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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2018

Emotionale Geschichte, die mich nicht ganz erreichen konnte

Nichts ist gut. Ohne dich.
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Jana und Leander haben sich seit 6 Jahren nicht mehr gesehen, doch an diesem schicksalhaften Tag steht er plötzlich in der Buchhandlung vor ihr und auch wenn die vertrauten Erinnerungen und Gefühle schlagartig ...

Jana und Leander haben sich seit 6 Jahren nicht mehr gesehen, doch an diesem schicksalhaften Tag steht er plötzlich in der Buchhandlung vor ihr und auch wenn die vertrauten Erinnerungen und Gefühle schlagartig wieder auftauchen, ist es nicht mehr so wie früher. Zu viel Leid, Schuld und Trauer liegen über beide, wie ein dunkler Schatten, der sie auf Schritt und Tritt verfolgt. Trotz der schwierigen Umstände können sie nicht voneinander lassen und versuchen eine Annäherung, bis die Vergangenheit sie einholt...

Die schwierige Situationen zwischen Leander und Jana kommt in der angespannten Atmosphäre zwischen den beiden sehr gut zur Geltung und nach einigen Flashbacks, die vergangenen Geschehnisse betreffend, die sie damals äußerst plötzlich und schmerzhaft getrennt haben, erfährt man mehr über den Bruch. Die damit verbundenen Gefühle der beiden, aber auch der Familien, sind hervorragend ausgearbeitet und man kann richtig mitfühlen und die Handlungen teils nachvollziehen. Leander und seine Mutter sind zwei herzensgute und aufrichtige Charaktere, die mir ans Herz gewachsen sind. Besonders Leanders Mutter ist so weise und tiefgründig, dass es viel Spaß gemacht Szenen mit ihr zu lesen. Leander ist sehr empathisch und altruistisch und setzt sich sehr für seine Mitmenschen ein, wenn sie Hilfe benötigen. Seine Mitbewohner sind super amüsant, besonders Max hat es mir angetan, steckt doch so viel mehr hinter ihm, als in dieses kurzen Ausschnitte deutlich wird. Jana ist für mich leider etwas Blass geblieben. Man kann ihre innere Zerrissenheit, zwischen ihren wahren Gefühlen und den Erwartungen von außen, deutlich spüren, da sie gut verdeutlicht werden. Durch ihre Handlungen oder Ansichten konnte sie mich allerdings nicht überzeugen und ich weiß nicht so recht wie ich sie einschätzen kann. Das was mir gefehlt hat, sind die tiefgründigen Gefühle und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Janas und Leanders Interaktionen erinnern an einen Eiertanz, der anfangs durchaus seine Legitimation hat, später allerdings mehr an eine zwingend notwendige Vermeidungsstrategie erinnert, die beide nicht in ihrer komplizierten Beziehung weiter bringt, sondern sie auf einer Stelle stehen bleiben lässt. Die Entwicklung fehlte mir hier, ebenso die gemeinsame Diskussion und Verarbeitung des Geschehenen. Dadurch ist leider auch viel an Emotionen und Glaubhaftigkeit verloren gegangen, die gegen Ende zwar noch intensiv auftreten, allerdings etwas zu spät und zu schnell abgehandelt werden.

Eine schwierige Thematik einfühlsam, herzzerreißend und emotional erzählt, allerdings mit zu geringer Tiefgründigkeit und geringer Charakterentwicklung einhergehend.

Veröffentlicht am 28.04.2018

Schwieriges Thema locker und unterhaltsam aufbereitet

Mein Sommer auf dem Mond
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Basti, Fritzi, Tim und Sarah haben eines gemeinsam. Sie alle befinden sich in den Sommerferien auf der Insel Rügen in einem Therapiezentrum für Jugendliche mit psychischen Problemen. Da sie zu viert auf ...

Basti, Fritzi, Tim und Sarah haben eines gemeinsam. Sie alle befinden sich in den Sommerferien auf der Insel Rügen in einem Therapiezentrum für Jugendliche mit psychischen Problemen. Da sie zu viert auf einer Etage leben, bilden sie die Gruppe der Astronauten und erleben durch verschiedene Aktivitäten Höhen und Tiefen. Dabei kommen sie sich näher und erfahren was sich hinter dem coolen, lässigen Tim, hinter der total verschüchterten Sarah, hinter der schlagfertigen Fritzi und dem alles ins Lustige ziehenden Bastian verbirgt.

Nach und nach lernt man die Protagonisten kennen. Vor allem aus Bastians und Fritzis Sicht sind die Kapitel geschildert und auch wenn nicht augenscheinlich ist, weswegen sie in der Einrichtung sind, so kann man Vermutungen anstellen und mit dem Fortschreiten des Buches erfährt man mehr über ihre Leben und über einschneidende Ereignisse, die alles verändert haben. Der Schreibstil ist recht flüssig zu lesen, dennoch hat mich etwas aus unerklärlichen Gründen an dem Stil gestört. Jedes Kapitel enthält in der Unterüberschrift eine fiktive Figur ( z.B. Harry Potter, Darth Vaider), die in irgendeiner Weise in dem jeweiligen Kapitel auftaucht und die ein oder andere Rolle spielt. Das ist teils ganz auflockernd, aber mich hat's nach einer Weile gestört und mit einigen Figuren konnte ich auch nichts anfangen, da sie mir schlicht unbekannt waren. Eine ganz nette Idee, aber überzeugen konnte sie mich nicht. Nach einigen Anfangsschwierigkeiten lernen sich die vier Protagonisten kennen und die Beziehung der vier verstärkt sich und es wird eine Progression deutlich. Das ist ja schön und gut, aber nach nur zwei Wochen, in denen sie sich kennen, sind sie schon die besten Freunde und kennen einander besser als ihre "anderen Freunde". Zum einen ist dies nachvollziehbar, weil sie dort nicht verstellen (müssen), auch wenn sie sich anfangs verstellen und verleugnen, dann aber ehrlich und aufrichtig sind. Dennoch finde ich das alles viel zu schnell und dadurch wirkte es unglaubwürdig und gestellt. Zudem habe ich mich gefragt warum es so wenige bis keine Therapieangebote gibt bzw. warum diese nicht beschrieben wurden. Es geht die meiste Zeit um die vier, die zusammen die ein oder andere therapeutische Maßnahme erleben, aber sonst bleiben sie eher sich selbst überlassen, als existiere sonst niemand außer ihnen. Es entwickelt sich eine gute Freundschaft zwischen ihnen, aber die Entwicklung hinsichtlich ihrer Erkrankungen war für mich viel zu wenig beschrieben und dargestellt. Es wirkte beinahe so, als würden sie sich durch ihre Freundschaft gegenseitig therapieren und bei mir kam leider wenig bis kaum das Gefühl auf, dass sie wirklich unter den Erkrankungen leiden, mit Ausnahme von Basti, der schon Schlimmes durchstehen musste. Bei den anderen fehlten mir tiefgreifendere Gefühle, die sich für mich so leider nicht (vollständig) nachvollziehen ließen. So richtig mitfühlen konnte ich leider nicht.

Die Thematik ist interessant und einige Sätze sind wirklich Gold wert, weil deren Inhalte offensichtlich sind, aber doch oft ignoriert oder nicht beachtet werden. Aufgrund der teils fehlenden Entwicklung, hinsichtlich der psychischen Erkrankungen, und der Schnelllebigkeit der Handlungen, konnte mich die Geschichte nicht ganz überzeugen und begeistern.

Veröffentlicht am 26.04.2018

Toller Auftakt einer außergewöhnlichen Reihe!

Palace of Glass - Die Wächterin
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Rea lebt in einer Welt, in der Berührungen strengstens verboten sind und Überschreitungen eindrücklich geahndet und schwer bestraft werden. Grund dafür sind die zahlreichen Befürchtungen vor den sogenannten ...

Rea lebt in einer Welt, in der Berührungen strengstens verboten sind und Überschreitungen eindrücklich geahndet und schwer bestraft werden. Grund dafür sind die zahlreichen Befürchtungen vor den sogenannten Magdalenen, die, je nach Ausprägung, Gedanken und Gefühle anderer beeinflussen und manipulieren können. Vor allem das englische Königshaus hat eine sehr prägnante Einstellung zu diesen als minderwertig betrachteten Magdalenen. Rea ist eine von ihnen und muss sich Tag für Tag, Nacht für Nacht vor dem Verlangen andere berühren zu wollen, als Hautgier bzw. Geistgier bezeichnet, hüten und ihre Anonymität wahren, damit sie nicht das gleiche Schicksal erleidet wie ihre Mutter. Durch ihre geheimen Fähigkeiten und kämpferischen Fertigkeiten wird sie vom Geheimdienst der königlichen Familie beauftragt als Leibwächterin des Prinzen zu arbeiten. Doch dabei begibt sie sich direkt in die Höhle des Löwen und jeder Fehler könnte ihr teuer zu stehen kommen.

Die Welt spielt eigentlich in der Zukunft und könnte als dystopisch betrachtet werden, wenngleich die magischen Elemente eher an eine Fantasygeschichte und der Lebensstil eher an die letzten Jahrhunderte erinnern. Diese bunte und für mich neuartige Mischung von Genres und geschichtlichen Elementen hat mich sehr gereizt und ich wollte das Buch unbedingt lesen. Das Verbot von Berührungen ist eine grandiose Idee, auch wenn mir viele alltägliche Situationen schwer vorstellbar schienen, so ganz ohne Berührungen. Daneben ist der Kleidungsstil ein ganz sittsamer und züchtiger. Jede Kleinigkeit wird schwer bestraft.
Rea ist ein starker Charakter, auch wenn sie mir manchmal zu schwammig und nicht greifbar erschien und ich ab und zu Probleme hatte ihren Taten und Gedanken zu folgen. Viele der anderen Charaktere wie die Franzosen und letztlich auch der Prinz haben mir immer besser gefallen, da sie sich nicht penibel auf Vorschriften und Regeln versteifen, sondern der Situation angemessen reagieren, auch wenn dabei die ein oder andere Berührung zu Stande kommt Sie sind wie eine zweite Familie für Rea geworden und ich habe sie lieb gewonnen. Die Einführungen in die neuartige Welt und dann der langsame Anstieg der Spannung bis hin zur Verschwörungen erfolgten im perfekten Tempo. Im letzten Drittel passiert dann noch so unfassbar viel Aufregendes, dass ich nicht mehr aufhören konnte zu lesen. Es ist einfach genial und was ganz Neues. Etwas Unglaubwürdig und Plötzlich empfand ich die sich rasant entwickelnde Liebesgeschichte, aber es hat trotzdem gepasst und für viel Furore gesorgt. Von Rea kann man noch viel Großartiges erwarten und ich bin mir sicher, dass sie dieses System revolutionieren wird ;)

Brillanter Auftakt mit einer einzigartigen, gefühlvollen und rasanten Mischung aus Dystopie und Historischem!

Veröffentlicht am 25.04.2018

Über die Wichtigkeit der Bienen

Die Geschichte der Bienen
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Die junge Mutter Tao, der ehrgeizige Naturforscher William und der aufrichtige George. Sie alle verbindet in irgendeiner Form die Geschichte und das Dasein der Bienen mit ihrem eigenen Leben. Während der ...

Die junge Mutter Tao, der ehrgeizige Naturforscher William und der aufrichtige George. Sie alle verbindet in irgendeiner Form die Geschichte und das Dasein der Bienen mit ihrem eigenen Leben. Während der nach Höherem strebende William sich in seinem Leben nach Erleuchtung und Erfolg sehnt und einen neuartigen Bienenstock erfindet, kämpft George viele Jahre später, in der heutigen Zeit, gegen das Aussterben der Bienen. Weitere Jahrzehnte später ist das worst case Szenario eingetreten und Tao muss, wie viele andere Menschen in China, die Blüten der Nutzpflanzen per Hand bestäuben. Die Bienen sind fort und damit ist die Versorgung mit Grundnahrungsmitteln in unmittelbarer Gefahr.

Die Geschichte ist in stetigem Wechsel aus drei verschiedenen Sichtweisen, in drei unterschiedlichen zeitlichen Epochen geschrieben, die anschaulich den Verfall und das Sterben der Bienen darstellen, bis sie eines Tages komplett verschwinden und die Menschheit in ein Chaos stürzen. Besonderen Wert wird dabei auf die Lebensmittelversorgung gelegt und wie fatal sich doch die fehlende Bestäubung der Bienen auswirken könnte. Jeder Charakter ist auf einzigartige Weise mit den Bienen verbunden, und wenn auch nur am Rande. Die Komplexität und Aussagekraft der kompletten Geschichte hat mich erstaunt und macht das Buch zu etwas Eindrucksvollem und Unvergesslichem. Gegenüber Tao habe ich die größte Distanz empfunden, auch wenn dies möglicherweise an der anderen Kultur liegen mag, die sich durch die Gemeinschaft und nicht durch das Individuum auszeichnet. Sie lebt in einer zukünftigen Welt, die Ähnlichkeit mit dystopischen gesellschaftlichen Strukturen hat, die sicherlich auch in der Ausnahmesituation begründet liegen. William denkt er könne großes schaffen, während er verzweifelt versucht seinen Sinn des Lebens nicht zu verlieren und allen zu zeigen was in ihm steckt. George lebt für die Imkerei und lehnt sich gegen moderne Vorschläge seiner Familie auf, liegt das Unternehmen doch seit Generationen in der Familie, deren Geschichte sich durch das ganze Buch zieht und den Licht am Ende eines dunklen Ganges erkennen lässt, wenn schon alles verloren scheint.

Eine eindrucksvolle, einprägsame Geschichte mit hoher Komplexität und einzigartigen Charakteren, deren Lebensgeschichte für viele andere Menschen eine entscheidende Rolle spielt.

Veröffentlicht am 23.04.2018

Hilfreiche zusätzlichen Kurzgeschichte

Magic Academy - Der dunkle Prinz
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Diese kurze Geschichte beschreibt die Kindheit von Prinz Darren und seinem Bruder, den Kronprinzen und liefert Erklärungen zu den Charakteren und wie sie zu dem wurden, was sie sind. Die Kindheit der beiden ...

Diese kurze Geschichte beschreibt die Kindheit von Prinz Darren und seinem Bruder, den Kronprinzen und liefert Erklärungen zu den Charakteren und wie sie zu dem wurden, was sie sind. Die Kindheit der beiden ist geprägt von Gewalt und Strenge, dabei konnte ich kaum nachvollziehen weswegen der König so grausam zu seinen Söhnen ist, bilden diese doch die königliche Grundlage für das weiterführende Herrschen dieser Familie. Die Beschreibungen sind oft unmenschlich und abscheulich und waren für mich definitiv viel zu gewalttätig, als das ich sie hätte genießen können. Berücksichtigt man die Erlebnisse, ist es teilweise überraschend, dass Darren doch noch so menschlich ist, ganz im Gegensatz zu seinem Bruder, der allerdings auch mehr einstecken musste. Andererseits haben Darrens Verbissenheit und seine strikte Vorstellung und Sichtweise auf seine magischen Fähigkeiten und die Akademie nachvollziehbare Gründe in der Bevorzugung seines Bruders in der Gegenwart und der Kindheit.

Alles in allem eine nette zusätzliche Kurzgeschichte zu Magic Academy, die allerdings zu viele zu detaillierte Situationen, die gezeichnet durch Gewalt und gnadenloser Brutalität sind,aus der Kindheit der königlichen Familie enthält.