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Veröffentlicht am 13.10.2025

Sehr gerne gelesen

Salute - Das letzte Gebet
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Paul Zeitler, der Ex-Hauptkommissar aus München und aktuell der Barista und Inhaber des Cafés Monaco in Bardolino, trauert um seine Vermieterin und gute Freundin Sofia Barone. Im Andenken an sie will er ...

Paul Zeitler, der Ex-Hauptkommissar aus München und aktuell der Barista und Inhaber des Cafés Monaco in Bardolino, trauert um seine Vermieterin und gute Freundin Sofia Barone. Im Andenken an sie will er noch vor der Trauerfeier eine Kerze in der San Nicolo Kirche anzünden, als er dort einen toten Mann, im Taufbecken ertrunken, vorfindet.
Sowohl für den erfahrenen Ex-Polizisten Paul, wie auch für Commissario Lanza von der örtlichen Polizei, ist es offensichtlich, dass es sich hier um einen brutalen Mord handelt. Die von der Spurensicherung gesichtete Beweismittel deuten zweifellos darauf hin.
Bei dem Opfer handelt es sich um Marcello Ferratti, den Mitinhaber einer neugegründeten Firma, die für ihr innovatives Projekt Werbung in Bardolino machen wollte. Ihre Erfindung, die Filtermatten, könnten die Wasserqualität des Gardasees deutlich verbessern.
Die Motive für den Tat bleiben vorerst unklar, auch die Vermutungen über den Tathergang sind verwirrend. Kann Paul auch diesmal bei der Lösung des Falles behilflich sein?

Der spannende Anfang hat mich sofort in das aktuelle Geschehen in Bardolino eintauchen lassen. Zusammen mit Paul Zeitler trauere ich um die sympathische, herzensgute Sofia, und kann Pauls Sorgen um seine Zukunft nachvollziehen. Wie geht es weiter mit dem Café Monaco und Pauls Verbleib in Bardolino?

Und dann der mysteriöse Mord in der gut besuchten Kirche, der viele Fragen aufwirft. Auch diesmal ist Paul noch vor der Polizei am Tatort, was den sowieso misstrauischen Commissario Lanza nicht gerade milde für ihn stimmt.

Dank dem bildhaften Schreibstil des Autors kommen das Café Monaco und die Umgebung vom Gardasee mir vertraut vor. Dieses Gefühl wurde noch bei Begegnungen mit allen bisher bekannten Protagonisten der Reihe verstärkt. Ein neues interessantes Gesicht kommt dazu; Emil aus Ingolstadt, der als Aushilfe in Monaco jobben und das Angebot des Cafés erweitern will.

Die Szenen im Café, hier und da mit viel Humor verfeinert, verleihen dem Krimiroman die Leichtigkeit und Gemütlichkeit. In dem Buch fehlt es jedoch nicht an sehr spannenden, dramatischen Ereignissen, vor allem bei der Aufklärung des Mordfalles.
Anders als in den ersten zwei Büchern liegen hier die Ermittlungen im Mittelpunkt der Handlung. Der Autor erzählt viel mehr über den Verlauf der Ermittlungen, die von Commissario Lanza geführt wurden. Die Sprache in diesen Teilen des Buches ist ernster, sachlicher. Dies tut dem Krimi jedoch keinen Abbruch, denn auf diese Weise kann man bei den Ermittlungen „dabei sein“ und den bisher distanzierten Commissario Lanza besser kennenlernen.

Das Buch „Salute – Das letzte Gebet“ ist ein gemütlicher Teil der Krimireihe mit viel Lokalkolorit, lebendigen Charakteren und vielen spannenden Szenen. Das Buch lädt förmlich zu einem Urlaub am Gardasee, macht einem schmackhaft den guten italienischen Caffé und das gute italienische Essen, sowie den See mit all seinen Attraktionen.
Vor dem Urlaub aber unbedingt Salute-Krimis lesen!

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Veröffentlicht am 10.10.2025

Ein unterhaltsamer Bella-Italia-Krimi

Stumme Zypressen
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Das plötzliche Erscheinen eines fremden Mannes in Montegiardino sorgt in dem sonst friedlichen Städtchen für viel Aufregung. Mit Besorgnis, und schließlich mit Angst, beobachten die Einwohner den unheimlichen ...

Das plötzliche Erscheinen eines fremden Mannes in Montegiardino sorgt in dem sonst friedlichen Städtchen für viel Aufregung. Mit Besorgnis, und schließlich mit Angst, beobachten die Einwohner den unheimlichen Mann, der schweigend unzählige Runden auf dem Marktplatz dreht. Als dann Signora Agnelli blutüberströmte tote Gänse auf ihrem Hof entdeckt, und dann ein Wanderer, der dem Fremden zum Verwechseln ähnlich aussieht, in den Hügeln von Montegiardino angeschossen wurde, begehren die Ortsbewohner auf. Unter Hochdruck ermittelt Commissario Luca in beiden Fällen; gleichzeitig versucht er die Identität des geheimnisvollen Fremden aufzuklären. Vize-Questora Aurora Mair aus Florenz unterstützt ihn dabei.

„Stumme Zypressen“ - das vierte Buch aus der Reihe mit dem Commissario Luca bietet mir die Gelegenheit das idyllische Städtchen Montegiardino in Toskana erneut zu besuchen. Auch diesmal bin ich von der idyllischen Atmosphäre des malerischen Ortes, wundervoll im Buch beschrieben, begeistert. Das Leben verläuft hier friedvoll, es ist also kein Wunder, dass der geheimnisvolle, unheimlich wirkender Mann für die Unruhe bei den Bewohnern sorgt. Die anschließenden Ereignisse im Ort sind so kurios, dass sogar die Vize-Questora aus Florenz dem charmanten Commissario Luca gerne zu Hilfe eilt.

In diesem Band erzählt der Autor mehr über den Commissario, enthüllt wichtige Details aus seiner Vergangenheit, verrät Einiges über seine kleine Familie und die vorherige Arbeit in Venedig. Für mich, als Leserin, machen diese Enthüllungen den Commissario noch sympathischer und sein Verhalten erscheint mir viel plausibler.

„Stumme Zypressen“ ist ein interessanter Krimi mit einem dubiosen Krimifall, in dem einige unerwarteten Wendungen und das dynamische Finale für viel Spannung sorgen. Gleichzeitig vermittelt der Roman das Gefühl von Dolce Vita, das den täglichen Stress vergessen lässt.
FAZIT: unterhaltsame Lesestunden mit dem spannenden Bella-Italia- Krimi.

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Veröffentlicht am 27.09.2025

Das Geheimnis vom Kummersee

Kummersee
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Lena Wolf und Malik Nasiri von der Polizei Lüneburg übernehmen den Personenschutz für die Vermesser des umstrittenen Bauvorhabens am Kummersee. Falls genehmigt, würde der See als Endlager für den Atommüll ...

Lena Wolf und Malik Nasiri von der Polizei Lüneburg übernehmen den Personenschutz für die Vermesser des umstrittenen Bauvorhabens am Kummersee. Falls genehmigt, würde der See als Endlager für den Atommüll genutzt. Das Projekt stößt nicht nur auf die Ablehnung der in der Nähe gelegenen Ansiedlung Horlow; mehrere Umweltaktivisten und andere Gruppierungen protestieren am Ort.
Über den Kummersee hat man schon immer unzählige Schauergeschichten erzählt; für Lena bedeutet der See das Böse, das ihr vor vielen Jahren ihren Bruder geholt hatte. Und auch diesmal verlieren mehrere Menschen ihr Leben und Lena wurde immer wieder von den Bewohnern von Horlow gewarnt. Trotzdem ermittelt die Polizistin auf eigene Faust weiter und riskiert damit nicht nur ihr eigenes Leben.

Der Thriller „Kummersee“ erzählt eine unheimliche Geschichte, die sowohl unergründlich wie auch authentisch wirkt. Die auf diese Weise erzeugte Spannung bewirkt, dass man dieses vielseitige Buch nicht aus der Hand legen kann. So erging es mir bei dieser Lektüre.
Spannende Themen, wie ein geplantes Endlager für den Atommüll am bisher geschützten See, eine verschworene Dorfgemeinschaft, die ein dunkles Geheimnis hütet und der tragische Tod von Lenas Bruder Tom, der bis heute noch viele Fragen aufwirft, haben mich an das Buch gefesselt.
Die meisterhaft beschriebene düstere Atmosphäre an Orten des Geschehens konnte ich gut nachempfinden. Die tragischen Ereignisse während der Vermessungsarbeiten am See sind unheimlich und rätselhaft; man würde fast an das Böse, das im See lauert, glauben.
Die Auflösung zum Schluss fand ich etwas ausgefallen, abenteuerlich und in die Länge gezogen. Den Thriller bewerte ich jedoch mit 5 Sternen, da der hochspannende Roman sehr gute Unterhaltung bietet.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Fesselnder historischer Roman

Mein Name ist Emilia del Valle
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Emilia del Valle kam im Jahre 1866 in San Francisco zur Welt; ihre Mutter, eine Novizin, wurde von einem chilenischen Aristokraten schwanger und sitzengelassen. Emilia wuchs in bescheidenen Verhältnissen ...

Emilia del Valle kam im Jahre 1866 in San Francisco zur Welt; ihre Mutter, eine Novizin, wurde von einem chilenischen Aristokraten schwanger und sitzengelassen. Emilia wuchs in bescheidenen Verhältnissen in einem Einwanderer Viertel auf; ihr warmherziger Stiefvater Don Pancho wurde für sie zu ihrem geliebten Papo.
Emilia lernte sehr viel, sprach Spanisch und Englisch, und schon als Kind träumte sie davon Bücher zu schreiben. Unter einem männlichen Pseudonym begann sie mit großem Erfolg Groschenromane zu schreiben; damals war sie erst siebzehn. Wenig später bewarb sie sich bei einer renommierten Zeitung und wurde dort als Reporterin, immer noch unter männlichem Pseudonym, tätig.
Der Journalist Eric Whelan steht ihr von Anfang an zur Seite, zusammen gehen sie nach Chile. Denn dort begann im Jahre 1891 ein Bürgerkrieg; darüber sollten sie berichten. Emilia nutzte die Gelegenheit um nach ihrem chilenischen Vater zu suchen.

Emilia del Valle lebte in der Zeit, in der von Frauen erwartet wurde, dass sie vor allem ihre traditionelle eheliche und mütterliche Rolle erfüllen. Diese Meinung vertrat auch Pater Restrepo, den Emilia in der amerikanischen Botschaft in Santiago traf:
„Einige Frauen sind recht klug. Doch hätte Gott gewollt, dass sie einen Beruf ergreifen, so hätte er sie zu Männern gemacht, meinen Sie nicht?“ (zit. S. 127)

Doch die ehrgeizige Emilia hatte schon immer eigene Pläne für das Leben gehabt und ist zielstrebig ihren Weg gegangen. Sie war eine mutige, kluge Frau, die unerschrocken nach der Wahrheit suchte. Ihre abenteuerliche Geschichte hat mich gefesselt, ihre Suche nach den eigenen Wurzeln fasziniert.

„Mein Name ist Emilia del Valle“ ist jedoch viel mehr als eine Familien- und Liebesgeschichte. Mit Emilia als Kriegsreporterin konnte ich den chilenischen Bürgerkrieg hautnah erleben; den verzweifelten Kampf der Soldaten auf dem Kampffeld verfolgen, die aufopferungsvolle Unterstützung der Cantineras sowie die Rettung und Versorgung der Verwundeten beobachten. In dem Teil des Romans zeichnet die Autorin anschauliche Bilder des Krieges, die zutiefst erschüttern; es sind allesamt Bilder, die tief unter die Haut gehen.

Der historische Roman hat mir auch Chile des 19. Jahrhunderts nähergebracht; ein Land mit einer wunderschönen Natur und wertvollen Bodenschätzen, ein Land, in dem nur kleine Schicht im Wohlstand lebte, ein Land der besiegten Mapuche.

Ich habe den Roman mit großem Interesse gelesen, die flüssige bildhafte Erzählung sehr genossen.
Eine spannende, lehrreiche Lektüre nicht nur für die Fans der historischen Romane. Lesenswert!

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Veröffentlicht am 13.09.2025

Worte, die bewegen

Eden
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Stuttgart, 22. Mai
Was soll passieren in einer Konzerthalle voller lachender Menschen, in der Ariana la Vega von Liebe singt? (69)
Markus fühlt sich schuldig. Er hat seiner 12-jährigen Tochter Sofie die ...

Stuttgart, 22. Mai
Was soll passieren in einer Konzerthalle voller lachender Menschen, in der Ariana la Vega von Liebe singt? (69)
Markus fühlt sich schuldig. Er hat seiner 12-jährigen Tochter Sofie die Tickets für das Konzert ihrer Lieblingssängerin geschenkt. Auf dem Konzert wurde ein islamistischer Anschlag verübt; Sofie hat ihn nicht überlebt.

In seinem neuesten Roman schreibt Jan Costin Wagner über den tragischen Schicksalsschlag, der eine glückliche Familie wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen hat. Ihr Leben gerät aus der Bahn; die vertraute, sichere Welt existiert auf einmal nicht mehr.
Wir begleiten Sofies Eltern in der ersten Tage nach dem Attentat. Markus und Kerstin sprechen abwechselnd über ihr Leben ohne Sofie; beide gehen dabei unterschiedlich mit ihrem Schmerz um. Während Kerstin in ihrer Verzweiflung zu versinken droht, beginnt Markus, der den Anschlag hautnah miterlebt hat, Details zum Tathergang und dem Attentäter herauszufinden. Denn Markus ist überzeugt:
„Der Hass kann die Liebe nicht beseitigen, er kann sie nur in Trauer und in bittere, schöne Erinnerungen verwandeln und damit zum schärfsten Schwert machen, das es gibt.„ (129)
Auch der Attentäter kommt kurz zu Wort. Und auch seine Gedanken erschüttern, denn auch er hat es früh verstanden: „Worte sind niemals nur Worte.“ (96)

Präzise und äußerst einfühlsam schreibt Jan C. Wagner über die dramatischen Ereignisse, die das Leben vielen Menschen verändert haben. Seine Worte bewegen, rühren zu Tränen, machen fassungslos und manchmal sogar wütend.
Denn „Eden“ von Jan Costin Wagner ist die Geschichte unserer Tage; hochbrisant und gegenwärtig. Sie wirkt authentisch und weckt viele Emotionen. Sie regt zum Nachdenken an und liefert einen wichtigen Beitrag zu aktuellen Themen, die unsere Gesellschaft spalten.
Ich habe das Buch mit großem Interesse gelesen und empfehle es gerne weiter.

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