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Atti79

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.05.2022

Gnadenlos sarkastisch-witzige Abrechnung

New York und der Rest der Welt
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Ich muss zugeben, dass mir die Autorin bis dato nichts gesagt hat. Das hat sie jetzt aber mit ihrem sagenhaft scharfsinnig-witzigen Buch nachgeholt. Und wie! Jetzt weiß ich, dass Fran Lebowitz eine ganze ...

Ich muss zugeben, dass mir die Autorin bis dato nichts gesagt hat. Das hat sie jetzt aber mit ihrem sagenhaft scharfsinnig-witzigen Buch nachgeholt. Und wie! Jetzt weiß ich, dass Fran Lebowitz eine ganze Menge zu sagen hat. Und es macht unglaublich Spaß, ihr dabei „zuzuhören“, sprich, ihre Worte zu lesen.
Dazu muss ich sagen, dass ich durchaus gerne mal den Blick auf die Welt, Land und Leute durch andere Augen genieße. Dabei fallen nämlich oft Dinge auf, die einem selbst durchgehen oder die man eben völlig anders wahrnimmt. Spannend ist dabei für mich auch, wenn ich hier mal in eine ganz andere Sphäre eintauchen darf. Ich habe natürlich nichts mit dem Party- und Kulturleben von New Yorkern zu tun. Aber es hat schon seinen Grund, weshalb viele Unterhaltungsserien eben in Milieus spielen, denen der Großteil der Zuschauer eben nicht angehört.
Es macht definitiv Spaß, der Autorin bei ihren mitunter auch fast schon gnadenlosen Betrachtungen zu folgen. Dabei fällt aber auf, dass der Humor niemals zu kurz kommt und die Feder äußerst stilsicher zuschlägt. Sicherlich kommt die Erzählstimme und damit wohl auch Frau Lebowitz teilweise recht arrogant rüber. In meinen Augen gehört aber auch das zum Gesamtbild der Abrechnung. Bei vielen anderen Büchern, die humoristisch etwas aufs Korn nehmen, kann ich eine derartige Haltung nicht auf Dauer verzeihen und breche die Lektüre ab. Hier hat sich das zumindest für mich nicht als Stolperstein erwiesen, auch wenn ich als Leser nicht unbedingt immer auf der Seite der Autorin war oder diese unbedingt sympathisch fand. Womöglich liegt dieser Umstand daran, dass ich einer wohl in ihrem Bereich schon fast zur Ikone gewordenen Figur völlig abnehme, dass sie weiß, wovon sie spricht. Hilfreich ist aber auf jeden Fall, immer mal wieder eine Pause einzulegen zwischen den Essays.
Fazit: Für mich ein sehr spaßiger und kurzweiliger Lesetripp. Wer es sarkastisch mag, ist hier gut aufgehoben.

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Veröffentlicht am 21.05.2022

Uneitel und voller Begeisterung für die Welt der Bücher!

Papyrus
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Ein Buch über Bücher? Weltgeschichte anhand des Mediums und großer Werke erfahren? Mich hat das schon damals an der Uni sehr fasziniert, wenn es auch große Unterschiede bei der Aufbereitung des Themas ...

Ein Buch über Bücher? Weltgeschichte anhand des Mediums und großer Werke erfahren? Mich hat das schon damals an der Uni sehr fasziniert, wenn es auch große Unterschiede bei der Aufbereitung des Themas gab. Manche Autoren haben es verstanden, einen guten Überblick zu geben, aber man konnte sich wenig vorstellen, bei anderen ist man regelrecht in die damalige Welt eingetaucht. Umso mehr hat mich Papyrus interessiert und ich wurde nicht enttäuscht:
Der Autorin merkt man jederzeit ihre Begeisterung für die Welt der Bücher an. Ich habe mich tatsächlich an meine Studienzeit erinnert gefühlt, wenn mal eine Vorlesung eben nicht langweiliges Herunterrasseln von Fakten war, sondern der Dozent gebrannt hat und allein damit fesseln konnte. Exakt so ist es mit Papyrus! Und eben wie diese gleichfalls begeisterten und begeisternden Vorlesungen damals begleitet man hier die Autorin durch den einen oder anderen Exkurs. Manchmal mag man sich fragen, ob das noch zum Thema gehört, aber uninteressant wird es auf keiner einzigen Seite. Mich persönlich stört auch nicht, dass der Fokus eher auf der Antike liegt, eine Vorliebe der Autorin.
Ebenfalls ein Punkt, der mir während des Studiums immer wieder im Positiven wie im Negativen begegnet ist: Es gibt keinen Grund, extra kompliziert zu schreiben! So ist der Schreibstil im vorliegenden Buch wunderbar einfach gehalten, ohne dabei beliebig zu werden. Die Autorin schafft es somit, das Wissen unterhaltsam an den Leser zu bringen.
Fazit: Absolute Leseempfehlung für alle, die sich für das Thema interessieren oder auch nur neugierig sind, in die Welt des Buchs abzutauchen.

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Veröffentlicht am 21.05.2022

Sehr aufschlussreiche Lektüre mit fast schon erdrückendem Thema und einer Prise Humor

Die Diplomatin
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Mich hat vor allem das Thema Diplomatie interessiert. Natürlich darf man nicht vergessen, dass es sich hier um einen politischen Roman handelt, also die Unterhaltung eigentlich im Vordergrund steht. Unterhalten ...

Mich hat vor allem das Thema Diplomatie interessiert. Natürlich darf man nicht vergessen, dass es sich hier um einen politischen Roman handelt, also die Unterhaltung eigentlich im Vordergrund steht. Unterhalten hab ich mich auf jeden Fall gefühlt, weil ich die Einblicke sehr interessant fand. Bislang hatte ich eher nur eine vage Vorstellung, was Diplomaten denn so zu tun haben. Und ja, man ahnt auch, dass es vor allem die Funktion als Aushängeschild ist. Übertragen auf die Wirklichkeit, was ja nun momentan auch brandaktuell ist, ergibt sich da beim Lesen durchaus ein recht beklemmendes Gefühl, wenn man sich vorstellt, dass die Diplomatie eben oft auch Machtlosigkeit ist und man im Angesicht von schwierigen Entwicklungen mehr oder weniger hilfloser Zuschauer bleibt.
Das alles kommt sehr gut rüber und macht auch neugierig, vielleicht etwas tiefer in das Thema einzudringen. Für einen Roman, der sich dank des flüssigen Schreibstils der Autorin sehr angenehm liest, ist das so aber genau richtig. Perfekt in meinen Augen ist hier der trockene Humor der Protagonistin gelungen, was eben auch den Unterhaltungswert steigert und dem teils doch schon erdrückenden Vorgängen, die man nicht zuletzt auch aus den Nachrichten kennt, die Härte nimmt.
Nichtsdestotrotz handelt es sich hier um ein kritisches, ernstes und in meinen Augen wirklich auch mutiges Buch, das mir rundum gefallen hat!

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Veröffentlicht am 06.03.2022

Suche nach Liebe, Glück, Leben …

Love in the Big City
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Anfangs hat mir das Cover nicht so gefallen, weil ich da etwas anderes erwartet habe. Aber das Buch in der Hand ist wirklich schön gestaltet und nach Lektüre empfinde ich alles als sehr stimmig.
Gleich ...

Anfangs hat mir das Cover nicht so gefallen, weil ich da etwas anderes erwartet habe. Aber das Buch in der Hand ist wirklich schön gestaltet und nach Lektüre empfinde ich alles als sehr stimmig.
Gleich zu Beginn fällt der irgendwie recht abgeklärte Ich-Erzähler mit seinem teils bissigen Humor auf. Das kam bei mir nicht immer sympathisch rüber, war aber dennoch in der Betrachtung der Welt unterhaltsam. Aufgefangen wird das spitze Mundwerk durch den weichen Kern unter der rauen Schale. Und das wiederum hat mich in den vier Episoden mit den sentimentalen Rückblenden ganz für das Buch eingenommen. So ist das vielleicht mit Love in the Big City: Da geht es oft etwas ruppiger zu, aber unter der Oberfläche sind sie dann doch zu finden, sie zärtlichen Gefühle. Und ja, das kommt teils turbulent und vielleicht auch ein bisschen naiv daher, jung und ungestüm, nicht immer ganz so nachvollziehbar, wenn man schon etwas reifer ist, aber auf jeden Fall spaßig, unterhaltsam und ja, auch berührend.
Ein schönes, witziges, ergreifendes Buch, das seinen Ich-Erzähler auf der Suche nach Glück, Liebe und sich selbst begleitet. Hat mir wirklich sehr gut gefallen!

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Veröffentlicht am 21.02.2022

Kindgerechte Wissensvermittlung, tolle Illustrationen, auch mit ernsten Themen

Der Blauwal
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Bereits beim ersten Einblick ist mir die liebevolle Gestaltung des Buchs aufgefallen. Die Illustrationen sind wirklich sehr toll gelungen und bilden die Wale realistisch und dennoch gut für Kinderaugen ...

Bereits beim ersten Einblick ist mir die liebevolle Gestaltung des Buchs aufgefallen. Die Illustrationen sind wirklich sehr toll gelungen und bilden die Wale realistisch und dennoch gut für Kinderaugen ab. Mir gefällt auch die kindgerechte Wissensvermittlung sehr gut. Die Geschichte des Wals allgemein gestartet beim Baby-Wal ist natürlich gerade für die Kleinen faszinierend. Es ist immer wichtig, dass es auch Babys gibt. Hier ist gerade für jüngere Zuhörer beim Vorlesen üblicherweise auch ein Vergleich zur eigenen Geburt naheliegend. Entsprechend schwierig finde ich dann vor allem eben für Kinder unterhalb der Altersempfehlung das Thema Walfang. Grundsätzlich ist es gut, dass das ebenso wie der Umweltschutz nicht ausgeklammert wird. Es obliegt dann in dem Fall dem Vorleser, eine Auswahl zu treffen. Die Illustrationen an dieser Stelle lassen das sehr gut zu, da diese ohne erklärungsbedürftige Bilder von Fangszenen auskommen. Ich möchte jetzt nicht so genau sagen, dass die Bebilderung an den Stellen nicht so spannend ist, weil es ist in meinen Augen genau richtig so. Ab einem höheren Alter kann man auch diese Kapitel dann gut rüberbringen und erklären. Vorerst überspringe ich das bei einem Fünfjährigen. Und doch ist das Buch auch in diesem Alter der Hit und die Wale versprühen wie erwartet ihre Faszination. Von meiner und auch von Kinderseite eine absolute Empfehlung.

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