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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.10.2018

Eine schicksalshafte Begegnung...

Sommernachtsreigen
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An der Haltestelle am Wiener Brunnenmark treffen nachts zwei Männer aufeinander. Während sie auf den Bus warten, kommen sie ins Gespräch, trinken Jägermeister und stellen fest, dass sie mehr gemeinsam ...

An der Haltestelle am Wiener Brunnenmark treffen nachts zwei Männer aufeinander. Während sie auf den Bus warten, kommen sie ins Gespräch, trinken Jägermeister und stellen fest, dass sie mehr gemeinsam haben, als anfangs gedacht...

Anna Herzig erzählt die Geschichte einer schicksalshaften Begegnung, die Erzählweise und die mitunter derbe Sprache sind sicherlich Geschmackssache,doch darüber hinaus ist Sommernachtsreigen ein schnörkelloser und erfrischend ehrlicher Roman. Herzig lässt ihre Figuren aussprechen, was ihnen durch den Kopf geht, unzensiert und unreflektiert, das ist manchmal wunderbar tiefsinnig und im nächsten Moment herrlich schräg und komisch.
Ein kurzweiliger Roman, der den Leser an einem interessanten und fesselnden Zwiegespräch teilhaben lässt.

Veröffentlicht am 17.10.2018

Stimmungsvoller viktorianischer Krimi

Inspector Swanson und die Frau mit dem zweiten Gesicht
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Auf dem Markt von Covent Garden kommt ein Straßenjunge unter mysteriösen Umständen zu Tode. Was zunächst nach einem Routinefall aussieht, entpuppt sich schließlich als unheimliches Verbrechen,. Eine erste ...

Auf dem Markt von Covent Garden kommt ein Straßenjunge unter mysteriösen Umständen zu Tode. Was zunächst nach einem Routinefall aussieht, entpuppt sich schließlich als unheimliches Verbrechen,. Eine erste Spur führt Chief Inspector Swanson zu einem Haus, in dem regelmäßig spiritistische Sitzungen stattfinden. Ist einer der Bewohner in das Verbrechen verwickelt oder kann das Medium Kontakt zu dem toten Jungen aufnehmen? Chief Inspector Swanson steht vor einem Rätsel...

Der neueste Fall für Inspector Swanson ist nicht ganz so spannend und unheimlich, wie der Klappentext vermuten lässt, nichtsdestotrotz ist der Kriminalfall mysteriös, gut durchdacht und lädt zum Miträtseln ein.
Ein unterhaltsamer viktorianischer Krimi mit interessanten und sympathischen Figuren, gewohnt detailreich, stimmungsvoll und gefällig geschrieben.

Veröffentlicht am 17.10.2018

Hilfreiche Tipps, aber insgesamt zu abschweifend

Get your shit together
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Mithilfe ihres 12-Schritte-Programms sagt Sarah Knight der Aufschieberitis den Kampf an. Sie zeigt, wie es gelingt, Prioritäten zu setzen, Zeitfresser zu entlarven, den Alltag zu entrümpeln und dadurch ...

Mithilfe ihres 12-Schritte-Programms sagt Sarah Knight der Aufschieberitis den Kampf an. Sie zeigt, wie es gelingt, Prioritäten zu setzen, Zeitfresser zu entlarven, den Alltag zu entrümpeln und dadurch Zeit für die wirklich wichtigen Dinge zu schaffen.

Get your shit together erhebt den Anspruch, ein etwas anderer Ratgeber zu sein, dies trifft allerdings nur auf die saloppe Ausdrucksweise und die gewöhnungsbedürftigen Vergleiche mit den Chipmunks zu.
Sarah Knights Methode beruht auf ihren eigenen Erfahrungen und viele ihrer Ratschläge sind bekannt oder so banal, dass man sich automatisch fragt, ob es dazu einen Ratgeber braucht.
Planen, Fokussieren und Umsetzen lautet Knights Devise und es ist sicherlich sinnvoll, sich bewußt zu machen, wie viel Zeit manche Dinge kosten, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und Sachen zu erledigen. Doch wie Knight selbst sagt, ist ihr Weg nicht für jeden der richtige und so ist auch ihr Buch nicht für jeden passend.
Wer einen Antreiber in Buchform benötigt und bisher noch keinen Ratgeber zum Thema gelesen hat, wird sicherlich den ein oder anderen Schritt als hilfreich empfinden, vorausgesetzt, es stören weder der reißerische Schreibstil, noch die ausschweifenden Anmerkungen der Autorin.

Alles in allem ein mittelmäßiger Ratgeber mit durchaus hilfreichen Tipps, aber insgesamt zu abschweifend und unsachlich.

Veröffentlicht am 17.10.2018

Stimmungsvoller Cornwall-Krimi

Das Rätsel von Ker Island
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Der Multimillionär Charles Tremayne ist spurlos verschwunden. Zuletzt wurde er auf Ker gesehen, einer kleinen Insel am Rande des Scilly Archipels, wo seine Schwester lebt. Besorgt bittet Psychoanalytikerin ...

Der Multimillionär Charles Tremayne ist spurlos verschwunden. Zuletzt wurde er auf Ker gesehen, einer kleinen Insel am Rande des Scilly Archipels, wo seine Schwester lebt. Besorgt bittet Psychoanalytikerin Lady Penelope Hatton den Literaturprofessor John Stableford um Hilfe, denn Tremayne ist ihr Patient. Stableford willigt ein, doch die Ermittlungen vor Ort erweisen sich als schwierig, offenbar hat Tremayne Ker nie lebendig verlassen hat. Doch war es ein Unfall, Selbstmord oder gar Mord?

Das Rätsel um Ker Island ist ein klassischer Whodunit mit einem sympathischen Literaturprofesser als Ermittler. Die Geschichte um einen Millionär, der auf einer abgelegenen Insel, um die sich viele Mythen und Geistergeschichten ranken, spurlos verschwindet, ist spannend und stimmungsvoll. Der Kriminalfall gut durchdacht und schlüssig. Der Fokus liegt hierbei auf den Beobachtungen und Schlußfolgerungen von Hobby-Ermittler Stableford, das sorgt für eher gemächliche Spannung, doch die Neugierde des Lesers auf den Tathergang bleibt bis zum Schluss erhalten.

Alles in allem ein kurzweiliger Krimi mit authentischem Lokalkolorit, einer Prise Spiritismus und 30er-Jahre-Flair.

Veröffentlicht am 17.10.2018

Ungewöhnlich und spannend

Verfall - eine Odyssee
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Ein brutaler Serienmörder versetzt das Gerberviertel in Angst und Schrecken. Er tötet ohne erkennbares Motiv und hinterlässt keine Spuren. Hauptkommissar Hendrik Heller wird zu den Ermittlungen hinzugezogen, ...

Ein brutaler Serienmörder versetzt das Gerberviertel in Angst und Schrecken. Er tötet ohne erkennbares Motiv und hinterlässt keine Spuren. Hauptkommissar Hendrik Heller wird zu den Ermittlungen hinzugezogen, denn er kennt sich im Gerberviertel gut aus, hat den Bezirk jedoch gemieden, seitdem er dort brutal zusammengeschlagen wurde. Fieberhaft begibt er sich auf die Suche nach dem Täter, wodurch die Erinnerungen an den Überfall allmählich zurückkommen und ihm wird klar, dass ihn der Mörder schon längst im Visier hat...

Verfall ist kein Kriminalroman im klassischen Sinne, sondern das Psychogramm eines traumatisierten Ermittlers und das Porträt eines geschichtsträchtigen Stadtviertels, das zunehmend verkommt. Inmitten von Gewalt, Verwahrlosung und Baufälligkeit begibt sich Hendrik Heller auf Spurensuche und findet nicht nur Hinweise auf den Täter, sondern auch Zugang zu verdrängten Erinnerungen.
Die Geschichte ist gut konstruiert und das Geschehen und die Figuren authentisch, aber Bernd Jooß versteht es ausgezeichnet, den Leser zu verunsichern. Mit scheinbar beiläufigen Bemerkungen und kleinen Details schürt er das Misstrauen gegenüber seiner Hauptfigur, bis der Leser sich fragt, ob die Ereignisse nun wirklich oder wahnhaft sind.

Ein spannender und mysteriöser Kriminalroman und zugleich die Geschichte eines schleichenden Verfalls - düster, überraschend und fesselnd bis zum Schluss.