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Anaja

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.11.2025

(K)ein Pumpkin Spice Latte, bitte!

Copenhagen Cinnamon 1. Delicate
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Wer sich vom Cover angesprochen fühlt, wird in diesem Buch bekommen, was er erwartet. Die herbstliche Stimmung spiegelt sich in Details in der Geschichte wider, gepaart mit der Hauptstadt Dänemarks und ...

Wer sich vom Cover angesprochen fühlt, wird in diesem Buch bekommen, was er erwartet. Die herbstliche Stimmung spiegelt sich in Details in der Geschichte wider, gepaart mit der Hauptstadt Dänemarks und zimtig-spicy Note im Dreh und Angelpunkt des Coffee Shops.
Dort treffen die beiden Protagonisten, Jonna und Mads aufeinander, deren Sicht im Wechsel aus der ersten Person erzählt wird und mir so mehr Tiefe gegeben hat.
Das erste Zusammentreffen verläuft anders, als ich bisher von ähnlichen Büchern gewohnt bin; überraschend erfrischend. Hier treffen zwei Charaktere aufeinander, die unterschiedlich und doch sogleich beide sehr sympathisch sind.
Das aufreibende Aufeinandertreffen beschreibt eigentlich ziemlich gut den weiteren Verlauf. Beide bringen ihre eigene Vorgeschichte mit, die nach und nach aufgedeckt und verknüpft wird.
Der Text ist spannend geschrieben, verleitet bei jedem Kapitelende zum Weiterlesen und erhält durch die eingestreuten, dänischen Worte seitens Jonna ihren zusätzlichen, eigenen cozy Charme.

Besonders gut gefallen haben mir die Protagonisten, die durch keine künstlich erzeugten Probleme getrieben werden. Die Nebencharakter sind ebenfalls kleine Goldstücke und wer sehr große Sympathien für sie hegt, wird sich freuen, dass es in Band zwei mit ihnen weitergeht. Das ist auch der einzige – persönliche- Kritikpunkt, den ich habe. Hätte ich gewusst, dass Band 2 nicht mit Jonna und Mads fortgesetzt wird, hätte ich vermutlich nicht zu diesem Buch gegriffen. Für mich bleiben noch ein paar offene Fragen übrig und das Ende kam für meinen Geschmack etwas zu abrupt dafür, dass es nicht mit ihnen weitergeht. Vielleicht werden diese Punkte aber auch genau so liebevoll in Band 2 behandelt, wie hier die Nebencharaktere eingeflossen sind.

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Veröffentlicht am 02.11.2025

God falls, but Velvet forgot to die

Velvet Falls, but the Gods forgot to die (Velvet-Dilogie 1)
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Wem das Cover bereits vor dem Lesen gefällt, der wird spätestens danach feststellen, dass das ganze Cover aus dem Buch geboren wurde. Hier trifft die Aufmachung den sogenannten Nagel auf den Kopf. Die ...

Wem das Cover bereits vor dem Lesen gefällt, der wird spätestens danach feststellen, dass das ganze Cover aus dem Buch geboren wurde. Hier trifft die Aufmachung den sogenannten Nagel auf den Kopf. Die Gestaltung beschränkt sich bei diesem Schmuckstück jedoch nicht nur auf den Umschlag, Julia selbst hat für eine wunderschöne, passende und stimmungsmachende Gestaltung im Inneren zusätzlich gesorgt. Für mich ist eine Innengestaltung nicht notwendig, denn bekanntlich kommt es auf den Inhalt an. Doch wenn die Autorin selbst Hand anlegt, dann geben mir diese sonst schnell überblätterten Bilder so viel Bedeutung, dass ich mehrmals beim Lesen zu den Kunstwerken zurückgekehrt bin, um nicht nur vor meinem geistigen Auge sehen zu können, wie Julia sich u.a. die Protagonistin Velvet vorgestellt hat.

Neben Velvet, einer Dämonenreiterin, nimmt Kash, einer der sieben Göttersöhne, eine entscheidende Rolle ein. Zu einem etwas späteren Zeitpunkt bekommen wir neben Velvets Sicht auch die von Kash zu lesen – und glaubt mir: es lohnt sich!
Durch den (eigentlich) unbezahlbaren Schreibstil, der Ich-Perspektive und Velvets sarkastisch-trockener Art, fliegt man nur so durch das Buch. Julia entwickelt nicht nur Charaktere, die in sich stimmig sind, sondern macht sich deren Eigenarten zunutze, um aus einfachen Buchstaben eine lebhafte Welt mit Sogwirkung zu zaubern.

Zaubern ist hier das richtige Stichwort. Ich bin kein großer Fan von Urban-Fantasy, allerdings (wie bei Julias anderer Reihe: Izara), schafft sie es hier wieder, mich voll und ganz zu begeistern. Hexen, Götter, Dämonen, das alles scheint nicht neu zu sein und trotz der woanders oft abgedroschenen Behandlung der Wesen, fand ich in diesem Buch sehr vieles innovativ und wirklich sehr gut durchdacht. Die Welt wurde auf neue Grundpfeiler gestellt und obwohl Urban eben Urban bleibt, waren die Charaktere durch ihre Tiefe und Zerrissenheit so stark im Fokus, dass sie das Weltbuilding auf ihren Schultern getragen haben. Ich denke genau diese künstlerische Raffinesse schafft es immer wieder, mich, egal um welches Thema es geht, abzuholen.

Kash hat definitiv seine Kapitel verdient, doch für mich stand Velvet trotzdem im Vordergrund. Beide haben eine 5 Jahre zurückliegende Vergangenheit, was ihre Beziehung für mich besonders interessant gemacht hat. Zumal Kash nicht ganz unbeteiligt an Velvets vorherrschenden Abgründen ist.
Das Buch befasst sich mit tiefgehenden psychischen Themen, die manchmal zuerst nicht logisch erscheinen mögen, doch die Psyche verfolgt nicht immer eine Logik,- und das hat Julia, so finde ich, sehr gut im laufe der Geschichte aufgearbeitet. Besonders beeindruck hat mich in dem Kontext die Rücksprache mit genannten Personen in der Danksagung. Dies ist sicherlich kein Muss, aber für die sensiblen und leider sehr weit verbreiteten Themen durchaus verantwortungsbewusst.

Die Charaktere haben mir alle gefallen. Die Protagonisten, als auch die Nebencharaktere, die wie immer bei Julia durch ausschlaggebende Merkmale gekennzeichnet sind. Sie sind abwechslungsreich und passen sehr gut zu der Geschichte und den Situationen. Und obwohl ich (mal wieder) kein Fan von ‚Maskottchen‘ bin, muss ich zugeben: ich bin Monty Fan! Ich spül schon mal ein Marmeladenglas aus…

Vor allem aber liebe ich es, dass auch diese Geschichte ohne künstlich erzeugtes und aufrechterhaltenes Drama auskommt. Und für alle, denen es vor dem Ende graut: ich finde es gar nicht so schlimm! Spannend? Auf jeden Fall! Und ich freue mich bereits jetzt sehr auf den (leider finalen) zweiten Band.

Danke für dieses Jahreshighlight, liebe Julia!

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Veröffentlicht am 18.08.2024

Inklusive Sprache

Skyhunter – A Silent Fall
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Von der Leseprobe her war ich total begeistert und neugierig, auf die Geschichte der stummen Protagonistin Talin. Sie gehört der Elitegruppe der Striker von Mara an, die ausgebildet wurden, um gegen die ...

Von der Leseprobe her war ich total begeistert und neugierig, auf die Geschichte der stummen Protagonistin Talin. Sie gehört der Elitegruppe der Striker von Mara an, die ausgebildet wurden, um gegen die speziellen Gegner der Föderation, die Geister, zu kämpfen.
Leider hielt sich die anfängliche Begeisterung im weiteren Verlauf sehr in Grenzen.
Talin ist, weil sie nicht sprechen kann, bei den Strikern bestens aufgehoben, da sich die Kämpfer nur mit Handzeichen verständigen. Das ist zugegeben eine gar nicht so unlogische Vorgehensweise, vor allem, wen Ihre Gegner Geister mit übernatürlichen Fähigkeiten sind.
Durch den Klappentext weiß man, dass Talin auf einen Gefangenen trifft, der diese Gebärdensprache jedoch nicht spricht. Anstatt auf diese Besonderheit der Protagonistin,- und auch Elitegruppe- einzugehen, schafft die Autorin eine Lösung, die dieses Alleinstellungsmerkmal komplett aushebelt.
Diese einfache ‚Problemlösung‘ zieht sich leider durch das ganze Buch. Für mich kam kaum Spannung auf, weil nicht nur fast alles vorhersehbar war, sondern auch im Text vorhergesagt wurde.
Hinzu kommt, dass der möglich gewesene Weltenaufbau und die Ausarbeitung der Geschichte, auch bezogen auf die Entstehung der Geister, auf einem Minimum gehalten wurde.
Das alles wäre irgendwie zu verkraften gewesen, wenn ich wenigstens einen Zugang zu Talin gefunden hätte. Ich fand einen verstorbenen Nebencharakter viel präsenter, charakteristischer und sympathischer, als Talin, aus deren Sicht sogar durch das Buch geführt wird. Für mich war Talin nicht greifbar, hatte keine wirklichen Facetten und auch ihre Entscheidungen und Entwicklungsansätze waren für mich nicht nachvollziehbar. Sie lasen sich nicht intrinsisch, sondern von der Autorin gewollt.
Das färbt auch auf die Beziehung zu anderen Charakteren ab, die zum Teil sehr abrupt vorangehen.

Positiv möchte ich den, wie immer bei Marie Lu, leichten Lesefluss anmerken. Die anfänglichen genannten Ansätze haben durchaus Potenzial, was im ersten Band meiner Meinung nach nicht genutzt wurde. Vielleicht wird im zweiten Band näher darauf eingegangen, erfahren werde ich es vermutlich nicht, denn kein Aspekt des Buches bewegt mich zum Weiterlesen.

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Veröffentlicht am 15.04.2022

Der Name ist Programm

A Song of Wraiths and Ruin. Die Spiele von Solstasia
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Die Geschichte in ‚A Song of Wraiths and Ruins‘ wird aus Sicht der beiden Protagonisten Malik und Karina erzählt. Die Kapitel sind dabei wechselseitig und in der Ich-Perspektive aufgebaut. Malik, ein Flüchtling, ...

Die Geschichte in ‚A Song of Wraiths and Ruins‘ wird aus Sicht der beiden Protagonisten Malik und Karina erzählt. Die Kapitel sind dabei wechselseitig und in der Ich-Perspektive aufgebaut. Malik, ein Flüchtling, reist mit seinen beiden Schwestern in der Hoffnung auf Arbeit nach Sonande. Kaum dort angekommen, verschwindet seine kleinere Schwester und wird von einem Geist gefangen gehalten. Im Austausch für den Tod von Karina, der Prinzessin, soll sie wieder freikommen.
Um Karina nahkommen und den Auftrag ausüben zu können, nimmt Malik an den Spielen von Solstasia Teil - und ahnt nicht, dass er damit selber zur Zielpersonen wird. Denn der Gewinner der Spiele soll Karina heiraten. Das könnte traumhaft sein, wenn Karina nicht das Herz eines Königs bräuchte, um selbst ein dunkles Ritual durchführen zu können.

Wer anhand des Klappentextes ein spannendes Buch über die Kämpfe Solstasias erwartet, könnte hier enttäuscht werden. Im Vordergrund stehen eher die kulturellen Aspekte, sowie die Abstammungen von Legenden. Die Kämpfe sind nur nettes Beiwerk, getragen wird die Handlung jedoch von den beiden Protagonisten mit ihren Gefühlen und ihre Entwicklung. Malik und Karina sind durchaus sympathisch, entsprechen nicht den gängigen Protagonisten in vergleichbaren Büchern, und sind mir als Leser nahbar gewesen.
Obwohl das Buch nicht langweilig zu lesen war, was ich dem guten Schreibstil und der kontinuierlich vorhandenen Spannung zuordne, konnte mich die sich langsam aufbauen Geschichte letztlich nicht komplett abholen.
Ebenfalls habe ich mehr zu den einzelnen Kulturen erwartet, welche nur im Ansatz angedeutet worden sind. Der magische, spirituelle Teil hat mehr Raum eingenommen, als ich erwartet hätte, weswegen ich dieses Buch nur Leuten empfehle, die Geschichten mögen, die seicht sind, von der Handlung her nicht sehr tief gehen und das Worldbuilding nur anreißen.

Das Cover ist wunderschön, hat von seiner Aufmachung her in Verbindung mit dem Klappentext jedoch eine andere Erwartung bei mir geschürt. Nichtsdestotrotz ist die Geschichte nett für zwischendurch zu lesen.

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