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Veröffentlicht am 20.07.2023

Amüsanter Regionalkrimi

Der Kommissar in Wanderschuhen
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„Der Kommissar in Wanderschuhen“ von Tim Frühling habe ich als ebook mit 177 Seiten gelesen.
Die beiden Polizeibeamten Daniel Rohde und Brigitte Schilling sind nach Jahren der Freundschaft endlich ein ...

„Der Kommissar in Wanderschuhen“ von Tim Frühling habe ich als ebook mit 177 Seiten gelesen.
Die beiden Polizeibeamten Daniel Rohde und Brigitte Schilling sind nach Jahren der Freundschaft endlich ein Paar geworden und begeben sich auf den ersten gemeinsamen Urlaub. Es geht zu einer geführten Wanderung in die Rhön. Die Gruppe besteht aus ganz unterschiedlichen Menschen, vom unsportlichen Buissnessmann, dem radikalen Ökofanatiker mit seiner uninteressierten Freundin, einem älteren, geizigen Ehepaar, dessen Frau endlos monologisiert, bis hin zu einer fitten und attraktiven Endfünfzigerin. Nicht zu vergessen Mo, dem Wanderführer, der mit schlechten Sprüchen brilliert. Danach folgt man den einzelnen Etappen der Wanderung, mit amüsanten Anekdoten und dem üblichen Gejammere einiger ungeübter Wanderer.
Erst in etwa der Mitte des Buches gibt es die versprochene Leiche, was die beiden urlaubenden Polizisten in den arbeitenden Undercover-Modus versetzt. Denn der Täter kann nur aus ihrer Gruppe kommen. Mit unkonventionellen Methoden und Ideenreichtum kann der Fall gelöst werden. Im Zuge der Aufklärung wird gleich noch ein alter Fall aufgeklärt.
Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist humorvoll, ohne übertrieben zu wirken, unterhaltsam und etwas spannend. Es ist kein blutrünstiger Thriller, eher ein ruhiger Krimi, der aber gut geschrieben ist und mir großes Lesevergnügen bereitet hat.
Die Zusammensetzung der Wandergruppe fand ich gut, wie das eben so im Urlaub mit mehreren Fremden ist. Da gibt es immer etwas zu erzählen. Die Charaktere sind authentisch dargestellt und gut beschrieben, ebenso mit den unterschiedlichen Dialekten. Auch die Landschaftsbeschreibungen waren sehr anschaulich und schön. Ich war einige Male in Fulda und es hat mir dort großartig gefallen.
Das Cover ist sehr schön, dabei deutet nichts auf einen Krimi hin. Ich kann dieses Buch nur empfehlen. Das Lesen hat mir Spaß gemacht.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.07.2023

Neubeginn in Griechenland

Mörderisches Santorin - Zoe und der tote Reeder
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„Mörderisches Santorin: Zoe und der tote Reeder“ von Christian Humberg, habe ich als ebbok mit 217 Seiten gelesen.
Gerade im richtigen Moment kommt für Zoe Dahlmann die Erbschaft eines Restaurants von ...

„Mörderisches Santorin: Zoe und der tote Reeder“ von Christian Humberg, habe ich als ebbok mit 217 Seiten gelesen.
Gerade im richtigen Moment kommt für Zoe Dahlmann die Erbschaft eines Restaurants von ihrer Großtante. Denn genervt von ihrem Chef und betrogen von ihrem Freund hat sie die Nase voll und will nur noch weg. Also reist sie nach Griechenland, nur um festzustellen, dass dort auch nicht alles Sonnenschein ist. Sie stolpert über eine Leiche und wird von der Polizei verhaftet. Der Tote ist Nikos Georgious, ein Reeder und bekannte Persönlichkeit auf der Insel. Nach ihrer Freilassung lernt sie den jungen Griechen Leon kennen, der ihr bei der Renovierung ihrer Taverne helfen will. Doch das gestaltet sich ebenfalls als schwierig, weil auch dort überall Gefahr lauert. Zusammen mit ihm und dem alten Alexandros, einem guten Freund ihrer Großtante, will sie den Dingen auf die Spur gehen.
Der Einstieg in das Buch findet auf der Polizeiwache statt, wo Zoe nach ihrer Verhaftung gelandet ist. Danach gibt es kurze Rückblicke in Zoes Vergangenheit mit ihrer Großmutter. Erst im nächsten Teil beginnt die Handlung von vorn.
Die Geschichte ist sehr schön erzählt und bildhaft vorstellbar. Auch die Mentalität der Südländer mit ihrer ruhigen Art und leichter Trägheit ist gut eingefangen. Trotzdem ist immer auf sie Verlass. Die Charaktere sind authentisch beschrieben. Zoe war mir sympathisch, es war sehr mutig, ohne Plan nach Griechenland auszuwandern. Zum Glück waren der alte Alexandros und auch Leon sofort zur Stelle. Die drei sind ein super Team geworden.
Bei dem Buch handelt es sich nicht um einen blutigen Thriller. Es ist eher ein ruhiger Krimi mit schönen Landschaftsbeschreibungen und kulinarischen Genüssen. Trotzdem war es sehr unterhaltsam, gut zu lesen und hat mir gefallen. Ich freue mich auf den nächsten Teil.
Das Cover ist großartig und ein absoluter Blickfang. Da denkt man eher an Urlaub als an Mord und Totschlag.

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  • Handlung
  • Erzählstil
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  • Spannung
Veröffentlicht am 26.06.2023

Viele Geheimnisse

Mord am Elbstrand
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„Mord am Elbstrand“ von Uta van Steen, Gmeiner Verlag, habe ich als ebook mit 322 Seiten gelesen. Es ist der erste Krimi der Autorin. Die Handlung ist teileweise erfunden, aber auch teils nach wahren Begebenheiten ...

„Mord am Elbstrand“ von Uta van Steen, Gmeiner Verlag, habe ich als ebook mit 322 Seiten gelesen. Es ist der erste Krimi der Autorin. Die Handlung ist teileweise erfunden, aber auch teils nach wahren Begebenheiten geschrieben.
Die Schauspielerin Mieke erbt ganz überraschend ein Haus in Blankenese von ihrer ehemaligen Lehrerin Hedda und kommt nach 25 Jahre, zusammen mit ihrem Sohn Lenny, wieder zurück. Eigentlich wollte sie das nicht, aber leider kann sie das Haus nicht verkaufen, da eine Bedingung dafür ist, dass sie es ein Jahr bewohnen und Heddas Lebensgeschichte anhand ihrer Tagebücher aufschreiben soll. Miekes Elternhaus steht direkt nebenan und es hängen nicht nur gute Erinnerungen daran. Auch trifft sie ihre beste Freundin Pauline wieder und lernt deren Tochter Zoë kennen. Für Mieke wird es eine Reise in die Vergangenheit.
In Heddas alten Tagebüchern kommt sie vielen Geheimnissen, auch zu ihrer eigenen Familie, auf die Spur. Auch Zoë und Lenny beschäftigen sich mit der Vergangenheit.
Die Perspektive wechselt von Gegenwart zur Vergangenheit. Erzählt wird Heddas Geschichte mit ihren drei Freunden ab kurz vor dem Kriegsausbruch und auch die gegenwärtigen Ereignisse spielen eine große Rolle. Die Familiengeheimnisse werden häppchenweise gelüftet, was die Spannung immer hochhält.
Die Charaktere sind sehr verschieden, damals wie heute. Miekes Leben ist nicht einfach verlaufen, sie hatte große Probleme. Auch Lenny hat so seine Geheimnisse, gewöhnt sich aber schnell in seiner neuen Schule ein. Dort kommt er gleich in die Theater-AG, wo auch Zoë mitwirkt. Geprobt wird ein Stück über das ehemalige Kinderheim, welches eine interessante Geschichte hat. Als sie ein altes Fotoalbum finden, wollen auch sie den Dingen auf den Grund gehen.
Es ist eine sehr traurige Geschichte, mit falschen Freundschaften, Verrat und Mord. Es gibt immer wieder neue Wendungen, man wird in die Irre geführt und doch ist das Ende dann überraschend. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Das Cover ist sehr stimmungsvoll, ein einsames Boot vor düsterem Himmel. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 17.06.2023

Spannung und Inselflair

Strandmörder
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„Strandmörder“ von Alida Leimbach, Gmeiner Verlag, habe ich als ebook mit 292 Seiten gelesen. Diese sind in 43 Kapitel eingeteilt. Zu Beginn gibt es eine schön illustrierte Karte der Nordseeinseln.
Ihre ...

„Strandmörder“ von Alida Leimbach, Gmeiner Verlag, habe ich als ebook mit 292 Seiten gelesen. Diese sind in 43 Kapitel eingeteilt. Zu Beginn gibt es eine schön illustrierte Karte der Nordseeinseln.
Ihre Versetzung nach Berlin hätte sich Kriminalkommissarin Swantje Brandt anders vorgestellt. Nun ist sie stattdessen in Borkum gelandet, um dort Amtshilfe zu leisten und den Mord an einer Unternehmer-Gattin aufzuklären. Schon auf der Fähre lernt sie ihren zeitweiligen Kollegen Henry Olsen kennen. Die Tote war die Gattin des kandidierenden Bürgermeisters Steffen Hinrichs, einem Bauunternehmer, der viele große Projekte für die Insel plant, mit denen nicht alle einverstanden sind. Swantje und Henry ermittelt in alle Richtungen und gehen vielen Hinweisen nach. Dadurch werden sie auf einen Shanty-Chor aufmerksam und auf einen 30 Jahre alten Mord an Michael Bruns, dem Sohn des Bäckereiehepaars. Diese wollen in den Ruhestand gehen und von der Insel wegziehen. Als letzten Versuch, den Tod ihres Sohnes aufzuklären, haben sie eine Anzeige in der Inselzeitung geschaltet, mit der Bitte um Hinweise zu den damaligen Vorgängen. Aber was hat das mit der toten Sabine zu tun?
Swantje trifft ihre kurze Bekanntschaft von ihrem letzten Aufenthalt auf der Insel wieder und machte eine besorgniserregende Entdeckung. Dann gibt es weitere Morde.
Swantje und Henry sind ein gutes Team. Sie sind mir beide sehr sympathisch und beide haben ihr persönliches Päckchen zu tragen. Sie ist auf Borkum aufgewachsen bis ihre Eltern nach Frankfurt zogen, als sie ein Teenager war. Sie wollte nie wieder zurück und fühlte sich in der Großstadt wohl. Henry kommt aus Hannover und nach seinem letzten Fall, in den er persönlich involviert war, wollte er nur noch weg. Daher kam ihm dieser Einsatz gerade recht.
Das Kennenlernen der beiden fand ich lustig, da es doch zu einigen Irritationen kam.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es ist leicht und locker, lässt sich zügig lesen, ist kurzweilig und unterhaltsam. Zu Beginn war es gleich sehr spannend. Aber auch die Ermittlungen waren nie langweilig und der Spannungsbogen baute sich bis zum Ende weiter auf. Es gab immer wieder neue Wendungen und der Schluss war dann auch überraschend.
Da sich immer mal wieder der Austausch über den Fall oder auch kurze Denkpausen am Strand abspielen, kommt eine gewisse Urlaubsstimmung auf. Das Flair der Gegend ist sehr gut eingefangen und bildhalft vorstellbar. Auch erfährt man etwas mehr über die Insel und über immer mehr Immobilien und Ferienhäuser, die die Bewohner langsam von der Insel verdrängen, weil sie sich das Wohnen bald nicht mehr leisten können. Es ist traurig, dass dadurch die wunderschönen Inseln kaputtgemacht werden.
Ich hoffe, es gibt weitere Fälle, die Swantje und Henry aufklären können und vielleicht gibt es privat für die beiden auch ein Happy End. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 15.06.2023

Spannend und interessant

Die Gräber der Verdammten
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Anwalt Matthew Shardlake ist im Auftrag von Elizabeth, der jüngsten Tochter des verstorbenen Heinrich VIII unterwegs. Er soll den Fall der ermordeten Edith Boleyn aufklären. Deren Mann sitzt im Kerker ...

Anwalt Matthew Shardlake ist im Auftrag von Elizabeth, der jüngsten Tochter des verstorbenen Heinrich VIII unterwegs. Er soll den Fall der ermordeten Edith Boleyn aufklären. Deren Mann sitzt im Kerker und wartet auf seinen Prozess. Dazu muss Shardlake nach Norwich reisen. Er hat nicht viel Zeit und nach seinen Ermittlungen ist er von der Unschuld Boleyns größtenteils überzeugt. Doch es gibt noch sehr viele Unklarheiten, bis hin zum tatsächlichen Mörder. Edith war auch eine unscheinbare, immer schlecht gelaunte Person, die die letzten Jahre verschwunden war.
Auf der Rückreise gerät Shardlake in die Hände des Rebellen Robert Kett, der Anführer einer Armee von Aufständischen ist, die gegen die Grundbesitzer und den Landadel vorgehen will. Das wird wir für Matthew und seinen Assistenten Nicholas sehr gefährlich. Doch auch jetzt denkt er immer wieder an seinen Auftrag.

Es ist wieder ein großartiges Buch mit vielen historischen Hintergründen. Shardlake ist ein friedliebender Mensch, der immer auf der Suche nach Gerechtigkeit ist. Dabei hat er es, auch aufgrund seiner körperlichen Einschränkung, nicht immer leicht. Auch die politische Lage ändert sich ständig. Durch seine Art und sein Auftreten bekommt er die Leute zum Reden und erfährt immer etwas Interessantes.

Das Leben im Lager der Rebellen und die Kämpfe sind sehr bildhaft, teils grausam, beschrieben. Wie immer bei solchen Kriegen gibt es zu viele unschuldige Opfer, was sehr schlimm und traurig war.

Teilweise nahm mir der Teil des Buches etwas zu viel Platz ein. Aber insgesamt hat mir es mir wieder wunderbar gefallen.

Ich hatte viele unterhaltsame und spannende Lesestunden und gebe auch eine klare Leseempfehlung. Es wäre von Vorteil, auch die Vorgängerbücher zu kennen.




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