Helen Cartwrigt ist 83 Jahre alt und kehrt nach 60 Jahren aus ihrer Wahlheimat Australien nach England zurück. Ihr Mann und ihr Sohn sind beide verstorben und haben Helens Lebenswillen sterben lassen, ...
Helen Cartwrigt ist 83 Jahre alt und kehrt nach 60 Jahren aus ihrer Wahlheimat Australien nach England zurück. Ihr Mann und ihr Sohn sind beide verstorben und haben Helens Lebenswillen sterben lassen, genauso wie ihre Liebsten gestorben sind. Sie warten nur noch auf den Tod, damit sie wieder mit ihnen vereint ist.
Doch dann verändert eine kleine Maus ihr ganzes Leben. Stellt sie zu Anfang noch eine Mausefalle auf, die sie in einem Baumarkt kauf, folgt danach ein Kontakt mit den Angestellten einer Bücherei, denn sie will mehr über Merlin erfahren, wie sie die Maus nennt, denn den Tod von Merlin möchte sie nicht, weil das zu grausam ist. Sie überlegt ihn ihn in ein Tierheim zu brinegen, indem er gut gepflegt wird und vielleicht mit anderen Mäusen zusammenleben kann.
UNd so bekommt Helen durch Merlin immer mehr Kontakt zu anderen Menschen. die ihre Einsamkeit beenden und sie auf andere Gedanken bringt.
Noch nie ist meines Wissens das Thema Alterseinsamkeit so warmherzig umgesetzt werden, sie in diesem Buch. Eine kleine Maus, die den Lebenswillen einer einsamen Frau wiederbelebt, nur durch ihre reine Anwesenheit.
Ein wunderbares Leseerlebnis in einem flüssigen Schreibstil und mit einer mehr als sympathischen Protagonistin.
„Wenn die Kraniche nach Süden fliegen", ist ein Buch das jeden berühren wird und mich noch lange beschäftigt hat.
Wir lernen den 89 jährigen Bo kennen, der zusammen mit seinem treuen Gefährten, dem Hund ...
„Wenn die Kraniche nach Süden fliegen", ist ein Buch das jeden berühren wird und mich noch lange beschäftigt hat.
Wir lernen den 89 jährigen Bo kennen, der zusammen mit seinem treuen Gefährten, dem Hund Sixten, zusammenlebt. Seine Frau, mit der er über sechzig Jahren verheiratet ist, lebt in einer Pflegeeinrichtung für Demenzkranke. Bo wird tagsüber durch einen Pflegedienst betreut und auch sein Sohn Hans kommt regelmäßig vorbei .Einmal in der Woche telefoniert er mit seinem Freund Ture, den er vor Jahrzehnten auf der Arbeit kennen gelernt hat. Sein Leben ist stark eingeschränkt durch viele Altersleiden, vor allem das Gehen und das Gleichgewicht machen im zu schaffen.Als sein Sohn ihm den Hund wegnehmen will, weil er glaubt, Bo wird ihm nicht mehr gerecht, wird Bo zornig und versucht sich dagegen zu wehren. Ohne Sixten ist sein Leben nur noch einsam und sinnlos.
In vielen Rückblicken, die Bo während seiner Ruhephasen hat erfahren wir, dass Bo ein sehr schlechtes Verhältnis zu seinem Vater hatte,der ihm gegenüber hart und emotionslos war. Bo wollte seinen Kindern gegenüber nie solch ein Vater sein, muss aber eingestehen, dass es ihm Hans gegenüber nicht ganz gelungen ist.
Mich hat dieses Buch wirklich die Bandbreite an Gefühlen durchleben lassen ,von Freude, über Spaß bis hin zu Unverständnis und Wut und am Ende nur noch Traurigkeit.
Es muss für einen Menschen schwer zu ertragen sein, seine körperliche Kraft schwinden zu sehen und dann auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Wie entwürdigend muss es für den zu Pflegenden sein, sich von jungen Pflegern duschen zu lassen, sich seines eigenen gebrechlichen Körpers bewusst. Das Tragen von Windeln, in denen man sich nicht wohl fühlt.Man ist ausgeliefert, büßt seine Autonomie ein und wird von Pflegenden, aber auch von den Kindern oft entmündigt und dadurch unbewusst respektlos behandelt. Ich glaube es wird den Angehörigen manchmal gar nicht bewusst, was es bei den alten Menschen auslöst, so ausgeliefert zu sein und der Angehörige tut dies häufig aus Sorge um den Menschen,meint das Richtige zu tun. Es ist eine Gradwanderung da den richtigen Weg zu finden.
Auch die Einsamkeit, die häufig im Alter präsent ist, wenn der Ehepartner schon tot ist, oder wie hier im Pflegeheim lebt. Wie sehr muss es schmerzen den Partner so verändert zu erleben und die letzte Zeit des Lebens alleine zu verbringen. Die Freunde werden auch weniger, sie sterben oder werden krank und somit stirbt brechen auch dort Kontakte weg.
Der Autorin gelingt es, diese Phase im Leben eines Menschen sehr anschaulich und nachvollziehbar zu beschreiben und vielleicht auch sensibel zu machen für ein respektvolles Miteinander in Phasen, wo sich das Eltern-Kind Verhältnis umkehrt, was für alle Beteiligten nicht einfach ist, denn auch Kinder müssen sich daran gewöhnen, das die Autoritätspersonen , die Eltern einmal waren, nun hilflos sind und es für Eltern auch oft schwer ist, die Hilfe ihrer Kinder anzunehmen.
Ich fand dieses Buch sehr emphatisch beschrieben, hab mich gefreut, dass solch ein Thema auch Platz in einem Buch findet und ich werde diese Geschichte ganz sicherlich nicht vergessen.
Die Diagnose ADHS ist heute keine Seltenheit, im Gegenteil und so fand ich es sehr erfrischend, ein Buch über dieses Thema zu lesen das ein wenig aufzeigt, wie Menschen sich mit dieser Diagnose fühlen, ...
Die Diagnose ADHS ist heute keine Seltenheit, im Gegenteil und so fand ich es sehr erfrischend, ein Buch über dieses Thema zu lesen das ein wenig aufzeigt, wie Menschen sich mit dieser Diagnose fühlen, auf wie viele Vorurteile und Unverständnis sie stoßen, nur weil sie nicht in die Regeln und Strukturen unserer Gesellschaft passen, sondern Zeit, Aufmerksamkeit und Verständnis benötigen, um sich anpassen zu können.
Wieviel Kraft kostet es auch Angehörige, sich ständig gegen dieses Schubladendenken zustimmen, dass ihnen immer wieder begegnet. Kein Wunder, dass dann auch das eigeneNervenkostüm auf der Strecke bleibt.
Birgit Birnbacher greift dieses Thema in ihrem Roman“ Sie wollen uns erzählen“ auf und ich finde es ist ihr ein einer sehr emphatisch hin Art und Weise gelungen die Gefühle und Gedanken der Betroffenen zu transportieren.
Oh war jemand für mich, dem ich mich sehr nahe gefühlt habe, aber auch seine Mutter hatte mein volles Verständnis.
Wie weit soll das Unverständnis und Schubladendenken noch gehen, dass feinfühlige Menschen damit nur weiter stigmatisiert.
„Vergiss nicht zu tanzen“ ist eine Aufforderung an Hanna von ihrem Großvater, zu dem sie ein besonders enges Verhältnis hat.
Hannas Familie ist in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts aus dem Oldenburger ...
„Vergiss nicht zu tanzen“ ist eine Aufforderung an Hanna von ihrem Großvater, zu dem sie ein besonders enges Verhältnis hat.
Hannas Familie ist in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts aus dem Oldenburger Münsterland in ein kleines Dorf im Osten der Republik, nahe der polnischen Grenze umgesiedelt worden. Als streng katholische Familie haben es die Gehrkens im protestantischen Osten nicht leicht, doch sie haben auf ihrem Hof ein ausreichendes Auskommen. Hanna, aus deren Sicht diese Geschichte erzählt wird, hat noch drei ältere Brüder und später kommt noch die kleine Rosa zur Welt.Hanna erlebt das Erstarken des Nationalsozialismus, dass die Dorfgemeinschaft, aber auch ihre Familie spaltet und später auch den Einmarsch der Russen in das Dorf mit. Ihre Familie wird zur Flucht gezwungen, weil die Polen das Dorf übernehmen und die Flucht hat für die Familie weitreichende Konsequenzen und einen hinterlässt einen tief sitzenden Schmerz.
Diese Geschichte ist fiktiv, wie der Autor dieses Buches, der hier unter dem Pseudonym Mareike Busch schreibt, doch er hat dieses Buch im Gedenken an seine Mutter geschrieben, die der Protagonistin in diesem Buch wohl sehr nahe kommt, vielleicht hat das Buch ja auch z.T. Biographische Elemente.
Ich fand es sehr interessant diese Zeit mal aus der Sicht eines Kindes zu lesen. Die kleine Hanna, die am Ende des Krieges 13 Jahre alt ist, gibt Einblick, wieviele Gedanken und Sorgen sich auch Kinder in dieser Zeit machten, obwohl sie die Tragweite des Ganzen sicherlich nicht begriffen haben, Gott sei Dank. Doch Hanna bekommt natürlich auch mit, dass ihre Brüder an die Front müssen und ihre Brüder auch unterschiedliche politische Einstellungen hatten.Auch die Flucht ist für sie sicherlich ein einschneidendes Erlebnis gewesen.
Auch der unerschütterliche Glaube der Familie spielt hier eine Große Rolle.
Mich hat dieses Buch sehr an meine Mutter erinnert, die diese Zeit auch als Kind miterlebt hat und auch in unserer Familie hat der Glaube eine große Rolle gespielt.
Auch der Dümmersee, vorher die Familie Gehrkens stammte, ist mir ein Begriff und wir besuchen ihn häufig.
Ich fand dieses Buch sehr berührend und es ist auch eine Erinnerung an all die Menschen, die aus den Ostgebieten flüchten mussten und deren Familien zerrissen wurden und teilweise bis heute nicht wieder zusammengeführt wurden.
Was ist in meinem Alter sonst noch üblich“ ist ein Buch das mich ehrlicherweise überrascht hat. Das Cover lässt einen locker flockigen Roman erwarten,der sich dann doch als überraschend tiefgründig herausstellt. ...
Was ist in meinem Alter sonst noch üblich“ ist ein Buch das mich ehrlicherweise überrascht hat. Das Cover lässt einen locker flockigen Roman erwarten,der sich dann doch als überraschend tiefgründig herausstellt.
Ein Paar , beide 65, seit langer Zeit verheiratet, verbringt seinen Urlaub in Italien , um wieder etwas Leben in die etwas angestaubte Beziehung zu bringen.Im Urlaub gesteht Jan seiner Frau, dass er seit einem Jahr eine Affäre mit einer 15 Jahre jüngeren Frau hat.
Erika, die Ehefrau, trifft dieses Geständnis total überraschend.In ihrer Beziehung gibt es schon seit Jahren kein Begehren mehr und als Erika die Frau im Internet sieht, mit der ihr Mann eine Affäre hat, ist sie geschockt, eine in ihren Augen „dicke Frau“.Das ist ihre Konkurrenz.
Der Leser nimmt jetzt an den Gedankengängen der beiden Protagonisten teil. Will man um die Beziehung kämpfen, oder ist es besser aufzugeben. Die Beziehung wird in einer Therapie aufgearbeitet, bei der Verletzungen zutage treten, die vor langer Zeit geschehen, aber noch nicht verarbeitet sind.
Mir hat das Buch gut gefallen, zeigt es doch, dass Beziehung immer wieder Arbeit bedeutet, dass Begehren ein Teil funktionierender Paare ist und das man nie die Hoffnung aufgeben soll, eine Beziehung wieder neu zu beleben.