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Veröffentlicht am 11.05.2026

Ein*e Lektor*in mit Französisch-Kenntnissen hätte den Paris-Zauber bewahrt.

Cruel Noblesse: Melodie der Rache
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Handlungsüberblick:

Der Pariser Adel ist magiebegabt und Caspian de Morreau, der als Kind bei einem magischen Anschlag seine Familie verlor, will ihn vernichten. Wenn da doch nur nicht die schlagfertige ...

Handlungsüberblick:

Der Pariser Adel ist magiebegabt und Caspian de Morreau, der als Kind bei einem magischen Anschlag seine Familie verlor, will ihn vernichten. Wenn da doch nur nicht die schlagfertige Chansonsängerin Arianne wäre, die ihn so fasziniert...

Mein Bucheindruck:

Das Cover stimmt auf die edle und geheimnisvoll-düstere Atmosphäre des Buches und seinen Handlungschauplatz ein. Auf einer luxuriösen hellblauen Tapete hebt sich das Pariser Sacré-Cœur ab, vor dem sich düsterer Rauch im Zusammenspiel mit dornigen Ranken, Rosenblüten und schwarzen Raben ausbreitet. Die erste limitierte Auflage besitzt einen farbigen Buchschnitt, der die hellblaue Tapete weiterführt, und eine Charakterkarte auf deren Vorderseite Caspian und Arianne und auf deren Rückseite ein Zitat gedruckt sind, welche das Cover gut ergänzt.

Mein Leseeindruck:

Da das Buch sehr gute Bewertungen aufweist, waren meine Erwartungen ziemlich hoch. Leider wurden sie aber enttäuscht.

Die Idee mit den magischen Adligen in Paris war schön und hatte viel Potential, das aber in meinen Augen nicht ausgeschöpft wurde. An manchen Stellen ging mir die Handlung viel zu schnell, an anderen war sie mir zu langatmig und die Figuren blieben für mich ungreifbar, wodurch es mir schwerfiel, das Buch zu beenden. Darüber hinaus hätte ich mir mehr Bühnenszenen von Arianne und detailliertere Beschreibungen von Pariser Schauplätzen, edlen Gemächern oder Kleidern gewünscht, um den altertümlichen, adeligen Paris-Flair mehr zum Leben zu erwecken.

Auch, dass das Buch mit den Worten "Sinnlich, düster, dramatisch" beworben wurde, passte für mich nur zu zu 66% Prozent. Als sinnlich empfand ich es nicht. Ich hätte mir sehr viel mehr Tension, aufgeladene Dialoge, Kussszenen und Sexszenen gewünscht.

Darüber hinaus hatte ich mir auch einen altertümlicheren, poetischeren Schreibstil erhofft. In Bezug auf den Schreibstil erschienen mir auch manche Formulierungen seltsam. Am merkwürdigsten fand ich "Er schmälerte verärgert die Lider." (S. 28) Ich verstehe zwar, was die Autorin sagen möchte, bezweifle aber stark, dass das körperlich möglich ist.

Leider wurde für mich auch deutlich, dass weder die Autorin, noch die lektorierende Person über Französisch-Kenntnisse verfügt, was bei dem Buch wirklich hilfreich gewesen wäre. Bereits der Titel ist grammatikalisch nicht korrekt. Im Französischen werden Adjektive eher hinter das Nomen gestellt, nur bei wenigen Adjektiven ist ein nach vorne stellen möglich. Bei dem verwendeten Adjektiv ist zwar eine Voranstellung möglich, allerdings hätte das Adjektiv an das Nomen angepasst werden müssen. Da "noblesse" feminin ist, hätte auch die feminine Form des Adjektivs verwendet werden müssen. Also "cruelle" anstatt "cruel".

Zudem gab es im Buch einige Ungereimtheiten. So ist das Wort Palais im Deutschen sächlich und nicht männlich und das Wort "conseil" im Französischen männlich, weswegen es auch im Deutschen mit dem maskulinen Artikel versehen werden sollte. Beide Wörter tauchen im Buch sehr oft auf, was mich als Französischstudierende wirklich gestört hat. Auch würde in Frankreich kein Cabaret "La Chatte d'Or" heißen, da das Wort "chatte" wirklich sehr vulgär ist und für das weibliche Geschlechtsorgan verwendet wird.

Wenn man ein Buch über Paris schreibt, sollten in meinen Augen genau solche Feinheiten stimmen, um nicht den Vibe zu zerstören.

Mein Abschlussfazit:

Ein:e Lektor:in mit Französisch-Kenntnissen hätte »Cruel Noblesse - Melodie der Rache« den Paris-Zauber bewahrt.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.04.2026

Ein einzigartiges YA-Krimi-Erlebnis! 📖🔪

Missing Page - Tödliche Worte
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Handlungsüberblick:

Stell dir vor, du möchtest Autorin werden und darfst an einem Workshop eines Bestsellers in einem alten Herrenhaus in Schottland teilnehmen. Doch sobald du dort bist, stellst du fest, ...

Handlungsüberblick:

Stell dir vor, du möchtest Autorin werden und darfst an einem Workshop eines Bestsellers in einem alten Herrenhaus in Schottland teilnehmen. Doch sobald du dort bist, stellst du fest, dass es um noch viel mehr geht: Der Schriftsteller will dem größten Nachwuchstalent sein Vermögen vermachen. Und bald geschehen Dinge, die mehr als beängstigend sind...

Mein Bucheindruck:

Das Cover stimmt hervorragend auf die Geschichte ein und ich mag total, dass es die Farben von »Hotel Ambrosia« aufgreift. Man sieht direkt, dass beide Bücher von der gleichen Autorin sind. 💚🩷

Die Limited-Edition hält außerdem einige Überraschungen bereit. So gibt es im Buch neben dem gezeichneten Lageplan, Tonis Bewerbungsanschreiben, den Ausschnitten aus den Schreibprojekten der Workshopteilnehmenden und den Einblicken in einen Podcast, ein von Katie Kento selbst gestaltetes Page-Overlay mit Hinweisen, und auf dem Buchcover ein Fenster, das man aufklappen kann. Dadurch wird das Buch zu einem einzigartigen Erlebnis! 😍

Mein Leseeindruck:

Auch wenn ich mir, wie die Workshop-Teilnehmer:innen sicher auch, einen gemütlicheren Ort für den Workshop gewünscht hätte, ist das verfallene Anwesen mit dem Giftgarten natürlich das perfekte Setting für einen Krimi. Dort lauern jedenfalls die einen oder anderen Gefahren...🏰🍄

Die Jugendlichen, die eigentlich nur an einem Schreib-Workshop teilnehmen wollten, und es dann mit einem Verbrechen zu tun haben, taten mir beim Lesen richtig leid.
Zu Beginn des Buches konnte ich mich stark mit Toni identifizieren, weil ich auch gern schreibe und unbedingt an einem Schreibworkshop mit einem Bestseller-Autor teilnehmen würde, doch im Verlaufe des Buches wurde sie mir unsympathischer. Einige ihrer Handlungen entsprechen überhaupt nicht meinem Wertesystem. Außerdem wusste ich bis zum Ende des Buches nicht, ob ich ihr vertrauen kann, weil sie eine unzuverlässige Erzählerin ist. 🙈😨
Am sympathischsten war mir George. Jemand, der es schafft, einen um sich schnappenden Hund zu seinem Freund zu machen und die Strickpullover seiner Mutter trägt, kann doch nur eine liebe Seele sein! Die übrigen Workshop-Teilnehmer:innen und den Schriftsteller konnte ich bis zum Ende nicht so gut einschätzen, aber ich denke, dass das auch von der Autorin so gewollt ist, um die Spannung aufrecht zu erhalten.

Das Gefühl des Ausgeliefert-Seins übertrug sich im Laufe der Geschichte von der Erzählerin auf mich und ich sehnte mich so nach einem Happy End. In diesem Zusammenhang hätte ich mir gewünscht, dass die Liebesbeziehung als Ausgleich für all die Bedrohlichkeit noch stärker von der Autorin herausgearbeitet worden wäre. Aber ich lese auch, wie eingangs schon geschrieben, nicht so oft Krimis und viel lieber Romance.

Bis zum Ende habe ich super viel mitgerätselt, aber meine Theorien immer wieder verworfen und nicht durchschaut, wie alles zusammenhing. Mich hat sehr beeindruckt, wie die Handlungen der einzelnen Figuren miteinander verwoben waren. Auf welche Weise die Aufklärung gelang, hat mein Schriftstellerinnenherz sehr gefreut!

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Mir gefiel, dass sich Katie Kentos Schreibstil in so unterschiedlichen Textarten mit so verschiedenen Stimmen präsentierte. »Missing Page - Tödliche Worte« ist zwar größtenteils eine Ich-Erzählung aus Tonis Perspektive, doch durch das Einflechten von Tonis Bewerbungsanschreiben, von Einblicken in die jeweilige Schreibprojekte der Workshop-Teilnehmenden und von Ausschnitten eines Podcast wird die Ich-Erzählung aufgelockert und die Handlung spannend gehalten.

Der Schreibstil der Ich-Perspektive liest sich wie auch schon in »Hotel Ambrosia« super leicht. Neben der Spannung, die die Autorin mit ihren Worten aufbaut, mag ich ganz besonders den Humor, der sich in ihren Zeilen versteckt. Manche Szenen brachten mich total zum Schmunzeln. ☺️
Das, was die Erzählperspektive besonders macht, ist, dass es sich bei Toni nicht um eine zuverlässige Erzählerin handelt. Bis zum Ende wusste ich als Leserin nicht, ob ich ihr vertrauen kann und das Gefühl des Ausgeliefert-Seins übertrug sich von ihr auf mich. Auch, wenn mir die Erzählerin dadurch unsympathisch wurde, macht das natürlich einen großen Teil der Spannung aus.

Mein Abschlussfazit:

»Missing Page - Tödliche Worte« ist ein einzigartiges YA-Krimi-Erlebnis! 📖🔪

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  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 28.03.2026

Die perfekte Frühlings-Picknick-Lektüre 2026! 🌸🧺📖

The Iced Caramel Coffee Agreement
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Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Ich habe »The Pumpkin Spice Latte Disaster« geliebt und war einfach super gespannt auf »The Iced Caramel Coffee Agreement«. Danke an vorablesen.de für das Rezensionsexemplar ...

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Ich habe »The Pumpkin Spice Latte Disaster« geliebt und war einfach super gespannt auf »The Iced Caramel Coffee Agreement«. Danke an vorablesen.de für das Rezensionsexemplar und das frühlingshafte Wiedersehen mit dem Städtchen Lower Whilby! 🩷💛

Handlungsüberblick:

Seitdem Nore den Rockmusiker Dex als Jugendliche im Backstage beim Springtide-Festival in Lower Whilby kennengelernt hat, schwärmt sie für ihn. Nun ist er zurück in ihrer Heimatstadt - verbittert und kreativlos. Trotzdem geht Nore auf sein Angebot ein, ihr zu zeigen, wie man mutiger lebt, bis das Angebot sowohl ihre als auch seine Welt aus den Angeln hebt...

Mein Bucheindruck:

Das Buchcover versprüht mit seinem Farbverlauf von Rosa zu Gelb so tollen Frühlingsvibe und passt vom Design perfekt zum ersten Band der Reihe. »The Iced Caramel Coffee Agreement« sieht aus wie ein Buch, dass man unbedingt in der Frühlingssonne auf einer Decke im Park lesen muss! 🌸🧺📖
Allerdings finde ich es etwas schade, dass die Haarlänge der auf dem Cover abgebildeten männlichen Person nicht der Beschreibung im Buch entspricht.😢

Mein Leseeindruck:

Ich liebe das Kleinstadt-Setting. Nach Lower Whilby zurückzukehren und zwei weitere Figuren aus der Kleinstadt kennenzulernen, war für mich super schön. Eleanore, die zu Beginn der Handlung in diesem genderfluiden Bienenkostüm stecken muss, und Dex, der sich scheinbar noch nicht so ganz gefunden zu haben scheint, weckten auf den ersten Seiten erstmal mein Mitleid, brachten mich aber auch zum Schmunzeln. Und wie es für Kyra Groh typisch ist, gab es im Verlauf der Handlung noch viel Charakterentwicklung und ein wohlverdientes Happy End. Ich habe Dex und Nore super gern auf ihrem Weg dorthin begleitet. 🩷💛

In der Wohlfühllektüre hat Kyra Groh auch wichtige Themen verpackt, wie zum Beispiel die Frage nach Nature and Nurture, die besonders Dex beschäftigt, oder auch gesellschaftliche Normen, unter denen vor allem Nore leidet. Mir gefällt, dass die Protagonistin nicht dem gesellschaftlich anerkannten Schönheitsideal entspricht und auf Dex trotzdem begehrenswert wirkt. Auch, wenn nicht genau beschrieben wird, welche Kleidergröße sie trägt und wie groß sie ist, wird deutlich, dass sie sich selbst als nicht der Norm entsprechend empfindet. Das Buch kritisiert diese Ideale, indem es zeigt, wie sehr sie das Selbstbild von Menschen beeinflussen können.

Ich mochte die Szenen, die etwas mit dem Springtide-Festival und Konzerten zu tun hatten am meisten. Das erste gemeinsame Konzert von Dex und Nore wird mir besonders in Erinnerung bleiben. Da ich selbst früher viel auf Rockfestivals und -konzerte gegangen bin, war das Rock-Musik und -Festival-Thema perfekt für mich. Ich habe es sehr genossen, dass das Thema in ein Romance-Buch eingeflochten wurde. Es fühlte sich so an, als würden zwei meiner Leidenschaften miteinander vereint. In diesem Zusammenhang fand ich auch die Playlist toll, auf der ich Bands entdeckte, die ich selbst höre, was mir bisher bei anderen Büchern des Genres noch nie passiert ist. Allerdings hätte ich gern bei der Lektüre noch mehr zum Springtide-Festival und vor allem zur Organisation, für die ja immerhin Nore zuständig ist, erfahren.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

»The Iced Caramel Coffee Agreement« ist aus zwei Erzählperspektiven geschrieben, weswegen das Buch durchgehend spannend bleibt und die Figuren mir gleichermaßen ans Herz wachsen konnten.

Der Schreibstil von Kyra Groh las sich so gemütlich-locker wie auch schon im ersten Band, sodass die Seiten nur so dahinfliegen. Besonders gelungen fand ich wieder die schlagfertigen Dialoge, deren Kreativität mir unfassbar viel Spaß macht. Besonders mochte ich die Dialoge zwischen ihr und ihren besten Freundinnen und natürlich zwischen ihr und Dex.

Mein Abschlussfazit:

Die perfekte Frühlings-Picknick-Lektüre 2026! 🌸🧺📖

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2026

Für mich leider der schwächste Band der Purple-Clouds-Reihe

Purple Clouds - Bittersweet
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Wie ich auf das E-Book aufmerksam wurde:

Da ich vom ersten Band der Reihe sehr begeistert war und auch Band zwei gelesen hatte, wollte ich natürlich auch die Reihe zu Ende lesen. Bei der Premierenlesung ...

Wie ich auf das E-Book aufmerksam wurde:

Da ich vom ersten Band der Reihe sehr begeistert war und auch Band zwei gelesen hatte, wollte ich natürlich auch die Reihe zu Ende lesen. Bei der Premierenlesung in Berlin wollte ich mir eigentlich ein Print-Exemplar holen, aber als ich dann merkte, dass die Erstauflage einen Farbschnitt hatte und ich aber Band eins ohne Farbschnitt im Regal zu stehen hatte, fragte ich »Purple Clouds - Bittersweet« als E-Book-Rezensionsexemplar in der Netgalley an. Vielen Dank, an dieser Stelle nochmal dafür, dass ich das E-Book lesen durfte.

Handlungsüberblick:

ACHTUNG TEIL 3

Xander arbeitet als Illustrator beim Kultmagazin Purple Clouds, allerdings läuft sein Comic nicht besonders gut. Daraufhin stellt seine Chefin als Unterstützung ausgerechnet Linh ein, die den Comic und somit seine Zeichenskills öffentlich kritisiert. Es dauert nicht lange, bis zwischen den beiden die Fetzen fliegen. Schaffen sie es trotzdem, den Comic zu retten? Und können aus den Enemies vielleicht auch Lovers werden?

Mein E-Book-Eindruck:

Die Covergestaltung von »Purple Clouds - Bittersweet« passt hervorragend zu den beiden vorherigen Bänden. Es lässt sich klar erkennen, dass die Bücher eine Reihe bilden. Mir gefällt sehr, dass die Protagonist:innen auf dem Cover abgebildet sind. Auf diese Weise konnte ich sie mir beim Lesen gut vorstellen. Der Vorteil von der E-Book-Ausgabe liegt in meinen Augen vor allem darin, dass ich mir keine Gedanken über den vorhandenen oder den fehlenden Farbschnitt im Bücherregal machen muss.

Mein Leseeindruck:

Dadurch, dass mir der erste Band so gut gefallen hat, waren meine Erwartungen zu »Purple Clouds - Bittersweet« sehr hoch. Ich freute mich, das tolle Verlags- und WG-Setting und die Protagonist:innen aus den ersten Bänden wiederzusehen. Bei Purple Clouds würde ich immer noch gerne selbst arbeiten. Besonders mochte ich auch die freundschaftliche Liebe, die immer in dem, was seine Freund:innen über Xanders sagten, mitschwang.

Allerdings war die Geschichte viel düsterer als die Geschichten der ersten beiden Bände und mir fiel es sehr viel schwerer, mich in die Protagonist:innen hineinzuversetzen und mit ihnen mitzufiebern. Was wahrscheinlich auch zu einem großen Teil daran lag, dass ich den Protagonist:innen sehr viel unähnlicher war als der neurodivergenten Deb aus Band eins. Außerdem zog sich die Geschichte in meinen Augen ganz schön und auch, wenn ich die eingefügten Zeitungsartikel cool und die darin behandelten Themen der toxischen Männlichkeit sehr wichtig fand, war es für mich zu vorhersehbar, wer hinter ihnen steckte.
Mit dem Thema der toxischen Männlichkeit greift das E-Book ein sehr aktuelles und wichtiges Thema auf. Ich finde es toll, dass das Thema Eingang in die Unterhaltungsliteratur findet und so vielleicht nochmal andere Menschen erreicht, als diejenigen, die wissenschaftliche Bücher lesen. Besonders gelungen fand ich in diesem Zusammenhang das Nachwort, in dem sich die Autorin nochmal zu dem Thema der toxischen Männlichkeit äußerte. In meinen Augen kann es helfen, die Thematik besser einzuordnen.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

»Purple Clouds - Bittersweet« ist hauptsächlich aus zwei Ich-Perspektiven erzählt. Zudem wurden von der Autorin Zeitungsartikel eingeflochten, die den Feminismus-Magazin-Vibe in meinen Augen gut unterstützten.
In Band eins hatte mich Xander durch seine verschlossene Art sehr neugierig gemacht. Ich fragte mich, welcher Frau es wohl gelingen würde, ihn zu knacken. Dadurch, dass »Purple Clouds - Bittersweet« allerdings größtenteils in zwei Ich-Perspektiven erzählt wird, geht ein großer Teil seiner Verschlossenheit und der damit verbundene Spannung verloren. Auch, wenn ich seine Perspektive gern gelesen habe, fragte ich mich, ob es nicht für die Aufrechterhaltung der geheimnisvollen Spannung besser gewesen wäre, auf seine Ich-Perspektive zu verzichten.

Leider hatte ich beim Lesen der Ich-Erzählperspektiven an einigen Stellen das Gefühl, dass das Lektorat geschludert hat. Was mich wirklich negativ überrascht hat, denn bei dem ersten Band hatte ich dieses Gefühl nicht. Ich habe sehr viel mehr Stellen, die mir negativ aufgefallen sind, markiert, als Stellen, die mir positiv aufgefallen sind. An mehreren Stellen fehlten Wörter und manche Formulierungen lasen sich für mich sogar so, als hätte sie Jemand geschrieben, dessen Muttersprache nicht Deutsch ist. So hieß es zum Beispiel an einer Stelle "Audienz", was vermutlich eine Übersetzung des Englischen Wortes "audience" sein sollte, was aber eher mit "Publikum" oder mit "Reichweite" hätte übersetzt oder als Anglizismus beibehalten werden sollen. Eine Audienz gibt schließlich der König. An anderer Stelle hieß es, sie würde "seine Hand entgegennehmen", was bei festgewachsenen Gliedmaßen ja auch nicht möglich ist und sie eilten "der Garderobe zu Hilfe", was auch nicht funktioniert, denn eine Garderobe ist ja kein Mensch, sondern ein Gegenstand. Die Berufsbezeichnung für Menschen, die an der Garderobe arbeiten, ist Garderobier oder Garderobiere, je nach Gender. All diese Fehler haben mein Leseerlebnis doch ganz schön gestört. Der Lyx-Verlag war mal mein Lieblingsverlag, allerdings finde ich, dass bei diesem Buch seine Qualität ziemlich nachgelassen hat. Einfach schade.

Mein Abschlussfazit:

»Purple Clouds - Bittersweet« ist für mich leider der schwächste Band der »Purple Clouds«-Reihe. 😢

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Graphic Novel - but make it zuckersüß-modern und queer!🌈

Heartbreak Hotel
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Handlungsüberblick:

Stell dir vor, es gäbe einen Ort, an den du dich bei einem gebrochenen Herzen hinwünschen und an dem du heilen kannst. Ein Hotel, mit einem Zimmer ganz nach deinem Geschmack, in dem ...

Handlungsüberblick:

Stell dir vor, es gäbe einen Ort, an den du dich bei einem gebrochenen Herzen hinwünschen und an dem du heilen kannst. Ein Hotel, mit einem Zimmer ganz nach deinem Geschmack, in dem es sogar einen Wetter-Regler und einen Wunsch-Erfüller gibt. Das ist das Heartbreak Hotel. Und dort bewohnen gerade vier Jugendliche jeweils ein Zimmer - Sapphic und achillean Heartbreak inklusive! Finde heraus, was sie dorthin gebracht hat, was sie sich wünschen und wie es für sie im »Heartbreak Hotel« weitergeht.
Mein Graphic-Novel-Eindruck:

Als ich die Graphic Novel auspackte, war ich überrascht, dass es sich um ein Hardcover handelte. Ich hatte eher mit einem Soft Cover gerechnet, fand aber, dass die Graphic Novel durch das Hardcover sehr wertig wirkte. Allerdings hätte ich mir ein Lesebändchen gewünscht. Wenn schon Hardcover, dann richtig. 😀

Das Cover ist durch seine Farben und die tollen Zeichnungen von Agnese Innocente ein echter Blickfang. Es trägt nicht nur die wichtigen Elemente sondern auch die Stimmung der Graphic Novel perfekt nach außen. Ich lieb's!

Mein Leseeindruck:

Wie cool ist denn die Idee von einem Herzschmerzhotel? Was hätte ich bei meinem Liebeskummer für eines der Zimmer gegeben? Noch dazu mit diesem Wetterregler! Den hätte ich übrigens super gerne, egal ob gebrochenes oder heiles Herz! 😀😍

Schon mit der ersten Seite der Leseprobe haben Micol Arianna Beltramini und Agnese Innocente mich mit Mayas Geschichte in ihren Bann gezogen. Ich war so gespannt, wie es für sie weitergehen würde und neugierig auf die anderen drei Jugendlichen, die im Klappentext angeteasert wurden. Als ich dann die Graphic Novel endlich in den Händen hielt, wollte ich eigentlich nur ein Bisschen vor dem Einschlafen weiterlesen, aber ich bin nur so durch die Seiten geflogen, habe völlig die Zeit vergessen und bis Mitternacht weitergelesen. Was für ein Lesesog! Anschließend war ich selbst überrascht, wie schnell ich »Heartbreak Hotel« ausgelesen hatte.

Im Laufe der Handlung nahm Maya die Leser:innen zu Martin, Fiona und Finn mit. Durch die unterschiedlichen Schicksale und Persönlichkeiten der vier Jugendlichen blieb die Handlung durchweg spannend. Jede der vier Herzschmerzgeschichten war berührend, doch Maya war mir von allen Figuren am nächsten, was vermutlich auch daran liegt, dass sie die Leser:innen am längsten begleitet, aber auch daran, dass wir beide Frauen lieben. Ich konnte mich unheimlich gut in sie einfühlen und hatte das Gefühl, durch sie mich als Teenie zutreffen. Ich erinnere mich noch so gut an meine erste Verliebtheit in ein Mädchen, all das euphorische Kribbeln und den schlimmen Liebeskummer. Diese intensiven Emotionen nicht nur in Textform, sondern auch in Zeichnungen eingefangen zu sehen, war etwas ganz Besonderes. 🥹

Maya ist übrigens nicht die einzige queere Figur in der Graphic Novel. Und ich finde es einfach super, dass es in »Heartbreak Hotel« auch sapphic und achillean Herzschmerz gibt. Queere Repräsentation ist so wichtig. Heute mehr denn je! Und wenn sie so liebevoll und feinfühlig stattfindet, bin ich einfach nur begeistert! #queerjoy🌈

»Heartbreak Hotel« zeigt durch die vier unterschiedlichen Schicksale, wie vielschichtig das Thema Liebeskummer sein kann. Auch, wenn ich die Präsenz von Zigaretten für eine Jugend-Graphic-Novel unangemessen fand, ich das Ende leider nicht ganz verstanden habe (was daran liegen kann, dass ich noch nicht so oft Graphic Novels gelesen habe) und mir ein klareres Ende mit stärkerem Happy End gewünscht habe, denke ich, dass die Graphic Novel Jugendlichen, die Herzschmerz durchleben, Halt und Hoffnung geben und ihnen dabei helfen kann, sich weniger allein zu fühlen - ganz egal welches Gender und welche sexuelle Orientierung sie haben.

Mein Eindruck vom Zeichenstil:

Ich liebe den zuckersüß-modernen Zeichenstil von Agnese Innocente, der so viel Gemütlichkeit ausstrahlt und dadurch im Kontrast zu der doch recht ernsten Handlung steht. Die Figuren sind so liebevoll gestaltet, dass ich sie direkt ins Herz geschlossen habe. Außerdem finde ich die Farbwahl bei den Zeichnungen total gelungen, wie zum Beispiel bei Lauras und Mayas Balkon-Szene, weil sie Sonnenuntergangsvibes ausstrahlt und gleichzeitig aus den Farben der lesbischen und bisexuellen Fahne besteht. Einfach ein perfect Match mit so viel Liebe zum Detail.

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Micol Arianna Beltraminis Schreibstil passt hervorragend zu dem zuckersüß-modernen Zeichenstil von Agnese Innocente. Er ist jugendlich, kurzweilig und brachte mich auch oft zum Schmunzeln.

Mein Abschlussfazit:

Graphic Novel - but make it zuckersüß-modern und queer!🌈

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