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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.04.2026

Roman über die Liebe

Die Liebeshungrigen
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Karine Tuils von Maja Ueberle-Pfaff und Alexandra Baisch aus dem Französischen übersetzter 400-seitiger Roman "Die Liebeshungrigen" ist mit einem auf mich zunächst ein wenig befremdlich wirkenden Coverbild ...

Karine Tuils von Maja Ueberle-Pfaff und Alexandra Baisch aus dem Französischen übersetzter 400-seitiger Roman "Die Liebeshungrigen" ist mit einem auf mich zunächst ein wenig befremdlich wirkenden Coverbild ausgestattet, das sich jedoch bei fortschreitender Lektüre als überaus passend erwies.
Die spannende vielschichtige Handlung wird in einem kühl und klar wirkenden Schreibstil präsentiert und geht stellenweise ganz schön unter die Haut.
Der ehemalige französische Staatspräsident Dan Lehman ist ein Jahr nach seinem Auszug aus dem Pariser Élysée-Palast depressiv und alkoholabhängig. Seine Frau dagegen feiert Erfolge als Schauspielerin in Cannes.
Ich hatte das Paar Sarkozy-Bruni vor Augen.
Die meisten Figuren sind recht kompliziert und in verschiedenste Probleme verstrickt. Selbst, wenn mir nicht alle sympathisch waren, weckten manche mein Mitgefühl, denn hinter ihren Schutzfassaden steckten oft Angst, Einsamkeit oder auch Verzweiflung.
Sei es, weil sie erkennen, dass sie ohne Macht und Einfluss weniger Wertschätzung erfahren oder seien es die Auswirkungen der Medien, welche einen Menschen zum Star aufbauen, aber auch eben so schnell wieder verdammen können.
Auf jeden Fall beeindruckte mich das Buch, denn es lieferte mir Stoff zum Nachdenken, weshalb ich es auch gern weiterempfehle.
(Ab dem 15. 05. 2026 unter der ISBN 978-3-423-28522-3 bei dtv.)



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Veröffentlicht am 03.04.2026

Informativ, unterhaltsam und WICHTIG!

Das Jahr der Schmetterlinge
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Buchbeschreibung und Leseprobe zu Lea Korsgaards Buch "Das Jahr der Schmetterlinge" ("Inden året er komme", aus dem Dänischen übersetzt von Kerstin Schöns, 336 S., seit 26. 03. 2026 unter der ISBN 9783864933806 ...

Buchbeschreibung und Leseprobe zu Lea Korsgaards Buch "Das Jahr der Schmetterlinge" ("Inden året er komme", aus dem Dänischen übersetzt von Kerstin Schöns, 336 S., seit 26. 03. 2026 unter der ISBN 9783864933806 bei Ullstein, wunderschönes Cover, viele bunte Bilder verschiedener Schmetterlinge) gefielen mir auf Anhieb, auch Thematik und Schreibstil sprachen mich an.
Die Autorin plant, innerhalb eines Jahres alle dän. Schmetterlingsarten zu sichten, Ehemann Rasmus und 3 Söhne im Schulalter teilen ihre Begeisterung nur bedingt.
Das nach Monaten gegliederte 2-teilige Werk zog mich zunehmend in seinen Bann.
Es wechseln Familienszenen und -erinnerungen bis zurück in die Mitte des vergangenen Jahrhunderts mit Fakten über die titelgebenden Insekten.
Wir stoßen auf Namen von u. a. Aristoteles, Ovid, Sigm. Freud, Vincent van Gogh, Azteken, Churchill, Echnaton, Eos, Psyche, Aurora, Nabokov, Hegel, Kant, Marx, Herm. Hesse, Paulus, Jesus, Descartes, Obama, Rousseau, Thoreau, A. v. Humboldt, Baden-Powell, Hannah Arendt, Rachel Carson, v. Kübler-Ross und Margaret Fountaine, einer bemerkenswerten brit. Forscherin, und werden mit der Umweltproblematik konfrontiert.
Am Beispiel der Brände von Notre Dame und der hist. dän. Börse wird verdeutlicht, wie wir Millionen dafür aufwenden, diese Kulturdenkmäler zu retten, gleichzeitig jedoch Raubbau an Flora und Fauna betreiben.
("Den Regenwald für einen wirtschaftlichen Gewinn zu zerstören ist, als würde man ein Renaissance-Gemälde verbrennen, um mit der Hitze eine Mahlzeit zubereiten zu können!" - E. O, Wilson)
Derzeit leben ca. 8 000.000 Tier- und Pflanzenarten mit uns auf diesem Planeten. Bis zum Ende unseres Jahrhunderts wird jede 8. davon unrettbar ausgestorben sein. Drastisch rechnet uns die Autorin mittels ihrer Lebensjahre das dramatische Schwinden vor.
Das Buch beeindruckte mich nachhaltig und obwohl ich mir mit dieser Rezension ungewöhnlich viel Zeit ließ, fürchte ich, ihm nicht ganz gerecht worden zu sein.
(Einziger, angesichts der angesprochenen Problematik wirklich kleiner Minuspunkt: Der Fund eines Schmetterlings wurde auf den 31. April datiert, obwohl dieser Monat nur 30 Tage hat.)

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Aktuell und wichtig

Let's talk about - Frieden und Kriege. Dein Eintragebuch
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Mit "Let's talk about - Frieden und Kriege - Dein Eintragebuch" (128 Seiten, ab 12 Jahren, seit dem 01. 02. 2026 unter der ISBN 978-3-473-48112-5 erhältlich) von Frau Prof. Dr. Cora Bieß (Text), Kristina ...

Mit "Let's talk about - Frieden und Kriege - Dein Eintragebuch" (128 Seiten, ab 12 Jahren, seit dem 01. 02. 2026 unter der ISBN 978-3-473-48112-5 erhältlich) von Frau Prof. Dr. Cora Bieß (Text), Kristina Nowothnig (Illustrationen) sowie der Berghof Foundation ist dem bereits während meiner eigenen Schulzeit für qualitativ hochwertige Bücher renommierten Ravensburger Verlag ein ebenso beeindruckender wie aktueller und vor allem wichtiger "Glückswurf" gelungen.
Das auffällige Cover besitzt Wiedererkennungswert, da es mit leichter Farbänderung in der "Let' s talk"-Reihe verwendet wird.
Schon die 15-seitige Leseprobe überzeugte mich vor allem durch gute Struktur sowie weitgehend altersangemessene Themenabhandlung. Trotzdem denke ich, dass es vielleicht interfamiliär oder - noch besser - während des Schulunterrichts gelesen werden sollte.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Fantastische Interpretation -Leseempfehlung!

Die Liste der Lebenden
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Stefan Kutzenbergers 208-seitiger Roman "Die Liste der Lebenden" behandelt die Freundschaft zwischen dem dänischen Autor Hans Christian Andersen und Henriette Wulff, Tochter eines dänischen Admirals, welche ...

Stefan Kutzenbergers 208-seitiger Roman "Die Liste der Lebenden" behandelt die Freundschaft zwischen dem dänischen Autor Hans Christian Andersen und Henriette Wulff, Tochter eines dänischen Admirals, welche sich mit dem Ziel Amerika auf dem Auswandererschiff "Austria" befindet, als es am 13. September 1858 mit über 500 Menschen an Bord in Brand gerät und sinkt. Alle namentlich genannten Personen sind historisch; das Ereignis geht als die "größte Schifffahrtskatastrophe des 19. Jahrhunderts" in die Geschichte ein.
Schon in meiner Kindheit liebte ich Andersens - wenn auch oft traurigen - Märchen wie beispielsweise "Die kleine Meerjungfrau", "Das hässliche Entlein", "Das Mädchen mit den Schwefelhölzern" und "Die Schneekönigin".
Sowohl die Buchbeschreibung als auch die 24 Seiten umfassende Leseprobe weckten rasch mein Interesse, Thema, Schreibstil und Cover sprachen mich an, verbreiten sie doch eine zu Andersen gut passende Melancholie.
Deshalb war ich auf mein Exemplar des im Picus Verlag seit dem 11. 03. 2026 unter der ISBN 978-3-7117-2167-9 erhältlichen Buches sehr gespannt.​
Und ich wurde nicht enttäuscht, im Gegenteil, sondern angenehm überrascht, denn das Buch war zwar etwas anders als erwartet, aber in sich stimmig. Natürlich kann der "Geniestreich" hier nicht verraten werden, nur soviel:
Trotz des traurigen Hintergrundes ein vielschichtig gezeichnetes und sehr berührendes Leseerlebnis!

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Veröffentlicht am 11.03.2026

Lesenswerter Fam./Hist.-Schmöker

Elbland
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Bereits sowohl die Buchbeschreibung als auch die Lektüre der 38 Seiten umfassenden Leseprobe (LP) von Claudia Rikls Roman "Elbland" (368 S., ab 12. 03. 2026 unter der ISBN 978-3550-20446-3 bei Ullstein) ...

Bereits sowohl die Buchbeschreibung als auch die Lektüre der 38 Seiten umfassenden Leseprobe (LP) von Claudia Rikls Roman "Elbland" (368 S., ab 12. 03. 2026 unter der ISBN 978-3550-20446-3 bei Ullstein) weckten sofort mein Interesse, fallen generationsübergreifende Familiengeschichten mit historischem Hintergrund doch ohnehin voll in mein "Beuteschema".
Die LP beginnt mit einem Prolog, der die 1987 erfolgte Reise einer vierköpfigen DDR-Familie nebst Jonas, dem Freund einer der beiden Töchter Nina und Katja nach Böhmen, die frühere Heimat der Mutter, Irma, schildert und uns dann durch die ersten beiden Kapitel des ersten Teils führt, in denen Nina vom Tod ihrer Mutter erfährt und entsprechende Maßnahmen einzuleiten hat.
Der Schreibstil des in verschiedenen Handlungssträngen erzählten und mit einem außergewöhnlich schönen Cover ausgestatteten Buches gefielen mir ebenfalls auf Anhieb gut.
Im Laufe der Handlung werden trotz Zuneigung zueinander gewisse Spannungen der Familie untereinander zunehmend spürbarer.
Jahre später wiederholt Nina nach einer Krise die damalige Reise und erfährt nach und nach von schrecklichen Ereignissen während der NS-Zeit, welche mit den familiären Problemen in Zusammenhang stehen.
Bis auf seine letzten sechs Seiten war dieses Buch für mich ein Anwärter auf das Jahreshighlight-Treppchen.

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