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Veröffentlicht am 19.03.2026

Das Gold der Vertriebenen

Moorgold - Ein Erzgebirgskrimi
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In der Wolkensteiner Schweiz wird die Leiche eines alten Spielmanns gefunden, den Kriminalkommissarin Annalena Krest und ihr Sohn einen Tag vorher noch auf dem Burgfest gesehen haben. Es stellt sich heraus, ...

In der Wolkensteiner Schweiz wird die Leiche eines alten Spielmanns gefunden, den Kriminalkommissarin Annalena Krest und ihr Sohn einen Tag vorher noch auf dem Burgfest gesehen haben. Es stellt sich heraus, dass es der Tscheche Jakub Miler ist und es sich um einen Mord handelt. Annalena begibt sich nun auf Spurensuche, die sie hauptsächlich ins Nachbarland führen, wo sie Milers Sohn Adam kennenlernt. Der ist ziemlich unkooperativ und antwortet ausweichend auf ihre Fragen. Sie erfährt von einem Skelettfund nahe der Siedlung Pfaffengrün, von alten versteckten Schätzen und Schatzsuchern und bringt diese in Zusammenhang mit dem aktuellen Fall.
Annalena Krest, ist eine kluge, engagierte Kommissarin und lässt sich nicht von alten Legenden oder der düsteren Umgebung abschrecken. Nebenbei muss sie sich noch um ihren kleinen Sohn kümmern. Sie holt Rat bei Hauptkommissar Lorenz, der sich gerade nicht im Dienst befindet, aber trotzdem an dem Fall interessiert ist. Interessant ist nur noch Adam Miler, der selbst einige private Dinge aus der Vergangenheit herausfinden will. Die anderen Charaktere werden nicht so intensiv beschrieben, was sicher auch daran liegt, dass es bereits der 7. Teil der Reihe ist.
Ich habe mich schwer getan mit dem Buch. Die Ermittlungen verlieren sich leider in den vielen geschichtlichen Details bzw. Sagen und Legenden sowie in Annalenas Gedankengängen, was natürlich nicht uninteressant, nur einfach für einen Krimi zu viel ist und sich alles etwas zäh dahinzieht. Ich bin selbst in Marienberg geboren und in der Nähe aufgewachsen und weiß, wie schön die Gegend ist.
Der Schreibstil ist düster, atmosphärisch und sehr detailreich, wodurch eine fast mystische Stimmung entsteht und passend für die Handlung ist.
Das Cover gefällt mir sehr gut, es ist geheimnisvoll wie die Geschichte selbst.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Lesevergnügen

Vier Hunde und ein Todesfall
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„Vier Hunde und ein Todesfall“ ist der 2. Teil mit Wilhelmine ‚Willi‘ Groß.
Die Geschichte beginnt mit dem Verschwinden mehrerer Hunde in der Kurstadt Bad Kissingen und einem mysteriösen Todesfall. Gemeinsam ...

„Vier Hunde und ein Todesfall“ ist der 2. Teil mit Wilhelmine ‚Willi‘ Groß.
Die Geschichte beginnt mit dem Verschwinden mehrerer Hunde in der Kurstadt Bad Kissingen und einem mysteriösen Todesfall. Gemeinsam mit ihrem ungewöhnlichen Team – bestehend aus ihrem charmanten Freund Bruno, Elvis, einem King-imitierenden Musiker mit Herz, dem hilfsbereiten Nachbarn Lukas und der Medizinstudentin Lenka – versucht Willi, die Hundediebe zu überführen. Mit Witz, Mut und dem Mischling Hound Dog als Lockhund stellen sie den Tätern eine Falle. Doch der Plan läuft nicht wie vorgesehen, und die Spannung steigt, als Willi und ihr Team nicht nur kriminellen Machenschaften aufdecken müssen, sondern auch die Gefahr für ihre Freunde real wird.
Trotz des Mordes und der verschwundenen Hunde gelingt es der Autorin, humorvolle und herzerwärmende Momente einzuflechten, vor allem durch die Interaktionen innerhalb des Ermittlerteams und die charmanten Missgeschicke von Lenka beim Umgang mit der deutschen Sprache.
Die Charaktere sind authentisch beschrieben. Willi ist eine intelligente und einfallsreiche Person und peppt ihren Alltag mit den Ermittlungen auf. Dadurch hat sie einige sehr gute Freunde gefunden. Insbesondere Bruno ist ihr ein charmanter Begleiter geworden. Aber auch Lenka finde ich äußerst sympathisch und sie sorgt mit ihren leichten Sprachschwierigkeiten für einige Lacher. Ihr Freund Lukas ist ebenfalls ein hilfsbereiter Nachbar für Willi und das Team. Auch der Privatdetektiv Elvis sorgt für Unterhaltung und unterstützt aktiv bei den Ermittlungen. Nicht zu vergessen Hound Dog, Elvis‘ Mischling, der als Lockhund eine zentrale Rolle bei der Jagd nach den Hundedieben spielt.
Der Schreibstil ist klar, flüssig und mit einem feinen Gespür für Humor, leicht zugänglich, aber dennoch präzise, sodass die Ermittlungen nachvollziehbar bleiben. Dialoge sind lebendig und oft witzig, was dem ernsten Thema des Todesfalls eine angenehme Leichtigkeit verleiht.
Der Autorin gelingt es, Spannung, Humor und Freundschaft miteinander zu verbinden. Die Handlung mit den überraschenden Wendungen und den charmanten Charakteren sorgt für ein kurzweiliges Lesevergnügen.
Das Cover ist sehr schön und man denkt dabei nicht an einen Krimi.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Wohlfühlkrimi

Mord à la Lavande
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Der Krimiautor Maxim Marchal genießt den Abend in einem kleinen Bistro, beobachtet die vorbeischlendernden Menschen und sucht nach Inspirationen für seine Charaktere. Doch dann stört etwas seine Entspannung. ...

Der Krimiautor Maxim Marchal genießt den Abend in einem kleinen Bistro, beobachtet die vorbeischlendernden Menschen und sucht nach Inspirationen für seine Charaktere. Doch dann stört etwas seine Entspannung. Ein Mensch wird überfahren. Maxims kriminalistischer Instinkt ist geweckt, er geht, entgegen der Meinung der Polizei, nicht von einem Unfall aus. Seine Nachforschungen ergeben, dass es sich bei dem Toten um einen Journalisten handelt. Mit Hilfe seiner Bekannten Sabrina, die als Journalistin arbeitet, und Ginette vom Tourismusbüro versucht Maxim die letzten Schritte des Toten zurückzuverfolgen. Dafür muss er sich bei den Lavendelbauern umhören. Die drei Hobbydetektive kommen dabei alten Geheimnissen auf die Spur, die sich bis in die Gegenwart auswirken. Dier Fall bietet Maxim viel Stoff für sein neues Buch, welches er im Kopf schon mitschreibt.
Das Buch verbindet einen spannenden Fall mit idyllischen Landschaftsbeschreibungen und interessanten Details zum Lavendel- und Lavandinanbau sowie der Herstellung der verschiedenen Produkte. Gleichzeitig kommen auch die kulinarischen Genüsse der Gegend nicht zu kurz. Maxim ist dahingehend ein Genießer.
Die Charaktere sind authentisch beschrieben. Maxim ist eine angenehme Person, analysiert erst die weiteren Schritte und handelt überlegt. Auch die beiden Frauen mag ich sehr. Sabrina ist eine engagierte Journalistin, die von Berufs wegen schon an dem Fall interessiert ist und Ginette ist eine immer fröhliche, quirlige Frau, die viele regionale Informationen beisteuern kann und gut vernetzt ist. Hilfreich für den Stand der Ermittlungen ist auch Sabrinas Mann, der bei der Polizei arbeitet.
Der Schreibstil ist ruhig und detailreich. Die Handlung entwickelt sich eher gemächlich, was gut zur Stimmung eines Provence-Krimis passt. Die Sprache ist zugänglich und bildhaft, ohne übermäßig komplex zu sein. Spannung entsteht weniger durch rasante Action als durch schrittweise Enthüllungen und gute Beobachtungen.
Die Handlung ist ein gelungenes Zusammenspiel von Atmosphäre, Figuren und regionalem Ambiente. Auch das Cover passt gut zum Thema.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich hoffe auf mehr Fälle mit dem Ermittlertrio.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Dolce Vita und ein Mord

Mira Belgusto und die tote Winzerin
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Mira Belgusto ist Reisejournalistin und gerade in Italien unterwegs. Dort lernt sie den charmanten Ex-TV-Moderator Claudio Bertani kennen. Als sie einen kleinen Hund an der Straße sehen, folgen sie ihm ...

Mira Belgusto ist Reisejournalistin und gerade in Italien unterwegs. Dort lernt sie den charmanten Ex-TV-Moderator Claudio Bertani kennen. Als sie einen kleinen Hund an der Straße sehen, folgen sie ihm zu seinem Zuhause und finden sein totes Frauchen. Es ist eine Winzerin aus reicher Familie, die das größte Weingut der Gegend besitzt. Nach Aussagen der Nachbarin Serafina war die Tote eine schwierige und nicht gerade beliebte Person. Aber wer bringt sie gleich um? Nun hat Mira einen Hund und einen Mann an ihrer Seite und alle wollen herausfinden, was passiert ist.
Neben der Suche nach dem Mörder geht es hauptsächlich um kulinarische Genüsse der Gegend, um die schöne Landschaft und Miras eigentliche Arbeit als Reisejournalistin, die immer auf der Suche nach Neuem ist und Insidertipps von Claudio gerne annimmt.
Mira ist eine erfrischend authentische Zufalls-Ermittlerin. Sie wirkt menschlich und glaubwürdig und hat ein starkes Gespür für die Menschen und deren Geheimnisse. Besonders auffällig ist, dass sie sich nicht nur auf die Fakten konzentriert, sondern auch die zwischenmenschliche Dynamik und die Geschichte der beteiligten Personen in den Mittelpunkt stellt.
Auch Claudio Bertani ist mir sehr sympathisch. Er ist für Mira ein guter Freund geworden, mit dem sie nicht nur ermitteln, sondern auch die Genüsse des Lebens teilen kann.
Die Handlung ist geschickt aufgebaut und hält den Leser mit einem angenehmen Spannungsbogen bei der Stange. Dabei ist der Krimi eher in der Kategorie „Wohlfühlkrimi“ anzusiedeln – es geht weniger um atemlose Action als vielmehr um die Entwicklung des Falls und die Interaktionen zwischen den Charakteren. Die Ermittlungen schreiten durch Mira auf eine sehr natürliche Art und Weise voran und führen zu einem befriedigenden Finale. Die Auflösung des Falls ist sowohl überraschend als auch glaubwürdig.
Der Schreibstil ist durchweg flüssig und angenehm zu lesen. Die Autorin versteht es, klare, stimmige Dialoge zu schaffen, die die Charaktere authentisch wirken lassen, ohne dabei in langatmige Beschreibungen oder übermäßige Details abzudriften. Das Tempo ist ausgewogen, ohne zu hetzen, was perfekt zur Atmosphäre der Geschichte passt.
Die Kapitel sind mit den Namen überschrieben, aus deren Perspektive erzählt wird. Natürlich hat auch Dulcinetta ihre eigenen kurzen Kapitel bekommen. Die Kleine ist total süß und nach dem Tod des Frauchens verängstigt und verwirrt, findet aber bald ein liebevolles Zuhause.
Das Cover gefällt mir sehr gut, lässt nichts von Mord und Totschlag erahnen, eher vom Dolce Vita.

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Veröffentlicht am 09.02.2026

Herrlich amüsant und etwas makaber

Betreutes Morden
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Die (eventuell siebenfache) Serienmörderin Carol Quinn ist im Ruhestand. Nach 35 Jahren im Gefängnis freut sie sich darauf, in ihr eigenes kleines Reich eines Luxus-Seniorenheimes zu ziehen. Sie hat das ...

Die (eventuell siebenfache) Serienmörderin Carol Quinn ist im Ruhestand. Nach 35 Jahren im Gefängnis freut sie sich darauf, in ihr eigenes kleines Reich eines Luxus-Seniorenheimes zu ziehen. Sie hat das Gemeinschaftsgefühl unter Mördern vermisst und will nun neue Freunde finden, was ihr zu Beginn auch gut gelingt. Doch dann fällt ein Bewohner vom Dach, direkt an Carols Balkon vorbei, in die Tiefe. Außerdem hat Geoffrey, ein ehemaliger Polizist, Carols Vergangenheit herausgefunden und posaunt sie herum. Seitdem machen die Bewohner der Einrichtung einen Bogen um Carol.
Geoffrey ist von Carols Schuld überzeugt und sucht nun, zusammen mit Catherine, einer ehemaligen Gerichtsmedizinerin, und Margaret, einer ehemaligen Innenministerin, nach Beweisen.
Während die drei sich auf ihre Arbeit konzentrieren, ist Carol ebenfalls nicht untätig und ermittelt auf eigene Faust. Als ehemalige Mörderin kann sie sich gut in die Rolle des Opfers und des Täters hineinversetzen.
Die Geschichte ist herrlich skurril, makaber und höchst amüsant. Die Senioreneinrichtung ist mit allerlei Schnickschnack ausgestattet, den die älteren Menschen teilweise nicht mehr nutzen können. Trotzdem gibt es noch allerhand Aktivitäten, denen sie nachgehen und die sie oft an ihre körperlichen Grenzen bringen.
Die Charaktere sind mit ihren Stärken und Schwächen authentisch und menschlich beschrieben. Manchmal kam Melancholie auf, wenn die Senioren auf ihre Vergangenheit zurückblicken und darüber nachdenken, was aus ihnen geworden ist. Sie werden auf ihr Alter reduziert und oft nicht ernst genommen.
Die vier Hauptpersonen sind sehr unterschiedlich und halten am Ende trotzdem zusammen. Durch ihre früheren Beziehungen decken sie einige Geheimnisse auf, die sie schließlich zur Lösung des Falls führen. Die Auflösung ist sehr gut konstruiert und wird à la Poirot in großer Runde präsentiert.
Das Cover ist sehr schön und lädt direkt zum Lesen ein.

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