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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.01.2026

Spektakulärer Fantasy-Krimi

The Tainted Cup
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Der Einstieg ist mir bei diesem Buch nicht leichtgefallen. Von 0 auf 100 wurde ich in eine komplett neue Welt mit vielen, größtenteils unaussprechliche Namen geworfen. Es brauchte bei mir gut 1/3 des Buches, ...

Der Einstieg ist mir bei diesem Buch nicht leichtgefallen. Von 0 auf 100 wurde ich in eine komplett neue Welt mit vielen, größtenteils unaussprechliche Namen geworfen. Es brauchte bei mir gut 1/3 des Buches, bis ich endlich in der Geschichte angekommen war. Dennoch absolut faszinierend, was da der Fantasie des Autors entsprungen ist. Robert Jackson Bennett hat eine komplexe, epische Welt mit zahlreichen unterschiedlichen menschlichen Wesen und gesellschaftlichen Stellungen geschaffen. Typisch menschliche Gefühle bleiben lange Zeit auf der Strecke, die Charaktere erscheinen kühl und distanziert.

Gleich zu Beginn kommt es in der Residenz einer der reichsten Familien zu einem ganz speziellen Todesfall, bedingt durch eine Verseuchung mit Scheckengras. Dieses Gewächs hat seinerzeit eine ganze Kolonie ausgerottet und dürfte eigentlich nicht mehr existieren. Eine gruselige Art zu sterben, die geistigen Bilder werde ich wohl lange nicht aus dem Kopf bekommen. Mit der Aufklärung beauftragt werden die Ermittlerin Ana Dolabra, die mir anfangs ziemlich suspekt war, doch hinter der spleenigen Fassade steckt ein genialer Kopf. Unterstützt wird sie von ihrem jungen Assistenten Dinios Kol, einem Graveur. Durch magische Anpassung verfügt er über ein perfektes Gedächtnis. Din machte auf mich anfangs aufgrund seines jungen Alters noch den Eindruck, etwas grün hinter den Ohren zu sein. Im Laufe der Ermittlungen offenbart er jedoch sein ganzes Potential mit einer unerwarteten weiteren Eigenschaft. Ana und Din wachsen als Team zusammen und ergänzen sich hervorragend.

The Tainted Cup ist keine leichte Kost, die man eben so weg liest. Es ist aufwendig, verwirrend, erschreckend real und kommt ohne irgendwelche gefälligen Ausschmückungen aus. Das macht die Geschichte so ehrlich und glaubhaft. Die Atmosphäre ist düster und angespannt. Welt und Charaktere sind detailliert ausgearbeitet, die Story spannend. Es geht um Macht, Intrigen und Korruption. Die Tragweite des Motivs hinter den Todesfällen nimmt ungeahnte Ausmaße an. Der Verrat geht bis in vordere Reihen. Ich bin schon gespannt auf den nächsten Fall, der von Ana und Din aufgeklärt werden soll und wer als nächster Verräter enttarnt wird. Band 2 A drop of Corruption erscheint am 22.05.2026.

Mein Fazit:

Ein außergewöhnlicher Fantasy-Krimi mit düsterer und kalter Atmosphäre. Das Buch überzeugt mit vielschichtigen Charakteren und einem umfangreichen Weltenbau. Die Story und das Wortbuildung sind anspruchsvoll und fesselnd.

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Veröffentlicht am 21.01.2026

Gefühlvolles Debüt

Alaska Die Fährte der Wölfe
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Als mir die Autorin ihren Debütroman anbot, hatte ich nach Blick auf das Cover und den Klappentext gleich ein gutes Gefühl. Nun kann ich sagen, was für ein wunderschönes Debüt, das mir sonst entgangen ...

Als mir die Autorin ihren Debütroman anbot, hatte ich nach Blick auf das Cover und den Klappentext gleich ein gutes Gefühl. Nun kann ich sagen, was für ein wunderschönes Debüt, das mir sonst entgangen wäre.

Der flüssige Schreibstil ließ mich gleich in die Geschichte eintauchen. Wow, dachte ich, was für einen Mut von der Protagonistin Helen allein Urlaub in Alaska zu machen. Wobei ich feststelle, dass es ein toller Ort ist, um sich mal ordentlich durchpusten zu lassen und seine Gedanken zu ordnen. Der Protagonistin Helen hat es eindeutig geholfen, ihre Zukunft klar zu sehen. Nur warum reagieren ihre beste Freundin Pia und deren Großmutter so ablehnend auf dieses Reiseziel? Damit hätte ich nie gerechnet.

In dem kleinen Hotel, betrieben von der deutschstämmigen Susan fühlte ich mich gleich zu Hause. Anhand der bildhaften Beschreibungen konnte ich mir genau vorstellen, wie gemütlich es dort war und wie familiär die Unterkunft geführt wird. Die Ausflüge in die Natur empfand ich als Abenteuer pur. Bei den Huskys ging mir das Herz auf, erst recht bei deren Welpen. Für einige Stunden war ich in einer anderen Welt. Von Hundeschlittenfahrt, Rundflug über schneebedeckte Wälder, Wolfsbegegnungen bis hin zu den Nordlichtern war alles dabei. Jana Holler hat ihren Charakteren liebevoll Leben eingehaucht und ein berührendes Familiendrama eingebaut, welches aufgedeckt wird. Bei den vielen Emotionen hatte ich des Öfteren einen Kloß im Hals und war sehr gerührt. Die Begegnung mit den Wölfen hat mir wieder einmal gezeigt, was für schlaue und interessante Tiere dies sind.

Vielen Dank liebe Jana für die wunderbaren Lesestunden.

Mein Fazit:
Ein kleiner, aber feiner Roman, der alles enthält, was man von einer schönen Geschichte erwartet. Eine schöne Location, sympathische Charaktere und eine Geschichte, die berührt.

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Veröffentlicht am 20.01.2026

Berührende Familiengeschichte

Die Magnolientochter (Die Blumentöchter 4)
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Band 4 der Blumentöchter-Reihe dreht sich um Magnolia und ihre Familie. Die Depressionen ihrer Mutter Maia machen Magnolia zunehmend Sorgen. Ein altes Flugticket der Großmutter führt diese nach Neuseeland, ...

Band 4 der Blumentöchter-Reihe dreht sich um Magnolia und ihre Familie. Die Depressionen ihrer Mutter Maia machen Magnolia zunehmend Sorgen. Ein altes Flugticket der Großmutter führt diese nach Neuseeland, in der Hoffnung dort einen Grund für die Erkrankung ihrer Mutter zu finden. Dank der bildhaften Beschreibungen war es mir ein Leichtes mit nach Neuseeland zu reisen. Ich bekam interessante Einblicke in das Land und das Leben der Maori. Berührend und einfühlsam erzählt die Autorin, wie Magnolia die Wahrheit über ihre Herkunft und damit ein großes Familiengeheimnis erfährt. Dank der tollen Recherche habe ich auch einiges über die Traditionen Neuseelands erfahren. Durch die Erzählung auf zwei Zeitebenen, etwas das mir persönlich sehr gefällt, bekamen Geschichte und Charaktere viel mehr Tiefgang.

Die Konfrontation mit alten Konflikten, aber auch die neuen Erfahrungen wirken sich auch auf Magnolias künftiges Leben aus. Ihre Entwicklung hat mir extrem gut gefallen, da sie mir anfangs sehr festgefahren mit Ihrer Meinung und Einstellung schien. Die Thematisierung von Umweltschutz und Klimawandel empfand ich als gut in die Geschichte eingewebt. Jedoch nahm dieses stellenweise für meinen Geschmack zu viel Raum ein, weshalb ich diesen Band als etwas schwächer gegenüber seinen Vorgängern empfand. Dennoch spreche ich gerne meine Leseempfehlung auch. Auch in Band 4 spielt die Autorin wieder mit dem ganzen Spektrum an Emotionen. Vielen Dank Tessa Collins.

Mein Fazit:
Die Blumentöchter-Reihe begeistert mich durch eine Geschichte, die zu Herzen geht. Dazu die wundbaren Beschreibungen der bereisten Länder mit deren Bewohnern und Traditionen. Auch die Magnolientochter überzeugte mich wieder mit ihren authentischen Charakteren und deren lebhafte Familiengeschichte.

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Veröffentlicht am 16.01.2026

Lügengeflecht in klirrender Kälte

Lügennebel
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Bereits das 4. Jahr in Folge ist für mich in jedem Winter eindeutig klar, ich darf das Ermittler-Duo Hanna und Daniel ins schwedische Skigebiete Åre begleiten. Schon mit dem Aufschlagen des Buches setzt ...

Bereits das 4. Jahr in Folge ist für mich in jedem Winter eindeutig klar, ich darf das Ermittler-Duo Hanna und Daniel ins schwedische Skigebiete Åre begleiten. Schon mit dem Aufschlagen des Buches setzt bei mir eine Gänsehaut ein, die nicht nur mit den klirrenden Temperaturen der Location zusammenhängen. Viveca Sten schafft mit ihren Kriminalfällen eine einzigartige Atmosphäre.

Lügennebel handelt von einer Studentengruppe, welche sich eine Auszeit vom Lernen nehmen und Urlaub in einem exklusiven Ferienhaus reicher Eltern im berühmten Skigebiet Åre machen. Ausgelassene Partys mit viel Alkohol und waghalsige Abfahrten füllen die Tage. Bis eine junge Frau aus der Clique morgens tot im Schnee aufgefunden wird. Mord oder Unfall ist vorerst unklar. Die Rekonstruktion des vorherigen Abends gestaltet sich schwierig, da die jungen Leute wenig bis widersprüchliche Äußerungen tätigen. Neben diesen machen sich auch einige ortsansässige Personen verdächtig. Ein extrem schwieriger Fall für Hanna und Daniel, denn eines ist klar, alle lügen.

Wie von der Autorin gewohnt, beginnt die Erzählung leise und unaufgeregt. Bis alle Beteiligten vernommen werden und feststeht, dass es sich um ein Verbrechen handelt und die Wahrheit nicht bekannt ist, vergeht einiges an Zeit. Die Spannung nimmt im Verlauf jedoch stetig zu bis zu waghalsigen und brenzligen Situationen. Die Perspektivenwechsel der Story verleihen dem Ganzen viel Tiefe und verschiedene Blickwinkel, die zum Mitraten anregen. Für mich waren im Verlauf des Buches so viele Personen verdächtigt bzw. hatten ein Motiv, dass ich keinen blassen Schimmer mehr hatte, was die Lösung sein könnte.

Ein weiterer Punkt, der mit bei dieser Buchreihe sehr gut gefällt, ist, dass neben dem eigentlichen Fall auch viel Augenmerk auf das Privatleben der Protagonisten gelegt wird. So sind mir diese sehr vertraut und ich nehme Teil an deren Entwicklung, sei es positiv oder negativ. Bei einem Charakter habe ich mich unwahrscheinlich gefreut, dass er endlich Nägel mit Köpfen gemacht hat. Bei zwei anderen hatte ich gehofft, dass endlich das Offensichtliche passiert, was mir die Autorin mit einem fiesen Cliffhanger erst einmal vermiest hat. Liebe Viveca Sten, bitte erlöse meine Qualen endlich im nächsten Band. Natürlich freue ich mich schon auf den nächsten eiskalten Fall.

Mein Fazit:
Diese spannende Buchreihe ist aus meinen Highlights nicht mehr wegzudenken. Auch mit diesem Band erhielt ich wieder einen vielschichtigen Kriminalfall, undurchsichtige Verdächtige und die bekannten wunderbaren Charaktere. Spannung auf sehr hohem Niveau.

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Das Böse im ländlichen Idyll

Rotkäppchen ist der Wolf
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Die 43-jährige Isabel Engels, hat seit einem Vorfall im Kindesalter unter schlimmen Albträumen und Ängsten zu leiden, die sich nur sehr schwer bekämpfen lassen. Ihr Therapeut rät ihr dringend an die Mosel ...

Die 43-jährige Isabel Engels, hat seit einem Vorfall im Kindesalter unter schlimmen Albträumen und Ängsten zu leiden, die sich nur sehr schwer bekämpfen lassen. Ihr Therapeut rät ihr dringend an die Mosel zurückzukehren und den Ort aufzusuchen, wo sie vor mehr als 30 Jahren fast verbrannt wäre. Wie passend, dass der Architekt Louis Pfeiffer gerade eine House-Sitterin für sein Smart-Home in ihrem Heimatort an der Mosel sucht und Isabel den Job bekommt. Während man sich im Dorf über ihre Rückkehr sehr freut, ist man auf den Hausbesitzer nicht gut zu sprechen. Angeblich ist BAUZILLA ein technisches Spukschloss, das mittels KI seine Bewohner verängstigt. Pfeiffers Frau Tessa lebte angeblich in Angst und Schrecken vor dem Haus, bevor sie unauffindbar verschwand. Isabel will davon nichts wissen, bis sie selbst mit problematischen und teils unheimlichen Vorkommnissen konfrontiert wird. Wer ist die Frauenleiche, die man aus der Mosel birgt? Kann Isabel ihrem Arbeitgeber Louis Pfeiffer vertrauen oder kann er geschickt manipulieren? Welche Geheimnisse hat der Künstler Milan vor ihr? Gibt es ein Entrinnen?
Die Autorin Kaja Neff hat es geschafft, der Handlung gleich von Beginn an eine ganz besondere Stimmung zu geben. Ich hatte Zweifel, ob Isabel das richtige tat, als sie allein in das vollautomatische Smart-Home eingezogen ist. Keinen Einfluss auf die Steuerung zu haben und gar eingeschlossen zu sein, lösten in mir eine absolute Panik aus. Doch Isabel, die eigentlich über mangelndes Selbstwertgefühl verfügt, gibt sich in dieser Hinsicht relativ souverän und bietet sogar dem kurz angebundenen Louis Pfeiffer die Stirn. Die herrschende Vormeinung des Dorfes rund um das Verschwinden von dessen Ehefrau Tessa ließen mich jeden der mitspielenden Charaktere misstrauisch betrachten. Genau wie Isabel fühlte ich mich hin und hergerissen, wem ich wirklich vertrauen kann.
Die Spannung baut sich ganz leise und unauffällig auf, bis man plötzlich mittendrin ist in einem Geflecht von seltsamen Vorfällen und mysteriösen Todesfällen. Ich fühle mich bei einigen Charakteren hin und hergerissen zwischen dem Gefühl von Argwohn und Sicherheit, verlor zeitweise sogar das Vertrauen in mein Gespür. Das Finale krönt die Autorin mit absolut überraschenden Wendungen, die ich nie erwartet hätte. Herzlichen Dank Kaja Neff für das fesselnde Erlebnis.

Mein Fazit:
Ein beschaulicher Ort an der Mosel, in dem das Böse lauert. Traue nie dem äußeren Schein. Ein fesselnder und atmosphärischer Thriller mit interessanten Charakteren und überraschenden Wendungen.

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