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Veröffentlicht am 13.12.2018

Über deinem Grab

John Sinclair - Folge 1418
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Vorsicht, Spoilergefahr, weil Band 3 einer Reihe.

Rachel und ihre beste Freundin Jet sind jetzt beide auf diese gewisse Art untot. Nicht wie Zombies, aber wirklich lebendig sind sie auch nicht - in Rachels ...

Vorsicht, Spoilergefahr, weil Band 3 einer Reihe.

Rachel und ihre beste Freundin Jet sind jetzt beide auf diese gewisse Art untot. Nicht wie Zombies, aber wirklich lebendig sind sie auch nicht - in Rachels Körper zum Beispiel ist ein Loch, durch das man hindurchsehen kann. Doch Lilith hat Rache geschworen und die Menschen in Manson sollen für die Untaten ihrer Vorfahren büßen. Als Nebenstrang gibt es immer noch die Erzählung um Zoe, die noch immer nicht richtig begriffen hat, was mit ihr geschieht oder los ist. Dummerweise fällt sie einem Priester in die Hände, der alles andere als christlich eingestellt ist.

Dieses Mal hatte ich ein bisschen Probleme beim Einstieg, weil ich fand, dass die Zeichnungen nicht so richtig eindeutig waren. Vielleicht ist es aber auch Gewöhnungssache, denn später gefiel mir, dass ich noch mal zurückblättern musste, um die Szene richtig zu verstehen. Rachel Rising ist eine Geschichte, in der es um Rache, Wut, Hass und Vergeltung geht, doch gleichzeitig wird auch der Liebe so viel Platz eingeräumt, dass selbst gleichgeschlechtige Liebe nicht verpönt ist, was ich für eine amerikanische Graphic-Novel-Reihe echt fortschrittlich finde. Es ist vielleicht nicht jedermanns Sache, weil alles in Schwarz-Weiß gehalten ist und wie gesagt, es kann öfter passieren, dass man zurückblättern und noch mal genau nachsehen/nachlesen muss, was jetzt eigentlich los ist, aber wen das nicht stört, erhält eine spannende Geschichte ohne viel Klischees.

Veröffentlicht am 12.12.2018

Verlust und Weihnacht

Die Schneeschwester
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Julian hat genau zu Weihnachten Geburtstag, weshalb das für ihn der schönste Tag des Jahres ist. Zumindest war das früher so. Doch jetzt ist alles anders, denn seine Schwester Juni ist im Sommer gestorben. ...

Julian hat genau zu Weihnachten Geburtstag, weshalb das für ihn der schönste Tag des Jahres ist. Zumindest war das früher so. Doch jetzt ist alles anders, denn seine Schwester Juni ist im Sommer gestorben. Und seitdem fühlen sich seine Eltern wie Kopien an und er redet mit seinem besten Freund über das Wetter. Und er geht schwimmen. An einem solchen Tag, als er vom Schwimmen kommt, trifft er Hedvig. Hedvig ist ein seltsames Mädchen mit roten Haaren, grünen Augen, einem roten Mantel und einer unendlichen Plapper. Hedvig freut sich, ihn getroffen zu haben und nimmt ihn mit nach Hause. Julian und Hedvig verbringen die Tage kurz vor Weihnachten zusammen, bis Julian versteht, was mit Hedvig ist und er alles daran setzt, ein paar Dinge in Ordnung zu bringen.

Das ist wieder mal so ein Buch, bei dem sich der Verlag so richtig Mühe mit der Gestaltung gegeben hat. Das Umschlagcover, das Hardcover, die Zeichnungen im Inneren, das ist total liebevoll und schön gemacht. Für mich persönlich kam jedoch keine Weihnachtsstimmung auf. Dafür war mir das Buch viel zu traurig. Ich finde es ja gut, wenn man Kindern auch Sachen wie Tod und Verlust nahebringt, aber für mich hätte man das nicht in einem Weihnachtsbuch verpacken müssen. Bestimmt sollte der Schluss Hoffnung vermitteln, für mich enthielt er eher das Gegenteil. Keine Ahnung, wie Kinder auf so ein Thema reagieren, aber vielleicht sollte man die das Buch nicht allein lesen lassen, sondern sich wenigstens immer mit ihnen über das Gelesene in diesem Buch unterhalten. Wenn das ohnehin die Intention der Autorin war, finde ich das in Ordnung.

Veröffentlicht am 10.12.2018

Dialog mit Tieren

Die Sprache der Tiere
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Vorausschickend sollte ich erwähnen, dass ich mir immer eingebildet hatte, recht gut über Tiere Bescheid zu wissen, falls jedoch die in dem Buch vorgestellten Informationen stimmen, ich ziemlich viel neu ...

Vorausschickend sollte ich erwähnen, dass ich mir immer eingebildet hatte, recht gut über Tiere Bescheid zu wissen, falls jedoch die in dem Buch vorgestellten Informationen stimmen, ich ziemlich viel neu überdenken muss. Brensing erläutert in seinem Buch auf leicht verständliche Art und Weise, wie Kommunikation bei und zwischen Tieren läuft, und daraus ableitend zieht er einige Schlüsse. Es ist mittlerweile bekannt, dass manche Tierarten nicht nur Worte verwenden, sondern sich auch Gegebenheiten anpassen und diese Worte dann auch grammatikalisch sinn ergebend umstellen.
Es gibt Tiere, die in ganzen Sätzen kommunizieren.
Es gibt Tiere, die Sprachen lernen.
Es gibt Tiere, die weiterdenken und anhand gelernter Sprachen eigene Sätze oder Worte entwickeln.

Können das wirklich Lebewesen sein, von denen wir immer annahmen, dass sie nicht denken können, sondern immer rein instinktiv handeln?
Und wenn wir davon ausgehen, dass Tiere doch denken, ist der Schritt, ihnen eine Persönlichkeit zuzugestehen, nicht mehr weit. (Davon abgesehen, jeder Katzenbesitzer wird mich mitleidig ansehen und sagen, dass er schon immer wusste, dass sein Haustier eine Persönlichkeit besitzt.)
Doch wie ist es jetzt mit der Kommunikation untereinander? Zwischen Mensch und Tier? Überraschenderweise hat uns die Natur so ausgestattet, dass wir - die Menschen - tatsächlich rein instinktiv erfassen können, was uns nicht nur unsere Haustiere erzählen. Die wenigsten Tiere können menschliche Laute formen, aber Menschen könnten - rein theoretisch - die Laute von Hunden und Katzen bilden.
Tatsächlich ist es kaum nötig. Brensing fordert einen Dialog zwischen dem Mensch und (seinem) Tier und je mehr dieser Dialog gefordert und gefördert wird, desto größere Erfolge wird man erzielen.
Ob er recht hat? Die Zeit wird's zeigen.

Veröffentlicht am 10.12.2018

Magie der Freundschaft

Winterhaus
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Elizabeth ist elf, Waise und lebt bei ihrer Tante und ihrem Onkel, die nicht allzu viel für sie übrig haben. Deshalb überrascht es sie nicht sonderlich, als sie plötzlich für die Winterferien aus dem Haus ...

Elizabeth ist elf, Waise und lebt bei ihrer Tante und ihrem Onkel, die nicht allzu viel für sie übrig haben. Deshalb überrascht es sie nicht sonderlich, als sie plötzlich für die Winterferien aus dem Haus ausgesperrt wird - was sie jedoch überrascht ist, dass sie an einen weit entferten Ort, dem Hotel Winterhaus geschickt wird. Dort angekommen findet sie all das, was sie zuhause nie bekommt: Wärme, Freundlichkeit, ausreichend zu essen und sogar einen Freund, Freddy. Doch dann ist da auch noch dieses gruselige Ehepaar, das sie kaum aus den Augen lässt und Rätsel über Rätsel, die mit Winterhaus selbst zu tun haben.

Ich gehe nicht oft auf die Gestaltung eines Buches ein, wenn ich es also tue, hat das seinen Grund. Innerhalb der Geschichte finden sich viele Zeichnungen, die extrem gut auf die Handlung eingehen und auch der Schutzumschlag ist auf das Bild auf dem Cover abgestimmt. Hier passt alles.
Die Ähnlichkeiten von Elisabeth zu Harry Potter (elf Jahre, Waise, Onkel/Tante, Magie) enden genau damit. Sobald sie in Winterhaus ankommt, fühlt man sich ein bisschen zu Kerstin Giers Wolkenschloss versetzt vom Setting her. Winterhaus ist ein Hotel, in dem man gern Urlaub machen würde, egal ob Kind oder Erwachsener. Der Hauch von Magie und Rätseln ist interessant und gerade das einfache Codieren dürfte für Kinder spannend sein.
Dass ich hier nicht die volle Punktzahl gebe liegt nur daran, dass der letzte, überragende Kick mich nicht erreicht hat. Vielleicht war die Geschichte für mich ein bisschen zu vorhersehbar, das weiß ich nicht. Auf jeden Fall ist sie eine schöne Vorweihnachtslektüre, ob für jung oder alt.

Veröffentlicht am 08.12.2018

Grafenblick

Muttertag (Ein Bodenstein-Kirchhoff-Krimi 9)
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Als ein alter Mann tot aufgefunden wird, sieht es auf den ersten Blick nach häuslichen Unfall aus. Unangenehm nur, als im Hundezwinger plötzlich die Überreste von drei Leichen gefunden werden und die Frau ...

Als ein alter Mann tot aufgefunden wird, sieht es auf den ersten Blick nach häuslichen Unfall aus. Unangenehm nur, als im Hundezwinger plötzlich die Überreste von drei Leichen gefunden werden und die Frau des Alten ist unter ungeklärten Umständen vor vielen Jahren verschwunden. Haben es Pia Sander und Oliver von Bodenstein mit einem soeben gestorbenen Serienkiller zu tun? Doch dann graben sie tiefer in der Vergangenheit des Toten und stellen fest, dass er und seine Frau früher Kinder aus Waisenhäusern aufgenommen haben und dass damals nicht alles mit rechten Dingen zuging. Ist es Zufall, dass es immer um den Muttertag herum tote Frauen gab? Und dann verschwindet Pias Schwester und der nächste Muttertag nähert sich mit großen Schritten.

Der Anfang war direkt noch spannend mit der Auffindesituation des Alten und der Beschreibung, was dann gefunden wird. Aber als die eigentliche Ermittlung anfängt, geht die Spannung völlig flöten. Ich weiß es ja zu schätzen, wenn auch die Polizisten sich weiterentwickeln sollen, aber zu viel Persönliches nimmt halt einfach die Fahrt aus einer Geschichte. Und der Nebenstrang mit Fiona und den Ärztinnen hätte man bedeutend kürzer halten müssen; es wäre völlig ausreichend gewesen, das im Laufe der Ermittlungen herauszubekommen. Reine Seitenschinderei für nichts. Was mir schon beim letzten Buch unangenehm aufgefallen ist: Die Autorin ist sehr in ihren Protagonisten von Bodenstein verliebt. Der kann nichts falsch machen, ist immer edel und gut und wenn er seinen Grafenblick aufsetzt, schmelzen alle Frauen dahin. Im Gegensatz dazu sind Ossis einfach schmuddlig und Assis und leben in Sozialbrennpunkten. Wozu der Profiler eingeführt wurde, blieb bis zuletzt ein Rätsel. Seine Analysen hatte er glatt aus einer Frauenzeitschrift beim Zahnarzt und die Erkenntnisse, die er zog, hatten sich vorher schon mehrmals ergeben. Auf die arroganten Sprüche von Bodenstein und Sander in Bezug auf die Notlage (oder nicht) der ermordeten Frauen hätte ich dann auch sehr gut verzichten können, es sorgte nicht gerade für einen Sympathieaufschwung. Völlig sinnlos erschien der letzte Teil. Ein Megahacker legt alles lahm, der nächste Megahacker, der übrigens mal eben so an der Hand wartet, lässt diesen Handlungsstrang als völligen Quatsch dastehen. Vielleicht wäre für den "Showdown" weniger mehr gewesen - obwohl das für das gesamte Buch gilt. Einfach mal weniger Handlung, dafür stringenter durchdacht.