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AndyRiedl

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2024

Interessante Idee mit etwas lahmer Umsetzung

Du kennst sie
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Ich bin jetzt nicht der größte Thriller-Freund. Ich habe meinen Anteil an Thrillern gelesen und meistens ist mir das Ganze zu platt und vorhersehbar. Dieses Buch hat mich mit seinem großartigen Cover und ...

Ich bin jetzt nicht der größte Thriller-Freund. Ich habe meinen Anteil an Thrillern gelesen und meistens ist mir das Ganze zu platt und vorhersehbar. Dieses Buch hat mich mit seinem großartigen Cover und einem Einstieg angelockt, der vielversprechend war. Es war erfrischend, dass es um zwei weibliche Hauptcharaktere ging. Die Hauptfiguren versprachen eine gewisse Tiefe und die Handlung hatte schon zu Beginn spannende Ansätze. Leider konnte das Buch die guten ersten Eindrücke nicht dauerhaft bestätigen. Das Erzähltempo war teilweise sehr schleppend und die Geschichte hat sich zu sehr in den Niederungen der Figurenentwicklung verlaufen. Ja, stellenweise war es lahm. Der Spannungsaufbau gelang nicht vollends. Und so hege ich viele Sympathien für die deutliche weibliche Erzählperspektive und die damit verbundenen Elemente des Buchs. Dennoch tendiere ich dazu, zunächst wieder die Finger von Thrillern zu lassen und mich anderen Büchern zuzuwenden.

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Veröffentlicht am 29.08.2024

Natur & Literatur in einer TOP-Kombination

Das Wesen des Lebens
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Dieses Buch vertritt eine klare These. An Hand der Stellerschen Seekuh wird verdeutlicht, wie sehr die Menschheit in das Gleichgewicht der Natur eingreift. Der Mensch sorgt dafür, dass Arten aussterben ...

Dieses Buch vertritt eine klare These. An Hand der Stellerschen Seekuh wird verdeutlicht, wie sehr die Menschheit in das Gleichgewicht der Natur eingreift. Der Mensch sorgt dafür, dass Arten aussterben und ist sich oftmals seiner Rolle gar nicht bewusst. Aber wie interessant kann das sein, wenn man hierfür auf das Beispiel einer Seekuh zurückgreift? Sehr interessant und mitreißend.
Iida Turpeinens Romans erstreckt sich über mehrere Jahrhunderte und hat mehrere Hauptakteure. Von dem Entdecker der Seekuh, über das Ehepaar, dass dafür sorgt, dass die Knochen der Seekuh gefunden werden, bis hin zum Präparateur der Seekuh final in Helsinki zeichnet die Autorin auf eine spannende und bekömmliche Art die Lebenslinien ihrer Charaktere nach. Das Ganze ist äußert kurzweilig und eindrücklich. Wer Bücher von Jasmin Schreiber mag wird hier auch auf ihre Kosten kommen. Ob sich die beiden kennen? Sie würden sich mögen. Von mir eine klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 19.08.2024

Enttäuschung des Sommers

Reise nach Laredo
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Manchmal freut man sich ja so richtig auf ein Buch, weil man Vertrauen in den Autor hat. Und dann war es nichts. So ging es mir mit diesem Buch. Ich habe vorher zwei andere Bücher von Arno Geiger gelesen ...

Manchmal freut man sich ja so richtig auf ein Buch, weil man Vertrauen in den Autor hat. Und dann war es nichts. So ging es mir mit diesem Buch. Ich habe vorher zwei andere Bücher von Arno Geiger gelesen und beide für "sehr gut" befunden. Bei diesem nun hätte ich gerne meine Zeit zurück. Es gibt wenig, was dieses Buch vor einer noch schlechteren Bewertung bewahrt hat. Einige Sätze, die hängen geblieben sind und ganz schön waren. Einige wenige.

Im Großen und Ganzen hat mir das Buch - außer den wenigen Sätzen - aber nichts gegeben. Ich konnte mich mit den Charakteren nicht identifizieren. Ich fand die Handlung nicht spannend. Jetzt könnte man meinen, dass hätte man schon vorher wissen können, dass einen die letzte Reise eines zurückgetretenen Königs vor über 400 Jahren nicht anspricht, aber ich fand die Idee an sich ganz originell. In der Umsetzung war da aber nichts drin, was mich mitgenommen hätte. Karl- der zurückgetretene König - ist ein Anti-Held. Aber eben auch einer, zu dem ich keinen Zugang gefunden habe.

Geigers Kunst, charmanten Verbindungen zu knüpfen, hat es hier nicht geschafft, mich zu überzeugen und dann ist am Ende eben wenig übrig geblieben. Selbst der große Plot-Twist hat mir nur ein müdes Gähnen entlockt. Es gibt diesen Sommer aus meiner Sicht viele bessere Bücher.
Von meiner Seite gibt es in diesem Falle keine Empfehlung.

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Veröffentlicht am 12.08.2024

Überraschend rund und überzeugend

Sobald wir angekommen sind
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Da hat Micha Lewinsky einen rausgehauen. Bei Olympia entspräche sein Roman einer überraschenden Goldmedaille. Die große Qualität dieses Romans liegt an den Figuren und deren inneren Zerrissenheit. Die ...

Da hat Micha Lewinsky einen rausgehauen. Bei Olympia entspräche sein Roman einer überraschenden Goldmedaille. Die große Qualität dieses Romans liegt an den Figuren und deren inneren Zerrissenheit. Die inneren Konflikte der Hauptfigur Benjamin Oppenheim sind schmerzhaft mitfühlbar. Auch bei seinen Mitstreiter:innen in diesem Entwicklungsroman wird klar, dass sie sich diversen inneren Zwängen und Widersprüchen gegenüber sehen. Dies bettet Lewinsky in eine spannende, aber nicht überbordende Handlung, die mit genau der richtigen Erzählgeschwindigkeit daherkommt. Es geht voran, aber auch nicht zu schnell. Und ja, es kommt noch besser: Lewinsky hat das Ganze zudem mit Meta-Elementen hinterlegt, die der Story das nötige Glitzern geben und bereichern. Fertig ist der Fünf-Sterne Roman und von mir gibt es eine klare Empfehlung.

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Veröffentlicht am 14.07.2024

Jahreshighlight

Man sieht sich
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"Man sieht sich" ist ein toller Roman. Es ist definitiv eines meiner liebsten Bücher dieses Jahres bisher. Ich muss dazu sagen, dass ich einen Hang zum Kitsch habe. Das Buch könnte Personen verschrecken, ...

"Man sieht sich" ist ein toller Roman. Es ist definitiv eines meiner liebsten Bücher dieses Jahres bisher. Ich muss dazu sagen, dass ich einen Hang zum Kitsch habe. Das Buch könnte Personen verschrecken, die diesen Hang zum Kitsch nicht teilen. Ansonsten ist das Buch schnell
zusammengefasst: es werden die Lebensgeschichten von Frie und Robert erzählt, von der Kindheit bis nach dem 50igen Geburtstag. Dabei ist das Buch aufgeklärt unterwegs und geht über viele Themen, die sich bei der Persönlichkeitsentwicklung von Menschen, Kinderwunsch und -erziehung, aber auch dem Umgang mit Sexualität und dem eigenen Körper im reiferen Alter ergeben, nicht einfach so hinweg. Robert und Frie zu folgen macht Spaß. Es ist wie einen guten Indiefilm zu sehen. Man wird in die Welt des Jazz und an die Musikhochschule entführt, mitgenommen nach Südtirol und in die ein oder andere Studenten-WG. Man sieht das dreckige Geschirr in der Spüle stehen, genau wie die Berglandschaften in der Abendsonne.
Und am Ende will man am liebsten, dass es noch weitergeht.

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