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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.10.2018

Schurkenbündnis

Oscar Wilde & Mycroft Holmes - Folge 17
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Oscar Wilde erwacht nach einer drogenumnebelten Nacht (die mal so eben drei Tage dauerte) in einer Opiumhöhle und wird gerade noch Zeuge, wie der Besitzer derselben umgebracht wird. Die Art und Weise, ...

Oscar Wilde erwacht nach einer drogenumnebelten Nacht (die mal so eben drei Tage dauerte) in einer Opiumhöhle und wird gerade noch Zeuge, wie der Besitzer derselben umgebracht wird. Die Art und Weise, wie der Mörder vorgeht, erinnert Holmes an etwas aus seiner Zeit in Indien - etwas, das ihm große Angst macht. Doch wie üblich beantwortet er keine Fragen seines von ihm in den Dienst der Krone gezwungenen Agenten, sondern schickt ihn stattdessen zu Hawthorne, der ebenfalls seit einiger Zeit abgängig ist. Aus guten Gründen, wie es sich herausstellt. Hawthorne hat sich in seinem eigenen Haus verbarrikadiert, um eine Sekte aus Indien fernzuhalten - und doch nützt ihm das nichts. Wilde und er geraten in die Fänge der Thugs, deren Anführer sich mit dem Zirkel der Sieben verbünden will ...

Wie üblich mittlerweile zeichnet sich auch dieser Teil der Reihe durch grobe Logikfehler aus, aber immerhin ist er mal wieder spannend und die Sprecher haben wieder richtig Lust drauf. Hoffentlich ein Zeichen, dass es sich einem Ende nähert, das diesen Namen auch verdient hat. Der Zirkel hat keinen großen Auftritt, aber immerhin darf er mal wieder mitmischen, das lässt möglicherweise den Schluss zu, dass er endlich etwas Ernsthaftes gegen das Empire plant und es langsam auf den Showdown zugeht. Ich habe mich seit langem nicht mehr durchgehend während des Hörens geärgert, was ich sehr positiv bewerte.

Veröffentlicht am 17.10.2018

Back To Mad

Hidden Legacy - Tanz des Feuers
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Vor zwei Monaten hat Nevada mit dem irren Milliardär die Stadt gerettet, seitdem hat sie nichts mehr von ihm gehört. Zum Glück kommt ein neuer Auftrag ins Haus. Jemand, den sie bereits flüchtig von dem ...

Vor zwei Monaten hat Nevada mit dem irren Milliardär die Stadt gerettet, seitdem hat sie nichts mehr von ihm gehört. Zum Glück kommt ein neuer Auftrag ins Haus. Jemand, den sie bereits flüchtig von dem vorherigen Fall kennt, beauftragt sie, den Mord an seiner Frau zu untersuchen. Zuerst möchte sie ablehnen, denn wenn Nevada das tut, wird nicht nur ihre Agentur zum Spielball vieler Mächte - auch ihre Familie gerät ins Fadenkreuz. Doch als sich auch noch der Besitzer ihrer Agentur und Mad Rogan einmischen, bleibt ihr kaum etwas anderes übrig, zumal die Funken bereits wieder zwischen ihr und dem irren Milliardär sprühen - und nicht nur im übertragenen Sinne. Jemand löscht systematisch Zeugen und mögliche Beobachter einer Transaktion aus, und Nevada und Mad sind wieder einmal mitten drin. Geht doch auch nichts über ein bisschen persönliche Gründe, um jemanden ans Bein zu pinkeln ...

Wie üblich besticht das schreibende Ehepaar durch locker-lässige Dialoge, einen geschliffenen Schreibstil und eine megatoughe Heldin. Die Gefahr ist wieder extrem groß, doch der Zusammenhalt gerade in der Familie ist ungebrochen und nur weil eine kleine Armee auf das Hauptquartier losgeht, ist das noch lange kein Grund, großartig in Panik zu verfallen. Es gibt neue Geheimnisse, neue Erkenntnisse und neue Gaben - und nicht zu vergessen: neue Feinde. Aber auch Bekannte, die sich bisher nicht gerade durch Ehrenrührigkeit auszeichnen, entpuppen sich plötzlich als Verbündete, und der Einzige, der sich in seiner Arschi...keit treu bleibt, ist Mad Rogan. Aber da ich ihn schon im ersten Teil nicht leiden konnte, tut das hier nichts zur Sache. Schade, dass Nevada ihn nicht auf den Mond schießt, aber ich warte trotzdem gespannt auf den nächsten Band der Reihe.

Veröffentlicht am 09.10.2018

Märchenhaft

Die Sprache der Dornen
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Vorneweg: Ich bin eigentlich kein Freund von Märchen. Eigentlich. Denn uneigentlich bin ich ein großer Fan der Krähendilogie und auch Grischa fand ich zum Großteil ganz gut. Deshalb ist es wohl auch nicht ...

Vorneweg: Ich bin eigentlich kein Freund von Märchen. Eigentlich. Denn uneigentlich bin ich ein großer Fan der Krähendilogie und auch Grischa fand ich zum Großteil ganz gut. Deshalb ist es wohl auch nicht verwunderlich, dass ich dieses Buch besitzen wollte, und ich bereue es nicht.
Eigentlich gehe ich auch nie auf die Aufmachung oder das Cover ein. Eigentlich.
Aber uneigentlich muss ich dazu doch mal ein paar Worte dalassen: Es ist genial. Nicht nur äußerlich schön gestaltet, auch im Inneren finden sich auf jeder Seite Zeichnungen, welche die Geschichte "untermalen" - vor allem, indem sie mit dem Fortlauf der Handlung auch immer neue Details hinzufügen.

Und hier also was zu den Märchen selbst. Hätte ich es nicht besser gewusst, ich hätte Stein und Bein geschworen, dass es sich niemals um neue handeln konnte. Sie sind so perfekt in der Sprache alter Märchen verfasst, ohne dabei zu sehr ins Schwülstige zu geraten, dabei auch mit sehr coolen Messages versehen. Nicht im Sinne von Walt Disney, dass alles gut wird. Und schon gar nicht im Sinne Chestertons, der behauptete, dass Märchen den Kindern beibringt, dass Drachen nicht nur existieren, sondern dass sie auch getötet werden können. (Fand das Zitat sowieso schon immer furchtbar arrogant - warum sollte man die armen Drachen töten?)

Nein, Bardugo erzählt uns davon, dass die wahren Drachen oder Monster nicht unbedingt wie welche aussehen, sondern im Gegenteil mit Schönheit und Samtzunge, und dass es oft genug die Drachen oder Monster sind, welche uns als einzige retten können. Und das ist eine viel, viel bessere Message, welche man mitgeben kann. Richtig schön auch, dass man die verschiedenen "länderspezifischen" Unterschiede bei den Märchen mitbekommt, die aus Rawka, Kerch, Semeni und Fjerda stammen und man zwar die Einflüsse bereits existierender Geschichten spürt, aber auch ganz genau merkt, wie viel Eigenleistung in sie gesteckt wurde. Rundum eine dicke, fette Empfehlung - für Kinder, Kindgebliebene, Junge, Alte und alle dazwischen.

Veröffentlicht am 08.10.2018

Happy Feet

Unverfrorene Freunde
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Pinguine sind niedlich. An Land watscheln sie scheinbar tollpatschig umher, im Wasser sind sie wahre Meister der Schwimm- und Tauchkunst. Klemens Pütz (mal ehrlich, mit so einem Namen kann man eigentlich ...

Pinguine sind niedlich. An Land watscheln sie scheinbar tollpatschig umher, im Wasser sind sie wahre Meister der Schwimm- und Tauchkunst. Klemens Pütz (mal ehrlich, mit so einem Namen kann man eigentlich nur Pirat oder Pinguinforscher werden) beschäftigt sich schon den Großteil seines Lebens mit diesen drolligen, flugunfähigen Vögeln und er erzählt auf locker-lässige Weise davon. Auf witzige Weise erhält man in diesem Buch Einblick in die Lebensweise verschiedener Pinguinarten, die nicht nur in den eisigsten Gebieten der Antarktis leben - was übrigens der Grund ist, warum sich Pinguine und Eisbären nie in die Quere kommen, die großen weißen Raubtiere wohnen in der Arktis - sondern auch in Südafrika, Südgeorgien, Neuseeland und Südamerika.

Dabei legen die Tiere unglaubliche Strecken zurück, bis zu 25.000 km, und je nach Gebiet und Art des Pinguins haben sie völlig unterschiedliche Methoden, an die Aufzucht ihrer Jungen heranzugehen oder ihr Futter zu fangen. Pütz legt hier kein trockenes Sachbuch vor, ganz oft merkt man, wie sehr er die Frackträger mag, dass er liebevoll von ihren Macken berichtet und wie sehr im diese Vögel am Herzen liegt. Gleichzeitig ist das Buch auch ein Appell an Umwelt- und Tierschutz, worin er sich ebenfalls engagiert. Bilder der Burschen im perfekt von der Natur entwickelten Tauchanzug runden das Ganze ab und machen diese Lektüre nicht nur zu einer informativen, sondern wirklich spannenden und und interessanten.

Veröffentlicht am 08.10.2018

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Die Vereinten
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Könnte Spoiler zu Teil 1 enthalten, bitte nicht lesen, wenn ihr diesen nicht kennt.

Plötzlich ist Rain keine Ausgestoßene, kein Ghost mehr, sondern eine Perfekte und als solche lebt sie in Hope. Mehr ...

Könnte Spoiler zu Teil 1 enthalten, bitte nicht lesen, wenn ihr diesen nicht kennt.

Plötzlich ist Rain keine Ausgestoßene, kein Ghost mehr, sondern eine Perfekte und als solche lebt sie in Hope. Mehr und mehr empfindet sie ihr Leben mit Dienern und all den politischen Verpflichtungen wegen ihres leiblichen Vaters Tiberius als goldenen Käfig, und natürlich wird sie noch immer von ihrer Trauer um Storm überwältigt. Doch die Spines mögen zwar sowohl Bolt als auch die letzte Schlacht verloren haben, den Kampf haben sie nicht aufgegeben. Immer wieder kommt es zu Scharmützeln und auch Lark wird wieder in Intrigen auf beiden Seiten reingezogen. Doch plötzlich nähert sich eine Bedrohung von außerhalb Hopes, und sowohl die Perfekten als auch die "normalen" Menschen müssen erkennen, dass es Feinde gibt, die man nicht auf die übliche Weise bekämpfen kann.

Sehr, sehr gut finde ich, dass man immer wieder Parallelen zu uns und unserer heutigen Zeit ziehen kann. Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzung, Hass auf andere werden stark thematisiert, ohne den Zeigefinger zu heben, ein Spiegel unserer Gesellschaft. Weniger gefiel mir, dass plötzlich die Rebellen alle als durchgeknallte Spinner dargestellt wurden und die Perfekten mehr so als "na ja, so schlimm sind sie ja gar nicht". Das nahm mir einen Teil der Sympathie für das Buch, denn meiner Meinung nach hatten die Spines mehr als gute Gründe für das, was sie taten. Stellt euch vor, ihr lest die Hunger Games und in Buch 3 heißt es plötzlich, die Distrikte sind alles Irre, während Präsident Snow ja eigentlich ein liebenswerter Fernsehonkel ist - ein wenig überspitzt, aber so ähnlich empfand ich es hier. Auch das Ende hätte meiner Meinung nach gern ein wenig mehr ausgearbeitet werden können; andererseits hat man so die Möglichkeit, sich selbst noch ein wenig damit zu beschäftigen. Alles in allem ist es ein gutes Buch mit kleinen Schwächen, die Dilogie habe ich gern gelesen.

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