"My home is my castle." – Doch den Schlüssel hat der Mörder
Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?Das Cover ist eine meisterhafte Täuschung. Es präsentiert den Titel des Buches scheinbar harmlos auf einer Fußmatte und vermittelt ein Symbol des Willkommens. Doch dann, beim geringsten Wackeln, entfaltet ...
Das Cover ist eine meisterhafte Täuschung. Es präsentiert den Titel des Buches scheinbar harmlos auf einer Fußmatte und vermittelt ein Symbol des Willkommens. Doch dann, beim geringsten Wackeln, entfaltet sich die Schreckensvision: Die Matte ist nun blutgetränkt, ein monströses Messer liegt davor. Ist dies eine eiskalte, blutige Vorahnung? Ein düsterer, unmissverständlicher Hinweis darauf, dass das ersehnte neue Heim alles andere als ein Ort des Willkommens, sondern vielmehr eine tödliche Falle sein könnte?
Wer könnte die unbändige Euphorie des Ehepaars Marco und Ines Winkler nicht nachempfinden? Gemeinsam mit ihrer Tochter Emilia und dem geliebten Labradoodle James beziehen sie ihr eigenes, neues "Castle". Ein Traumhaus, eingebettet in die idyllische, neugebaute Siedlung "Auf Mons", umringt von flüsternden Wäldern und scheinbar freundlichen Nachbarn. Aber bist du hier auch wirklich sicher?
Strobel zeichnet von Beginn an düstere Vorzeichen auf, eine tiefe, beklemmende Novemberstimmung aus wabernden Nebelmassen, unablässigem Nieselregen, durchdringender Dunkelheit und Kälte. Parallel dazu beginnt das Unheil, Ines erschaudert, als sie nachts eine schattenhafte Gestalt im leerstehenden Haus nebenan bemerkt. Und am nächsten Morgen in diesem Haus die erste Leiche auftaucht.
Strobel schreibt flüssig und sorgt für einen zügigen Lesefluss. Die gesamte Handlung spielt sich auf Mons ab. Ob die exakten Nachbarschafts- und Straßendetails dabei nötig sind, sei dahingestellt – sie wirken oft überflüssig. Das Miträtseln ist der größte Pluspunkt. Der Autor bevölkert seine Geschichte mit einer schillernden Galerie von sonderbaren Charakteren, deren skurrile Eigenheiten jeden zum potenziellen Mörder machen. Faszinierend ist die Integration der Synästhesie, einer Krankheit, die mir bisher unbekannt war und der Handlung eine interessante Note verleiht. Die Kriminalpolizei agiert eher passiv und mehr als bizarr. Sie ist zwar präsent, aber ihre zögerliche Haltung, sich nicht direkt in den betreffenden Häusern zu positionieren, ist nur schwer nachvollziehbar.
Fazit: ⭐️⭐️⭐⭐️️ für „Welcome Home“. Ein unterhaltsamer Thriller, der allerdings erst ab der Hälfte des Buches wirklich in Fahrt kommt. Wer den zähen Anfang übersteht, wird belohnt.