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Veröffentlicht am 23.01.2020

Ein aufrichtig-glaubwürdiges Geschwisterportrait!

Die Weihnachtsgeschwister
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Wie ich auf das Buch aufmerksam geworden bin:

Als großer Alexa Hennig von Lange Fan war ich natürlich super gespannt auf ihr neues Buch. Ich wurde vom Dumont-Verlag zu der Lesung von Alexa in Berlin eingeladen, ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam geworden bin:

Als großer Alexa Hennig von Lange Fan war ich natürlich super gespannt auf ihr neues Buch. Ich wurde vom Dumont-Verlag zu der Lesung von Alexa in Berlin eingeladen, konnte jedoch leider nicht dabei sein, weil ich zu der Zeit in Paris war. Ich habe aber ein Rezensionsexemplar der Weihnachtsgeschwister zugeschickt bekommen und mich unheimlich gefreut, dass ich es lesen und auf meinem Blog besprechen darf. Gerade weil ich Einzelkind bin und mir immer eine Schwester oder einen Bruder gewünscht habe, faszinieren mich Bücher über Geschwister immer sehr. Ein großes Dankeschön nochmal an den Dumont-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Handlungsüberblick:

Die erwachsenen Geschwister Elisabeth, Tamara und Ingmar sind sich ziemlich fremd geworden. Sie kehren gemeinsam mit ihren Familien zurück in ihr Elternhaus, um zusammen Weihnachten zu feiern und der Streit ist vorprogrammiert. Wie konnten sich die Geschwister nur so auseinanderleben? Und wissen vielleicht die Eltern eine Möglichkeit, wie sich die Kinder wieder näher kommen können? Das Buch beleuchtet aus verschiedenen Perspektiven die Geschwisterliebe, zeigt dass Kindsein nie endet und lässt vermuten, dass Eltern vielleicht doch über geheime Superkräfte verfügen.

Mein Bucheindruck:

Den Titel finde ich großartig, weil er so vieldeutig ist. Natürlich ist Weihnachten die idyllische Zeit der Familie, aber im Titel klingt auch mit, dass die Geschwister sich vielleicht nur zu Weihnachten sehen und sich sonst vielleicht nicht besonders nah stehen. Außerdem mag ich Wortneuschöpfungen für Buchtitel sehr.

Das Cover stimmt perfekt auf Weihnachten ein. Beim genaueren Hinsehen fällt außerdem auf, wie toll das Cover zum Titel passt. Denn die Wege der drei Geschwister kreuzen sich nicht und legen unterstützen die Vermutung, dass sich die Geschwister nicht besonders nahe stehen und sich möglicherweise nur an Weihnachten sehen. Die Fußspuren im Schnee kommen aus verschiedenen Richtungen und treffen nun aufeinander. Was wird wohl geschehen?

Mein Leseeindruck:

Das Buch war unheimlich kurzweilig, was vor allem an der Erzählweise lag. Ich habe "Die Weihnachtsgeschwister" innerhalb von wenigen Stunden ausgelesen und fühlte mich gut unterhalten. Außerdem hat mich das Buch wunderbar auf Weihnachten eingestimmt.


Vor Beginn der Lektüre habe ich eine Rezension zu den Weihnachtsgeschichwistern gelesen, bei der das Ende als zu abrupt kritisiert wurde. Für mich passte das Ende gut zu dem Buch. Mir hat das Ende sehr gut gefallen, vor allem weil noch viel in der Schwebe gelassen wird. Man weiß nicht, wie es genau für die Personen weiter geht, aber eine leichte Richtung wird angeben. Außerdem gefällt mir auch die Botschaft, dass Eltern ihre Kinder eben doch am Besten kennen, genau wissen, was sie brauchen und ihre elterlichen Superkräfte einsetzen, um zu helfen.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Insgesamt finde ich es wieder unheimlich toll, wie genau Alexa Hennig von Lange menschliche Beziehungen analysiert und so unheimlich aufrichtige und glaubwürdige Portraits ihrer Figuren zeichnet. Die ungefilterten Gedanken der Personen sind das Besondere an diesem Buch. Die Personen sind nicht so angelegt, dass sie durchweg sympatisch sind, denn auch ihre schlechten Seiten werden gezeigt. Das macht die Personen sehr greifbar und realistisch.

Durch die häufigen Perspektivwechsel fühlte man sich als Leser nah am Geschehen. Es ist ein auktorialer Erzähler, der nicht am Geschehen beteiligt ist, aber trotzdem die Innensicht aller Personen kennt und zwischen ihnen hin und her wechselt. Die Erzählperspektive sorgt dafür, dass keiner der Geschwister bevorzugt wird und alle vom Leser gleichermaßen gehört werden können. Durch die verschiedene Blickwinkel auf die Situationen und kann sich als Leser sein eigenes Bild der Geschwisterbeziehung machen.

Außerdem ist man als Leser durch die verschiedenen Perspektiven nicht nur nah dran am Geschehen, sondern es wird zusätzlich eine unheimliche Spannung geschaffen. Man wartet nur so auf den großen Knall.

Mein Abschlussfazit:

Alexa Hennig von Lange hat mich mal wieder völlig überzeugt! Ich liebe dieses aufrichtig-glaubwürdige Geschwisterportrait.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.12.2019

Eine kreative Alternative zur französischen Revolution!

Der Hof der Wunder
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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Bücher über Paris sprechen mich ja immer an. Ich erinnere mich gar nicht mehr, bei welcher Bloggerin ich das Buch zuerst gesehen habe, aber es wanderte direkt auf ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Bücher über Paris sprechen mich ja immer an. Ich erinnere mich gar nicht mehr, bei welcher Bloggerin ich das Buch zuerst gesehen habe, aber es wanderte direkt auf meine Wunschliste und als es dann bei der Netgalley als E-Book-Rezensionsexemplar angeboten wurde, habe ich mich natürlich sofort als Rezensientin beworben.

Handlungsüberblick:

Die Handlung setzt ein in einem fiktiven Paris, nach einer gescheiterten Revolution. Hunger, Gewalt, Intrigen und Tod regieren die Stadt. Neun verbrecherische Gilden haben Paris unter sich aufgeteilt. Der Leser trifft Nina, die der Diebesgilde angehört. Kein Diebstahl war für sie bisher unmöglich. Doch für sie zählt nichts mehr als ihre Schwester vor Kaplan, dem finstersten aller Gildenanführer, zu retten. Wird ihr dieser Diebstahl gelingen?

Mein Bucheindruck:

Mir gefiel vor allem die Fabgestaltung des Covers mit den Farben Blau, Weiß, Rot sehr gut, da sie schon auf Frankreich hindeuten und daher sehr gut zum Schauplatz der Geschichte passen. Trotzdem ist mir auch nach der Lektüre nicht so ganz klar, warum auf dem Cover gerade ein Rabe abgebildet ist.

Mein Leseeindruck:

Es war unheimlich spannend, eine andere Möglichkeit der französischen Revolution zu entdecken. Oft brauche ich bei Fantasybüchern etwas länger als bei realistischen Büchern. Aber "Der Hof der Wunder" las sich doch ziemlich schnell. Die Handlung war zu jeder Zeit spannend. Gut gefielen mir auch die Beschreibungen der Gesellschaft, der Orte und der damaligen Mode. Durch sie wurde die Welt sehr greifbar. Die Charaktere sind ebenfalls wunderbar ausgestalter. Die mutige Nina, ihre Freundin Ettie und auch der Dauphin wuchsen mir schon nach wenigen Seiten ans Herz.

Mein einziger Kritikpunkt sind die nur angedeuteten zwei möglichen Liebesgeschichten. Ich hätte mir gewünscht, dass wenigstens am Ende des Buches noch ein wenig mehr Romantik ins Spiel kommt, vor allem, weil über die ganze Handlung hinweg zwei Möglichkeiten für Nina aufrechterhalten werden.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Der Schreibstil ist flüssig und ließ sich insgesamt schnell lesen.
Gut gefielen mir auch die Geschichten, die von Orso zwischendrin in kursiver Schrift erzählt wurden. Sie bereicherten das Buch, da sie nicht grundlos erzählt wurden, sondern auch in die Handlung des Buches eingeflochten wurden. Der Grund warum diese Geschichten erzählt wurden, war zu jeder Zeit klar ersichtlich und lies das Buch insgesamt sehr rund und gut durchdacht wirken.

Mein Abschlussfazit:

Ein sehr spannendes Fantasybuch mit einer kreativen Alternative zur französischen Revolution, bei dem aber leider die Liebesgeschichte für mich etwas zu kurz kam.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.12.2019

Leider wenig tiefgründig und künstlich in die Länge gezogen.

Perfect Mistake
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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Aufmerksam wurde ich auf das Buch in der Netgalley, bei der man das Buch als Rezensions-E-Book anfragen konnte. Mir gefielen das Cover und der Klappentext sehr gut.

Handlungsüberblick:

Ein ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Aufmerksam wurde ich auf das Buch in der Netgalley, bei der man das Buch als Rezensions-E-Book anfragen konnte. Mir gefielen das Cover und der Klappentext sehr gut.

Handlungsüberblick:

Ein großer Fehler zwang Adele dazu ihren Geburtsort zu verlassen. Nun kehrt sie für die Hochzeit ihres Vaters zurück. Ihr Herz schlägt noch immer für Pete, den Arbeitskollegen ihres Vaters, doch diese Liebe hat keine Zukunft. Nicht nur der Altersunterschied zwischen den Beiden ist problematisch und so kommt es schon bald zu hitzigen Auseinandersetzungen. Können die beiden die Wogen glätten?

Mein Bucheindruck:

Das Cover gefällt mir mit seinen erdigen Brauntönen nach wie vor sehr gut. Es ist ein Cover, das eine Wohlfühlgeschichte mit Happy End vermuten lässt.

Mein Leseeindruck:

Ehrlich gesagt, war ich leider an vielen Stellen des Buches etwas angenervt von den beiden Protagonisten. Mir kam es so vor, als wenn sie sich die Versöhnung extra erschweren wollten. Dadurch erschien mir das Buch in die Länge gezogen, etwas ermüdend und ich habe auch mehr Zeit gebraucht, um das Buch zu beenden, als ich sonst für Bücher mit vergleichbarer Seitenanzahl brauche. Oft empfand ich das Verhalten der Protagonisten als kindisch und viele ihrer Auseinandersetzungen und Reaktionen als unnötig. Sie schaffen sich Probleme, wo eigentlich gar keine sind.

Das Setting fand ich leider auch nicht besonders, da hatte ich mehr erwartet. Insgesamt ist mir von dem Buch leider wenig positiv in Erinnerung geblieben. Es wirkte etwas platt und wenig tiefgründig auf mich. Ich war sehr enttäuscht.

Gut fand ich, dass in dem Buch auch queere Figuren auftraten, wenn auch nicht als Hauptfiguren.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Der Schreibstil hebt sich nicht besonders von der Masse ab. Die Lesezeichenfunktion für besonders schöne, poetische Sätze kam bei diesem E-Book leider nicht zum Einsatz. Ich war froh, als ich es ausgelesen hatte und mit einem anderen Buch beginnen konnte.

Mein Abschlussfazit:

Leider wenig tiefgründig und künstlich in die Länge gezogen. Oft war ich genervt von den Handlungen und Reaktionen der Protagonisten.

Veröffentlicht am 13.11.2019

Ein etwas gedämpfterer Roman von Brittainy C. Cherry, der trotzdem überzeugt.

Wenn der Morgen die Dunkelheit vertreibt
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Wie ich auf das Buch aufmerksam geworden bin:

Als großer Brittainy C. Cherry Fan, steht einfach sofort jedes ihrer Bücher auf meinem Wunschzettel. "Wenn der Morgen die Dunkelheit vertreibt" durfte ich ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam geworden bin:

Als großer Brittainy C. Cherry Fan, steht einfach sofort jedes ihrer Bücher auf meinem Wunschzettel. "Wenn der Morgen die Dunkelheit vertreibt" durfte ich in einer Leserunde der Lesejury lesen.

Handlungsüberblick:

Dass Grace keine Kinder bekommen kann zerstört nach und nach ihre Ehe. Als sich ihr Mann von ihr trennt, zieht Grace völlig gebrochen wieder zurück in ihre Heimatstadt. In eine Stadt, in der alles von den neugierigen Nachbarn beobachtet und bewertet wird. Noch auf der Fahrt dorthin gibt Graces heißgeliebtes Auto Rosie den Geist auf und Grace lernt Jackson kennen, der in einer Autowerkstatt arbeitet. Allerdings sollte sich Grace gerade von ihm fernhalten, denn er gilt in ihrer Heimatstadt als Abschaum. Doch auch Jacksons Seele liegt in Scherben, genau wie ihre. Können sich ihre Scherben vermischen und vielleicht gegenseitig heilen?

Mein Bucheindruck:

Das Cover ist einfach eine Schönheit! Und es passt so gut zu "Wenn Donner und Licht sich berühren"! Außerdem ist Mintgrün meine liebste Farbe!

Mein Leseeindruck:

Wie alle Bücher von Brittainy C. Cherry las sich auch dieses Buch wieder viel zu schnell. Man möchte immer weiter lesen und gleichzeitig, dass es niemals endet.

An diesem Buch haben mir vor allem die Location und die Protagonisten gefallen. Es gibt einige Figuren zum hassen, aber dafür zwei Protagonisten, die sich schon nach den ersten Seiten ins Herz schleichen. Und nicht nur Jackson und Grace sind mir ans Herz gewachsen, auch in die Location des Buches habe ich mich schon richtig verliebt. In der buchigen Welt gibt es nämlich einen urgemütlichen Buchladen, in dem nicht gesprochen und dafür umso mehr gelesen werden darf. So einen Buchladen hätte ich auch gern in meinem Viertel! :D Es war wunderbar mitzuerleben, wie dieser Buchladen dazu verhalf, dass sich Jackson und Grace langsam näher kommen.

Dennoch habe ich das Buch als etwas weniger intensiv erlebt als die vorherigen Bücher von Brittainy C. Cherry, was vermutlich daran lag, dass man die großen Schicksalsschläge aus der Vergangenheit von Grace nicht direkt miterlebte. Außerdem war die Handlung an manchen Stellen etwas vorhersehbar.

Trotzdem hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es gab viele Szenen, die ich wahnsinnig süß fand und die mir lange in Erinnerung bleiben werden. Bücher, in denen die Protagonisten die Buchliebe teilen, sind einfach etwas ganz Besonderes. Und außerdem habe ich mich einfach in das Setting mit dem wunderbaren Buchladen verliebt.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Der Schreibstil von Brittainy C. Cherry ist einfach unvergleichlich! Auch dieses Buch von Brittainy C. Cherry ist wieder sehr wortgewaltig. Beim Lesen ist gab es wieder viele gefühlvolle, bittersüße Gänsehautsätze, die ich mir unbedingt mit Post-Its markieren musste. Ich bin inzwischen fest davon überzeugt, dass man Brittainy C. Cherry gar nicht ohne einen dicken Post-Its-Block daneben lesen kann! :D

Mein Lieblingszitat aus diesem Buch ist dieses hier:

"Ihre Seele lag in Scherben, genau wie meine. Und nun vermischten sich ihre Scherben mit den meinen." (Kapitel 18)

Das Buch ist wie so viele von Brittainys Büchern aus zwei wechselnden Perspektiven geschrieben. Dazu kommen Flashbacks bei der männlichen Perspektive. Die Rückblicke aus Jacksons Sicht fand ich besonders gelungen, da sie Jacksons Verhalten unheimlich gut erklären und einen tieferen Zugang zu ihm finden lassen. Durch die Flashbacks konnte ich mich auch in die männliche Sicht gut einfühlen!

Mein Abschlussfazit:

Ein etwas gedämpfteres Buch von Brittainy C. Cherry, welches mich trotzdem durch den bittersüßen Schreibstil, wundervolle Protagonisten und eine zauberhafte Location überzeugt hat.

Veröffentlicht am 13.11.2019

Das Buch konnte mich leider nicht überzeugen.

George Sand und die Sprache der Liebe
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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Ich begeistere mich sehr für Paris, französische Literatur und starke Frauen. Nachdem ich das Buch "Indiana" von George Sand gelesen hatte, wurde ich neugierig auf ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Ich begeistere mich sehr für Paris, französische Literatur und starke Frauen. Nachdem ich das Buch "Indiana" von George Sand gelesen hatte, wurde ich neugierig auf die Schriftstellerin, die hinter diesem männlichen Pseudonym steckt. Als ich in der Netgalley das E-Book von Beate Rygiert über George Sand entdeckte, fragte ich es direkt als Rezensionsexemplar an. Nochmal ein ganz herzliches Dankeschön für das Rezensionsexemplar an die Netgalley und den Aufbauverlag!

Handlungsüberblick:

Dieser Roman erzählt das Leben von George Sand und ihren drei Liebhabern, Jules Sandeau, Alfred de Musset und Chopin. George ist ihrer Zeit weit voraus, schreibt unter einem männlichen Pseudonym Bücher und bricht mit ihren Männerkleidern Tabus. Die Handlung setzt 1831 ein, als George anfängt für Le Figaro zu schreiben.

Mein Bucheindruck:

Das Cover hatte allein schon durch die kurzhaarige, in Männerkleidung steckende Titelheldin meine Aufmerksamkeit sofort gecatched! Mir gefiel der etwas vergilbte Look und die Pariser Straßen im Hintergrund, die sofort zum Wegträumen ins Paris der bohèmes einladen. Das Cover passt ganz wunderbar zum Inhalt des Buches. Den Titel finde ich auch unheimlich gelungen!

Mein Leseeindruck:

Das Buch informiert gut über das Leben von George Sand und vermochte ein Bild einer vielschichtigen Frau zu vermitteln. Beate Rygiert zeichnet ein Bild einer starken Frau, die zugleich Autorin, Liebhaberin, Musikerin und Mutter ist. Es gefällt mir immer sehr, von starken Frauenfiguren zu lesen, allerings habe ich für das Lesen dieses Buches länger gebraucht, als ich anfangs dachte. So interessant, wie ich die Thematik eigentlich fand, so wenig vermochte es mich, das Buch zu fesseln. Ich musste mich etwas motivieren, das Buch zu Ende zu lesen.
Jedoch gerade gegen Ende hin fiel mir die Lektüre am schwersten.
Gerade die Beziehung, die für George Sand am bedeutsamsten war und am längsten dauerte, fand am wenigsten Platz im Buch. Und als es dann Zeit war die Beziehung zwischen Chopin und George zu schildern, stagnierte die Handlung eher. Es war nicht besonders schön, davon zu lesen, wie schwer Chopin und George es in Spanien hatten. Mir hätte es besser gefallen, wenn man dies nur kurz zusammengefasst hätte. Andere Dinge, die ich als lesenswert erachtet habe, wurden hingegen ausgelassen.

Auch das Ende des Buches hat mich sehr enttäuscht. Meiner Meinung nach endet die Handlung viel zu optimistisch, denn auch die Beziehung mit Chopin endet, wie die vorhergehenden Beziehungen, in einer Trennung, die allerdings erst im Nachwort erwähnt wird. Das fand ich sehr schade. Nicht jeder Roman muss glücklich enden, schon gar nicht, wenn er auf wahren Begebenheiten basiert. Hätte die Autorin die Trennung der beiden und die Gründe für sie mit in das Buch hineingenommen, wäre der letzte Leseabschnitt zudem auch weitaus spannender gewesen.

Gut gefielen mir die von George Sand stammenden Zitate, die den einzelnen Teilen des Romans vorangestellt waren, und das Nachwort. Durch die Zitate konnte man sich zusätzlich zu dem im Roman vermittelten Bild noch ein eigenes Bild von George Sand machen. Im Nachwort wurde der weitere Werdegang der Liebhaber und auch von Georges Kindern dagelegt, welches im Buch leider zu kurz kam. Außerdem finden sich im Nachwort Literaturtipps für George Sand Begeisterte und auch zwei Adressen in Frankreich, an denen man sich auf Georges Sands Spuren begeben kann.

Ich hätte mir auch gewünscht am Ende des Buches vielleicht noch Fotos oder handschriftliche Briefe von George Sand zu finden, auch wenn dieses Buch ein Roman ist und daher weniger wissenschaftlichen Anspruch hat.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Hin und wieder hat mich der Schreibstil etwas gestört. Ich fand, dass die Erzählstimme leider nur wenig zu dem Bild passte, dass ich mir bisher von George Sand gemacht habe. Vor allem die Wortwahl in den wörtlichen Reden fand ich etwas zweifelhaft. An manchen Stellen konnte ich mir kaum vorstellen, dass die wortgewandte Schriftstellerin George Sand so gesprochen hat. Das fand ich sehr schade. Stellenweise war mir George Sand deswegen sogar eher unsympatisch. Mir fiel es schwer, mich in sie einzufühlen. Vielleicht hätte ich mich durch einen autodiegetischer Erzähler (Ich-Erzähler) besser mit George identifizieren können. Wenn schon ein heterodiegetischer Erzähler, dann hätte ich mir gewünscht, die George Sand Begeisterung der Autorin mehr zwischen den Zeilen herauszuhören. Auf diese Begeisterung stieß ich leider erst im Nachwort.

Mein Abschlussfazit:

So ganz vermochte das Buch meine Erwartungen nicht zu erfüllen. Ich werde allerdings die beiden im Nachwort benannten Adressen im Hinterkopf behalten und wenn möglich besuchen, um mir ein eigenes Bild von George Sand zu machen.