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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2026

Mittagspausen-Romantik

Old-fashioned Cupcake 1
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Sanae Nozue hängt mit 39 Jahren mitten in seinem Leben fest, er ist beliebt bei den Kolleg:innen, doch für Nozue ist alles im Leben erreicht und er hat nicht das Gefühl, dass er in seinem Alter noch irgendetwas ...

Sanae Nozue hängt mit 39 Jahren mitten in seinem Leben fest, er ist beliebt bei den Kolleg:innen, doch für Nozue ist alles im Leben erreicht und er hat nicht das Gefühl, dass er in seinem Alter noch irgendetwas an diesem ändern könnte und das obwohl er alles andere als glücklich ist. Doch als sein Kollege Minoru Togawa erkennt Nozues Lage erkennt, startet er eine Gegenmaßnahme, möchte Nozue aus seinem Hamsterrad befreien und vielleicht auch etwas mehr.

Old-fashioned Cupcake ist der erste Band von Sagan Sagan und ein ruhiger Boys-Love-Manga. Die Beziehung zwischen den beiden entwickelt sich langsam, im Vordergrund steht vor allem Nozues Ausbruch aus seinen eigenen Fesseln, die er sich über die Jahre angelegt hat. Das macht Nozue zu Beginn an manchen Stellen vielleicht etwas unsympathisch, weil er ziemlich alte Denkmuster vertritt und doch wird er umso sympathischer, als er sich und seine Ansichten reflektiert und dabei stetig zu sich selbst und seinem Glück findet.

Besonders gut gefallen haben mir die Zeichnungen, die teilweise deutlich ausdrucksstärker sind als der Text und extrem detailliert daherkommen. Außergewöhnlich sind auch die Panels, die teilweise nur Objekte zeigen und damit doch viel zum Ausdruck bringen. Diese Art des Mangas hat mich wirklich beeindruckt.

Einzige Kritik ist das Tempo, das mir am Ende etwas zu schnell wurde und nicht ganz zum Rest gepasst hat. Auch ergibt sich mir daraus nicht ganz, wie es in Band zwei weitergeht, aber da lasse ich mich sehr gerne überraschen!

Veröffentlicht am 30.03.2026

Das fehlende Etwas

Summer Tides
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Scarlett kehrt London den Rücken und möchte in St. Ives einen Strandkiosk eröffnen, um sich aber vor allem ihrem beziehungsunfähigen Partner Eric etwas zu beweisen. Jonah arbeitet momentan wieder in seiner ...

Scarlett kehrt London den Rücken und möchte in St. Ives einen Strandkiosk eröffnen, um sich aber vor allem ihrem beziehungsunfähigen Partner Eric etwas zu beweisen. Jonah arbeitet momentan wieder in seiner Heimat als Rettungsschwimmer, doch er möchte weit hinaus und auf einem Kreuzfahrtschiff als Arzt arbeiten. Doch als die beiden sich begegnen scheinen alle Pläne zu verschwimmen.

Summer Tides von Sarah Fulmar ist der erste Roman aus dem Örtchen St. Ives. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten, sodass man unfassbar schnell durch die Geschichte kommt, aber mir an einigen Stellen dann doch eben genau das war: zu einfach. Die Dialoge wirkten dadurch an manchen Stellen auf mich nicht wirklich authentisch und es fehlte mir das gewisse Etwas, das die verschiedenen Figuren voneinander unterscheidet.

Wir erleben die Geschichte aus Scarletts und Jonahs Perspektiven, wobei Scarletts deutlich anstrengender ist. Sie wirkt an vielen Stellen unfassbar naiv und nicht besonders gut in ihrer Kommunikation und das obwohl sie doch schon sehr viele extravagante Jobs hatte, die einen anderes vermuten lassen würden. Jonah wirkte aus Scarletts Perspektive auch eher langweilig, hatte aber doch ein paar spannende Seiten, die man aus seiner Sicht erlebt, die gerne noch tiefgehender behandelt werden könnten, aber leider blieb alles sehr oberflächlich.

Die starke Anziehung zwischen den beiden war aus meiner Sicht gar nicht nachvollziehbar. Außer den optischen Vorteilen, die beide erkennen, gibt es kaum Szenen, die eine charakterliche Anziehung ermöglichen und doch ist es die große Liebe? Da hätte ich mir mehr von erwartet.

Ausgesprochen gut hat mir jedoch das Setting gefallen, das direkt für Fernweh sorgt und die Bewohner:innen St. Ives geben auch einen guten Vibes mit. Doch das reicht leider nicht und am Ende bleibt Summer Tides mir in vielen Dingen zu oberflächlich.

Veröffentlicht am 27.03.2026

Der wilde Mann

Cassandra Morgan, Band 2 - Die magische Flöte
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Cassandra widmet sich ganz der Arbeit, ein neues Hexenabzeichen zu erhalten als in ihrem Dorf Hagley seltsame Dinge geschehen. Einzelne Bewohner Hagleys stehen unter einen Bannfluch, der sie nach einer ...

Cassandra widmet sich ganz der Arbeit, ein neues Hexenabzeichen zu erhalten als in ihrem Dorf Hagley seltsame Dinge geschehen. Einzelne Bewohner Hagleys stehen unter einen Bannfluch, der sie nach einer alten Lanze suchen lässt. Doch wer diese Lanze berührt, der ist dem Tod geweiht. Ein Grund mehr für den Herrscher Faeries, diese Waffe unbedingt in seinen Besitz zu bekommen. Können Cassandra und ihre Freundinnen die Bewohner von ihrem Fluch befreien und die Lanze vor dem Erlkönig finden.

Die magische Flöte von Skye McKenna ist der zweite Band der Reihe der jungen Hexe Cassandra Morgan. McKenna hat eine wunderschöne Welt erschaffen, die sich während des Lesens direkt aufbaut und mit ihren unterschiedlichen Wesen ein ganz besonderes Abenteuer erschafft. Kater Montague als tierischer Begleiter fällt durch einen ganz besonderen Humor auf mit dem er sich ins Herz schleicht. Besonders gut gelungen sind wieder die Wesen, die sich im Hag befinden. Besonders der wilde Mann "Lailoken" gefiel uns sehr gut und die Zeichnung am Ende des Buchs von Viktoria Gavrilenko, welche die drei Freundinnen und Lailoken zeigt, hätten wir unheimlich gerne als Poster, weil es einfach nur zauberhaft aussieht und die Atmosphäre des Buchs unheimlich gut widerspiegelt - ein wahrer Hingucker.

Der Schreibstil der Autorin macht es leicht, sich wieder in Hagley zurechtzufinden und ohne Probleme an das Geschehen anzuknüpfen. Uns gefiel auch, dass der Name Aoife eingebaut wurde, auch wenn es für Leser:innen ab zehn Jahren ohne Hilfe sicherlich schwierig ist, diesen Namen auszusprechen. Cassandras Entwicklung aus dem ersten Band ist im Laufe der Geschichte immer wieder zu erkennen und macht sie zu einer starken Protagonistin, die Freundinnen Tabitha und Rue sind mit ihren Eigenschaften ein tolles Paket und machen aus den drei eine interessante Gruppe. Auch Cassies Cousin Sebastian gibt eine ganz besondere Gefühlswelt frei.

Etwas verwundert bin ich - auch nach dem Lesen - über den Titel des Buchs. Die magische Flöte ist zwar ein kleiner Teil der Geschichte, doch irgendwie war für uns die (Suche nach der) Lanze deutlich präsenter. Das aber nur nebenbei bemerkt und ohne Auswirkung auf die Bewertung eines tollen Kinderbuchs, das auch Erwachsenen noch Spaß machen kann. Die magische Flöte kommt mit ruhigen Tönen daher wirft einen jedoch in ein unheimlich atmosphärisches Abenteuer mit vielen kleinen Botschaften und einer tollen Freundschaft. Eine gelungene Fortsetzung, welche die Vorfreude auf den nächsten Band steigert.

Veröffentlicht am 23.03.2026

Ruhige Magie fürs Herz!

The House Witch 1
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Finlay ‚Fin’ Ashowan tritt seine neue Stelle als königlicher Koch in Daxaria an. Keiner ahnt jedoch, dass Finlay mehr als nur ein Koch ist und am liebsten seine Kräfte wirken lässt, um in der Küche die ...

Finlay ‚Fin’ Ashowan tritt seine neue Stelle als königlicher Koch in Daxaria an. Keiner ahnt jedoch, dass Finlay mehr als nur ein Koch ist und am liebsten seine Kräfte wirken lässt, um in der Küche die leckersten Gerichte zaubern zu können. Finlay ist eine Haushexe und hat nicht nur für Essen ein gutes Gespür, sondern auch für seine Mitmenschen. Während die Hexe seine Küche zum Wohlfühlort für Alle werden lässt und eine schwarze Katze namens Kraken aufnimmt, werden die Spannungen zwischen den Königreichen immer größer.

The House Witch ist der erste Band um die Haushexe Finlay Ashowan von Delemhach und für mich ein wahres Highlight, wobei ich kaum greifen kann, wie die Autorin das gezaubert hat. Denn The House Witch ist kein Page Turner, der mit Spannung und Action daherkommt. Auf den gut 600 Seiten passiert eigentlich gar nicht viel und doch mochte ich jede Seite des Buchs unheimlich gerne, das Setting besteht auch meistens aus der Hausküche und hat nur wenige weitere Orte parat.

Dennoch schafft Delemhach ein absolutes Wohlfühlwerk, was vor allem an Finlay Ashowan liegt, der ein wundervoller Protagonist ist. Finlay hat so viele schöne Charaktereigenschaften, die es einfach machen, ihn ins Herz zu schließen. Er legt wert auf das Wohl der anderen, stellt sich unter einen kleinen Scheffel und steht für die Schwachen ein. Trotzdem hat Finlay auch Ecken und Kanten, die unheimlich lustige Dialoge zutage fördern, auch sein Versuch seine Herkunft zu verbergen bringt lustige Szenen hervor und vor allem im Verbund mit Magier Lee gibt es immer etwas zu Lachen. Auch die Entwicklung einiger Nebencharaktere ist einfach wundervoll zu Beobachten und erweckt Freude beim Lesen.

Ich kann jedem der Lust auf ein langsames, ruhiges Wohlfühlbuch mit magischen Background hat The House Witch nur ans Herz legen. Ich warte nun ganz gespannt auf den Erscheinungstermin des zweiten Bands, der für mich ein absolutes Muss sein wird und freue mich bald mehr von Finlay Ashowan lesen zu können!

Veröffentlicht am 21.03.2026

Auszeit in Wilsgrave

Ein Zuhause im Frühling
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Ella benötigt dringend eine Pause von ihrem Leben im London und vor allem von ihrem Partner. Deswegen nutzt sie die Gelegenheit, die sich ihr bietet und bezieht für ein halbes Jahr das Cottage ihrer verreisten ...

Ella benötigt dringend eine Pause von ihrem Leben im London und vor allem von ihrem Partner. Deswegen nutzt sie die Gelegenheit, die sich ihr bietet und bezieht für ein halbes Jahr das Cottage ihrer verreisten Patentante und zieht ins kleine Örtchen Wilsgrave.
Allerdings hat Ella nicht mit der vierbeinigen Mitbewohnerin Tess gerechnet und auch die Dorfbewohner sind aufdringlicher als Ella vermutet hätte und der Tierarzt merkt schnell, dass Ella wenig Ahnung im Umgang mit Tess hat. Während der gemeinsamen Spaziergänge lernt Ella nicht nur einiges über Labradore, sondern auch über den verschlossenen Tierarzt.

Ein Zuhause im Frühling ist der erste Band der Country Escapes Reihe von Julie Caplin. Ich habe von der Autorin schon viel Gutes gehört und wollte deswegen unbedingt auch einen Roman von ihr lesen.

Caplins Schreibstil ist angenehm flüssig und ruhig erzählt, selbst kleinere und größere inhaltliche Dramen fügen sich gut in dieses Bild ein, sodass das Buch durchgehend einen wohlfühlendes Gefühl erzeugt. Die Protagonistin Ella macht im Laufe der Geschichte eine Entwicklung durch, die sie nicht nur nahbarer wirken lässt, sondern auch sympathischer. Die Entwicklung ist durchgehend authentisch, weswegen es leicht fällt sich in die Protagonistin hineinzuversetzen. Während ich mit Ella erstmal warmwerden musste, konnte ich Devon schneller einordnen und fand vor allem seine Story ganz interessant.

Ich mochte die ruhige Erzählweise total gerne, gleichzeitig hat mir aber das gewisse Etwas gefehlt, das mich unbedingt einen weiteren Roman der Autorin lesen lassen möchte. Den zweiten Teil kann ich mir jedoch definitiv vorstellen, weil einem im Laufe der Geschichte nicht nur die Protagonist:innen ans Herz wachsen, sondern auch die Nebencharaktere!

Ein Zuhause im Frühling ist ein toller Wohlfühlroman, der sich hervorragend zum Runterkommen und Abschalten eignet.