Ashley hat Glück, denn sie erhält ein Stipendium für die Neveah University. Weniger Glück hat sie mit ihrem Stiefbruder und seinen Freunden. Ihre Mutter hat den reichsten Mann der Welt geheiratet und daher muss sie sich jetzt mit dem heißen Nate und seinen noch heißeren Homies rumärgern. Dann wird sie auch noch mehr oder weniger gezwungen, in die Devil's Backbone Society einzutreten, es gibt ein paar Tote, aber ach, wen stört's, Hauptsache, die heißesten Typen der Uni sind zwar scharf auf Ashley, behandeln sie aber dauernd wie Dreck, entführen sie, misshandeln sie und beschimpfen sie als Hre und Ntte, aber wen stört's, das kommt doch in den besten Familien vor - oder?
Was war ich lesend? Wieso hat dieses Buch so viele gute Bewertungen? Was stimmt mit den Charakteren hier nicht? Was zum Teufel einfach nur?! Ashley als Protagonistin hätte cool sein können, eigentlich. Wenn sie nicht sofort ihre letzte Gehirnzelle verlieren würde, sobald ein gutaussehender Dude auch nur in ihre Richtung atmet. Dann mutiert sie zu einer rossigen Stute, die jedem Hengst ihr Hinterteil präsentiert. Und oh, ein Typ behauptet gegenüber seinen Freunden, dass sie für ihn für ein paar tausend Dollar die Beine breit gemacht hat? Na, nicht so schlimm. Er sieht sooooooo hot aus, den nehme ich erst als Fake-Freund und dann als richtigen. Oder doch nicht so ganz als richtigen, denn seine A...lochfreunde sind ja ebenfalls megaheiß, mit denen muss auch erstmal in die Kiste gehopst werden (meistens ohne Kiste). Dass jeder sie als Schlampe von den Typen bezeichnet, ist überhaupt nicht schlimm.
Cool auch die Mutter und ihr neuer Stiefvater. Einmal ist Ashley wirklich traumatisiert nach einem Erlebnis, für dass sie diese A...lochtypen verantwortlich macht. Mutter und Stepdad haben nichts Besseres zu tun, als eben diese Typen dem traumatisierten Mädchen gegenüberzustellen und zu sagen: Ach, das waren die nicht. Alles halb so schlimm. Na dann. Weiter im Text. Wo ist die nächste Kiste? Oder Wand? Oder Tisch? Und wen stören schon Tote auf der Straße und Blut an den Händen des gerade eben Lovers? Das Mädel läuft aus, es braucht Spice im Leben! Ein geköpfter Mann im Bett? No problem. Same same but different. Überhaupt. Der Teufel mag ein Rückgrat haben in dieser Society, Ashley hat keines. Wenn mich jemand ständig als H*re bezeichnet, wäre mir egal, wie gut derjenige aussieht. Ich würde ihm vielleicht seine Balls zertreten, aber ganz gewiss nicht seinen fetten Dick an mich ranlassen. Wie abartig ist das bitte?
Die vier Dudes bezeichnen sich selbst übrigens als quasi Brüder, haben aber null Problem damit, die Freundinnen des jeweils anderen flachzulegen. Die gehen auch alle fremd, aber geshamed werden dann die jeweiligen Frauen. Alles klar. Coole Message. Nicht. Ich kann gar nicht sagen, wie sehr mich dieses Buch abgestoßen hat. Ich habe die ganze Zeit gehofft, dass Ashley mal aufwacht und sich dieser Typen entledigt oder dass die "geheimnisvolle Person im Hintergrund" mit dem Tagebuch das übernimmt, aber da wurde ich leider enttäuscht.
Das Ende habe ich gefeiert. Wird wohl leider nicht so ausgehen, wie es gerade aussieht, aber das, was ihrem Fake turned richtig oder nicht richtig Freund passiert ist, hoffe ich, wird auch den anderen Typen passieren. Das Buch hat bei mir wirklich Emotionen ausgelöst - Wut und Abscheu. Falls das beabsichtigt war, ist es natürlich eine 5-Sterne-Lektüre.