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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.10.2018

Geschenkt

Geschenkt
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Von Daniel Glattauer habe ich bislang nur die bekannteren Bücher „Gut gegen Nordwind“ und dessen Fortsetzung „Alle sieben Wellen“ gelesen, die mir beide sehr gut gefallen haben. So war ich nun sehr gespannt ...

Von Daniel Glattauer habe ich bislang nur die bekannteren Bücher „Gut gegen Nordwind“ und dessen Fortsetzung „Alle sieben Wellen“ gelesen, die mir beide sehr gut gefallen haben. So war ich nun sehr gespannt auf das neueste Werk und ich wurde nicht enttäuscht. Es geht in eine ganz andere Richtung, die aber noch eher etwas für mich ist. Es geht um Gerold Plassek, der bei einer Zeitung arbeitet, aber eigentlich gar nicht wirklich motiviert ist, eine gute Arbeit abzuliefern. Das ändert sich, als sein Sohn die Nachmittage bei ihm im Büro verbringt, weil seine Mutter in Afrika beruflich unterwegs ist. Manuel weiß nicht, dass Gerold sein Vater ist und Gerold weiß es auch erst seit kurzer Zeit. Aber bei der Zusammenarbeit mit Manuel beginnt Gerold, sich zu verändern und das durchaus zum Positiven.

Auch das Verhältnis zu seiner Tochter Florentina, die ein Jahr älter ist als Manuel, beginnt sich zu verbessern und immer mehr beginnt Gerold, sich in der Vaterrolle wohlzufühlen und für seine Kinder auch da zu sein, was vorher nicht so der Fall war. Besonders gefördert wird diese Veränderung auch durch den anonymen Wohltäter, der Österreich in Atem hält, weil er immer wieder Geldspenden an Organisationen macht, über die vorher ein Bericht von Gerold Plassek in der Zeitung gestanden hat. Manuel und Gerold arbeiten sehr gut bei den Reportagen zusammen und lernen sich immer besser kennen und man merkt, dass sie einander sehr bald auch zu schätzen wissen.

Natürlich kommt irgendwann auch die Frage auf, wer der Wohltäter ist, der immer so viel Geld spendet und warum er ausgerechnet nur die Artikel von Gerold Plassek bei den Spenden beachtet und den Spenden ein solcher immer beiliegt. Aber am Ende merkt man auch, dass die Frage nach dem „Warum“ gar nicht so wichtig ist und dass es doch einfach eine tolle Sache ist, mit der auch Gerold Plassek einen neuen Sinn in seinem Leben finden konnte, was sehr schön zu lesen ist.

Das Buch ist allgemein sehr angenehm und einfach zu lesen und es hat mir sehr gut gefallen. Das Cover gefällt mir auch gut. Es ist bis auf die Farbwahl eher unauffällig gestaltet und das passt perfekt zu dem Inhalt des Buches. Interessant fand ich einige Formulierungen, die typisch österreichisch sind und bei denen ich teilweise sogar nachschlagen musste. Aber das ist bei einem Buch, das in Österreich spielt, nicht schlimm und macht es eher noch authentischer.

Veröffentlicht am 26.10.2018

Vera und das Dorf der Wölfe

Vera und das Dorf der Wölfe
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Als Vera mit ihrem Vater für ein Jahr nach Rønset ziehen muss, weil der dort ein Buch schreiben möchte, muss sie mal wieder das beste aus der Situation machen. Sie muss sich von ihren Freunden und auch ...

Als Vera mit ihrem Vater für ein Jahr nach Rønset ziehen muss, weil der dort ein Buch schreiben möchte, muss sie mal wieder das beste aus der Situation machen. Sie muss sich von ihren Freunden und auch dem geliebten Judoclub trennen, was ihr nicht leicht fällt. Auch wenn sie es in Rønset viel zu still findet, passiert doch so einiges. Zuerst mal ist da Maja Høgda, die Frau des Vermieters, die direkt einen Zeitungsbericht für die Titelseite über Veras Vater schreibt. Darin schreibt sie, mit einem Foto von Veras Vater, dass dieser Mann die Wölfe mag und ein Buch über sie schreiben will, wie man mit ihnen zusammen leben kann.

Die anderen Dorfbewohner, die alle nicht viel von den Wölfen halten, finden das nicht gerade toll und so kommt es dazu, dass der Schriftsteller bei den meisten anderen Dorfbewohnern von Beginn an nicht gerade beliebt ist. Da in dem Dorf viele Schafe von den Wölfen getötet wurden, ist es auch irgendwo verständlich, dass die Leute Angst vor diesen Tieren haben.

Vera findet in einer Kommode, die ihr am Anfang, als sie noch keine Möbel hatten, geliehen wurde, eine Wollmütze. Dank dieser Mütze kann sie mit den Wölfen reden und nutzt diese Fähigkeit dazu, den Wolf zu vertreiben. Das kommt aber auch nicht bei allen gut an. Zum Glück hat Vera aber in dem gleichaltrigen Gustav und ihrem Nachbarn Brando inzwischen gute Freunde gefunden. Mit deren Hilfe schafft sie die Aufgaben und kann die Mütze schließlich abgeben, weil sie die Person findet, für die sie eigentlich bestimmt war.

Mir hat das Buch gut gefallen. Es ist spannend geschrieben und zieht sich zu keiner Zeit in die Länge. Immer möchte man wissen, wie es weitergeht. Zwar ist es ein Jugendbuch, weil es eben aus der Sicht einer Jugendlichen geschrieben wurde, aber auch als Erwachsene habe ich es gerne gelesen. Auch das Cover finde ich sehr ansprechend. Es fällt direkt auf und wird so sicher auch einige Spontankäufer in der Buchhandlung überzeugen.

Veröffentlicht am 26.10.2018

Die Freude auf den Montag

Thank God it's Monday!
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Die 30 Gründer der "Dark Horse Innovation" haben sich
an der d.school kennengelernt, wo sie zusätzlich zu ihrem Studium ein einjähriges Aufbaustudium im Design Thinking belegt haben. Dort arbeiteten sie ...

Die 30 Gründer der "Dark Horse Innovation" haben sich
an der d.school kennengelernt, wo sie zusätzlich zu ihrem Studium ein einjähriges Aufbaustudium im Design Thinking belegt haben. Dort arbeiteten sie schon mit echten Kunden zusammen, die sich neue Ideen für ihre Unternehmen gewünscht haben. Als diese Studenten dann Arbeit gefunden haben, stellten sie schnell fest, dass ihre Ideen bei ihren Arbeitgebern nicht in dem Maße gefragt waren, wie sie sich das erhofft hatten. Als sie neben der Arbeit noch Aufträge von Menschen bekamen, die sich wirklich neue Ideen für ihr Unternehmen versprachen und nicht nur in den üblichen, festgefahrenen Denkansätzen arbeiten wollten, beschlossen sie, dieses Hobby zum Beruf zu machen.

Und wie es eben meistens so ist, wenn man ein Hobby zum Beruf macht, dann macht einem der Beruf auch Freude. Besonders schön finde ich es, dass diese 30 Menschen noch immer befreundet sind, auch wenn andere Freunde sie vor der Gründung der Firma gewarnt haben. Aber wer nichts wagt, der kann eben auch nichts gewinnen. Und so haben sie es gewagt und es auch geschafft, mit ihrer Firma Erfolg zu haben. Das zu lesen ist schon sehr interessant, auch wenn es natürlich in einem solchen Buch sowohl sehr interessante Themen gibt, als auch Themen, die einen nicht so interessieren, beziehungsweise die nicht so relevant für jeden sind.

Aber dafür ist das Inhaltsverzeichnis sehr gut, weil es sehr übersichtlich gestaltet ist und man relevante Themen schnell wiederfinden kann, wenn man noch mal etwas zu einem Thema nachlesen möchte. So interessant das Buch auch war, hätte ich mir doch vielleicht einige Anregungen auch für meinen Berufsalltag gewünscht, um diesen interessanter gestalten zu können. Diese haben mir etwas gefehlt, aber es ist ja klar, dass diese Gruppe nicht für alle Berufe ein Patentrezept bieten kann. Trotzdem ist es ein sehr aufschlussreiches Buch, das mir sehr gut gefallen hat. Auch das Cover gefällt mir gut, weil man sehr schnell erkennt, worum es geht und weil es durch die bunte Schrift ziemlich auffällig ist.

Veröffentlicht am 25.10.2018

Wo findet Saroo seine Heimat?

LION
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Schon den Klappentext dieses Buches fand ich einfach unglaublich toll und so erging es mir mit dem Buch auch. Es ist eine unfassbare Geschichte, die Saroo Brierley da passiert ist. Schon die Tatsache, ...

Schon den Klappentext dieses Buches fand ich einfach unglaublich toll und so erging es mir mit dem Buch auch. Es ist eine unfassbare Geschichte, die Saroo Brierley da passiert ist. Schon die Tatsache, dass er als fünfjähriger Junge in einen Zug steigt, um dann im 1700 Kilometer entfernten Kalkutta zu landen, ist einfach unbegreiflich. Es ist klar, dass es Saroo geholfen hat, dass er schon früh auf sich selber aufpassen musste, weil seine alleinerziehende Mutter arbeiten gehen musste, um für die Familie mit vier Kindern zu sorgen. So hat er es irgendwie auch geschafft, auf den sehr gefährlichen Straßen von Kalkutta zu überleben und in einem Kinderheim zu landen, in dem er versorgt wurde und sogar Freundschaften schloss.

Nachdem die Heimleitung alle Möglichkeiten versucht hat, um die Familie von Saroo wiederzufinden, dies aber nicht gelang, weil der fünfjährige Junge nicht wirklich genau sagen konnte, woher er stammte, wurde er dann zur Adoption freigegeben. Ziemlich schnell fanden sich geeignete Adoptiveltern und so landete Saroo in Australien, wo er sich dank der liebevollen Betreuung seiner neuen Eltern auch schnell zurechtfand und einlebte.

Trotzdem ließ ihn der Gedanke an seine Herkunft nicht los und er versuchte weiterhin herauszufinden, woher er kam, um so seine Familie hoffentlich wiederfinden zu können. Mit Google Earth hat er es schließlich geschafft, die Nadel im Heuhaufen, also seinen Geburtsort unter allen Orten Indiens durch seine Erinnerung an diesen Ort wiederzufinden. So hat er sich auf die Reise begeben, um diesen Ort wieder zu betreten und er hoffte eben, so auch seine Mutter und seine Geschwister wieder in die Arme schließen zu können.

Das Buch ist sehr angenehm zu lesen, denn Saroo beschreibt sehr gut, was ihm in vielen Situationen durch den Kopf geht und so versteht man als Leser auch sehr gut, warum er gewisse Dinge so gemacht hat. Dass er seine Familie wiederfindet, ist seinen Erinnerungen zu verdanken, die er nie vergessen wollte und an die er immer wieder gedacht hat, damit das nicht passiert. Außerdem ist es natürlich seiner beharrlichen Suche zu verdanken. Es wäre schön, wenn dieses Buch auch anderen Menschen als Inspiration dienen könnte, die vielleicht ein ähnliches Schicksal haben.

Veröffentlicht am 25.10.2018

Tolle Familiengeschichte

Die Schnitzlers
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Auch wenn ich ehrlich zugeben muss, dass ich von Arthur Schnitzler vor diesem Buch noch nichts gehört, geschweige denn gelesen habe, fand ich die Geschichte dieser Familie doch sehr faszinierend. Schon ...

Auch wenn ich ehrlich zugeben muss, dass ich von Arthur Schnitzler vor diesem Buch noch nichts gehört, geschweige denn gelesen habe, fand ich die Geschichte dieser Familie doch sehr faszinierend. Schon das Cover gefiel mir sehr gut und ich finde es auch passend, weil es ja eben um die gesamte Familie Schnitzler ab Johann Schnitzler geht und nicht nur um eine einzige Person. Genau das gefiel mir an dem Buch auch sehr gut. Eine Geschichte über eine Person wird schnell langweilig, vor allem, wenn man sich nicht schon vorher genau für diese Person interessiert hat. Das war aber in diesem Buch gar nicht der Fall, weil durch die verschiedenen und teils auch sehr unterschiedlichen Personen, die beschrieben wurden, eine gute Abwechslung gegeben war. Diese Personen wurden auch oft sehr detailliert beschrieben, was das Buch aber nicht langweilig machte, weil es eben wirklich eine Geschichte zu diesen Menschen zu erzählen gibt.

Gerade die gute und lange Beschreibung zeigt sehr deutlich, dass die Autorin für dieses Buch sehr gut recherchiert hat, was mir bei solchen Büchern immer mit am wichtigsten ist. Trotzdem ist das Buch nicht unbedingt wie ein Sachbuch geschrieben, jedenfalls ist es nicht so trocken geschrieben. Teilweise lässt es sich lesen wie ein Roman, weil der Schreibstil schon richtig gut ist. Außerdem gefällt es mir sehr gut, dass es nicht nur um die Familiengeschichte der Schnitzlers geht, sondern auch zu einem großen Teil um die Geschichte Europas zu der jeweiligen Zeit und vor allem natürlich auch um die Geschichte der Juden. Das alles macht das Buch zu einem interessanten Leseerlebnis.