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Veröffentlicht am 30.04.2026

Zu viel Möhren, zu wenig Mord

Mord im Knoblauchsland
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Auf der Grenze zwischen Nürnberg, Führt und Erlangen liegt ein Toter. Nachdem der Streit um die Zuständigkeit dank Google Maps erfolgreich geschlichtet ist, übernimmt der Erlanger Hauptkommissar Mütze ...

Auf der Grenze zwischen Nürnberg, Führt und Erlangen liegt ein Toter. Nachdem der Streit um die Zuständigkeit dank Google Maps erfolgreich geschlichtet ist, übernimmt der Erlanger Hauptkommissar Mütze die Ermittlungen. Der Tote ist Baccano, der Topmanager des Flughafens. Bei der Tätersuche gibt es erstaunliche Enthüllung, ob Intrigen, tierische Liebesspiele oder die Wirtschaftlichkeit des Flughafens. Mütze und sein Kollege Big-Chip finden immer neue Verdächtige, aber am Ende ist alles anders, als es scheint.
Die Handlung ist gut aufgebaut, oft humorvoll und mit regionalem Charme geschrieben. Auch der Schreibstil ist gut.
Für mich war es das erste Buch der Reihe, sodass mir etwas an Vorwissen fehlte. Mütze und Karl-Dieter leben als Paar zusammen und haben Baby Lotte adoptiert. Wobei Karl-Dieter in seiner Vater-Rolle völlig aufgeht, eigentlich zu viel. Zu viel war mir eben auch sein Hausmann- und Papa-Alltag, mit seinen – sicher sehr schmackhaften – Kochkünsten, die detailreich beschrieben wurden. Mütze dagegen arbeitet viel und scheint sich in die Beziehung nicht wirklich einzubringen. Mit Lotte kann er gar nichts anfangen.
Der Fall selbst tritt oft in den Hintergrund und wird immer wieder von Klaus-Dieters und Lottes Tagesablauf unterbrochen.
Zum Schluss gibt es noch „Karl-Dieters beste Möhrenrezepte“.

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Veröffentlicht am 24.04.2026

Pension des Grauens

Mord in der Pension Möwennest
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Als Schwester Agnes keine Briefe mehr von ihrer Freundin Frieda bekommt, die zur Erholung in das Küstenstädtchen Gore-on-Sea geschickt wurde, verlässt sie nach 30 Jahren als Nora Breen das Kloster, um ...

Als Schwester Agnes keine Briefe mehr von ihrer Freundin Frieda bekommt, die zur Erholung in das Küstenstädtchen Gore-on-Sea geschickt wurde, verlässt sie nach 30 Jahren als Nora Breen das Kloster, um Frieda zu finden. Ihre Suche führt sie in die Pension Möwennest, aus der Frieda verschwand. Es ist ein heruntergekommenes Haus, mit furchtbar schlechtem Essen und merkwürdigen Menschen. Nachdem es in der Pension auch noch Todesfälle gibt, die Nora verdächtigt vorkommen, beginnt sie zu ermitteln. Dabei lernt sie Detective Inspector Rideout kennen, dem sie gehörig auf die Nerven geht. Bei ihren Befragungen ist sie manchmal nicht gerade zimperlich, was ich sehr amüsant fand. Sie kommt so einigen Geheimnissen auf die Spur und wird auch an ihre eigenen erinnert.
Nora genießt ihr neues, aufregendes Leben außerhalb des Klosters und hat sich sehr schnell angepasst. Aber manchmal kommen ihr auch Zweifel, ob es richtig war, ihr ruhiges und behütetes Leben aufgegeben zu haben. Sie ist mir sehr sympathisch, wirkt keineswegs weltfremd und geht sehr entschlossen vor, kann dabei einfühlsam, aber auch ruppig sein.
Die anderen Charaktere, hauptsächlich die Pensionsbewohner, werden sehr gut dargestellt. Sie sind lebendig, eigenwillig beschrieben und tragen mit skurrilen Eigenheiten zur düsteren Atmosphäre bei.
Der Schreibstil ist humorvoll und atmosphärisch. Die Sprache verbindet Beschreibungen der Küstenlandschaft mit pointierten Dialogen und scharfsinnigen Beobachtungen. Humorvolle, leicht schräge Momente kontrastieren wirkungsvoll mit den düsteren Themen des Verschwindens und des Kriminalfalls. Die Spannung bleibt konstant, während die Erzählung flüssig und bildhaft bleibt. Es gibt neue Wendungen und neue Verdächtigte. Menschen kommen sich näher oder trennen sich. Welchem Genre das Buch angehört, ist mir ziemlich egal, mir hat es gefallen.
Wenn der Titel des Buches nicht so hervorgehoben auf dem Cover zu lesen wäre, würde es eher an eine gemütliche Tea-Time erinnern. Ich hoffe, dass Nora noch weitere Fälle lösen kann.

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Veröffentlicht am 20.04.2026

Amüsant und spannend

Mallekatz
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Kommissar Steinböck und Frau Merkel machen einen ausgiebigen Urlaub auf Mallorca. Frau Merkel wandelt dabei auf den Spuren ihrer Herkunft und will Familienmitglieder finden. Aber dann findet sie in einem ...

Kommissar Steinböck und Frau Merkel machen einen ausgiebigen Urlaub auf Mallorca. Frau Merkel wandelt dabei auf den Spuren ihrer Herkunft und will Familienmitglieder finden. Aber dann findet sie in einem Nachbarbungalow eine Leiche. Da Steinböcks spanischer Kollege Comisario Ferrer und seine wenigen verbliebenen Kollegen gerade bei einer Hochzeit sind, kommt Steinböck in den Genuss der Tatortsicherung und macht Bekanntschaft mit der Gerichtsmedizinerin Peggy Trendler, die ebenfalls aus Deutschland kommt. Das ist noch lang nicht alles. Ein Staatsanwalt ist verschwunden und ein hochrangiges deutsches Regierungsmitglied wurde tot im Yachthafen von Palma gefunden. Da Steinböck nun mal Deutscher und gerade auf der Insel ist, soll er auch noch diesen Fall begleiten. Im Gegensatz zu Frau Merkel, die Action liebt, ist Steinböck nicht sehr begeistert. Aber von höherer Stelle beauftragt, hat er keine andere Wahl. Also, viel zu tun für Steinböck und Merkel im Urlaub.
Die Charaktere wirken lebendig und gut gezeichnet, wobei besonders Frau Merkel für witzige und manchmal nervige Momente sorgt. Sie begleitet die Ermittlungen mit ihrem üblichen Besserwissereien und bissigen Kommentaren, vor allem beim Autofahren, was sehr amüsant ist. Steinböck würde lieber seinen Urlaub genießen, will den Fall aber dann doch, zusammenmit den eingeflogenen deutschen Kolleginnen und seinem spanischen Freund, aufklären. Alle zusammen sind ein sehr gutes Team, jeder mit seinen Eigenheiten und Talenten.
Natürlich kommen auch die kulinarischen Köstlichkeiten nicht zur kurz. Frau Merkel liebt Gambas ganz besonders. Auch Steinböck ist gutem Essen nicht abgeneigt.
Der Schreibstil ist flüssig, humorvoll und lebendig. Die Perspektive von Frau Merkel sorgt für einen ungewöhnlichen und witzigen Blickwinkel, und die chronologische Kapitelaufteilung nach Wochentagen erleichtert die Nachverfolgung des Ermittlungsablaufs. Die Ortsbeschreibungen Mallorcas sind detailreich und stimmungsvoll.
Mir hat das Buch wieder sehr gut gefallen. Es ist spannend und humorvoll, verbindet Krimi mit Urlaubsflair. Und ich habe mich köstlich amüsiert.
Das Cover vermittelt sofort Urlaubsstimmung auf Mallorca: Die Kathedrale von Palma im Hintergrund, Frau Merkel im Vordergrund und ein Hummer als Eyecatcher. Es passt gut zum humorvollen, leicht schrägen Ton des Buches.

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Veröffentlicht am 13.04.2026

Unterhaltsam

Tote Vettern erben nicht
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Als Privatdetektivin Sabine „Biene“ Hagen Besuch von ihrer Cousine Franziska aus dem nicht so beliebten Familienteil bekommt, ahnt sie noch nicht, was auf sie zukommt. Diese vermisst ihren Bruder, den ...

Als Privatdetektivin Sabine „Biene“ Hagen Besuch von ihrer Cousine Franziska aus dem nicht so beliebten Familienteil bekommt, ahnt sie noch nicht, was auf sie zukommt. Diese vermisst ihren Bruder, den Finanzbeamten Paul und bittet Biene, ihn zu finden. Das geht dann recht schnell. Biene findet ihn in der Mülltonne hinter dem Haus. Nun wird sie beauftragt herauszufinden, was passiert ist. In ihrer unkonventionellen und ungeduldigen Art geht sie nun dem Mord auf die Spur und gerät selbst in Gefahr. Sie hat einige Verdächtige auf ihrer Liste. Kommt der Täter aus dem Puzzleverein? Dort gab es Streitigkeiten wegen der Teilnahme an einer Meisterschaft. Oder ist Paul in seiner Funktion als Buchprüfer einer Bande Betrügern auf die Spur gekommen? Außerdem soll sie noch einer Freundin ihrer Oma helfen, den Seitensprung der Schwiegertochter zu beweisen. So trifft Biene auch noch einen Ex-Freund wieder. Viel zu tun für Biene. Da ihr letzter Dienstwagen wieder einmal geschrottet wurde, ist sie oft auf die Hilfe ihres Partners Jago angewiesen, der ihr auch in brisanten Situationen zur Seite steht.
Auch dieses Buch hat mir wieder sehr gut gefallen. Es ist eine gelungene Mischung aus Krimi, Humor und charmantem Alltagsblick. Der Hauptfall ist gut konstruiert, führt durch viele Verdächtigte immer wieder in die Irre. Die Aufklärung ist schlüssig und nachvollziehbar.
Biene Hagen ist eine sympathische und authentische Hauptfigur. Sie wirkt bodenständig, manchmal leicht überfordert, aber stets neugierig und entschlossen. Sie lebt bei ihrer Oma, die sie liebevoll umsorgt und bekocht. Auch die anderen Charaktere sind bildhaft und authentisch dargestellt und tragen zum Unterhaltungswert des Buches bei.
Der Schreibstil ist locker, flüssig und angenehm zu lesen. Besonders der feine Humor, der sich durch das gesamte Buch zieht, sorgt für Lesevergnügen. Wortwitz, situative Komik und ironische Beobachtungen sorgen dafür, dass auch ruhigere Passagen unterhaltsam bleiben. Gleichzeitig versteht es die Autorin, Spannung aufzubauen, ohne den leichten Ton zu verlieren. Die Dialoge wirken lebendig und natürlich, was die Figuren zusätzlich greifbar macht.
Das Cover passt zur Handlung ebenso wie zu den Vorgängerbüchern dieser Reihe.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Sehr spannend

Meine tote Schwester: Psychothriller
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Mia hat eine gute Sicht auf das verlassene Nachbarhaus, in dem ihre Schwester vor vielen Jahren starb. Ihre Mutter hat ihr verboten, hineinzugehen. Doch nun zieht eine neue Familie ein. Lukas kommt in ...

Mia hat eine gute Sicht auf das verlassene Nachbarhaus, in dem ihre Schwester vor vielen Jahren starb. Ihre Mutter hat ihr verboten, hineinzugehen. Doch nun zieht eine neue Familie ein. Lukas kommt in Mias Klasse und sein Ruf als Mörder seiner Freundin eilt ihm voraus. Als Lukas im Haus etwas von Mias toter Schwester findet, geht Mia doch hinein. Kurz danach wird eine Mitschülerin ermordet und der Verdacht fällt sofort auf Lukas. Mia und Lukas versuchen nun gemeinsam herauszufinden, was passiert ist – nicht nur mit ihrer Freundin, sondern auch mit ihrer Schwester.
Auch wenn das Buch eher in die Kategorie „Jugendbuch“ passen würde, hat es mir sehr gut gefallen. Es ist ein spannungsgeladener und psychologisch raffinierten Krimi. Der Roman entfaltet sich in einer Atmosphäre, in der das Geheimnis um den Tod von Mias Schwester und die Aufdeckung von lange verborgenen Wahrheiten nach und nach enthüllt wird. Auch entsteht durch die detaillierten Beschreibungen in den Lost Places eine düstere und gruselige Atmosphäre.
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und authentisch beschrieben. Dass Mia das Nachbarhaus mit dem Fernglas beobachtet und sich einbildet, ihre tote Schwester zu sehen, erscheint zuerst etwas schräg. Aber damit soll sie das Trauma verarbeiten. Und für die neuesten Entwicklungen ist es auch ganz hilfreich. Ihre Freundin Charlotte ist versessen auf Likes für ihre Videos von Lost Places und im ständigen Konkurrenzkampf mit Gleichgesinnten. Lukas ist zunächst schwer einzuschätzen. Wegen der Anschuldigung des Mordes wird er in seiner ehemaligen Schule von allen ausgeschlossen und verurteilt, er ist schwierig. Daher hat seine Mutter den Umzug beschlossen, um neu anzufangen, was auch nicht so gut geklappt hat. Trotzdem hat er Freunde gefunden.
Der Schreibstil ist gewohnt sehr bildhaft, rasant, spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Auch das Cover mit einer geheimnisvollen Gestalt am Fenster passt gut zur Handlung.

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