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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.08.2021

Ein Trauma mit Folgen

Sag mir, wer ich bin
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Sally ist 16, als sie während eines Paris-Aufenthalts entführt und schwer misshandelt wird. Sie kann einer Vergewaltigung knapp entgehen und entgeht gerade so dem Tod. Ein traumatisches Erlebnis, welches ...

Sally ist 16, als sie während eines Paris-Aufenthalts entführt und schwer misshandelt wird. Sie kann einer Vergewaltigung knapp entgehen und entgeht gerade so dem Tod. Ein traumatisches Erlebnis, welches das restliche Leben der jungen Frau für immer verändert. So versucht sie, in ihrer Heimat Montreal ein normales Leben zu führen und ihre inneren Dämonen zu bekämpfen. Bis sie eines Tages einem Franzosen gegenüber steht, in dem sie ihren Peiniger wieder erkennt.

Felicity Ward hat einen Roman über die „ungeheure Macht der Erinnerung“ geschrieben. Ein Thema, das viele Möglichkeiten bietet und sehr interessant klingt. Leider hat mich die Umsetzung nicht überzeugt. Der Anfang des Romans ist gut und interessant; wie Sally versucht, ihre Ängste in Griff zu bekommen, liest sich auch gut. Doch dann kommt ein Punkt ab dem die Handlung immer abstruser und unglaubwürdiger wird und man das Verhalten der Protagonisten, allen voran Sally, absolut nicht mehr nachvollziehen kann. Das ist sehr schade, den sprachlich liest sich das Buch wirklich gut. Und die schwelende Feindschaft zwischen den englisch-sprachigen Kanadiern und den Franco-Kanadiern ist ein sehr interessantes Thema, von dem bislang zu wenig zu lesen war und das sehr gut umgesetzt wurde.

Mein Fazit: Kann man lesen.

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Veröffentlicht am 22.06.2021

Kampf um Gerechtigkeit

Das Jahr der Hexen
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Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich ein Buch über Hexen, Vampire oder Dämonen gelesen habe. Auch die letzte Lektüre aus dem Festa Verlag liegt schon eine ganze Zeit zurück. Dann bin ich auf Instagram ...

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich ein Buch über Hexen, Vampire oder Dämonen gelesen habe. Auch die letzte Lektüre aus dem Festa Verlag liegt schon eine ganze Zeit zurück. Dann bin ich auf Instagram über „Das Jahr der Hexen“ gestolpert und war sofort vom Cover magisch angezogen. Auch der Klappentext war faszinierend und so konnte ich einfach nicht widerstehen.

Immanuelle lebt wie alle Frauen in Bethel in Unterwerfung. Hier herrscht der Prophet, sein Wort ist Gesetz. Um die Ortschaft herum liegen die Dunklen Wälder, in denen Hexen leben. Immanuelle selber hat ein schweres Schicksal: ihr Vater starb auf dem Scheiterhaufen, ihre Mutter, dazu bestimmt, den Propheten zu heiraten, starb bei ihrer Geburt. Und Immanuelle fühlt sich unwiderstehlich von den Hexen im Wald angezogen. Bald befindet sie sich mitten im Kampf zwischen Gut und Böse und muss erkennen, dass sie alleine die Macht hat, ihre Heimat von Plagen, Gewalt und Unterdrückung zu befreien.

Alexis Henderson hat einen äußerst beeindruckenden Debütroman geschrieben: man spürt förmlich das Grauen, das in Bethel herrscht, die Anziehungskraft der Wälder; die Personen, allen voran Immanuelle, sind so plastisch gestaltet, dass man sich gut in sie hineinversetzen kann. Spannend von der ersten Seite an hat mich das Buch direkt in seinen Bann gezogen. Dabei ist es mehr als ein Thriller oder ein Hexenroman: es ist ein Buch über Machterhalt durch Angst und Unterdrückung, über Frauenschicksale, Missbrauch und dem Kampf für Gerechtigkeit.

Mein Fazit: ein spannender Roman voller Magie und sehr viel Wahrheit. Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 17.06.2021

Spannender Thriller für Menschen mit starken Nerven

Der Nachlass
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Als Theo die Nachricht erhält, dass seine Mutter Hedda im Sterben liegt, eilt er sofort in die heimische Villa, die idyllisch auf einer Insel im Tegeler See in Berlin, nur per Boot zu erreichen. Hier treffen ...

Als Theo die Nachricht erhält, dass seine Mutter Hedda im Sterben liegt, eilt er sofort in die heimische Villa, die idyllisch auf einer Insel im Tegeler See in Berlin, nur per Boot zu erreichen. Hier treffen sie nach Jahren wieder zusammen: Heddas Mann, ihr Zwillingsbruder, ihre 4 Kinder samt Partnern und eigenen Kindern. Kaum ist Hedda mit Hilfe ihres Arztes entschlafen, wird das Testament eröffnet: es geht um einen Wert von ca. 75 Millionen €. Doch wer gewinnen will, muss zunächst einen Wettkampf mit 27 Runden gewinnen. Was harmlos mit einem Wettlauf beginnt, verwandelt sich innerhalb der kommenden 4 Tage zu einem Spiel auf Leben und Tod.

Das in der Familie Laurent nicht alles ist, wie es scheint, ist schnell klar. Und die Aufklärung kommt in verschiedene Rückblenden scheibchenweise. Das ist durch die vielen Personen und die heftigen Zeitsprünge manchmal verwirrend, aber immer spannend. Der Schluss kam für mich zwar nicht unerwartet, aber doch überraschend. Aber Achtung: das ist nichts für schwache Nerven, denn her geht es wirklich zur Sache und ist stellenweise sehr grausam und blutrünstig.

Mein Fazit: Ein spannender Thriller für alle, die es heftig lieben.

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Veröffentlicht am 14.06.2021

Wenn hinter der gutbürgerlichen Fassade des Grauen lauert..........

Es wird jemand sterben
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1955 – ein kleines Dorf am Rande der Eifel. Die Spuren des Krieges sind fast beseitigt, die Wirtschaftswunderjahre beginnen. Den meisten Bewohnern des Dorfes geht es gut, doch es gibt Außenseiter, z.B. ...

1955 – ein kleines Dorf am Rande der Eifel. Die Spuren des Krieges sind fast beseitigt, die Wirtschaftswunderjahre beginnen. Den meisten Bewohnern des Dorfes geht es gut, doch es gibt Außenseiter, z.B. Metha und ihre Tochter Ursula, Flüchtlinge, die in einer Hütte untergekommen sind. Oder Pröll, der den Krieg nicht verkraftet hat und seine Frau schlägt. Als Ursula verschwindet, breche die Emotionen auf und schnell ist ein Schuldiger gefunden: der Dorftrottel Martin muss der Täter sein.

Herbert Pelzer hat mehr als einen Kriminalroman geschrieben: sehr eindrücklich erzählt er von den oft unterschwelligen Nachwirkungen des Krieges, von Fremdenfeindlichkeit, Neid und Hass. Viele „Unfälle“ und gewaltsame Tode pflastern des Weg des Kommissars Kaul, der das Verschwinden der jungen Ursula aufklären soll. Er stößt auf eine Mauer des Schweigens, wie es sich für eine richtige Dorfgemeinschaft gehört. Man regelt die Dinge unter sich, und so fällt der eine oder andere Dorfbewohner der Selbstjustiz zum Opfer.

Das ist spannend und gut zu lesen, die Atmosphäre stimmt, die Charaktere sind gut durchdacht und so plastisch beschrieben, dass man Ort und Personen förmlich vor sich sehen kann.

Mein Fazit: Ein spannender Roman mit Tiefgang, den man in kürzester Zeit nicht mehr aus der Hand legen kann. Absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 06.06.2021

'Frauen nicht nur in Korea

Kim Jiyoung, geboren 1982
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Kim Jiyoung lebt das typische Leben einer koreanischen Frau: nach dem Studium die Heirat, dann kommt ein Kind und selbstverständlich bleibt die junge Mutter irgendwann zu Hause. Doch es ist nichts wie ...

Kim Jiyoung lebt das typische Leben einer koreanischen Frau: nach dem Studium die Heirat, dann kommt ein Kind und selbstverständlich bleibt die junge Mutter irgendwann zu Hause. Doch es ist nichts wie bei anderen jungen Paaren, denn Kim entwickelt eine Persönlichkeitsstörung: sie spricht auf einmal wie ihre Mutter, ihre Schwiegermutter, eine verstorbene Freundin. Warum das so ist – das versucht ein Psychiater herauszufinden. Und hier beginnen die Rückblenden, in denen wir von Kims bisherigen Leben erfahren.
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Es ist das Leben, das viele Frauen in Korea kennen lernen müssen, und nicht nur dort: junge Mütter entschuldigen sich bei ihren Schwiegermüttern, wenn sie „nur“ eine Tochter zur Welt bringen, Jungen bevorzugt behandelt bekommen selbstverständlich zuerst zu essen, kommen mit weniger Anstrengung weiter im Leben. Männer verdienen natürlich mehr als Frauen, obwohl diese mindestens dieselbe Leistung erbringen. Sexuelle Belästigungen sind schon fast an der Tagesordnung. Unterwürfiges Verhalten wird von Mutter zur Tochter weitergegeben und der Widerstand, der sich bei den Frauen regt, kommt erst langsam in Fahrt.

Das liest sich bestürzend anschaulich. Auch konnte ich nicht umhin, an einigen Stellen Parallelen zu eigenen Erlebnissen zu entdecken.

Mein Fazit: Dieser Roman ist kein literarisches Meisterwerk, aber ein wichtiger Roman über die Probleme der Frauen nicht nur in Asien. Lesenswert.

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