Manuela Wieninger sowie Sasha Schlöglhofer als Illustrator uns Band 1 der Astro-Staffel, der die Kapitel "Sternschnuppe", "Die Mondstation" und "Die Mondschule" beinhaltet.

Astrolabius, benannt nach dem astronomischen Instrument Astrolabium ( https://de.wikipedia.org/wiki/Astrolabium ), zieht mit seinem als Forscher tätigen Vater, seiner Mutter und seiner jüngeren Schwester Claire nebst jüngstem Familienzuwachs Hund "Sternschnuppe" auf den Mond, wo ihn viele interessante Erlebnisse, aber auch altersgerecht thematisierte Probleme wie beispielsweise Mobbing erwarten.

Junge Menschen können hier viel über in eine tolle und moderne Geschichte verpackte Aspekte wie Gruppenbildung, Unterdrückung, Intrigen, Angst, aber auch Konfliktbewältigung, Mut, Loyalität, Solidarität und echte Freundschaft lernen.

Der Zielgruppe deutlich entwachsen, hatte ich trotzdem Spaß und "Aha"-Effekte (in der Mondschule), weshalb ich dieses Buch wärmstens empfehlen kann.
Und der hinten im Buch abgedruckte Vorausblick auf Band 2 lässt vermuten, dass jener diesem hier in Nichts nachstehen wird.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.11.2020

Lektoratsmäßig leider kein reiner "Silberstreif"

Gut Greifenau - Silberstreif
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Hanna Caspians Historienschmöker "Gut Greifenau - Silberstreif" ist nach "Gut Greifenau - Abendglanz", "Gut Greifenau - Nachtfeuer", "Gut Greifenau - Morgenröte" und "Gut Greifenau - Goldsturm" der 5. ...

Hanna Caspians Historienschmöker "Gut Greifenau - Silberstreif" ist nach "Gut Greifenau - Abendglanz", "Gut Greifenau - Nachtfeuer", "Gut Greifenau - Morgenröte" und "Gut Greifenau - Goldsturm" der 5. Teil der "Gut-Greifenau-Reihe", jedoch, wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann, auch allein verständlich und eigentlich auch in sich abgeschlossen.
Das genretypische und farblich durchaus recht ansprechende Cover wird bedauerlicherweise wieder einmal von einem dieser häßlichen orangefarbenen Aufkleber verunziert.
Eine Landkarte von Pommern, Westpreussen und Posen, zwei Kartenskizzen des fiktiven Dorfes "Greifenau" nebst dem dazugehörenden gleichnamigen Gut, ein nach Handlungsorten, auf dem Gut auch noch nach "upstairs" und "downstairs" aufgeteiltes Personenregister (generell begrüßenswert, hier jedoch für Quereinsteiger nahezu unverzichtbar!) sowie ein Nachwort runden das erzählte Geschehen gut ab.
Letzteres behandelt das Leben, Lieben und Leiden derer von Auwitz-Aarhayn nebst Verwandt-, Nachbar- und Dienerschaft während der hauptsächlich durch Nachkriegs- und Inflationsprobleme geprägten Jahre 1923 - 1928 überwiegend auf Gut Greifenau und in Berlin.
So sind es denn auch vom aufkommenden Nationalsozialismus, Emanzipationsbestrebungen und Homosexualität abgesehen in erster Linie finanzielle und/oder amouröse Sorgen, die den Herrschaften ebenso wie dem Personal zu schaffen machen und der Serie den Titel "Deutsches DowntonAbbey" eingetragen haben dürften.
https://de.wikipedia.org/wiki/Downton
Abbey
Diesem Anspruch unangemessen erscheinen mir jedoch wieder einmal einige mE vermeidbare Fehler wie:
S. 79: "Wäre er mir nicht zuvorgekommen, hätte ich dich gefragt, ob du NICHT mit mir tanzen möchtest." (in der Situation ist das 2. "nicht" sinnfrei)
S. 298: Nun schrie auch das Baby in seinen Armen. Er schockelte (lt. Wiki=prüfend schütteln(??) ihn (müsste statt ihn es (das Baby nämlich, selbst dann, wenn es ein männliches ist!) heißen....
Auf S. 306, 2. Absatz von unten, bringt Wiebke gedanklich einen Paul/Albert-Wirrwarr zustande, mal trauert "er" um Schwester, mal um Frau.
S. 353: Bruno hatte gestern (1) fast geweint, als er ihr gestern (2) von den Vorkommnissen ... erzählt hatte.

Fazit: Eine recht nette Geschichte, mit Ausnahme vielleicht von eifrigen Serienverfolgern aber wohl eher ein "Kann" und keinesfalls ein "Muss", denn sie zeigte zwar zeitgemäße Probleme gut auf, war aber lektoratsmäßig leider kein "Silberstreif"

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Veröffentlicht am 25.11.2020

Nicht nur für Fußballfans

Unter Ultras. Eine Reise zu den extremsten Fans der Welt.
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Bei der Lektüre des 416 Seiten umfassenden und vom Copress Verlag herausgegebenen Sachbuches von James Montague "Unter Ultras - Eine Reise zu den extremsten Fans der Welt", aus der englischen Sprache ins ...

Bei der Lektüre des 416 Seiten umfassenden und vom Copress Verlag herausgegebenen Sachbuches von James Montague "Unter Ultras - Eine Reise zu den extremsten Fans der Welt", aus der englischen Sprache ins Deutsche übersetzt von Sven Scheer, gewann ich den Eindruck engagierter und gründlicher Recherche und dass ein Sachbuch definitiv - und in diesem "Ball-Fall" keinesfalls nur für Fußballfans!!! - nicht "trocken" sein muss.
In vier Teilen - umrahmt von Vorwort und Danksagung - und mit etlichen Fußnoten versehen wird die Lesergemeinschaft über Vereine und Fans aus Kroatien, der Türkei, den USA, Deutschland, Uruguay, Argentinien, Brasilien, Italien, Serbien, Albanien, dem Kosovo, Griechenland, Mazedonien, der Ukraine, Schweden und Indonesien interessant informiert.
Der deutsche Abschnitt belehrte mich u. a. über die Vereinsgeschichte von Borussia Dortmund, die Entstehung, das Auftreten bzw. die Präsentationen und die Choreografie, die Weiterentwicklung sowie die oft sehr unterschiedlichen Motivationen einzelner Fangruppen, den Konflikt von Sport und Commerz, hier besonders die mir als Laie bis zu diesem Zeitpunkt völlig unbekannte 50+1-Regelung. Er lässt mich als Fan dieses Vereins zurück und ich hoffe, er zieht den Bayern möglichst bald, oft und nachhaltig die Lederhosen aus!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere