Profilbild von BeckyB

BeckyB

aktives Lesejury-Mitglied
offline

BeckyB ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit BeckyB über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.12.2025

Das Ende der Einsamkeit

Bob, der Streuner
0

James, gerade der Obdachlosigkeit entkommen, schlägt sich als Straßenmusiker durch. Als er eines Abends einen abgemagerten, streunenden Kater vor seiner Tür findet, scheint er sein tierisches Ebenbild ...

James, gerade der Obdachlosigkeit entkommen, schlägt sich als Straßenmusiker durch. Als er eines Abends einen abgemagerten, streunenden Kater vor seiner Tür findet, scheint er sein tierisches Ebenbild zu treffen. Er päppelt den Streuner auf, und es entwickelt sich eine besondere Freundschaft. Kater Bob will nämlich keineswegs zurück in die Freiheit. So wie James dem Kater Bob seine Lebenskraft zurückgibt, so füllt das samtpfötige Wesen James' Leben wieder mit Sinn.

Von Beginn des Buchs an gefiel mir Bowens flüssiger Schreibstil. Immer wieder kommt eine Ehrlichkeit durch, die ich bewundernswert finde. Ich wusste nach spätestens der Hälfte des Buchs, dass ich diesem Buch die volle Punktzahl geben werde, was mich selbst überrascht hat.

Man erfährt so einiges über das Leben als Obdachloser/Drogensüchtiger/Straßenmusiker. Ich hätte erst nicht gedacht, dass die Geschichte so lebendig und spannend ist, aber der Autor hat doch so einiges zu erzählen, und das auf wunderbare Weise.

Die Liebe des Autors zu seinem Kater Bob sprüht aus jeder Seite, ohne kitschig zu wirken, was mich sehr berührt hat.

Man muss schon schlucken, wenn man anhand dieser Geschichte merkt, was es bedeuten kann, wenn jemand das Pech hat, bei der Geburt einfach ein schlechtes Kartenblatt abzubekommen. James, du sagst im Buch: „Ich war kein Sohn, auf den man stolz sein konnte.“ Nach Lesen deiner Geschichte kann ich dir versichern, dass deine Eltern sehr wohl Grund haben, auf ihren warmherzigen, integren und auch verantwortungsbewussten Sohn stolz zu sein. Und ich wette, sie sind es!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.12.2025

Liebevoll gezeichnete Figuren und herrliche Situationskomik

Milchschaumschläger
0

Nachdem Daniel in "Macho Man" die Liebe seines Lebens namens Aylin und ihre große türkische Familie kennenlernte und Aylin schließlich in "Der Boss" heiratete, geht es in "Milchschaumschläger" um ein neues ...

Nachdem Daniel in "Macho Man" die Liebe seines Lebens namens Aylin und ihre große türkische Familie kennenlernte und Aylin schließlich in "Der Boss" heiratete, geht es in "Milchschaumschläger" um ein neues Kapitel in ihrem Leben. Als Daniel die Chance bekommt, ein Café zu übernehmen, schmeißt er seinen Job in der Werbeagentur hin und wagt zusammen mit Aylin einen Neuanfang in der Gastronomie. Was dann folgt, ist nichts für schwache Nerven...

Ich habe so manche Situation genossen und herzhaft gekichert beim Lesen. Die Figuren sind derart warmherzig gezeichnet, dass man meint, sie zu kennen und zu mögen.

Im Vergleich zu den beiden Vorgängerbänden hat dieser Roman ein paar Längen, nichtsdestotrotz bereitete er mir viel Lesevergnügen und ich bin froh, Daniels und Aylins Geschichte weiterverfolgt zu haben.

Ein großes Kompliment im Übrigen an die Covergestalter. Das Cover sieht einfach edel aus und man hat beim Anschauen direkt einen Latte Macchiato-Geschmack im Mund. Außerdem entdeckt man bei jedem genauen Anschauen immer neue witzige Details, wirklich gelungen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.12.2025

Erfrischend-spannende Familien-Achterbahnfahrt

Der Boss
0

Daniel und Aylin, die sich in „Macho Man“ kennen und lieben gelernt haben, wagen nun den großen Schritt: Ihre Hochzeit steht bevor. Es ist ein Heidenspaß und spannend zugleich zu erleben, welchen Herausforderungen ...

Daniel und Aylin, die sich in „Macho Man“ kennen und lieben gelernt haben, wagen nun den großen Schritt: Ihre Hochzeit steht bevor. Es ist ein Heidenspaß und spannend zugleich zu erleben, welchen Herausforderungen sich das Paar bei den Hochzeitsvorbereitungen angesichts der beiden verschiedenen Kulturen stellen muss.

Schon die Weihnachtsfest-Szene ziemlich am Anfang des Buches, die an Loriot erinnert, hat mich die Seiten nur so durchfliegen und Tränen lachen lassen!

Das Finale ist noch einmal überraschend spannend, und die Geschichte endet mit einem wunderbaren Schlusswort. Aber am wichtigsten ist: Die Witze sind nie respektlos. Man muss die Figuren einfach gern haben, was den Reiz der Geschichte ausmacht.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.12.2025

Kulturclash vom Feinsten

Macho Man
0

Daniel, Single aus Köln im besten Alter, lernt im Urlaub in Antalya Aylin kennen, die als Animateurin in seinem Hotel arbeitet. Als Daniel, der sich selbst nicht gerade als sehr männlich wahrnimmt, Aylin ...

Daniel, Single aus Köln im besten Alter, lernt im Urlaub in Antalya Aylin kennen, die als Animateurin in seinem Hotel arbeitet. Als Daniel, der sich selbst nicht gerade als sehr männlich wahrnimmt, Aylin näher kommt und sich herausstellt, dass diese ebenfalls eigentlich in Köln lebt, kann er sein Glück kaum fassen. Doch mit seinem Glück kommen weitere Fragen: Was werden Aylins Eltern von ihm halten? Werden sie einen Deutschen in ihrer türkischen Familie akzeptieren? Und vor allem: Muss er männlicher werden?

Von Anfang an hat mich der Humor des Autors gefangen genommen. Die Geschichte ist darüber hinaus so authentisch erzählt, dass man mitfiebert und unbedingt wissen will, ob es Daniel gelingt, ohne allzu große Patzer Fuß in der türkischen Familie seiner Angebeteten zu fassen. Der Kulturclash ist einfach herrlich pointiert erzählt. Die Warmherzigkeit, mit der die Geschichte vom Ich-Erzähler Daniel - ohne Anflüge von Selbstmitleid - wiedergegeben wird, steht nicht in Widerspruch dazu und tut dem keinen Abbruch - im Gegenteil.

Ich habe viel geschmunzelt und mitgefühlt und vergebe daher gute vier Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.12.2025

Durchdachte Geschichte mit viel Herz

Winterzauber in Manhattan
0

Die Engländerin Hayley erfährt durch Zufall von dem heimlichen Wunsch ihrer Tochter Angel, ihren Vater, mit dem Hayley vor zehn Jahren in New York City eine kurze Affäre hatte, kennenzulernen, und beschließt, ...

Die Engländerin Hayley erfährt durch Zufall von dem heimlichen Wunsch ihrer Tochter Angel, ihren Vater, mit dem Hayley vor zehn Jahren in New York City eine kurze Affäre hatte, kennenzulernen, und beschließt, mit Angel nach New York City zu fliegen, um ihrem in Manhattan lebenden Bruder Dean über Weihnachten einen Besuch abzustatten und bei dieser Gelegenheit nach Angels Vater zu suchen. Leider hat Hayley keinerlei Kontaktdaten von ihm, und so gestaltet sich die Suche schwieriger als gedacht. Als sie auch noch unerwartet Deans Chef Oliver über den Weg läuft, wird ihr einmal mehr klar, dass dieser Urlaub anders verlaufen wird als geplant…

Das Cover ist einfach bezaubernd und kommt erst richtig in der Printversion zur Geltung, da die weiße Titelschrift und der in rot gehaltene Autorenname mit weiß-silbernem Glitzerstaub bedeckt sind, was wirklich sehr schön wirkt.

Ich empfand den Schreibstil als sehr angenehm, und die Figuren sind sehr lebendig ausgearbeitet. Von Anfang an hatte ich das Gefühl, als seien Hayley und Angel mir vertraut. Die Szenen laufen wie Filmszenen vor dem inneren Auge ab. Auch wird die Atmosphäre Manhattans sehr gut transportiert.

Hayley fand ich sympathisch, Angel meistens. Überhaupt erinnere ich mich an keine unsympathische Person in dem Buch (Andrew, den ich nicht als Hauptfigur wahrgenommen habe, mal außen vor gelassen). Trotzdem hat jede Person ihren eigenen Charakter, weswegen ich diesen Umstand nicht als negativ empfand.

Was ich schade fand ist, dass das Lektorat ein paar Fehler (weggelassene Silben/Artikel, einmal sogar eine Namensverwechslung) übersehen hat. Es sind zum Glück nicht viele, aber auch ein inhaltlicher Fehler bezüglich des Tischzauberers und seiner Erwähnung im Epilog ist mir aufgefallen.

Die Geschichte ist aber durchdacht und herzlich erzählt, auch wenn ich den Umstand, dass Hayley bei ihrem Arbeitgeber Majestic Cleaning nun gerade als erste Kundin Olivers Mutter zugeteilt bekommt, fast schon als zu großen Zufall empfand. Andererseits: Die größten Zufälle schreibt das Leben selbst.

Insgesamt vergebe ich gute 4/5 Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere