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Veröffentlicht am 22.03.2026

Eine Hofjungfer auf Spurensuche

Lady Grace Mysteries
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Lady Grace lebt als Hofjungfer am Hof von Elisabeth I. und soll sich auf Wunsch der Königin verloben. Als nach einem Ball einer ihrer Verehrer tot aufgefunden wird, spürt Grace sofort, dass mit den offiziellen ...

Lady Grace lebt als Hofjungfer am Hof von Elisabeth I. und soll sich auf Wunsch der Königin verloben. Als nach einem Ball einer ihrer Verehrer tot aufgefunden wird, spürt Grace sofort, dass mit den offiziellen Todesumständen etwas nicht stimmt. Gemeinsam mit dem Dienstmädchen Ellie und dem Akrobaten Masou beginnt sie, auf eigene Faust zu ermitteln

Giftmord ist der Auftakt einer historischen Krimireihe ab zwölf Jahren und wird in Tagebuchform erzählt. Gerade dieser Stil verleiht der Geschichte einen besonderen Charme und ermöglicht einen sehr persönlichen Einblick in den höfischen Alltag des elisabethanischen Zeitalters. Gesellschaftliche Regeln und das Leben am königlichen Hof werden anschaulich und mit viel Liebe zum Detail geschildert.

Lady Grace ist eine liebenswürdige, kluge und mitunter recht unkonventionelle Hofjungfer. Als aufmerksame Beobachterin bildet sie sich ihre eigene Meinung, statt sich den Erwartungen ihrer Umgebung zu fügen. Ihre Zweifel an den offiziellen Todesumständen und ihr Mut, selbst Nachforschungen anzustellen, machen sie zu einer sehr sympathischen und modernen Heldin. Unterstützt wird sie von Ellie und Masou, die der Geschichte mit ihrer bodenständigen und warmherzigen Art zusätzliche Dynamik verleihen. Gemeinsam decken sie nach und nach Ungereimtheiten auf und zeigen, dass Loyalität und Freundschaft auch in einer von strengen Standesgrenzen geprägten Welt Bestand haben können.

Mitunter verliert sich die Handlung in alltäglichen Gedanken und einige Wendungen sind recht vorhersehbar. Dennoch bleibt der Kriminalfall unterhaltsam und das Leben am Hof wird lebendig und atmosphärisch geschildert, auch wenn manche Figuren etwas mehr Tiefe hätten vertragen können.

Alles in allem ist Giftmord ein unterhaltsamer historischer Krimi mit einer sympathischen Protagonistin und einem interessanten Setting. Ein empfehlenswertes Buch für alle, die spannende Kriminalfälle, höfische Intrigen und selbstbewusste junge Heldinnen mögen.

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Veröffentlicht am 17.03.2026

Originelle Fantasy mit Herz und Humor

Mehl, Magie und Machenschaften
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Die vierzehnjährige Mona hält sich für eine ziemlich untalentierte Zauberin. Ihre Magie wirkt ausschließlich auf Brot und in der Bäckerei ihrer Tante bringt sie höchstens einmal Lebkuchenmänner zum Tanzen. ...

Die vierzehnjährige Mona hält sich für eine ziemlich untalentierte Zauberin. Ihre Magie wirkt ausschließlich auf Brot und in der Bäckerei ihrer Tante bringt sie höchstens einmal Lebkuchenmänner zum Tanzen. Doch Monas überschaubares Leben gerät aus den Fugen, als sie eines Morgens eine Leiche in der Backstube findet. In den Straßen der Stadt geht ein Mörder um, der es gezielt auf Magier abgesehen hat. Während viele von ihnen panisch fliehen, gerät ausgerechnet Mona unter Verdacht. Um ihre Unschuld zu beweisen, muss sie nicht nur über sich hinauswachsen, sondern schon bald eine ganze Stadt retten...

Mehl, Magie und Machenschaften ist eine erfrischend andere Fantasygeschichte mit einer ungewöhnlichen jungen Heldin. Monas Zauberkraft beschränkt sich auf Brot und Gebäck und ihr treuer Gefährte ist ein eigenwilliger Sauerteigstarter mit erstaunlich viel Persönlichkeit. Was zunächst wie eine skurrile Idee klingt, entwickelt sich schnell zu einer originellen, unterhaltsamen und stellenweise überraschend düsteren Geschichte.

Mona ist eine sympathische, bodenständige und herzensgute Protagonistin, die man gerne durch die Handlung begleitet. Sie empfindet ihre Magie als nichts Besonderes, in der Bäckerei allerdings als durchaus praktisch. Sie hilft, wo sie kann und ist im Verlauf der Geschichte gezwungen, ihre eigenen Zweifel zu überwinden und das Wohl der Stadt über ihre persönlichen Ängste zu stellen. Ihre Unsicherheit, ihr Pragmatismus und ihr ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein machen sie zu einer glaubwürdigen und liebenswerten Heldin, die lernt, dass man mit Mut, Fantasie und einer scheinbar kleinen Gabe Großes bewirken kann.

Hinter der märchenhaften Oberfläche verbirgt sich eine überraschend ernste und politische Geschichte. T. Kingfisher gelingt es jedoch hervorragend, die Balance zu halten. Der Mord in der Backstube und die Bedrohung der Magier sorgen für Spannung, während trockener Humor und skurrile Details immer wieder für Leichtigkeit sorgen.

Ein wenig merkt man dem Roman an, dass zwischen Idee und Veröffentlichung einige Zeit vergangen ist, denn die Zielgruppe bleibt stellenweise unklar. Für jüngere LeserInnen ist die Geschichte mitunter recht düster, während sie für Erwachsene nicht immer tief genug greift. Auch einige Nebenfiguren sowie die politischen Strukturen der Stadt hätten noch etwas mehr Ausarbeitung vertragen können.

Nichtsdestotrotz ist Mehl, Magie und Machenschaften eine originelle, humorvolle und spannende Fantasygeschichte, die hoffentlich ihr Publikum findet. Eine klare Empfehlung für alle, die kreative, unterhaltsame und zugleich nachdenkliche Fantasy abseits bekannter Pfade mögen.

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Veröffentlicht am 15.03.2026

Eine berührende Liebesgeschichte

Jeder von uns ist ein Rätsel
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Andere Menschen zu verstehen, ist für Alvie eine große Herausforderung. Doch als sie Stanley kennenlernt, verändert sich plötzlich vieles: Er teilt nicht nur ihre Begeisterung für Quantenphysik, sondern ...

Andere Menschen zu verstehen, ist für Alvie eine große Herausforderung. Doch als sie Stanley kennenlernt, verändert sich plötzlich vieles: Er teilt nicht nur ihre Begeisterung für Quantenphysik, sondern begegnet ihr auch mit einer außergewöhnlichen Geduld. Gleichzeitig fällt es auch Stanley schwer, sich zu öffnen und so beginnt ein langer Weg an dessen Ende sie vorsichtig zueinanderfinden.

Jeder von uns ist ein Rätsel ist eine berührende und warmherzige Liebesgeschichte über Nähe, Akzeptanz und Anderssein. Alvie ist autistisch und soziale Interaktionen überfordern sie häufig. Vieles erscheint ihr unlogisch und manchmal spricht sie Gedanken aus, die andere nur denken würden. Halt findet sie in klaren Routinen, in ihrem Job im Zoo und in ihrem Lieblingsbuch Unten am Fluss. Sie ist eine komplexe, kluge und äußerst liebenswerte Figur, deren Innenleben A. J. Steiger mit großer Sensibilität und spürbarer Authentizität schildert.

Auch Stanley ist eher zurückhaltend und in sich gekehrt, trägt seine eigenen Verletzungen mit sich und ist keineswegs frei von Ängsten und Zurückhaltung. Zwar teilt er Alvies Interesse an Quantenphysik, doch gerade zu Beginn bringt er ihre sorgfältig aufgebauten Routinen empfindlich durcheinander. Trotz gegenseitiger Sympathie nähern sich die beiden nur langsam und vorsichtig an. Diese Zurückhaltung macht ihre Beziehung besonders glaubwürdig, denn beide haben zu viel Zurückweisung erlebt, um sich unbefangen zu öffnen. Steiger romantisiert Autismus dabei nicht, sondern zeigt ehrlich, wie anstrengend Nähe sein kann, wenn Berührungen unangenehm sind und wie herausfordernd Beziehungen werden, wenn Kommunikation und Interaktion nicht selbstverständlich funktionieren.

Die Liebesgeschichte ist geprägt von komischen, traurigen und schönen Momenten und verläuft alles andere als geradlinig. Doch mit Ehrlichkeit, Geduld und gegenseitiger Akzeptanz finden Alvie und Stanley schließlich einen Weg zueinander. Allerdings tragen nicht alle Szenen gleichermaßen zur Entwicklung der Handlung bei und stellenweise zieht sich das Erzähltempo etwas.

Insgesamt ist Jeder von uns ist ein Rätsel ein lebensnaher und warmherziger Roman über zwei außergewöhnliche Menschen, die zueinanderfinden, weil sie einander genauso akzeptieren, wie sie sind. Mit viel Ehrlichkeit und emotionaler Tiefe erzählt und eine klare Empfehlung für alle, die ruhige, feinfühlige Liebesgeschichten mögen.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Solider Abschluss der Dilogie

Dragon Princess 2: Inferno aus Staub und Saphiren
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Inferno aus Staub und Saphiren ist der zweite und abschließende Band der Dragon-Princess-Reihe und knüpft nahtlos an die Ereignisse des ersten Bandes an. Ruby hat sich endgültig gegen den König und die ...

Inferno aus Staub und Saphiren ist der zweite und abschließende Band der Dragon-Princess-Reihe und knüpft nahtlos an die Ereignisse des ersten Bandes an. Ruby hat sich endgültig gegen den König und die Erwartungen an ihre Rolle entschieden und kämpft an der Seite von Fynn und seiner Piratencrew für das Überleben der Drachen.

Im Vergleich zum Auftakt schlägt dieser Band deutlich düsterere und brutalere Töne an. Die Grausamkeit, mit der Menschen den Drachen begegnen, verleiht der Geschichte zusätzliche Härte und zeigt eine moralisch klar gezeichnete Welt. Das daraus entstehende Konfliktpotenzial wird jedoch nicht immer ausgeschöpft. Viele Auseinandersetzungen lösen sich überraschend schnell und mühelos auf, sodass trotz Action und Gefahren nur selten echte Spannung oder emotionale Tiefe entsteht.

Auch Ruby hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Ihre Entscheidungen wirken häufig unüberlegt, stellenweise sogar unsympathisch und bekannte Verhaltensmuster wiederholen sich zu oft. Was im ersten Band noch als kratzbürstiger Charme funktionierte, nutzt sich hier spürbar ab. Zwar wird die Vergangenheit der Figuren vertiefend beleuchtet, doch die Romantik tritt stellenweise in den Hintergrund.

Der Humor, der zuvor für Leichtigkeit sorgte, wirkt mehrfach bemüht und in manchen Momenten unpassend. Dennoch sorgen einige liebgewonnene Figuren weiterhin für humorvolle Momente und lockern die düstere Handlung etwas auf.

Insgesamt ist Dragon Princess 2 eine actionreiche Fortsetzung, die im direkten Vergleich zum ersten Band deutlich schwächer ausfällt. Dennoch bietet der Roman für Fans der Reihe sowie für LeserInnen, die rebellische Prinzessinnen, Drachen und Piratenabenteuer mögen, einen unterhaltsamen und zufriedenstellenden Abschluss.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Piratenabenteuer mit Herz & Humor

Dragon Princess 1: Ozean aus Asche und Rubinen
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Dragon Princess ist ein märchenhaftes Abenteuer, in dem die Prinzessin nicht von einem Prinzen aus dem Turm befreit wird, sondern von einem Drachen. Angetrieben von ihrem Zorn schwört sie Rache an jenen, ...

Dragon Princess ist ein märchenhaftes Abenteuer, in dem die Prinzessin nicht von einem Prinzen aus dem Turm befreit wird, sondern von einem Drachen. Angetrieben von ihrem Zorn schwört sie Rache an jenen, die sie eingesperrt haben und geht dafür ein Bündnis mit einem ebenso draufgängerischen wie charismatischen Piratenkapitän ein.

Ruby ist eine sympathische, aber ausgesprochen widerspenstige und aufbrausende Protagonistin, deren Verhalten oft mehr an einen Drachen als an eine Prinzessin erinnert. Genau das sorgt immer wieder für humorvolle Momente, die einem beim Lesen ein Schmunzeln entlocken. Ihr Groll gegenüber ihrer Familie ist absolut nachvollziehbar und ihr Wunsch nach Vergeltung verleiht der Geschichte eine leicht düstere Note, ohne die märchenhafte Atmosphäre zu verdrängen.

Fynn und seine Piratencrew sind ein bunt zusammengewürfelter Haufen einzigartiger und liebenswerter Figuren, die man schnell ins Herz schließt und gerne auf ihrem Abenteuer begleitet. Besonders die Dynamik zwischen dem charmanten, aber selbstverliebten Piratenkapitän und der kratzbürstigen Prinzessin ist äußerst unterhaltsam. Die sich langsam entwickelnde Zuneigung der beiden bringt eine romantische Komponente ein, ohne dabei zu sehr in den Vordergrund zu rücken.

Das Königreich Yevel ist fantasievoll und detailreich gestaltet und bietet eine stimmige Kulisse für das Piratenabenteuer. Zwar ist die Handlung stellenweise vorhersehbar, doch das überraschende Ende mit einem fiesen Cliffhanger macht große Lust auf den Folgeband.

Alles in allem ein unterhaltsamer Auftakt voller Magie, Romantik und Piraten, der besonders LeserInnen anspricht, die starke Heldinnen, märchenhafte Welten und eine Prise Abenteuer lieben.

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