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Veröffentlicht am 13.07.2024

Die Rache der Samurai?

Das Dorf der acht Gräber
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Das Dorf der acht Gräber ist nach einer Legende verflucht, seitdem im sechzehnten Jahrhundert acht Samurai von den Bewohnern des Dorfes ermordet wurden. Jahrhunderte später kehrt Tatsuya nach dem Tod seines ...

Das Dorf der acht Gräber ist nach einer Legende verflucht, seitdem im sechzehnten Jahrhundert acht Samurai von den Bewohnern des Dorfes ermordet wurden. Jahrhunderte später kehrt Tatsuya nach dem Tod seines Vaters zurück in das verfluchte Dorf und mit ihm tauchen mysteriöse Giftmorde auf.

Das Dorf der acht Gräber von Seishi Yokomizo ist der dritte Band seiner Reihe um den Ermittler Kosuke Kindaichi. Ich habe zuvor keine Bücher von Yokomizo gelesen und konnte mich direkt in die Geschichte einfinden, weswegen ich Vorwissen für nicht notwendig erachten würde.

Da ich Agatha Christies Werke sehr gerne lese, wollte ich mir auch ein Bild ihres japanischen Pendant machen und wurde dahingehend nicht enttäuscht, der Aufbau des Krimis konnte mich an Christies Werke erinnern und hatte auch hier einen nostalgischen Flair, durch ein ruhiges Setting und unaufgeregten Charakteren.

Den Einstieg fand ich ungewöhnlich, weswegen er mich direkt gecatcht hat. Denn im Prolog erfahren wir mehr über die Legende des Dorfes.

Der Erzähler richtet sich immer wieder direkt an uns Leser:innen, weshalb das Miträtseln animiert wird und die Gedanken darum nicht ruhen können. Der Aufbau hat dieses Miträtseln auch gefördert. Dennoch gibt es zeitweise einige längen, die spannungsärmer sind.

Die Auflösung fand ich allerdings etwas schwach, sowohl die Täterauswahl als auch die Abhandlung dessen. Dennoch habe ich mich gut unterhalten gefühlt, allerdings sollte man sich vor der Lektüre bewusst sein, dass dieses Buch schon einige Jahre auf den Buckel hat und dementsprechend noch andere Rollenbilder existieren, die sich auch in diesem Buch (für damalige Zeiten meiner Meinung nach aber sehr geringfügig) wiederfinden.

Das Dorf der acht Gräber ist ein solider Krimi und Seishi Yokomizo ein Autor, zu dem ich in Zukunft sicher nochmal greifen werde, wenn ich wieder Lust auf einen nostalgischen Krimi im asiatischen Raum habe.

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Veröffentlicht am 10.07.2024

Das letzte Sandkorn fällt

Hast du Zeit?
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Conny Goldmann fühlt sich beobachtet, doch bis auf ihre Arbeitskollegin Michelle nimmt sie keiner ernst, bis ihr etwas grauenvolles passiert. Die polizeilichen Ermittlungen verlaufen ohne Erfolge und immer ...

Conny Goldmann fühlt sich beobachtet, doch bis auf ihre Arbeitskollegin Michelle nimmt sie keiner ernst, bis ihr etwas grauenvolles passiert. Die polizeilichen Ermittlungen verlaufen ohne Erfolge und immer mehr Menschen aus der Gegend verschwinden spurlos. Ihre Angehörigen machen sich auf die Suche nach Ihnen, bis sie erschreckende Gemeinsamkeiten finden und Lily die letzten Worte des Entführers einfallen: „Hast du Zeit?“.

Hast du Zeit? von Andreas Winkelmann überzeugt mit einem verworrenen Setting, das einen durch die Seiten trägt und ein angespanntes Gefühl hinterlässt. Kurze Kapitel und ein fesselnder Schreibstil können ebenso überzeugen.

Die Geschichte erleben wir aus verschiedenen Perspektiven, die des Täters, der Opfer und derjenigen, die versuchen den Täter zu finden. Obwohl ich Perspektivwechsel mag, waren es mir gegen Ende zu viele ‚neue‘ Perspektiven, die für mich zu viel Oberflächlichkeit erzeugt haben. Ebenso fehlte mir die letzte Erkenntnis, was die Erklärung der Taten anbelangt.

Doch ansonsten konnte mich Hast du Zeit? durch ein spannendes Motiv, interessante Zusammenhänge und die Reflexion über das eigene Betrachten von Zeit beeindrucken und ein kurzweiliges Lesevergnügen erzeugen.
Mein Charakterhighlight war Erik Grotheer, der viele Fehler in seinem Leben gemacht hat und zeigt, dass es nie zu spät ist, um diese wieder auszumerzen, solange der Grundgedanke dahinter ein ehrlicher ist.

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Veröffentlicht am 07.07.2024

Meisterliches Nachschlagewerk

Das große Buch der Infografiken
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Auf knapp 300 Seiten bietet Das große Buch der Infografiken 200 anschauliche Infografiken zu den Themen „Der Weltraum“, „Land, Wasser, Luft“, „Der lebende Planet“, „Der menschliche Körper“ und „Die Welt ...

Auf knapp 300 Seiten bietet Das große Buch der Infografiken 200 anschauliche Infografiken zu den Themen „Der Weltraum“, „Land, Wasser, Luft“, „Der lebende Planet“, „Der menschliche Körper“ und „Die Welt der Menschen“. Am Ende eines Fachbereichs findet man neben einem Interview mit einem Experten, auch eine Schnitzeljagd zum Gelesenen, deren Antworten am Ende des Buchs zu finden sind. Dort werden auch nochmal eine Begriffe kurz und knapp erklärt.

Ich bin wahnsinnig begeistert vom visuellen Lexikon. Eindrücklich werden hier ganz verschiedene Themen aufgemacht, erklärt und auf anschauliche Weise vermittelt. Dabei lernen nicht nur Kinder etwas, sondern auch Erwachsene etwas. Einige Grafiken sind schon sehr komplex und wahrscheinlich nur für wenige Achtjährige verständlich, da die Vielfalt an Wissen jedoch sehr breitgefächert ist, sehe ich das Buch auch eher als eines, zudem der kindliche Rezipient im Laufe seiner Kindheit immer wieder gegriffen und das nicht von der ersten bis zur letzten Seite am Stück durchgelesen wird.

Die Vielfalt an Informationen sorgt für ein unglaubliches Potpourri an Erkenntnissen, die durch die unterschiedlichen Darstellungen interessant übermittelt werden. Vergleiche machen Informationen u.a. anschaulicher und verständlicher.

Das große Buch der Infografiken kann ich jedem empfehlen, der mehr über die Welt erfahren möchte und anschauliche Grafiken schätzt. Nicht nur Kinder lernen hier etwas dazu, sondern auch Erwachsene. Ein wahnsinnig gutes Sachbuch von Andrew Pettie, Conrad Quilty-Harper und Valentina D'Efilippo das ich vor allem in Kinderbücherregalen als eine wertvolle Bereicherung sehen würde, aber auch Erwachsenen Spaß bereiten wird.

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Veröffentlicht am 07.07.2024

Sommerflirt

This could be love
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Louisa „Lou“ Herzog-Riggs gilt als großes Talent im Tennis, doch nach einer schweren Verletzung am Sprunggelenk muss sie sich erstmal Zurückkämpfen. Damit sie einen freien Kopf bekommt, verlagert sie ihr ...

Louisa „Lou“ Herzog-Riggs gilt als großes Talent im Tennis, doch nach einer schweren Verletzung am Sprunggelenk muss sie sich erstmal Zurückkämpfen. Damit sie einen freien Kopf bekommt, verlagert sie ihr Training von München nach Hawaii und verbringt sechs Wochen in der Tennisschule ihrer Patentante Kay. Doch auf Hawaii wartet mehr Ablenkung als Louisa lieb ist und schon bald schweifen ihre Gedanken nicht nur um Trainingsplan, sondern auch um den attraktiven Vince Greenfield. Ausgerechnet mit ihm steht auch noch ihre Patentante auf Kriegsfuß, denn Vince möchte ein Surfer-Hostel in der Nachbarschaft eröffnen und stößt damit nicht auf Begeisterung bei den Reichen.

This could be love ist der erste Teil der Hawaii Love Trilogie von Lily Lucas. Wie gewohnt ist Lily Lucas Schreibstil angenehm, leicht zu lesen und sie katapultiert einen direkt nach Hawaii. Ein wunderschönes Setting, das mir absolutes Fernweh und die Lust nach Meer bereitet hat.

Leider war das aber auch das einzig positive für mich, denn die Geschichte selbst konnte mich weniger abholen. Louisa als Protagonistin empfand ich stark, ihr unglaublicher Ehrgeiz hat fast etwas ansteckendes und auch Vince wirkte sympathisch. Doch ich hatte große Probleme damit, die beiden alterstechnisch einzuordnen. Ihr Auftreten wirkte deutlich jünger als sie es (vermutlich) sind, weswegen es auf mich wenig authentisch wirkte

Außerdem fehlte es mir zwischen den beiden an allem. Ihre starke Anziehung war, bis auf optische Merkmale, für mich kaum nachzuvollziehen, denn tiefere Gespräche zwischen den beiden fanden nicht statt oder ihre Existenz wurde nur als Randnotiz erwähnt. Beide Charaktere haben zwar Eigenschaften, die anziehend sind und deren Kraft man durchaus erkennen kann, aber sie wurden im Chemieaufbau zwischen beiden nicht eingesetzt.

Ebenso fand ich, dass Beschreibungen von Personen stark auf Äußerlichkeiten bedacht waren. Alle Jungs, waren superheiße Surferboys und die Klamotten wurden bis ins kleinste Detail beschrieben. Beziehung/Anziehung darf auch gerne aufgrund von tollen Charaktereigenschaften existieren, die in dem Fall auch vorhanden waren, aber kaum integriert wurden. Weswegen das Ende für mich auch viel zu schnell und viel zu groß wurde.

Ich hätte mir ebenso gewünscht, dass der Streit zwischen Vince und Kay gegen Ende besser eingebaut wird. So wirkte es als würde der Streit nur existieren, um eine mögliche erste Hürde für Lou einzubauen, die am Ende fast in Vergessenheit gerät.

This could be love konnte mich leider nicht überzeugen, die Geschichte war mir zu oberflächlich und es blieb das Gefühl eines Sommerflirts. Einzig der flotte Schreibstil und das tolle Setting konnten mich abholen.

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Veröffentlicht am 05.07.2024

Part 4: Lee Gene Baker

Four Secrets to Share (Breaking Waves 4)
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Lee, Avery, Isabella. Odina und Josie haben sich in den Sommerferien in einem Surfcamp auf einer kleinen Insel kennengelernt und genießen seitdem jeden Sommer zusammen. Bis eines Tages Josie spurlos verschwindet ...

Lee, Avery, Isabella. Odina und Josie haben sich in den Sommerferien in einem Surfcamp auf einer kleinen Insel kennengelernt und genießen seitdem jeden Sommer zusammen. Bis eines Tages Josie spurlos verschwindet und die Gruppe zerbricht.

Lee hat sich ihren Traum von Hawaii und der Profikarriere erfüllt, doch dieser ist mittlerweile Vergangenheit. Denn ihre Karriere ist am Ende und die Sehnsucht nach Harbour Bridge und Parker groß. Doch Parker hat ihr vor zehn Jahren das Herz gebrochen und eine Rückkehr unmöglich gemacht, bis sie erschreckende Neuigkeiten aus Harbour Bridge erhält und sich sofort in den Flieger setzt. Dort angekommen, nistet sie sich im leerstehenden Ferienhaus Parkers ein. Wie lange kann sie sich vor ihm und ihren Kindheitsfreundinnen verstecken?

Four Secrets to Share ist der letzte Teil der Tetralogie über die Freundinnen Lee, Avery, Isabella und Odina. In den Vorgängerbänden haben wir die Geschichten von Avery, Isabella und Odina kennengelernt, nun erfahren wir mehr über Lee Gene Baker. Wie bereits bei den Dreien, erleben wir auch Lees Perspektive aus zwei Zeiten: Vergangenheit und Gegenwart.

Wenn man lediglich die Geschichte von Lee lesen möchte, dann kann man dieses Buch auch als Stand-alone lesen, jedoch ist Four Secrets to Share mehr als die Geschichte von Lee und so empfiehlt es sich zuerst die Vorgängerbände zu lesen, um auch das Geschehen, rund um das Verschwinden von Josie und die Handlungen von Avery, Isabella und Odina besser nachvollziehen zu können. Außerdem hatte ich in diesem Fall auch das Gefühl, dass das Konstrukt des Gesamtwerks sich stärker auf das Einzelwerk auswirkt und dadurch möglicherweise einiges an Lesespaß verloren geht, wenn man nur diesen Teil liest.

Der Schreibstil von Kristina Moninger ist wie gewohnt angenehm, einnehmend und super schnell zu lesen. Da Lee von Beginn an der auffälligste Charakter war, war ich natürlich auch sehr gespannt auf ihre Perspektive. Zumal diese auch versprach, dass sich die letzten Wissenslücken schließen und das Spannungselement, das alle Bücher verband, eine Auflösung findet.

Die Vorgängerbände haben bereits verraten, dass Lee ein etwas anspruchsvollerer Charakter ist und sie mit diesem anecken kann. Durch diese Art empfand ich Lee dann als sehr spannenden Charakter, sie weist einige Aktionen auf, die für mich schwer nachvollziehbar waren, die sich aber aus ihrer Perspektive gut erklären ließen. Erlebtes haben ihre Art und Weise auch stimmig erklärt, sodass es faszinierend war, mehr über ihr Leben zu erfahren. Besonders gefallen hat mir zudem, dass wir aus ihrer Sicht auch sehr viele Lebensansichten bekommen, über die es sich zu reflektieren lohnt. Lieben wir den Charakter, den Menschen oder das Geschlecht? Zudem werden Unterschiede zwischen wahrer Liebe und einer toxischen Beziehung sichtbar, aber auch viele weitere kleine Botschaften finden sich.

Zu Beginn hatte ich die Befürchtung, dass die Auflösung des Spannungselements nicht mehr rund wirken kann, weil sich in diese Richtung erstmal nicht viel getan hat. Die Befürchtungen sind aber nicht eingetroffen und ich hatte nach Beenden des Buches das Gefühl, dass auch dieses Werk absolut stimmig war. An manchen Stellen war es vielleicht etwas viel, aber darüber konnte ich hinwegsehen, weil es nicht unpassend wirkte.

Four Secrets to Share war für mich erneut ein wunderschönes Leseerlebnis, die Geschichte um Lee und Parker war ungewohnt leicht für eine Liebesgeschichte zwischen Kindheitsfreunden, was mir sehr zugesagt hat und auch die Auflösung und das Ende haben mir sehr gut gefallen. Breaking Waves war ein wunsderschönes Leseerlebnis und ich verlasse Harbour Bridge nur ungern, denn nicht nur die Freundinnen sind mir ans Herz gewachsen, sondern auch dieses herrliche Setting.

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