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Veröffentlicht am 20.11.2022

Über die Macht der Bücher

Die Bücher, der Junge und die Nacht
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In seinem neuen Roman entführt uns Kai Meyer in die Welt der Bücher und Buchsammler. Seine Hauptfigur, Robert Steinfeld, wurde als Kind jahrelang in einem Raum voller Bücher gefangen gehalten, bis er 1943 ...

In seinem neuen Roman entführt uns Kai Meyer in die Welt der Bücher und Buchsammler. Seine Hauptfigur, Robert Steinfeld, wurde als Kind jahrelang in einem Raum voller Bücher gefangen gehalten, bis er 1943 während eines verheerenden Bombenangriffs auf Leipzig, von einem geheimnisvollen Mann gerettet wurde. Als Robert 1971 von seiner alten Freundin Marie nach München gebeten wird, um ihr bei der Auflösung der Bibliothek des Verlegers Konrad Pallandt zu helfen, entdecken die beiden eine Sammlung von Büchern, die von Roberts Vater Jakob gebunden wurde. Bücher, die es eigentlich nicht geben kann. Und so machen sich die beiden auf die Suche nach Antworten und die Geschichte der Familien Steinfeld und Pallandt, zwei Familien, die durch ihre Liebe zu den Büchern und ihre Schicksale untrennbar miteinander verwoben sind.

Wieder einmal beweist Kai Meyer, dass er wie kein zweiter die Gabe besitzt, historische Begebenheiten mit Mythen und Legenden zu einem wunderbaren Ganzen zu verweben. Die Geschichte, die auf 3 Zeitebenen spielt, entwickelt sich in einem guten Tempo und zieht den Leser innerhalb kürzester Zeit in den Bann. Eine Zeitreise, die über den beginnenden Nationalsozialismus über Lebensbornheime und Kriegswirren bis ins Jahr 1971 führt, ist dabei wie immer gut recherchiert und authentisch beschrieben. Die Personen sind dabei ebenfalls allesamt authentisch und man kann sich mit ihnen gut identifizieren. Auch die okkultistische Seite des Nationalsozialismus mit ihren teils sehr obskuren Ausprägungen kommt dabei nicht zu kurz.

Mein Fazit: ein historisch faszinierender, mysteriöser Roman aus der Welt der Bücher. Für mich ein Jahreshighlight.

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Veröffentlicht am 30.10.2022

Weibliche Rache im alten Griechenland

Elektra, die hell Leuchtende
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Die Sagen des klassischen Altertums sind Heldensagen, voller grausamer, ruhmreicher Taten der Männer: Agamemnon, Odysseus, Paris. Doch wie sehen diese Geschichten aus der Sicht der Frauen aus? In ihrem ...

Die Sagen des klassischen Altertums sind Heldensagen, voller grausamer, ruhmreicher Taten der Männer: Agamemnon, Odysseus, Paris. Doch wie sehen diese Geschichten aus der Sicht der Frauen aus? In ihrem Roman Elektra, die hell Leuchtende erzählt Jennifer Saint die Geschichte des Kriegs um Troja aus der Sicht dreier Frauen: Kassandra, Schwester des Paris und Seherin; Klytämnestra, Zwillingsschwester der schönen Helena und Frau des Agamemnon und Elektra, Tochter von Klytämnestra und Agamemnon. Drei Frauen, deren Schicksal grausam ist und die getrieben werden von Rachegedanken und Ängsten.

Der Einstieg in dieses Buch fiel mir aufgrund der wechselnden Erzählperspektiven nicht ganz leicht, doch nach einigen Seiten hatte mich die alte, so bekannte und doch neu erzählte Geschichte von Liebe und Verrat, Göttergehorsam, Krieg und Rache voll in den Bann gezogen. Hauptaugenmerk wird auf die Rolle der Frau gelegt, sei es als gehorsame Tochter, Kriegsbeute oder Priesterin. Das ist oft grausam und nur schwer zu ertragen, macht aber Lust darauf, sich wieder mit den alten Sagen zu beschäftigen.

Mein Fazit: ein faszinierender, feministischer Roman, der ein anderes Licht auf die Heldensagen des alten Griechenlands werfen. Lesenswert.

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Veröffentlicht am 17.10.2022

Tödliches Spiel

Rachejagd - Gequält
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Als die Journalisten Anna Jones einen Brief in einer krakeligen Kinderschrift erhält, bricht ihr Leben zusammen. Der Brief stammt von Edward Harris, dem Mann, der sie und ihre beste Freundin Nathalie 3 ...

Als die Journalisten Anna Jones einen Brief in einer krakeligen Kinderschrift erhält, bricht ihr Leben zusammen. Der Brief stammt von Edward Harris, dem Mann, der sie und ihre beste Freundin Nathalie 3 Jahre zuvor entführte und misshandelte. Anna konnte fliehen und musste ihre Freundin zurücklassen. Eine Schuld, mit der sie nie fertig wurde. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Zane, dem FBI-Agenten Nick Coleman, ihrer alten Jugendliebe und der Profilerin Lynette macht sich Anna auf die Suche nach ihrem Peiniger. Dabei verstricken sie sich immer tiefer in ein tödliches Spiel gegen einen Gegner, der ihnen immer einen Schritt voraus ist.

Mit Rachejagd – Gequält hat das Duo Stevens Suchanek einen soliden und sehr spannenden Thriller geliefert, den ersten einer Trilogie. Die Geschichte entwickelt sich zügig, der Spannungsbogen steigt stetig an und es gibt einige nicht vorhersehbare Wendungen. Dennoch konnte mich die Geschichte nicht ganz überzeugen und auch die einzelnen Personen haben es nicht geschafft, mich wirklich in den Bann zu ziehen. Dennoch habe ich mich gut unterhalten gefühlt und ich bin gespannt, wie das Spiel in den nächsten beiden Büchern weitergeht.

Mein Fazit: Gut gemachter spannender Thriller mit überraschenden Wendungen.

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Veröffentlicht am 11.10.2022

Tod in Hamburg

Das Profil
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Hamburg – inzwischen die deutsche Thriller-Hauptstadt - hat ein neues Ermittlerteam. Der erste Fall, den Kriminalkommissarin Franka Erdmann und ihr neuer Kollege Alpay Eloglu aufzuklären haben, hat es ...

Hamburg – inzwischen die deutsche Thriller-Hauptstadt - hat ein neues Ermittlerteam. Der erste Fall, den Kriminalkommissarin Franka Erdmann und ihr neuer Kollege Alpay Eloglu aufzuklären haben, hat es in sich. Ausgerechnet im Sandkasten eines Spielplatzes wird ein Toter bis zum Kopf im Sand vergraben aufgefunden. Kurz nach diesem makabren Fund wird eine erfolgreiche Influencerin in ihrer Wohnung gefunden. Die Blondine wurde brutal misshandelt und stranguliert. Auf den ersten Blick scheinen die beiden Fälle nichts miteinander zu tun zu haben, doch mit der Zeit wird klar, dass in Hamburg ein Serienkiller umgeht. Und er hat sein nächstes Opfer bereits im Visier.

Das Profil hat, wie viele Thriller in der letzten Zeit, die schöne neue Social-Media-Welt mit all ihren Gefahren zum Thema. Das ist durchaus interessant und spannend verarbeitet. Vor allem das Team Erdmann-Elogu hat Potential und es ist schön zu lesen, wie sie ihre Anfangsschwierigkeiten überwinden und im Laufe der Zeit zu einem richtig guten Team werden. Auch der Blick in eine geschundene Seele, die nicht mehr gegen ihre inneren Dämonen ankommt, ist sehr gelungen. Was mir persönlich allerdings den Lesespaß etwas vermiest hat, waren die harten Perspektivwechsel, die innerhalb des Textes vollzogen wurden, zum Teil ohne Absatz, so dass ich stellenweise gar nicht wusste, wie das jetzt zusammenhängt.

Mein Fazit: Solider Thriller mit aktuellem Thema mit Luft nach oben.

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Veröffentlicht am 04.10.2022

Die Psychologin und der Killer von Breaux Bridge

Das siebte Mädchen
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Das Leben von Chloe Davis scheint perfekt zu sein: sie ist eine promovierte Psychologin mit eigener Praxis und kurz davor, den Mann ihrer Träume zu heiraten. Als ein junges Mädchen verschwindet und ein ...

Das Leben von Chloe Davis scheint perfekt zu sein: sie ist eine promovierte Psychologin mit eigener Praxis und kurz davor, den Mann ihrer Träume zu heiraten. Als ein junges Mädchen verschwindet und ein paar Tage später ermordet aufgefunden wird, bricht ihr Leben auseinander. Denn genau 20 Jahre zuvor verschwanden aus ihrem Umfeld 6 Mädchen, deren Leichen nie gefunden wurden. Der Täter: ausgerechnet Chloes Vater. Als ein weiteres Mädchen aus ihrem direkten Umfeld verschwindet, macht sich Chloe auf die Suche nach dem Täter. Könnte es ein Nachahmer sein? Und ist sie womöglich selber in Gefahr?

Durchaus spannend erzählt ist dieser Thriller aus der Sicht von Chloe. Immer wieder hat sie Flashbacks, erinnert sich an die Geschehnisse ihrer Kindheit, sieht die Parallelen. Und sie flüchtet sich in Alkohol und Drogen. Dabei gibt es einige Wendungen, die für mich allerdings nicht sonderlich überraschend waren. Insgesamt habe ich mich durchaus gut unterhalten gefühlt, als Thriller konnte mich das Buch aber aufgrund der Vorhersehbarkeit der Ereignisse und der nicht immer nachvollziehbaren Handlungen und Gedanken der Personen nicht ganz überzeugen.

Mein Fazit: Solider Thriller mit Luft nach oben.

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