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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.05.2026

Gleiches Universum - anderes Lesegefühl

Mate – Die unzumutbare Unmöglichkeit von Liebe
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Serena Paris ist die einzige ihrer Art, ein Mensch-Werwolf-Hybrid und mit diesem Wissen möchte sie die Kluft zwischen den Menschen und den Werwölfen versiegen. Doch stattdessen wird Serena zur Zielscheibe ...

Serena Paris ist die einzige ihrer Art, ein Mensch-Werwolf-Hybrid und mit diesem Wissen möchte sie die Kluft zwischen den Menschen und den Werwölfen versiegen. Doch stattdessen wird Serena zur Zielscheibe und gerät zwischen Menschen, Wölfen und Vampiren. Jeder möchte die wertvolle Hybriden in seinen Reihen haben, weswegen Serena sich vor ihren Feinden verstecken muss.

Koen Alexander ist der Alpha des Nordrudels und als solcher möchte er Serena schützen, dafür nimmt er sie auch als Gefährtin, selbst wenn Serena keinerlei Gefühle für ihn hegt.

Mate - Die unzumutbare Unmöglichkeit von Liebe ist der zweite Teil aus dem Vampir-Werwolf-Universum von Ali Hazelwood und hat mir ein ganz anderes Lesegefühl als Bride verpasst. Während Bride wie gewohnt humorvoll war, empfand ich Mate ungewohnt ernst und die ‚lustigen‘ Dialoge seitens Serena wirkten auf mich nicht wirklich authentisch zu ihrer Gefühlswelt. Zwar kann man Ansätze erkennen, woher der Humor kommt und dennoch hat sich das in meinem Lesegefühl eher gebissen, weswegen ich damit meine Probleme hatte.

Generell empfand ich Serena eher eine anstrengende Protagonistin, die sich ihr Leben ungewohnt schwer gemacht hat. Im Gegensatz dazu gefiel mir Koen ausgesprochen gut und auch die Erkenntnis, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick erscheint.

Der größte Pluspunkt im Vergleich zu Bride ist das Spice-Level, bei Bride fand ich diesen fast schon unerträglich und vor allem im Bezug auf Werwölfe wirklich schrecklich, deswegen hat mir der geringe Anteil hier deutlich besser gefallen und hat die Ernsthaftigkeit der Geschichte untermauert.

Die Annäherung zwischen Serena und Koen hat mir sehr gut gefallen, auch ihre gemeinsame Geschichte war tiefgründig, wenn auch nicht sehr innovativ, aber doch toll herausgestellt. Am Ende empfand ich Mate etwas besser als Bride, auch wenn mir Misery als Protagonistin besser gefiel, doch die Geschichte und die Ernsthaftigkeit von Mate konnte mich insgesamt mehr überzeugen.

Veröffentlicht am 18.05.2026

Geschichte einer Katastrophe

Die Geschichte der Baltimores
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Die Goldmans, das waren die Goldmans aus Montclair und die Goldmans aus Baltimore. Die Baltimores hatten alles, zwei begabte Söhne, Geld und Ansehen. Die Montclairs führten ein weniger glamouröses Leben ...

Die Goldmans, das waren die Goldmans aus Montclair und die Goldmans aus Baltimore. Die Baltimores hatten alles, zwei begabte Söhne, Geld und Ansehen. Die Montclairs führten ein weniger glamouröses Leben und Sohnemann Marcus Goldmann verbrachte jeden Sommer bei den Baltimores und seinen Cousins. Acht Jahre nach der großen Katastrophe möchte Marcus, der mittlerweile ein erfolgreicher Schriftsteller ist, die Geschichte der Baltimores aufschreiben und erkennt, was er damals nicht gesehen hat.

Die Geschichte der Baltimores von Joël Dicker ist ein packender Roman über die Familie Goldman. Ehrlicherweise habe ich jedoch drei Anläufe benötigt, um die Geschichte zu Ende zu bringen. Den ersten Anlauf habe ich nach einem etwas langsamen Beginn abgebrochen und erst später nochmal neu verfolgt, beim zweiten Anlauf konnte mich die Geschichte dann direkt einnehmen. Schnell habe ich mich gut in Marcus und seinen Cousins Hillel und Woody hineinversetzen können und empfand die Verbindung zwischen den Dreien als etwas besonders. Zum dritten Anlauf kam es dann, weil ich die Katastrophen nicht erleben wollte. Joël Dicker ist es demnach unfassbar gut gelungen, eine Umgebung zu erschaffen, die mir eine Art Wohlfühlfaktor gegeben hatte, den ich nicht verlassen wollte. Doch Geschichten sollten zu Ende gelesen werden, also habe ich das getan und entgegen meiner Annahme, konnte mich der weitere Verlauf der Geschichte weiterhin mitreißen.

Joël Dicker erschafft eine Geschichte, die unfassbar dicht geschrieben ist und bei der ich das Gefühl hatte, dass ich dabei war, dass ich die Goldmans aufwachsen sah und dass ich die Katastrophe miterlebt habe. Und obwohl das Tempo ab und an etwas abnahm und der Beginn sehr ruhig ist, konnte ich das Buch am Ende nicht mehr aus der Hand nehmen und hatte das Gefühl, dass die Charaktere mehr als fiktive Figuren waren. Dicker schafft es ihre Gefühle zu transportieren und sie realistisch wirken zu lassen.

Veröffentlicht am 13.05.2026

Wie man sich (und anderen) das Leben schwer macht.

The Night We Met
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Larissa wird von ihrem Freund immer wieder im Stich gelassen und schickt ausgerechnet seinen besten Freund Chris vor, um ihm und ihr aus der Patsche zu helfen. Larissa und Chris verstehen sich unheimlich ...

Larissa wird von ihrem Freund immer wieder im Stich gelassen und schickt ausgerechnet seinen besten Freund Chris vor, um ihm und ihr aus der Patsche zu helfen. Larissa und Chris verstehen sich unheimlich gut, entdecken immer mehr Gemeinsamkeiten und Larissa verteufelt ihre Entscheidung, dass sie sich damals von Mike vom Festival fahren ließ. Nun sind ihre Gefühle gefangen in der Zwickmühle, die nicht nur eine Freundschaft zu entzweien droht.

The Night We Met von Abby Jimenez ist mein erstes Buch der Autorin und leider keines, dass mir mehr von ihr besonders schmackhaft gemacht hat. Der Schreibstil ist einfach, sodass ich sehr gut durch die Seiten kam, allerdings empfand ich ihn an manchen stellen etwas ‚abgehakt‘ und wenig authentisch. Die Geschichte erleben wir aus den Perspektiven von Larissa und Chris, doch keiner der beiden konnte mir wirklich sympathisch werden, generell war das Buch gespickt mit mir unsympathischen Charakteren.

Larissa hat natürlich keinen einfachen Stand in ihrem Leben und struggelt verständlicherweise extrem. Doch wie sie selbst ihre eigenen Gedanken scheinbar gar nicht wahrnimmt und sich ständig entgegen ihrer eigenen Ratschläge verhält. Ihr Verhalten hätte nicht nur sie, sondern alle um sie herum unglücklich gemacht und dennoch kriegt sie es nicht hin, darüber zu sprechen oder Mike gegenüber zu sagen, was sie stört.

Dann Chris, hilfsbereit ist das eine, übervorsorglich das andere. Auch Frauen können ihr Auto freischaufeln und Larissas Nussallergie… zu viel! Immerhin konnte sich hier einiges aufklären und er hat sein Verhalten reflektiert, aber es hat mich dennoch Nerven gekostet.

Und dann noch die drei toxischen Figuren Mike, Donna und Nancy, die alle unglaublich schrecklich handeln und einen immer wieder zum Kopfschütteln bringen.

Auch die Beziehung zwischen Mike und Larissa konnte ich zu keiner Zeit nachvollziehen, sie lief einfach nebenher ab und war doch irgendwie nie wirklich existent. Monate vergingen und gefühlt haben die beide sich kein bisschen besser kennengelernt. Da fällt es auch schwer, Larissas Problem an einer Trennung nachzuvollziehen, denn gefühlt war da gar keine Beziehung.

Generell hat mir auch der Zeitraum der Geschichte Probleme gemacht. Einzelne Szenen/Tage werden sehr detailliert dargestellt, dann verrinnen wieder Wochen oder Monate und nichts ist in der Zwischenzeit passiert.

Mich hat lediglich das Interesse an der Auflösung dieses Chaos interessiert, weswegen ich die Geschichte zu Ende gelesen habe und das wiederum ist auch der einzige positive Aspekt, den ich hervorheben kann. Ich mochte die Entwicklung, das Reflektieren und die Worte, die zwischen und für eine Freundschaft fielen.

Veröffentlicht am 11.05.2026

Schloss Celurdur

Faye Fableheart, Band 1 - Das magische Schloss
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Faye lebt im magischen Schloss ‚Celurdur‘, das an jeder Ecke mit unglaublichen fantastischen Wesen gespickt ist. Bewacht wird das Schloss vom Zauberer West, der mit Süd, Nord und Ost für das Gleichgewicht ...

Faye lebt im magischen Schloss ‚Celurdur‘, das an jeder Ecke mit unglaublichen fantastischen Wesen gespickt ist. Bewacht wird das Schloss vom Zauberer West, der mit Süd, Nord und Ost für das Gleichgewicht der Region sorgt. Als West plötzlich als Geist erwacht, ist im klar, dass er dringend einen Nachfolger benötigt. Kurzerhand plant er ein Turnier und lädt die Jungs aus der Gegend zu diesem ein, doch kann einer von ihnen Faye das Wasser reichen? Oder ist es an der Zeit alte Gewohnheiten zu brechen und ein Mädchen zur Nachfolgerin zu machen?

Faye Fableheart von Ryan Graudin ist ein magisches Abenteuer für Kinder ab neun Jahren. Graudin erschafft nicht nur eine fantastische Geschichte, sondern auch unheimlich tolle Charaktere, die tiefgründig beschrieben werden. Sei es die sympathische Protagonistin Faye, die Mut beweist, beschützt und für Zusammenhalt sorgt, die toughe Königstochter Illian oder ihr smarter Bruder Max. Doch auch der Zauberer West und der kleine Fiesling Vance sind nicht das, was sie auf den ersten Blick zu sein scheinen und verbergen hinter ihrem ersten Eindruck eine zerbrechliche Seite.

Man erahnt zwar ziemlich schnell, wohin die Reise mit Faye und dem Turnier gehen wird, doch bis man das Ziel erreicht, warten eine Menge Überraschungen und spannende Wendungen auf einen und das Tempo der Geschichte wird auf diese Weise stets hoch gehalten. Und obwohl die Geschichte wirklich viel Action und spannende Momente bereithält, hat sie auch noch ganz viel Platz für tolle Botschaften. Faye Fableheart übermittelt die Wichtigkeit des Zusammenhalts, um die Stärken des Einzelnen zu fördern und hervorzuheben, aber auch dass die Fähigkeiten und Wünsche des Einzelnen unabhängig von ihrem Geschlecht sind. So möchte Max nicht der nächste König werden und würde aufgrund seines Charakters auch gar nicht in die Rolle passen, während seine Schwester alles mitbringt, um das Land zukünftig zu regieren.

Immer wieder wird die Geschichte mit Zeichnungen der Illustratorin Geraldine Rodríguez ausgeschmückt, die die Szenen super einfangen und ein wenig an die bekannten Disneyfiguren erinnern.

Faye Fableheart überzeugt auf jeder Ebene. Ein toller, temporeicher Schreibstil, ein magisches Abenteuer und wundervolle Figuren erschaffen ein kurzweiliges Lesevergnügen mit vielen wichtigen Botschaften und einem tollen Ende.

Veröffentlicht am 10.05.2026

Achtung: Prequel!

Requiem für einen blutroten Stern
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1873, London. Der Konzertpianist Cedric Edwards bekommt eine folgenschwere Diagnose, er ist sterbenskrank und ihm sollen nur noch wenige Jahre bleiben. Seine beiden Töchter müssen bereits den Tod ihrer ...

1873, London. Der Konzertpianist Cedric Edwards bekommt eine folgenschwere Diagnose, er ist sterbenskrank und ihm sollen nur noch wenige Jahre bleiben. Seine beiden Töchter müssen bereits den Tod ihrer Mutter verarbeiten und Cedric würde alles dafür tun, um bei ihnen zu bleiben. Da kommt ihm der ungewöhnliche Therapievorschlag seiner Ärztin Dr. Shaw wie gerufen und er hinterfragt die potenzielle Unsterblichkeit nicht. Doch hat Cedric damit wirklich ein Leben bei seinen Töchtern gerettet oder holt er sich vielleicht eine ganz andere Dunkelheit ins Leben?

Requiem von Anika Beer ist ein unheimlich atmosphärischer Fantasy Roman aus dem viktorianischen London. Anika Beer schafft es, die damalige Atmosphäre aufzufangen und es gelingt trotz fantastischer Elemente ein einfacher Weltaufbau. Der Einstieg ins Buch war unfassbar gut, Beer Schreibstil ist detailliert und stimmungsvoll, sodass man gerne durch die Seiten fliegt. Der Perspektivwechsel zwischen dem Konzertpianisten Cedric Edwards und dem Heimjungen Dorián sorgt für ein temporeiches Lesevergnügen, das nicht nur eine Geschichte schreibt, sondern auch immer wieder gesellschaftliche Kritik einbaut, die bis heute reicht. So unfassbar gut mir jedoch der Beginn gefallen hat, der ein Gefühl für ein Highlight übermittelt hat, so schwach wurde es dann leider gegen Ende des Buches. Ich empfand es unfassbar schade, dass viele Fragen, die sich im Laufe des Buches stellen, nicht geklärt werden und man erst mit Beenden des Buchs erfährt, dass es sich hierbei um ein Prequel handelt. Das macht das Ende natürlich verständlich, sorgt bei mir dennoch eher für ein schlechtes Lesegefühl, denn inhaltlich scheint die Hauptreihe sehr weit weg von Requiem und weckt mein Interesse überhaupt nicht. Weitere Schwachstellen waren für mich die sehr einfachen Auflösungen, die nicht so recht zum clever aufgebauten Universum gepasst haben, dass sehr detailliert und fein ausgeklügelt war.

Deswegen reicht es am Ende schweren Herzens nur für 2,5*, die der Autorin und ihrem Schreibstil absolut nicht gerecht werden, denn dieser war hervorragend und die Figuren, vor allem Cedric Edwards wurden unfassbar toll gezeichnet, aber für mich blieben am Ende leider zu viele Fragen offen oder wurden mit ‚das ist eine andere Geschichte‘ beantwortet, was mich absolut unzufrieden zurücklässt. Dennoch werden ich weitere Werke der Autorin im Auge behalten, denn diese schreien eindeutig nach ganz viel Potenzial.