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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.10.2017

Niemand muss sein, was er nicht sein will

Die kleine Wolke
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Die kleine Wolke ist vier Wochen alt und lebt im Regenwolkenhimmel, dabei wird sie ungern nass und besonders gut regnen kann sie auch nicht, sehr zum Leidwesen ihrer Lehrerin Frau Wolken-Wichtig-Wissensmeyer. ...

Die kleine Wolke ist vier Wochen alt und lebt im Regenwolkenhimmel, dabei wird sie ungern nass und besonders gut regnen kann sie auch nicht, sehr zum Leidwesen ihrer Lehrerin Frau Wolken-Wichtig-Wissensmeyer. Als diese ihren Schülern andere Wolkenarten vorstellt, beschließt die kleine Wolke, dass sie lieber eine Schönwetter-Schäfchen-Wolke sein möchte. Mutig macht sie sich auf den Weg zur Erde, um ihren Traum zu verwirklichen….

Petra Lahnstein erzählt eine warmherzige Geschichte über Freundschaft und den Mut etwas Neues zu wagen. Die Geschichte ist detailreich und liebevoll illustriert, humorvoll erzählt und lässt sich sehr gut vorlesen. Die kleine Wolke ist eine bezaubernde Heldin, die mutig ihren Traum verfolgt und zeigt, dass sich neue Möglichkeiten offenbaren, wenn man vorgegebene Wege verlässt.

Fazit: Eine unterhaltsame und spannende Geschichte mit liebenswerten Figuren und bezaubernden Ideen. Lesealter: 6-8 Jahre

Veröffentlicht am 20.09.2017

Ein tragikomischer Familienroman

Der Vater, der vom Himmel fiel
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Eine Unachtsamkeit kostet Lyle Bowman im Alter von 83 Jahren das Leben. Sieben Jahre haben seine Söhne Billy und Greg nicht miteinander gesprochen, nun treffen sie auf der Trauerfeier wieder aufeinander. ...

Eine Unachtsamkeit kostet Lyle Bowman im Alter von 83 Jahren das Leben. Sieben Jahre haben seine Söhne Billy und Greg nicht miteinander gesprochen, nun treffen sie auf der Trauerfeier wieder aufeinander. Greg, das einstige schwarze Schaf der Familie, kommt aus den USA zurück und findet eine bröckelnde Familie vor. Das Verhältnis zu seinem Bruder ist noch immer angespannt, Onkel Frank plant einen Banküberfall und zu allem Überfluss erscheint ihm der Geist seines verstorbenen Vaters und bittet ihn, die Familie wieder zusammenzuführen. Kein leichter Auftrag für Greg…

J. Paul Henderson hat einen wunderbar warmherzigen und unterhaltsamen Roman über eine Familie geschrieben, die trotz aller Eigenheiten mit ganz alltäglichen Sorgen und Nöten zu kämpfen hat. Die Figuren sind liebevoll gezeichnet, mitunter skurril und zeigen das Leben mit all seinen Facetten. Eine kurzweilige Geschichte mit Witz und tragikomischen Momenten, die auch leisere Töne anschlägt und zum Nachdenken anregt. Lesenswert!

Veröffentlicht am 11.09.2017

Eine traumhafte Reise ins Drunterland

Alissa im Drunterland
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Die junge Alissa träumt seit sie denken kann von einer geheimnisvollen Wendeltreppe und zeichnet diese in ihr Skizzenbuch. Sie weiß nicht, was sich am Ende der Treppe befindet, kennt aber ansonsten jedes ...

Die junge Alissa träumt seit sie denken kann von einer geheimnisvollen Wendeltreppe und zeichnet diese in ihr Skizzenbuch. Sie weiß nicht, was sich am Ende der Treppe befindet, kennt aber ansonsten jedes Detail. Eines Tages erscheint ihr ein Gesicht in der sich spiegelnden Scheibe der Straßenbahn und bittet sie um Hilfe. Und so macht sich Alissa auf die Suche nach einer Uhr, die rückwärtsgeht und gelangt an den Ort ihrer Träume – das herzförmige Tor, das sich am Eingang zur Wendeltreppe befindet…

Fabienne Siegmund hat mit Alissa im Drunterland eine wunderbare Alice-Adaption geschrieben, der ein ganz eigener Zauber innewohnt. Hier benötigen Nachthase, Lesekatze und Uhrmacher die Hilfe eines Menschenkindes, da es nicht mehr hummelt im Lavendel und als Leser ist man ganz begeistert von den kreativen Analogien und Ideen, allen voran das Mondkäuzchen, das man am liebsten aus der Geschichte entführen möchte. Die bildhafte und poetische Sprache, die kunstvollen Figuren und die märchenhafte Geschichte, machen die Reise ins Drunterland zu einem zauberhaften Leseerlebnis für Jung und Alt.

Und am Ende ist es wie aus einem schönen Traum aufzuwachen – abrupt findet man sich wieder in der Wirklichkeit, seltsam beglückt und wehmütig zugleich und mit der tiefen Gewissheit, dass man nicht mehr an den Ort des Traumes zurückkehren kann, denn wenn man geht, dann geht man ganz….

Veröffentlicht am 08.09.2017

Märchenhafte Fantasy mit wunderbarer Botschaft

Amrita
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Amrita, die 16-jährige Prinzessin des Königreichs Shalingar, soll mit dem grausamen Herrscher Sikander vermählt werden. Sie ist bereit sich ihrem Schicksal zu fügen, doch ihrem Vater kommen Zweifel. Als ...

Amrita, die 16-jährige Prinzessin des Königreichs Shalingar, soll mit dem grausamen Herrscher Sikander vermählt werden. Sie ist bereit sich ihrem Schicksal zu fügen, doch ihrem Vater kommen Zweifel. Als Sikander seine Forderungen mit Gewalt durchsetzt und Shalingar erobert, gelingt Amrita gemeinsam mit der Sklavin und Seherin Thala die Flucht. Beide machen sich auf den Weg, die »Bibliothek aller Dinge« zu finden, um die Vergangenheit ungeschehen zu machen…

Aditi Khorana hat eine märchenhafte Geschichte über die Macht des Schicksals und den Mut über sich hinauszuwachsen geschrieben. In einer detailreichen und bildhaften Sprache erweckt sie das Königreich Shalingar mit seinem goldenen Palast und geheimnisvollen Tempeln zum Leben. Die Charaktere sind liebevoll gezeichnet und authentisch. Amrita ist zum einen eine Prinzessin, die behütet innerhalb der Palastmauern aufwuchs und zum anderen ein kluges Mädchen, das sich nur langsam der Welt und den Dingen, die jenseits ihrer Vorstellungskraft liegen, öffnet. Eine mutige Heldin, die am Ende ihrer Reise die Stärke beweist, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen und das Wohlergehen ihres Volkes über ihr eigenes zu stellen.

Leider verliert die Geschichte im Verlauf etwas von ihrer opulenten Atmosphäre und Poesie, da die Ereignisse sich zum Ende hin überschlagen. Dies jedoch mein einziger Kritikpunkt an einem ansonsten bezaubernden Fantasieroman mit einer wunderbaren Botschaft.

Veröffentlicht am 30.08.2017

Lesenswerter Auftakt zur Fladremin-Fantasy-Reihe

Das Relikt der Fladrea
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Larima wurde als Säugling von Haron Evin im Wald gefunden und wie ein eigenes Kind von ihm und seiner Frau auf Burg Groveflyk aufgezogen. Der einzige Hinweis zu ihrer Herkunft ist ein Amulett mit seltsamen ...

Larima wurde als Säugling von Haron Evin im Wald gefunden und wie ein eigenes Kind von ihm und seiner Frau auf Burg Groveflyk aufgezogen. Der einzige Hinweis zu ihrer Herkunft ist ein Amulett mit seltsamen Symbolen und ihr bronzefarbenes Haar. Ist sie eine Nachfahrin der Fladrea, jenem geheimnisvollem Volk, das vor vielen Jahren aus Hallinga verschwand? Als Larima gegen ihren Willen mit dem Ritter Eschenbach verheiratet werden soll, verlässt sie gemeinsam mit ihrem Ziehbruder Semi heimlich die Burg und begibt sich auf die Suche nach dem magischen Relikt der Fladrea um mehr über ihre Geschichte zu erfahren. Dicht verfolgt von Eschenbach, der offenbar mehr über die Fladrea zu wissen scheint, als er vorgibt….

Das Relikt der Fladrea überzeugt mit einer spannenden Handlung und liebevoll gezeichneten Figuren. Larima und Semi sind sehr behütet aufgewachsen und gerade im Begriff, sich von der elterlichen Fürsorge zu lösen. Zwei gegensätzliche Charaktere, die sich mutig in ein Abenteuer stürzen und einander beistehen, trotz kleinerer Reibereien. Besonders Semi legt mitunter noch kindliches Verhalten an den Tag und Larima hadert mit ihrem Wunsch nach Zugehörigkeit, was die Figuren glaubwürdig und lebensnah macht. Eschenbach hingegen ist der perfekte Antagonist, der es versteht, die Menschen zu täuschen und sein wahres Ich zu verbergen.
Die Welt von Hallinga ist anschaulich beschrieben. Zum besseren Verständnis befinden sich eine Karte am Anfang und ein Glossar am Ende des Buches.
Die Handlung schreitet schnell voran und bietet genügend Abwechslung, so dass auch bei über 500 Seiten keine Langeweile aufkommt.

Fazit: Ein gelungener Auftakt mit spannendem Plot und vielschichtigen Charakteren.