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Veröffentlicht am 12.10.2025

"My home is my castle." – Doch den Schlüssel hat der Mörder

Welcome Home – Du liebst dein neues Zuhause. Hier bist du sicher. Oder?
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Das Cover ist eine meisterhafte Täuschung. Es präsentiert den Titel des Buches scheinbar harmlos auf einer Fußmatte und vermittelt ein Symbol des Willkommens. Doch dann, beim geringsten Wackeln, entfaltet ...

Das Cover ist eine meisterhafte Täuschung. Es präsentiert den Titel des Buches scheinbar harmlos auf einer Fußmatte und vermittelt ein Symbol des Willkommens. Doch dann, beim geringsten Wackeln, entfaltet sich die Schreckensvision: Die Matte ist nun blutgetränkt, ein monströses Messer liegt davor. Ist dies eine eiskalte, blutige Vorahnung? Ein düsterer, unmissverständlicher Hinweis darauf, dass das ersehnte neue Heim alles andere als ein Ort des Willkommens, sondern vielmehr eine tödliche Falle sein könnte?

Wer könnte die unbändige Euphorie des Ehepaars Marco und Ines Winkler nicht nachempfinden? Gemeinsam mit ihrer Tochter Emilia und dem geliebten Labradoodle James beziehen sie ihr eigenes, neues "Castle". Ein Traumhaus, eingebettet in die idyllische, neugebaute Siedlung "Auf Mons", umringt von flüsternden Wäldern und scheinbar freundlichen Nachbarn. Aber bist du hier auch wirklich sicher?

Strobel zeichnet von Beginn an düstere Vorzeichen auf, eine tiefe, beklemmende Novemberstimmung aus wabernden Nebelmassen, unablässigem Nieselregen, durchdringender Dunkelheit und Kälte. Parallel dazu beginnt das Unheil, Ines erschaudert, als sie nachts eine schattenhafte Gestalt im leerstehenden Haus nebenan bemerkt. Und am nächsten Morgen in diesem Haus die erste Leiche auftaucht.

Strobel schreibt flüssig und sorgt für einen zügigen Lesefluss. Die gesamte Handlung spielt sich auf Mons ab. Ob die exakten Nachbarschafts- und Straßendetails dabei nötig sind, sei dahingestellt – sie wirken oft überflüssig. Das Miträtseln ist der größte Pluspunkt. Der Autor bevölkert seine Geschichte mit einer schillernden Galerie von sonderbaren Charakteren, deren skurrile Eigenheiten jeden zum potenziellen Mörder machen. Faszinierend ist die Integration der Synästhesie, einer Krankheit, die mir bisher unbekannt war und der Handlung eine interessante Note verleiht. Die Kriminalpolizei agiert eher passiv und mehr als bizarr. Sie ist zwar präsent, aber ihre zögerliche Haltung, sich nicht direkt in den betreffenden Häusern zu positionieren, ist nur schwer nachvollziehbar.

Fazit: ⭐️⭐️⭐⭐️️ für „Welcome Home“. Ein unterhaltsamer Thriller, der allerdings erst ab der Hälfte des Buches wirklich in Fahrt kommt. Wer den zähen Anfang übersteht, wird belohnt.

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Veröffentlicht am 24.09.2025

Das Mordbuch der Chefschnüfflerinnen – Ermittlungen zwischen Cocktails und Fondue

Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste
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Dieses Cover wirkt ist wie ein Fenster zur Straße, man schaut hinein und zack! steht man mit gefrorener Nase in einer düsteren Winterlandschaft. Mitten in dieser frostigen Einöde prangt ein feudales Herrenhaus, ...

Dieses Cover wirkt ist wie ein Fenster zur Straße, man schaut hinein und zack! steht man mit gefrorener Nase in einer düsteren Winterlandschaft. Mitten in dieser frostigen Einöde prangt ein feudales Herrenhaus, so hell beleuchtet, als würde gerade eine Adelige ihren siebten Gatten verscharren oder wenigstens eine sehr wichtige Teegesellschaft abhalten. Das warme Licht ist einladend, ja geradezu verdächtig freundlich. Fast, als wolle es rufen: „Komm rein, hier gibt’s Alkohol! Und eventuell einen Mord.“
Der Titel des Buches glänzt in dicker goldener Schrift, so selbstbewusst, als hätte er einen Adelstitel und einen eigenen Butler. Doch hinter dieser protzigen Pracht lauert ein düsteres Geheimnis.

„Die Einladung“ von Kelly Mullen ist ein Krimi, der sich liest wie ein köstlich schiefgelaufenes Abendessen: spannend, manchmal urkomisch – und immer mit dem Gefühl, dass gleich der Nachtisch explodiert. Man rätselt mit, ob die Figuren nun Täter oder Opfer sind. Die Kapitel sind schön klein und mit Überschriften versehen – perfekt für alle, die beim Lesen gern zwischendurch einen Kaffee, ein Alibi oder einen Keks brauchen. Und weil die Autorin offenbar ahnte, dass niemand 12 schrullige Figuren ohne Zettel im Kopf behält, sind sie in den Innenklappen als Karikaturen verewigt. So weiß man immer, wer der grimmige Klavierspieler, der alkoholkranke Koch oder der langweiligste Typ der Insel ist.

Die 77-jährige Rosemary, genannt Mimi, wird von ihrer reichen Nachbarin Jane eingeladen. Ein Erscheinen ist Pflicht, denn Jane kennt angeblich Mimi's wohlgehütetes Geheimnis. Die Einladung führt sie samt ihrer Enkelin Addie in ein monströses Herrenhaus, welches einer Burg gleicht und viele Geheimgänge hat, dass selbst Agatha Christie ins Schwitzen käme. Kaum ist das Buffet und die Auktion eröffnet, liegt die Gastgeberin auch schon mausetot in ihrem Zimmer. Ein Schneesturm und eine hochgezogene Hängebrücke sorgen dafür, dass niemand das Anwesen verlassen kann. Handyempfang? Fehlanzeige, denn der Strom ist weg. Polizei? Vielleicht im Frühling. Also bleibt es an Mimi und Addie, den Mord aufzuklären - bewaffnet mit Neugier, Scharfsinn, reichlich Alkohol und Zigaretten. Doch je mehr Verdächtige sie ins Visier nehmen, desto klarer wird: Der Mörder ist noch unter ihnen.

Fazit: „Die Einladung“ ist wie ein köstlicher "Gibson" - leicht runterzuschlürfen, wärmender Spaß und die Seiten fliegen dahin, als hätte jemand die Druckerschwärze mit Alkohol aufgegossen. Allerdings stolpert man gelegentlich über fremdartige Begriffe und Seriennamen.
Lösung: einfach überlesen, als sei es ein alibifreies Geständnis. ⭐️⭐️⭐️⭐️ für jede Menge Rätselei und das hinreißende Zitat:
"Lass es niemals zu, dass ein Mann dir die Leidenschaft für etwas nimmt."

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Veröffentlicht am 22.09.2025

Der Künstler hält die Fäden in der Hand

Garden Girls
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Das Cover des Buches kommt in kräftigen Farbtönen mit dunkel lila Blüten und gelbem hervorstechendem Titel daher. Ein weibliches Auge schaut heraus und erzeugt Aufmerksamkeit. Für mich ein gelungenes Cover, ...

Das Cover des Buches kommt in kräftigen Farbtönen mit dunkel lila Blüten und gelbem hervorstechendem Titel daher. Ein weibliches Auge schaut heraus und erzeugt Aufmerksamkeit. Für mich ein gelungenes Cover, welches perfekt zur Story passt, aber nicht unbedingt auf einen Thriller hinweist.

Die Autorin Jessica R. Patch war mir bisher unbekannt. Ihr Schreibstil wechselt einerseits von der Erzählerperspektive hin zur Ich-Perspektive eines Opfers und baut damit Nähe auf, um sich besser in die Lage eines "Garden Girls" hinein zu versetzen. Dieser Stil bzw. Wechsel hat mich beim Lesen nicht gestört.

Der Prolog ist unheimlich spannend und hat mich bereits bei der Leseprobe total abgeholt. Das Buch wechselt dann rasch zur FBI-Außenstelle, Strange Crime Unit (SCU) nach Memphis und führt die verschiedenen Ermittler rund um die Hauptfigur des Agent Tiberis Granger auf. Dabei erfährt man Details der Vergangenheit von Ty mit Bexley Hemmingway, seiner Jugendliebe. Und taucht in die Geflogenheiten einer Sekte ein. Der Killer scheint den Ermittlern immer einen Schritt voraus zu sein und liefert ein gnadenloses, psychologisches Spiel zu dem er Ty wie an Marionettenfäden tanzen lässt. Absolut authentische Charaktere, die auch tiefe Gefühle zeigen.

Das letzte Drittel des Buches hat mich nicht mehr richtig gefesselt. Zu viele Personen wurden benannt, die Story flachte ab, trotz das der Killer noch nicht feststand und der Hurrikan Jodie peitschte plötzlich in Windeseile das Ende heran.
Ich hatte einen anderen Ausgang erwartet, das Motiv war zwar erkennbar, aber für mich nicht wirklich richtig schlüssig.

Fazit: "Garden Girls" ist ein unterhaltsamer Thriller, der sich gut liest und schnell Spannung aufbaut. Vielschichtige, authentische Charaktere lassen einen miträtseln und fesseln den Leser. Typische Gänsehautmomente findet man allerdings nicht. Detailreiche Beschreibungen von zu vielen Personen nehmen oft das Tempo aus der Story und skurrile Momente bremsen damit leider den Nervenkitzel aus.
Trotzdem ⭐️⭐️⭐️⭐️für die Story auf und rund um die Outer Banks.

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