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Veröffentlicht am 29.03.2026

Jugendwahn in Jesolo

Ciao Jesolo
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Auf einem Campingplatz ihres ehemaligen Klassenkameraden wird das 30jährige Jubiläum gefeiert. Am nächsten Morgen findet Kriminalreporterin Ambra Santoro die Leiche der Schönheitschirurgin Annina Ponti ...

Auf einem Campingplatz ihres ehemaligen Klassenkameraden wird das 30jährige Jubiläum gefeiert. Am nächsten Morgen findet Kriminalreporterin Ambra Santoro die Leiche der Schönheitschirurgin Annina Ponti am Strand. Nachdem sie Commissario Vialli informiert hat, nehmen beide ihre Ermittlungen auf. Sie gehen meist getrennt verschiedenen Spuren nach, lernen das Leben der Reichen und Schönen in exklusiven Strandhotels oder idyllischen Lagunen mit Flamingos kennen. Doch glücklich ist dort keiner. Jeder scheint seine eigenen Ziele zu verfolgen und nutzt dabei die anderen aus. Ambra und Vialli tauchen in ein Netz aus dunklen Geheimnissen, Intrigen und verborgenen Leidenschaften ein.
Die Geschichte kombiniert die Leichtigkeit eines Urlaubsromans mit dem Nervenkitzel eines Krimis, wobei Themen wie Schönheit, Liebe und moderne Trends wie „Longevity“ eine Rolle spielen.
Die Charaktere sind vielschichtig gestaltet und vereinen klassische Krimielemente mit persönlichen Facetten. Vialli ist ein guter Ermittler und geht den Mordfall professionell an. Die private Beziehung zu Ambra ist nicht immer einfach. Sie muss Beiträge veröffentlichen, um die Zeitung am Leben zu erhalten, was Vialli nicht immer recht ist. Ambra hat eine gute Beobachtungsgabe und geht bei ihren Befragungen sensibel vor, wodurch sie meist mehr erfährt als die Polizei.
Nadia Weiss schreibt flüssig und bildhaft, sodass man Jesolos Strand, Pinien und Glamping-Ambiente lebendig vor Augen hat. Kurze Kapitel und wechselnde Perspektiven sorgen für ein hohes Lesetempo und überraschende Wendungen, die bis zum Schluss fesseln.
Ciao Jesolo ist ein unterhaltsamer und spannender Sommerkrimi, der italienisches Flair, Nervenkitzel und verschiedene Charaktere vereint. Die Mischung aus Urlaubsidylle und dunklen Geheimnissen macht das Buch zu einem gelungenen zweiten Band der Jesolo-Reihe.
Das Cover von Ciao Jesolo vermittelt sofort Urlaubsstimmung und italienisches Flair. Die Farbgestaltung mit warmen, sommerlichen Tönen und Motiven wie Strand und Meer spiegelt die idyllische Kulisse wider, in der die dramatische Handlung stattfindet.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.03.2026

Buchhändler in Nöten

101 Schlawiner
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Ich finde das Buch wieder sehr gut. Da ich die Vorgängerbücher kenne, fiel es mir nicht schwer, die netten Nachbarn wiederzuerkennen. Alle wohnen um den Marktplatz herum und haben gute Sicht auf das Haus ...

Ich finde das Buch wieder sehr gut. Da ich die Vorgängerbücher kenne, fiel es mir nicht schwer, die netten Nachbarn wiederzuerkennen. Alle wohnen um den Marktplatz herum und haben gute Sicht auf das Haus der anderen. Für Frau Heberle gibt es immer etwas zu beobachten. Erst recht, seit Robert Mondrian vor ein paar Jahren seine Buchhandlung eröffnet hat. Seitdem geschieht ein Verbrechen nach dem anderen, und man fragt sich, wieso er immer darin verwickelt ist. Um sein vorheriges Leben macht Robert ein großes Geheimnis. Nur sein Freund, Kommissar Neher, ahnt etwas.
Diesmal geht es nun um den neu eröffneten Hundesalon Crew Ella, in dem sich hauptsächlich um Dalmatiner gekümmert und in dessen Räumlichkeiten ein toter Tierarzt gefunden wird, wodurch die Besitzerin in Verdacht gerät. Sie macht Robert schöne Augen, damit dieser ihr aus der Patsche hilft. Natürlich ist Roberts Mitarbeiter Alfons ganz aufgeregt wegen des neuen Falls und will unbedingt alles wissen. Mit seiner Freundin Marie geht er eigenständig Spuren nach.
Robert gerät wieder einmal in Gefahr und hat zum Glück seine guten Freunde, die ihn beobachten und ihm helfen.
Das Buch ist unterhaltsam, humorvoll und auch spannend. Man erfährt einiges über die Hundezucht, speziell bei Dalmatinern, und die Geschäfte mit ihnen.
Die Charaktere sind authentisch beschrieben. Robert ist eher eine zurückhaltende Person, die nicht auffallen möchte, was natürlich nie gelingt. Frau Heberle ist die stadtbekannte Klatschbase, die Nachrichten schneller verbreitet als das Internet. Der Puppenspieler Herr Kruse ist auch ein sehr sympathischer Mann, der sich nicht großartig in Dinge einmischt, aber immer zur Stelle ist, wenn er gebraucht wird. Auch den krimisüchtigen Alfons mit seinen bekannten Kakadus mag ich sehr.
Insgesamt ist es wieder ein sehr gelungener 6. Teil der Reihe, den ich fast in einem Rutsch durchgelesen habe. Jetzt freue ich mich schon auf die nächsten Abenteuer mit den netten Nachbarn.
Großes Lob auch an die Covergestalter. Schon der Einband ist ein Erlebnis und macht Lust aufs Lesen.

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Veröffentlicht am 19.03.2026

Das Gold der Vertriebenen

Moorgold - Ein Erzgebirgskrimi
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In der Wolkensteiner Schweiz wird die Leiche eines alten Spielmanns gefunden, den Kriminalkommissarin Annalena Krest und ihr Sohn einen Tag vorher noch auf dem Burgfest gesehen haben. Es stellt sich heraus, ...

In der Wolkensteiner Schweiz wird die Leiche eines alten Spielmanns gefunden, den Kriminalkommissarin Annalena Krest und ihr Sohn einen Tag vorher noch auf dem Burgfest gesehen haben. Es stellt sich heraus, dass es der Tscheche Jakub Miler ist und es sich um einen Mord handelt. Annalena begibt sich nun auf Spurensuche, die sie hauptsächlich ins Nachbarland führen, wo sie Milers Sohn Adam kennenlernt. Der ist ziemlich unkooperativ und antwortet ausweichend auf ihre Fragen. Sie erfährt von einem Skelettfund nahe der Siedlung Pfaffengrün, von alten versteckten Schätzen und Schatzsuchern und bringt diese in Zusammenhang mit dem aktuellen Fall.
Annalena Krest, ist eine kluge, engagierte Kommissarin und lässt sich nicht von alten Legenden oder der düsteren Umgebung abschrecken. Nebenbei muss sie sich noch um ihren kleinen Sohn kümmern. Sie holt Rat bei Hauptkommissar Lorenz, der sich gerade nicht im Dienst befindet, aber trotzdem an dem Fall interessiert ist. Interessant ist nur noch Adam Miler, der selbst einige private Dinge aus der Vergangenheit herausfinden will. Die anderen Charaktere werden nicht so intensiv beschrieben, was sicher auch daran liegt, dass es bereits der 7. Teil der Reihe ist.
Ich habe mich schwer getan mit dem Buch. Die Ermittlungen verlieren sich leider in den vielen geschichtlichen Details bzw. Sagen und Legenden sowie in Annalenas Gedankengängen, was natürlich nicht uninteressant, nur einfach für einen Krimi zu viel ist und sich alles etwas zäh dahinzieht. Ich bin selbst in Marienberg geboren und in der Nähe aufgewachsen und weiß, wie schön die Gegend ist.
Der Schreibstil ist düster, atmosphärisch und sehr detailreich, wodurch eine fast mystische Stimmung entsteht und passend für die Handlung ist.
Das Cover gefällt mir sehr gut, es ist geheimnisvoll wie die Geschichte selbst.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Lesevergnügen

Vier Hunde und ein Todesfall
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„Vier Hunde und ein Todesfall“ ist der 2. Teil mit Wilhelmine ‚Willi‘ Groß.
Die Geschichte beginnt mit dem Verschwinden mehrerer Hunde in der Kurstadt Bad Kissingen und einem mysteriösen Todesfall. Gemeinsam ...

„Vier Hunde und ein Todesfall“ ist der 2. Teil mit Wilhelmine ‚Willi‘ Groß.
Die Geschichte beginnt mit dem Verschwinden mehrerer Hunde in der Kurstadt Bad Kissingen und einem mysteriösen Todesfall. Gemeinsam mit ihrem ungewöhnlichen Team – bestehend aus ihrem charmanten Freund Bruno, Elvis, einem King-imitierenden Musiker mit Herz, dem hilfsbereiten Nachbarn Lukas und der Medizinstudentin Lenka – versucht Willi, die Hundediebe zu überführen. Mit Witz, Mut und dem Mischling Hound Dog als Lockhund stellen sie den Tätern eine Falle. Doch der Plan läuft nicht wie vorgesehen, und die Spannung steigt, als Willi und ihr Team nicht nur kriminellen Machenschaften aufdecken müssen, sondern auch die Gefahr für ihre Freunde real wird.
Trotz des Mordes und der verschwundenen Hunde gelingt es der Autorin, humorvolle und herzerwärmende Momente einzuflechten, vor allem durch die Interaktionen innerhalb des Ermittlerteams und die charmanten Missgeschicke von Lenka beim Umgang mit der deutschen Sprache.
Die Charaktere sind authentisch beschrieben. Willi ist eine intelligente und einfallsreiche Person und peppt ihren Alltag mit den Ermittlungen auf. Dadurch hat sie einige sehr gute Freunde gefunden. Insbesondere Bruno ist ihr ein charmanter Begleiter geworden. Aber auch Lenka finde ich äußerst sympathisch und sie sorgt mit ihren leichten Sprachschwierigkeiten für einige Lacher. Ihr Freund Lukas ist ebenfalls ein hilfsbereiter Nachbar für Willi und das Team. Auch der Privatdetektiv Elvis sorgt für Unterhaltung und unterstützt aktiv bei den Ermittlungen. Nicht zu vergessen Hound Dog, Elvis‘ Mischling, der als Lockhund eine zentrale Rolle bei der Jagd nach den Hundedieben spielt.
Der Schreibstil ist klar, flüssig und mit einem feinen Gespür für Humor, leicht zugänglich, aber dennoch präzise, sodass die Ermittlungen nachvollziehbar bleiben. Dialoge sind lebendig und oft witzig, was dem ernsten Thema des Todesfalls eine angenehme Leichtigkeit verleiht.
Der Autorin gelingt es, Spannung, Humor und Freundschaft miteinander zu verbinden. Die Handlung mit den überraschenden Wendungen und den charmanten Charakteren sorgt für ein kurzweiliges Lesevergnügen.
Das Cover ist sehr schön und man denkt dabei nicht an einen Krimi.

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Veröffentlicht am 09.03.2026

Wohlfühlkrimi

Mord à la Lavande
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Der Krimiautor Maxim Marchal genießt den Abend in einem kleinen Bistro, beobachtet die vorbeischlendernden Menschen und sucht nach Inspirationen für seine Charaktere. Doch dann stört etwas seine Entspannung. ...

Der Krimiautor Maxim Marchal genießt den Abend in einem kleinen Bistro, beobachtet die vorbeischlendernden Menschen und sucht nach Inspirationen für seine Charaktere. Doch dann stört etwas seine Entspannung. Ein Mensch wird überfahren. Maxims kriminalistischer Instinkt ist geweckt, er geht, entgegen der Meinung der Polizei, nicht von einem Unfall aus. Seine Nachforschungen ergeben, dass es sich bei dem Toten um einen Journalisten handelt. Mit Hilfe seiner Bekannten Sabrina, die als Journalistin arbeitet, und Ginette vom Tourismusbüro versucht Maxim die letzten Schritte des Toten zurückzuverfolgen. Dafür muss er sich bei den Lavendelbauern umhören. Die drei Hobbydetektive kommen dabei alten Geheimnissen auf die Spur, die sich bis in die Gegenwart auswirken. Dier Fall bietet Maxim viel Stoff für sein neues Buch, welches er im Kopf schon mitschreibt.
Das Buch verbindet einen spannenden Fall mit idyllischen Landschaftsbeschreibungen und interessanten Details zum Lavendel- und Lavandinanbau sowie der Herstellung der verschiedenen Produkte. Gleichzeitig kommen auch die kulinarischen Genüsse der Gegend nicht zu kurz. Maxim ist dahingehend ein Genießer.
Die Charaktere sind authentisch beschrieben. Maxim ist eine angenehme Person, analysiert erst die weiteren Schritte und handelt überlegt. Auch die beiden Frauen mag ich sehr. Sabrina ist eine engagierte Journalistin, die von Berufs wegen schon an dem Fall interessiert ist und Ginette ist eine immer fröhliche, quirlige Frau, die viele regionale Informationen beisteuern kann und gut vernetzt ist. Hilfreich für den Stand der Ermittlungen ist auch Sabrinas Mann, der bei der Polizei arbeitet.
Der Schreibstil ist ruhig und detailreich. Die Handlung entwickelt sich eher gemächlich, was gut zur Stimmung eines Provence-Krimis passt. Die Sprache ist zugänglich und bildhaft, ohne übermäßig komplex zu sein. Spannung entsteht weniger durch rasante Action als durch schrittweise Enthüllungen und gute Beobachtungen.
Die Handlung ist ein gelungenes Zusammenspiel von Atmosphäre, Figuren und regionalem Ambiente. Auch das Cover passt gut zum Thema.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich hoffe auf mehr Fälle mit dem Ermittlertrio.

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