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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.10.2018

Das Buch macht Lust auf Reisen

Off The Path
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Sebastian Canaves berichtet in seinem Buch von vielen Reisen, die er gemacht hat und wie er von jemandem, der Reisen als Hobby ansah, zu einem professionellen Blogger wurde, der das Reisen und das dazugehörige ...

Sebastian Canaves berichtet in seinem Buch von vielen Reisen, die er gemacht hat und wie er von jemandem, der Reisen als Hobby ansah, zu einem professionellen Blogger wurde, der das Reisen und das dazugehörige Bloggen als Hauptberuf hat. In seinem Buch möchte er diese Lust am Reisen an den Leser weitergeben und ich muss sagen, dass ihm das sehr gut gelingt. Das Buch ist unheimlich gut strukturiert, so dass es auch nach dem Lesen noch gut als Nachschlagewerk im Regal stehen kann. Wenn man dann nach einiger Zeit noch mal nachschauen möchte, was für Gepäck man beim Backpacking unbedingt mitnehmen sollte, dann kann man das dank des sehr guten Inhaltsverzeichnisses sehr schnell finden.

Der Autor hat schon mit 25 Jahren 65 Länder besucht und in 8 Ländern gearbeitet, was ich sehr bemerkenswert finde. Er beschreibt sehr gut, wie es einem beim Backpacking gelingen kann, sich auf die Menschen und die Natur vieler Länder einzulassen, weil man das Gepäck immer dabei hat und keine Koffer mit sich herum trägt. Immer wieder wird über die Vorzüge einiger Länder berichtet und auch über die beste Reisezeit und auch die beste Reisedauer. Sehr schön finde ich auch eine Liste einiger Orte und den Preisen, was zum Beispiel dort eine Busfahrkarte oder ein Liter Benzin kostet. Das finde ich sehr schön und manche Preise haben mich auch überrascht.

In dem Buch wird wirklich über alles berichtet, was für eine Reise irgendwie interessant sein könnte. So wird die Vorbereitung beschrieben und auch entsprechende Impfungen und weitere Vorbeugung von Krankheiten und Tipps für den Autokauf bei längeren Reisen. Auch Fettnäpfchen, in die man nicht treten sollte, werden gut beschrieben. So bedeuten manche Gesten in fernen Ländern etwas völlig anderes als hierzulande und auch bei der Kleidung sollte man sehen, dass man sich entsprechend anpasst.

Ich fand das Buch sehr schön und es hat mich dazu ermutigt, es mal selber mit Backpacking zu versuchen. Ich bin zwar auch schon viel gereist und habe dabei viele Länder und Menschen kennenlernen dürfen, aber ich habe durch das Buch den Eindruck gewonnen, dass beim Backpacking die Kommunikation und auch die erlebte Zeit eine ganz andere Qualität hat, als wenn man sich hauptsächlich in den Touristenorten aufhält. Wenn man sich darauf einlässt, dann kann man die Länder und die Menschen dort wirklich kennenlernen, was auch für mich zu einer der wichtigsten Erfahrungen des Reisens zählt.

Veröffentlicht am 21.10.2018

Die Magd und der Gelehrte

Worte in meiner Hand
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Helena Jans van der Strom wächst mit ihrer Familie in Leiden in den Niederlanden auf. Als ihr Vater, ein Seemann, von einer Reise nicht zurückkehrt, gibt es nur noch ihren Bruder, ihre Mutter und sie selbst. ...

Helena Jans van der Strom wächst mit ihrer Familie in Leiden in den Niederlanden auf. Als ihr Vater, ein Seemann, von einer Reise nicht zurückkehrt, gibt es nur noch ihren Bruder, ihre Mutter und sie selbst. Auch ihr Bruder entscheidet sich für ein Leben als Seemann und Helena geht als Magd nach Amsterdam. Dort arbeitet sie bei Mr. Sergeant, einem Buchhändler. Neben seiner Arbeit als Buchhändler nimmt ihr Arbeitgeber auch immer mal wieder Logiergäste auf. Eines Tages wird ein besonderer Gast erwartet, das merkt Helena noch vor seiner Ankunft.

Auch ein Diener des Gastes zieht mit ein. Der Gast ist René Descartes und Helena soll ihn einfach nur Monsieur nennen. Er macht komische Experimente in seinem Zimmer mit Wachs und er schreibt an einem Buch, von dem er aber sagt, dass die Welt noch nicht bereit dafür ist. Während einer längeren Abwesenheit von Mr. Sergeant und dem Limousin, dem Diener des Monsieur, lernen sich Helena und Descartes besser kennen und beginnen ein Verhältnis. Dabei kommt es, wie es kommen musste, Helena ist in anderen Umständen, was der Limousin zuerst bemerkt.

Descartes möchte für Helena sorgen, auch wenn er das erst mal nicht persönlich tun kann. Aber vor allem um seine Tochter bemüht er sich schon sehr, wie es wohl auch in der Realität gewesen sein soll. Die Geschichte scheint sehr gut recherchiert zu sein und schon lange habe ich keinen historischen Roman mehr gelesen, bzw. in diesem Fall gehört, der mich so in seinen Bann ziehen konnte. Das könnte natürlich auch daran liegen, dass es eine Geschichte mit wahrem Hintergrund ist, was ich immer besonders spannend finde.

Das Cover ist schön gestaltet und auch der Titel ist durchaus passend gewählt. Die Sprecherin passte unheimlich gut zu dem Hörbuch und hat es durch ihre Stimme noch zusätzlich geschafft, mich in den Bann der Geschichte hinein zu ziehen. Auch die Aussprache der doch recht zahlreichen niederländischen und französischen Wörter gelang ihr problemlos und das machte dieses Hörbuch noch ein Stück authentischer. Mir hat es sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 21.10.2018

Das gläserne Meer

Das gläserne Meer
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Die Zwillinge Jarik und Dima leben und arbeiten in Russland, besser gesagt in der Stadt Petroplawilsk. Diese Stadt hat Berühmtheit erlangt, als sie zu einem Projekt wurde, um die Produktivität zu steigern. ...

Die Zwillinge Jarik und Dima leben und arbeiten in Russland, besser gesagt in der Stadt Petroplawilsk. Diese Stadt hat Berühmtheit erlangt, als sie zu einem Projekt wurde, um die Produktivität zu steigern. Geschafft wird dies mit einem immerwährenden Tag, der in der Nacht durch Spiegel künstlich erzeugt wird. Dadurch gibt es keine Nacht mehr und Menschen und auch Tiere müssen damit zurechtkommen. Während die Tiere Probleme haben, sich an die Tage ohne Dämmerung und Nacht zu gewöhnen, arbeiten die Menschen in zwei Schichten von je zwölf Stunden. Die Zwillinge arbeiten in gegensätzlichen Schichten und sehen sich nur selten, wenn sie mal beide frei haben.

Dadurch und auch durch die unterschiedliche Einstellung und Haltung zur und bei der Arbeit, entfremden sich die Brüder immer mehr voneinander. Jarik ist als Erstgeborener, auch wenn er nur einige Minuten älter ist als sein Bruder, immer schon von der Mutter gefordert und gefördert worden und seinen Bruder Dima zog es mehr zum Vater, der mit ihm zum Beispiel zu Dichterlesungen im Park ging. So geht es weiter, dass Dima es in der Arbeit nicht weit bringt, während sein Bruder dem höchsten Chef auffällt und befördert wird.

Das Buch ist nicht sehr leicht zu lesen und ich muss zugeben, dass ich zwischendurch einige Seiten auch mal quergelesen habe, weil es mir zu langatmig war. Die Idee des Buches ist ganz toll und auch die Umsetzung gefällt mir, wenn die Sprache manchmal allerdings auch nicht gerade leicht zu lesen war und mir die Sätze etwas zu lang und verschachtelt waren. Allerdings finde ich schon, dass das Buch auch etwas kürzer hätte sein können und trotzdem alles verstanden worden wäre, weil teilweise auch unwichtige Dinge sehr genau erzählt werden.

Das Cover und die Aufmachung des Buches sind wunderschön und wenn man sich die Zeit nimmt, die man für dieses Buch einfach braucht und sich darauf einlässt, dann kann man sich auf eine schöne Geschichte freuen, die allerdings eben leider einige Längen hat.

Veröffentlicht am 20.10.2018

Vor hundert Jahren und einem Sommer

Vor hundert Jahren und einem Sommer
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Im Vorwort und auch im Klappentext steht, dass das Buch wie ein Märchen ist und genau das ist auch der Fall. Nie wird ein Ort genannt, wo die Geschichte spielt, immer werden nur Umschreibungen genutzt, ...

Im Vorwort und auch im Klappentext steht, dass das Buch wie ein Märchen ist und genau das ist auch der Fall. Nie wird ein Ort genannt, wo die Geschichte spielt, immer werden nur Umschreibungen genutzt, wie zum Beispiel "das Dorf der Kirschen", in dem sich Annemie und Jonathan kennenlernen und später sogar wieder treffen. Aufwachsen tun beide bei Pflegeeltern, die sehr gut zu ihren Ziehkindern sind und somit verleben beide eigentlich eine schöne Kindheit.

Später wird es für Annemie und Jonathan nicht ganz so leicht, bis sie sich dann wieder finden und sich ein gemeinsames Leben aufbauen. Beide zog es wieder zurück an den Ort ihrer Kindheit, wo die Ziehmutter inzwischen verstorben ist und nur noch der Ziehvater ihr Heimkommen mit viel Freude bemerkt. Der Schreibstil des Buches ist flüssig und sehr angenehm zu lesen. Allerdings muss ich sagen, dass mir manche Beschreibungen doch ein wenig zu lang waren. Aber irgendwie passte das dann auch wieder zu dem märchenhaften Image der Geschichte, wo es ja normal ist, dass alles genau beschrieben wird.

Die Kapitel waren sehr schön kurz, was es angenehm machte, auch zwischendurch mal ein Kapitel zu lesen. Besonders gut gemacht fand ich auch die Beschreibungen der Charaktere, was einem ermöglichte, schnell in die Geschichte hinein zu finden und zu sehen, wer zu den Guten und wer zu den Bösen gehört. Allgemein muss ich sagen, dass ich das Buch sehr schnell gelesen habe, weil ich immer wissen wollte, wie es weiter geht. Wenn dieser Effekt bei mir da ist, dann muss es schon ein besonderes Buch sein. Auch das Cover finde ich sehr schön, weil es unheimlich gut zu der Geschichte passt, in der es die Dorfbewohner und allen voran Annemie und Jonathan, ja schaffen wollen, dass schon im Winter die Kirschen an den Bäumen hängen.

Veröffentlicht am 20.10.2018

Auf Reisen zum Abschiednehmen

Trauer ist eine lange Reise
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Der Kabarettist Georg Koeniger verliert seine Frau, die an einer aggressiven Form von Lungenkrebs verstirbt. Sie hatte immer vor, den Jakobsweg mit dem Fahrrad zu machen, was sie aber nicht mehr geschafft ...

Der Kabarettist Georg Koeniger verliert seine Frau, die an einer aggressiven Form von Lungenkrebs verstirbt. Sie hatte immer vor, den Jakobsweg mit dem Fahrrad zu machen, was sie aber nicht mehr geschafft hat. Also unternimmt ihr Mann nach ihrem Tod diese Reise. Er macht diese Reise, um sich selbst und ihr zu zeigen, dass er es schafft und auch, um Abschied zu nehmen. In dem Buch wechseln sich die Abschnitte immer ab und mal wird von dem Leben vor und während der Krankheit berichtet und dann wieder vom Camino.

Diese Abwechslung vereinfacht das Lesen, weil man als Leser auch schon mal schlucken muss, wenn der Autor von den langen Tagen am Krankenbett seiner Frau berichtet. Aber trotz aller Trauer merkt man eben auch, dass Koeniger Kabarettist ist und immer wieder blitzt der Humor auf, der das Buch zu etwas ganz Besonderem macht. Die Erzählung von der Tour auf dem Jakobsweg ist sehr gut gemacht und auch die Besonderheiten der Landschaft und auch der Menschen in den einzelnen Regionen werden nicht ausgelassen.

Besonders eindringlich ist mir von dem Buch in Erinnerung geblieben, dass es wichtig ist, dass man auf Reisen geht und etwas von der Welt sieht, solange man es noch kann. Dem Autor wurde wohl empfohlen, mit seiner Frau noch eine Reise zu machen, solange es ihr noch verhältnismäßig gut ging. Aber das war nicht nötig, weil die beiden zusammen schon sehr viele Ecken der Welt erkundet haben.

Auch das Cover finde ich richtig toll. Wenn das Buch vor einem liegt, dann zeigt der Pfeil nach vorne, dass man also vorwärts fahren muss auf so einer Reise, um am Ziel anzukommen. Steht das Buch im Regal, dann zeigt der Pfeil nach oben, als Zeichen, dass es auch aufwärts geht. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich kann es definitiv empfehlen.