Das Buch:
Es handelt sich bei diesem Buch um den ersten Teil der Reihe um das kleine Erdmännchen Tafiti. Es ist auf die Altersklasse ab 5 Jahren ausgelegt und zum Vorlesen oder auch zum ersten Selbstlesen ...
Das Buch:
Es handelt sich bei diesem Buch um den ersten Teil der Reihe um das kleine Erdmännchen Tafiti. Es ist auf die Altersklasse ab 5 Jahren ausgelegt und zum Vorlesen oder auch zum ersten Selbstlesen in der Schule geeignet. Im hinteren Teil gibt es ein paar Fragen zu den einzelnen Kapiteln, mit denen der Vor- oder Mitlesende prüfen kann, ob der kleine Zuhörer oder Leser den Inhalt des Buches erfasst hat.
Worum geht’s?
Tafiti ist eigentlich mit seinem Leben zufrieden, aber er ist auch furchtbar neugierig. Der Opapa erzählt immer die tollsten Geschichten vom Ur-ur-ur-ur-ur-Opapa, die in Tafiti das Reisefieber wecken. Und nicht zuletzt will er unbedingt wissen, wie das Ende der Welt dort hinter dem großen Hügel wohl aussieht. Also macht er sich auf den Weg...
Charaktere:
Tafiti ist ein kleines, neugieriges und vor allem gewitztes und kluges Erdmännchen. Er ist unerschrocken und auch wenn er nicht weiß, was ihn erwartet, ist seine Neugier groß genug, um wenigstens loszulaufen und zu schauen. Für ein Kinderbuch aus meiner Sicht genau der passende Charakter, denn auch Erdmännchen sind klein und können furchtbare Angst vor allen möglichen Gefahren haben. Dahinein kann sich ein Kinder sicherlich gut versetzen, weshalb der kleine Leser oder Zuhörer Tafiti einfach mögen muss.
Auf seiner Reise lernt Tafiti Pinsel kennen, ein Pinselohrschwein, das ebenso wie er einfach loslief, weil es mal schauen wollte, wie es im Süden so ist. Die beiden werden zu dicken Freunden, die sich gegenseitig helfen und so das Abenteuer bestehen können. Auch in Pinsel wird der kleine Leser einen Charakter haben, mit dem er sich identifizieren kann. Wer wünscht sich nicht einen großen Freund?
Ich glaube, in dem Alter ist es wichtig, dass der kleine Leser oder Zuhörer in der Geschichte einen (oder mehrere) Helden hat. Das ist hier absolut gegeben. Hinzu kommt, dass selbst „die Bösen“ eine Schwäche haben, die sie schon nicht mehr ganz so böse erscheinen lassen. Das gefällt mir sehr gut.
Eignung für Kinder:
Der Schreibstil ist dem Alter entsprechend. Die Schrift ist groß und einfach, weshalb Erstleser mit dem Buch sicherlich gut zurecht kommen dürften. Der Umfang von 80 Seiten mit vielen Bildern, auf denen die Geschichte quasi ein zweites Mal erzählt wird, wird die Lesemotiviation hoch halten, denke ich.
Die vielen farbigen Illustrationen sind liebevoll gestaltet. Beim Vorlesen kann man so mit dem zuhörenden Kind über das Gehörte sprechen und die Fragen am Ende des Buches ganz unauffällig einfließen lassen. Die Figuren sind mit ihren großen Augen und niedlichen Gesichtern perfekt für die Altersklasse.
Fazit:
Eine niedliche Geschichte zum Vor- und Selbstlesen, eine Geschichte um einen kleinen Helden und seinen Freund, in der das Gute natürlich siegt. 5 von 5 Sternen.
Das Buch:
Es handelt sich bei diesem Buch bereits um den 6. Teil der Alsterdetektive. Man kann ihn jedoch unabhängig von seinen Vorgängern lesen. Eigentlich soll das Projekt „Die Alsterdetektive“ den Schülern ...
Das Buch:
Es handelt sich bei diesem Buch bereits um den 6. Teil der Alsterdetektive. Man kann ihn jedoch unabhängig von seinen Vorgängern lesen. Eigentlich soll das Projekt „Die Alsterdetektive“ den Schülern der 4. Klassen in Hamburg ihre Stadt näher bringen, ihnen die Stadtbezirke, die Hamburgische Bürgerschaft und ihre Arbeitsweise erklären, zeigen, wie Politik funktioniert, wie sie selbst etwas tun können usw. Dies alles wird jeweils in einem altersgerechten Kinderkrimi amüsant und aufschlussreich mit vielen Aha-Effekten umgesetzt. Die Idee hinter dem Projekt finde ich großartig – einerseits lesen, andererseits etwas lernen, das wirklich vor der Haustür nachzuvollziehen ist. Mein Sohn bekam das Buch von seiner Schule geschenkt und liest es im Rahmen der Hausaufgaben. Mir gefiel die Geschichte um Koko, Johanna, Lukas und Marek selbst so gut, dass ich das Buch eben auch einfach durchlas. Für Lehrer wird innerhalb des Projektes Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt, sodass mithilfe der Bücher diese wunderschöne Stadt wirklich unter die Lupe genommen werden kann.
Ein weiteres Schmankerl für Hörbuchfans dürfte sein, dass es die Hörbücher zur Serie auf bei Spotify und anderen Plattformen gibt.
Worum geht’s?
Die vier Alsterdetektive – Koko, Johanna, Lukas und Marek – wollen sich auf dem jährlichen Hafengeburtstag amüsieren. Als sie einer Darbietung von Straßenkünstlern folgen, werden sie bestohlen und wie das bei Detektiven üblich ist, haben sie ihren neuen Fall und lassen erst locker, als der Diebstahl aufgeklärt ist. Um ihren Diebstahl aufzuklären, holen sie sich u.a. Hilfe im Rathaus und bei der Hamburger Polizei.
Die Charaktere:
Die 4 Detektive sind Schüler einer 8. Klasse, die einen unterschiedlichen familiären Background und unterschiedliche Herkünfte haben – eben absolut typisch für Hamburger Schulen. Eines verbindet die 4 ganz sicher – ihr Sinn für Gerechtigkeit. Dazu sind sie klug und mutig, vielleicht auch ein bisschen draufgängerisch. Wenn man die Geschichte liest, kann man sich die 4 gut vorstellen. Sie wirken authentisch und ich denke, man könnte sie sich gut als Nachbarskinder denken. Mein Sohn kann sich gut mit ihnen identifizieren und dadurch, dass sie etwas älter als er selbst sind, dienen sie vielleicht sogar ein bisschen als Vorbild.
Sehr gefallen hat mir in diesem Zusammenhang auch, dass zwischenmenschliche Aspekte angesprochen werden – zwar nur am Rande, aber doch so, dass man sie bemerkt. Johanna, die etwas andere Schülerin mit der Ratte, scheint nämlich in Kokos großen Bruder Konstantin verschossen zu sein und auch Lukas wirft ein Auge auf ein Mädchen. Und nicht nur er...
Zudem sind die 4 Schüler neugierig und stellen die richtigen Fragen an den richtigen Stellen. Auf diese Art und Weise wird dem jungen Leser häufig erklärt, wie was funktioniert. So erklärt der Polizeibeamte, warum es nicht mehr Personal bei der Polizei gibt, was passieren müsste, damit sich das ändert; der Abgeordnete der Hamburgischen Bürgerschaft erklärt in einer Randhandlung, warum es wichtig ist, wählen zu gehen und kann für die 4 Detektive stets die richtigen Kontakte herstellen und Opa Jost erklärt dem Leser das Hamburg von damals und heute – z.B. wie lange es den Hafengeburtstag gibt, woher so manche Redewendung kommt usw.
Es wird aber auch erklärt, warum manche Idee der jungen Detektive nicht so gut und vielleicht sogar verboten ist. Insofern werden auch die Nebenfiguren wirklich gut gezeichnet, wenngleich ich so manches Mal grinsen musste, wenn der Polizeibeamte etwas zu freundlich dargestellt wurde. Meistens schauen sie ja doch eher grimmig.
Lerneffekte:
In der heutigen Zeit habe ich oft das Gefühl, dass gerade das Regionale in der Schule zu kurz kommt. Insofern freue ich mich sehr über dieses Projekt, das aus meiner Sicht viel zu wenig publik gemacht wird. Nach einem Besuch im Rathaus bekam mein Sohn das Buch geschenkt, aber ich finde, an den Hamburger Schulen sollte deutlich früher auf diese spielerische Möglichkeit hingewiesen werden, die eigene Stadt zu erkunden.
Hier ist mir Opa Jost besonders wichtig. Der alte Seebär, der auf einem Hausboot mitten in Hamburg lebt, bekommt immer wieder eigene Absätze, die auch mit seinem Konterfei gekennzeichnet sind. Nicht nur, dass er Zeitsprünge innerhalb der Geschichte geschickt überbrückt, er erzählt immer auch etwas, das ganz sicher nicht jeder weiß – manchmal über die Detektive, meistens aber über die Stadt.
Schreibstil:
Der Schreibstil ist dem Alter der jungen Leser angemessen. Die Sprache ist zeitgemäß und lässt sich leicht lesen. Gerade die Dialoge mit den Erwachsenen sind so geschrieben, dass sie verständlich sind. Und obwohl es sich hierbei ja um ein Buch voller Wissen über die Stadt handelt, kommt die Spannung nicht zu kurz. Diese Mischung gefällt mir sehr gut.
Eignung für Kinder:
Das Buch ist m.M. nach der Zielgruppe „10 Jahre“ angepasst. Den Umfang der Geschichte halte ich für gut. Mit knapp 130 Seiten, einigen ganzseitigen Bilder,n und kurzen Kapiteln dürfte die Lesemotiviation aufrecht erhalten werden um die komplette Geschichte zu lesen. Da sich der junge Leser sicherlich in mindestens einem der Detektive wieder finden kann, gehe ich davon aus, dass der Reiz der Geschichte und der Charaktere ausreichend hoch ist.
Fazit:
Eine tolle Idee, super umgesetzt – lesen, erfahren, verstehen. Lesenswert, vielleicht nicht nur für Hamburger Schüler, sondern auch für alle, die sich für Kinderkrimis und diese schöne Stadt interessieren. Ich würde mir mehr Werbung für das Projekt „Die Alsterdetektive“ wünschen und werde das Buch demnach auf jeden Fall weiterempfehlen. 5 von 5 Sternen.
Das Buch:
Nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte, war ich unbedingt der Meinung, auch den Rest des Buches lesen zu müssen. Ich bedanke mich herzlich beim Verlag und der Autorin für das Rezensionsexemplar. ...
Das Buch:
Nachdem ich die Leseprobe gelesen hatte, war ich unbedingt der Meinung, auch den Rest des Buches lesen zu müssen. Ich bedanke mich herzlich beim Verlag und der Autorin für das Rezensionsexemplar.
Worum geht’s?
Die vierzehnjährige Lizzy ist mit ihrem Vater in ein Hotel auf einer rauen schottischen Insel gezogen – zu ihrer Noch-nicht-Stiefmutter. Begeistert ist sie davon ganz sicher nicht – weder vom Umzug, weg aus ihrer gewohnten Umgebung und weg von ihren Freunden, noch von der Tatsache, dass ihr Vater diese Frau auch noch heiraten will - diese Frau mit den ochsenblutroten Fingernägeln. Lizzy plagt sich mit Albträumen und Schwindelanfällen herum, die sie sich nicht erklären kann. Und eines Tages geschehen seltsame Dinge. Sie bekommt e-Mails von einer Adresse, die keine Adresse zu sein scheint und der Inhalt dieser Mails ist so wahr wie erschreckend. Gemeinsam mit ihrem Freund Mack macht sie sich auf die Suche nach dem Absender der Mails, trifft dabei ein Mädchen, das aussieht wie sie selbst und findet heraus, dass tatsächlich Ungeheuerliches vorgeht.
Charaktere:
Mir haben die Charaktere alle sehr gut gefallen. Sie kommen glaubwürdig daher und je nachdem, wer das Buch liest, wird sich der Leser sicher zu dem einen oder anderen Charakter mehr hingezogen fühlen. Der Autorin gelingt es schon nach sehr kurzer Zeit, gewisse Bilder vor dem inneren Auge zu formen. Allein die Distanz zwischen Lizzy und ihrer Stiefmutter, die sie konsequent nur Stiefmutter nennt, ist bereits in den ersten Kapiteln zu spüren. Ebenso wird Lizzys Abneigung gegen die neue Situation perfekt eingefangen und ich gehe davon aus, dass Leser der Zielgruppe sich quasi sofort mit ihr verbünden würden.
Ich mochte die doch recht unterschiedlichen Eigenschaften der Jugendlichen sehr. Während Lizzy eher ruppig und fast ein bisschen jungenhaft gezeichnet wird, ist Betty – die optisch ja ein Abbild von Lizzy ist – das genaue Gegenteil. Etwas schüchtern vielleicht und ziemlich naiv, aber nicht so nervig naiv. Sie wirkt einfach nur weicher und jünger als Lizzy. Anfänglich hielt ich sie eher für einen Eindringling, im weiteren Verlauf der Geschichte wurde sie mir jedoch immer sympathischer. Auch Mack nimmt den Leser für sich ein. Er ist der Nerd, der Computerspezialist, aber keineswegs ein Stubenhocker. Er ist so eine herrliche Mischung zwischen einem Lausbuben und eben besagtem Nerd. Was mir sowohl an ihm als auch an Lizzy besonders gefallen hat, ist der Umstand, dass sie beide klug sind – pfiffig, war das Wort, das mir als erstes eingefallen ist. Im Verlauf der Geschichte entwickelt sich zwischen den drei Jugendlichen eine wirkliche Freundschaft, von der man am Ende des Buches wohl behaupten würde, dass diese durch kaum etwas zu erschüttern ist. Aber ist das auch tatsächlich so?
Für Lizzys Stiefmutter hatte ein sehr konkretes Bild im Kopf – ich verglich sie mit Cruella. Allerdings entwickelt sich das Verhältnis der beiden im Verlauf und zwar so ganz anders, als man am Anfang vermuten möchte. Da es auch im wahren Leben so ist, dass sich Verhältnisse zwischen Menschen verändern können, wenn sie mit bestimmten Ereignissen konfrontiert werden, ist diese Entwicklung aus meiner Sicht absolut glaubwürdig.
Schreibstil:
Die Autorin schreibt in der Ich-Form aus Lizzys Sicht und im Präsens – eine Art und Weise, die dem Leser das Gefühl gibt, als wäre er mitten im Geschehen. Darüber hinaus wendet die Autorin die Geschichte geschickt in eine Richtung, die ich überhaupt nicht erwartet hätte. Ich war davon ausgegangen, dass am Ende des Buches das Geheimnis einer alten Burgruine gelüftet werden würde, was zu Schottland gepasst hätte, aber es kommt alles ganz anders. Auf dem Weg zum Finale wollte und konnte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht – wohl nicht zuletzt deshalb, weil die beschriebene Antagonistin möglicherweise höchst selbst an der Schreibmaschine saß.
Zitat S. 190 "Ich glaube nicht, dass alle Autoren ihre Figuren in- und auswendig kennen, bevor sie anfangen, ihre Geschichte zu schreiben. Wahrscheinlich lernen sie die Figuren erst während der Arbeit richtig kennen." - Ob das immer so ist, können Autoren sicherlich deutlich besser beurteilen als ich, in diesem Fall ist es aber ganz bestimmt so gewesen.
Die Wortwahl der Autorin passt zur Zielgruppe. Der Text ist nicht zu umständlich geschrieben und die Dialoge passen nach meiner Einschätzung definitiv zu einem Teenager. Aber auch für Erwachsene ist das Buch leicht und locker zu lesen. Man kann sich darauf einlassen und ein Stück mit den 3 Freunden gehen. Es gibt immer wieder Wendungen, die einfach spannend sind und die große Auflösung hebt sich Holly-Jane Rahlens bis zum Ende auf.
Fazit:
Spannende Geschichte mit einer absolut unerwarteten Wendung und einem dramatischen Finale, nach dem sich so manche Dinge ins Gegenteil verändern. Mir hat das Buch Spaß gemacht und wer Lust auf eine Geschichte zwischen Realität und Fiktion hat, ist hier genau richtig. 5 von 5 Sternen.
Das Buch:
Mir gefiel auf Anhieb die Grundidee der Geschichte, die hier erzählt werden soll. Ein Gerücht macht in einer kleinen Stadt die Runde. Wie werden sich jetzt deren Einwohner verhalten? Da jeder ...
Das Buch:
Mir gefiel auf Anhieb die Grundidee der Geschichte, die hier erzählt werden soll. Ein Gerücht macht in einer kleinen Stadt die Runde. Wie werden sich jetzt deren Einwohner verhalten? Da jeder von uns schon einmal mit einem (oder mehreren) Gerüchten in Berührung kam und davon mehr oder weniger selbst betroffen war, interessierte mich einfach, wie die Geschichte hier ihren Lauf nehmen würde.
Worum geht’s?
Joanna zieht mit ihrem Sohn Alfie zurück in ihre Heimatstadt Flinstead– eine kleine Stadt am Ufer des Meeres – weil sie hofft, dass Alfie sich hier besser zurecht findet, als im großen und wühligen London. Dafür gibt sie einen guten Job auf und gibt sich mit einer Stelle als Maklerin zufrieden. Eines Tages hört sie auf dem Schulhof von Alfies Schule ein schier unglaubliches Gerücht über eine Kindermörderin. Auch durch Joannas Schuld nimmt dieses Gerücht bald eine ungeahnte Größe an und die Einwohner der kleinen Stadt reagieren...
Die Charaktere:
Joanna ist eine liebenswerte, junge Frau, die sich um ihren Sohn Alfie sorgt. Manchmal erscheint sie vielleicht etwas übervorsichtig, aber im Großen und Ganzen kann ich sie schon verstehen. Damit Alfie glücklich sein kann, arrangiert sie sich mit dem Leben in der kleinen Stadt und ist immer wieder froh und dankbar dafür, dass sie nun wenigstens ihre Mutter in der Nähe weiß. Auch Alfie schätzt die Nähe zur Oma sehr.
Unglücklicherweise ist es für Alfie gar nicht so leicht, Freunde in der Schule zu finden und Joanna tut alles dafür, dass sich dies ändert. Dazu gehört auch, sich unterschiedlichen Gruppen wie z.B. der Babysitter-Gruppe oder dem ansässigen Buchclub anzuschließen. Die Mütter in der Babysitter-Gruppe haben ihre eigenen Regeln und wirken auf mich einigermaßen spießig und selbstverliebt. Ich hatte nicht das Gefühl, dass sich Joanna dort besonders wohl fühlt, aber Alfie hat nun Freunde in der Schule...
In diesen Gruppen berichtet Joanna – aus unterschiedlichen Gründen – über das gehörte Gerücht und ziemlich schnell bereut sie dies, da es sich relativ schnell verbreitet und jeder, der es weiter erzählt, offenbar etwas hinzudichtet – ob es nun wahr ist oder nicht. Joanna ist im Grunde keine Klatschtante, weshalb ihr bald klar wird, dass es ein Fehler war, das Gerücht weiter zu tragen. Viel schlimmer finde ich aber zu sehen, wie schnell die Menschen in der kleinen Stadt bereit waren, mit dem Finger auf eine Person zu zeigen, nur weil sie sich anders benimmt als die anderen Einwohner der Stadt. Interessant fand ich auf jeden Fall, wie sehr Joanna darauf aus ist, mehr Informationen zu bekommen. Stundenlang sitzt sie vor dem Rechner und sucht.
Ich kann nicht sagen, dass mir besonders viele der Einwohner von Flinstead sympathisch wären. Vielmehr hatte ich das Gefühl, dass die meisten Fremden – und Joanna ist ja noch nicht einmal wirklich fremd – einfach nur ablehnend gegenüber stehen. Und so liegt meine Sympathie ganz eindeutig bei Joanna, die mit ihrem schwarzen Sohn ganz sicher eine Außenseiterin ist.
Michael – Alfies Vater – ist Journalist und als Joanna ihm von dem Gerücht erzählt, ist er sofort Feuer und Flamme. Er versucht heraus zu finden, was dahinter steckt, wie viel Wahrheit in diesem Gerücht steckt und es dauert gar nicht all zu lange, bis er und Joanna die doch ziemlich haarsträubende Wahrheit heraus finden. Michael ist ein recht sympathischer Typ, er kümmert sich um seinen Sohn und war nie wirklich weit weg, wenn Joanna ihn brauchte. Dass er im Laufe der Zeit beginnt Geheimnisse vor Joanna zu haben, hat ihn mir etwas zwielichtig erscheinen lassen, aber das legt sich bis zum Ende des Buches auch wieder. Dann nämlich behält er die Nerven.
Schreibstil:
Der Text ist in der ich-Form geschrieben und lässt sich angenehm leicht lesen. Die Autorin schreibt sehr anschaulich, sodass man sich die kleine Stadt und die Menschen darin gut vorstellen kann. Durch die gewählte Perspektive in der ich-Form fühlt man sich irgendwie näher in der Geschichte.
Es gelingt Kara immer wieder falsche Fährten zu legen, den Leser ins Grübeln zu bringen. Mehr als einmal habe ich mich dabei ertappt, wie ich mir die Frage stellte: „Könnte sie es sein?“ und versucht habe, zu ergründen, ob ich mit den gelieferten Informationen ein sinniges Bild zusammen bringen könnte. Es macht Spaß, der Geschichte zu folgen und sich eben diese Fragen zu stellen.
Lässt man sich darauf ein, muss man sich allerdings auch beinahe zwangsläufig die Frage stellen, wie man selbst in einer solchen Situation reagieren würde. Als Mutter eines schulpflichtigen Sohnes das Gerücht zu hören, dass in der Heimatstadt eine Kindermörderin leben soll, ist ja schon erst mal ein ziemlicher Schock. Aber würde ich mich wohl darauf verlassen, dass die Justiz ihren Job richtig gemacht hat oder würde ich fortan jeden verdächtigen, der auch nur im Ansatz ins Bild passen würde?
Mit den falschen Fährten gelingt es der Autorin also, dass der Leser auch über sein eigenes Verhalten nachdenken kann. Das gefällt mir ausgesprochen gut. Nicht zuletzt deswegen, weil einem die Geschichte so doch deutlich realer erscheint, es viel wahrscheinlicher erscheint, dass man selbst auch einmal in eine solche Situation geraten könnte.
Die Spannung im Roman hält die Autorin stets hoch, lediglich am Ende erscheint es so, dass die Autorin vielleicht etwas zu viel wollte. Mir war es nicht glaubwürdig genug, dass eben diese Charaktere, die sie auswählte, solche Abschlussaktionen hätten liefern können.
Zwischen den Kapiteln erfährt der Leser von der wirklichen Täterin hin und wieder kleine Berichte aus ihrem Leben, die vielleicht (kennt man die Auflösung, ist es ganz sicher so) auch Hinweise auf sie liefern. Diese Einschübe haben mir sehr gut gefallen und hätten aus meiner Sicht deutlich öfter kommen können. Ebenso die Zeitungsausschnitte, derer sich die Autorin bedient. Denn eben diese Elemente sind es, die die Täterin sehr gut beschreiben.
Die Auflösung erfolgt erst am Schluss in einer ziemlich emotionalen Szene, die mir gut gefallen hat. Bis dahin mag der Leser seine Verdachtsmomente haben, aber mit dieser Lösung hätte ich auf gar keinen Fall gerechnet. Nun sollte man glauben, alles ist klar. Aber der allerletzte Satz des Buches brachte mich dann doch wieder ins Grübeln. Ich glaube, die Autorin überlässt es hier dem Leser selbst, wem er was glauben möchte. Ein großartiger Abschluss des Buches!
Fazit:
Ein lesenswertes Buch für Zwischendurch, das sich die Auflösung bis zum Schluss aufspart, in dem der Leser miträtseln kann und über das er im Nachgang sicherlich auch noch nachdenkt. Eine sympathische Protagonistin mit einem leichten Hang zur Dramatik runden die Geschichte ab. 4 von 5 Sternen.
Das Buch:
Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen und bedanke mich für diese Möglichkeit bei der Autorin und dem Verlag. Das Cover zeigt ein diffuses Bild und erzeugt gewissermaßen Spannung und Interesse. ...
Das Buch:
Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen und bedanke mich für diese Möglichkeit bei der Autorin und dem Verlag. Das Cover zeigt ein diffuses Bild und erzeugt gewissermaßen Spannung und Interesse. Zusammen mit dem, was der Klappentext verspricht und einer doch sehr anregenden Leseprobe, habe ich eine gewisse Erwartung an das Buch entwickelt.
Worum geht’s?
Dunja und Saphie – Zwillinge – werden am gleichen Tag zu Witwen. Ein makabrer Zufall, der die beiden sehr unterschiedlichen Frauen wieder zueinander führt. Während Dunja bisher ein klassisches Familienleben mit Mann und Kindern in der Großstadt führte, lebte Saphie nur für das Hotel und ihren alkoholkranken Mann. Da Dunja in der Großstadt nichts mehr hält, bleibt sie bei Saphie im Hotel – eigentlich um ihr etwas unter die Arme zu greifen. Doch dann entwickeln sich die beiden Frauen – unerwartet und vielleicht auch ungewollt.
Die Charaktere:
Obwohl die Idee des Buches wirklich toll ist (makabrer Zufall, Wiederannäherung in der Familie, Geheimnisse aus der Vergangenheit usw.), konnte mich keiner der Charaktere wirklich berühren, was ich ausgesprochen schade finde. Es mag daran gelegen haben, dass die Charaktere außergewöhnlich extrem agieren. Augusta ist extrem laut, Jules extrem introvertiert, Dunja extrem dienstleistungsorientiert – in Bezug auf ihre Familie und Kinder; sie ordnet sich und ihre Bedürfnisse über die Maßen unter – Saphie ist extrem extrovertiert und lässt ihre Gefühle überhaupt nicht zu, Lenka – die jüngere Schwester der Zwillinge – ist extrem egoistisch.
So war es mir nahezu unmöglich einen wirklichen Zugang zu einer oder mehreren Figuren zu finden. Durch die extremen Verhaltensweisen erschienen sie mir etwas fern ab der Realität. Dass in einer Familie ein, höchstens zwei auffällige Charaktere vorkommen, ist nachvollziehbar – aber alle?
Was ich sehr interessant in Bezug auf die Charaktere finde, sind ihre sehr ungewöhnlichen Namen. Hier hat sich die Autorin viel Mühe gemacht, Vor- und Nachnamen zu finden, die nicht alltäglich sind. Und obwohl sie so ungewöhnlich sind, sind sie dennoch einprägsam.
Schreibstil:
Der Schreibstil der Autorin ist wundervoll. Sie findet eine herrlich bildliche Art Dinge zu beschreiben, ihnen bisweilen sogar menschliche Züge überzustreifen, sodass der Leser sich gut vorstellen kann, was sie meint. Auch dass sie Vergangenheit und Gegenwart einfach ineinander überfließen lässt, gefiel mir gut. Anfangs mag es ungewohnt sein, die Vermischung von Präsens und Präteritum zu lesen, aber im Laufe der Zeit machte eben diese Vermischung den Charme des Stils aus.
Jedes Kapitel ist mit einem Sprichwort überschrieben, für dessen Findung die Autorin sicherlich einiges an Zeit aufwenden musste. Diese Sprichworte passen inhaltlich zum Text des nachfolgenden Kapitels. Manche gefielen mir, andere nicht, aber die Idee hebt sich so wunderbar von anderen Büchern ab, die ich bisher gelesen habe.
Was mir fehlte:
Es gibt zwei wirklich gute Aufhänger, aus denen ich mir eine gewisse Spannung erhofft hatte. Zum einen der Tunnelbau und zum anderen der gläserne Mensch. Beide Themen verlaufen aber mehr oder weniger im Sand, ohne dass es eine tatsächliche Auflösung gibt. Das Geheimnis um die Geschichte des Tunnels wird für meine Begriffe recht plump einfach hingeworfen und der gläserne Mensch taucht irgendwann einfach nicht mehr auf.
Im letzten Drittel der Geschichte hatte ich immer öfter den Eindruck, dass sie länger geschrieben wurde, als sie hätte wirklich sein müssen. Auch die wundervollen Formulierungen wurden weniger, was ich sehr schade fand. Ich hätte mir mehr Tempo in der Geschichte gewünscht und eine spannendere Auflösung der Geschichte des Tunnels.
Fazit:
Die Idee der Geschichte hätte Potential gehabt. Leider liegt das Augenmerk der Autorin vornehmlich auf wundervollen Beschreibungen. So bleiben die Spannung der Geschichte und die Sympathie der Charaktere für mich zu sehr auf der Strecke. Wer Bücher mag, die beschreiben, wird hier seine wahre Freude haben, wer aber eine Geschichte an der deutsch-deutschen Grenze erwartet, sollte lieber nicht zugreifen. 2,5 Sterne.