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Veröffentlicht am 19.04.2021

Absolut genialer Trash!

Stahlfront 2029 – Band 1: Terrorstaat
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Ich scheue nicht davor zurück, es gleich zu Beginn meiner Ausführungen zu gestehen: Ich bin begeistert! Begeistert vor allem über die klare, eindeutige, unverschleierte Sprache, mit der der alltägliche ...

Ich scheue nicht davor zurück, es gleich zu Beginn meiner Ausführungen zu gestehen: Ich bin begeistert! Begeistert vor allem über die klare, eindeutige, unverschleierte Sprache, mit der der alltägliche Wahnsinn unserer Epoche, das debile, degenerierte Dasein eines Zeitalters entwerteter Werte und falscher Propheten geschildert wird. Alles, was heutzutage von einer sich moralisch gerierenden Kaste als „politisch korrekt“ deklariert wird, „dekonstruiert“ das Autorenduo mit schwungvoller Feder, ohne Rücksicht auf Denk- und Sprechverbote, mit einer geradezu frivolen Lust an der Provokation. Wunderbar preziös, mit gekonntem Griff in die Wundertüte literarischer Klischees beschreiben die Autoren eine geisteskranke gesellschaftliche Realität, die uns in allernächster Zukunft droht. Das Genre des Trivialromans ersteht in neuer Blüte! Das ist genau die Sorte Trash, die in der Lage ist, adäquat den real existierenden Trash unseres Daseins zu beschreiben! Eine „echte Satire“ nennen die Autoren die Beschreibung der heutigen bundesdeutschen Verhältnisse, der sie die „Wirkung einer Monstrosität“ attestieren. So kann man es auch auch sehen!

Und sämtlicher geistiger Unrat unserer Zeit wird gleich zu Beginn aufgelistet: Alles, was Multikulti-, Klima- und Genderwahnsinnige zu bieten haben – gespeist aus Schuld und Scham und Selbsthass. Genau die Art von debiler Anklage, die ein geistig gestörtes Mädchen mit mongoloiden, „von einem Impfschaden gekennzeichneten Gesichtszügen“ der Welt entgegenschleudert.

Mit Greta Thunbergs Ankunft in New York 2019 setzt dieser Roman dann auch ein. Ihre öffentliche Selbstverbrennung mit Napalm stellt auch im Jahre 2029 noch ein Rätsel dar. Martin Falkenhayn, ein kritischer Online-Journalist, verlässt sein Refugium im Wald und macht sich auf die Suche nach den Hintergründen. Seine Ex-Freundin Maidie, eine ehemalige Prostituierte, die mit dem metrosexuell anmutenden Lysander liiert ist, dient ihm als Informantin. Vom beinahe vollständig islamisierten Berliner Stadtteil Neukölln aus, in dem die Scharia über dem Bürgerlichen Gesetzbuch steht, nimmt die spannende Story ihren Lauf. Alles, was das Klischee verlangt, wird auch geboten, vom V-Mann bis zur genmanipulierten Friedenstaube, die die graue Berliner Stadttaube bereits vollständig verdrängt hat.

Mehr möchte ich nicht verraten, es ist alles wirklich so köstlich, dass ich während meiner Bahnfahrt mehrfach unkontrolliert ins Lachen ausgebrochen bin. Allein schon wegen der überbordenden, skurril überspitzten Einfälle, die wahrscheinlich nicht mehr weit von der uns zu erwartenden Realität entfernt sein dürften. Richtig gut die islamisch gekleideten, Einkaufstaschen tragenden, „Eltrome“ genannten Begleitroboter im Schlepptau ihrer in Burkas gewandeten Besitzerinnen beim Schlendern über den Basar auf dem Herrmannplatz. Oder das Angebot genderneutraler Mode. Und dann tauchte auch noch der Name Moholy-Nagy auf! Das Comeback der Bauhaus-Moderne – diesmal als „intelligente Schnittstelle zwischen Nutzer und dem weltumspannenden Datennetzwerk“. Von der Welt „Smart Collect“ genannt, vom Deutschen „Army“ getauft, weil es um den Arm getragen wird! Genial. Bei letzterem wurde ich mal wieder an den „Minuteman-Algorithmus“ erinnert. Da kam die Autorin auf eine ähnliche Analogie – Whatspay – und von Schnittstellen zwischen Nutzer und dem weltumspannenden Datennetzwerk war da ebenfalls zentral die Rede.

Das Buch ist als Band 1 einer neuen Stahlfront-Serie ausgewiesen. Mit der alten Stahlfront hat es nichts zu tun und leider habe ich auch keinen Folgeband entdecken können. Hoffen wir mal, das die Fortsetzung dennoch bald erscheint.

Leute, unbedingt lesen, wenn ihr gegen die Verhältnisse auflachen wollt.

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Veröffentlicht am 05.04.2021

Trotz kunjunktureller Ideologie spannend bis zur letzten Seite

Klima
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Es ist Ostermontag und die Zeit steht endlich einmal still für mich. Schienengeratter, Weichenstöße, Bahnhofshallenechos – all das ist in den Hintergrund getreten, die Geräuschkulisse des alltäglichen ...

Es ist Ostermontag und die Zeit steht endlich einmal still für mich. Schienengeratter, Weichenstöße, Bahnhofshallenechos – all das ist in den Hintergrund getreten, die Geräuschkulisse des alltäglichen Getriebenseins summt nur ab und an als Erinnerung leise im hintersten Gehörgang auf. Und ich finde endlich Muße, meine Lektüreerfahrungen der letzten Wochen aufzubereiten.

Ich blättere in meinem Notizheftchen ein wenig ratlos hin und her. Die Frage, zu welchem gelesenen Buch ich mich jetzt äußern sollte, habe ich noch entschieden. Oder doch? Die wirren Striche sind es, die meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Ja, das heftige Gekritzel zeigt es an: Hier wurde ein Lesegenuss der Extraklasse memoriert. Es ist ein packender Thriller, auf den ich dank Lesejury aufmerksam geworden bin: „Klima“ von David Klass.

Allein der Titel! Brennendes Problem unserer Zeit oder nur konjunktureller Aufhänger? Das Klima ist die neue Religion. Zumindest wird in der Klimafrage von uns Zeitgenossen bereits ein quasi religiöses Bekenntnis abverlangt, das das Dogma von der drohenden Klimakatastrophe bei Strafe der Exkommunikation in keinen Zweifel stellt. Und wie jede Heilslehre bringt auch die Klimareligion fanatische Anhänger hervor, die für die Erfüllung ihrer Mission aufs Ganze gehen.

Green Man heißt jener verbissene Enthusiast mit globalem Sendungsbewusstsein im Buch, der glaubt, mit terroristischer Radikalität der Ökologie zu ihrem Recht verhelfen zu müssen um auf diese Weise nicht weniger als die Welt vor dem Untergang zu retten. Für die einen, die schon bald nach seinen tollkühnen Aktionen, sich als seine Jünger und Gefolgschaft sehen, ist er die ultimative Kreuzung zwischen dem Messias und Robin Hood, für die anderen schlicht ein Öko-Terrorist, dem schleunigst der Garaus gemacht werden muss. Als Jäger tritt Tom Smith auf den Plan. Der wie sein Gegenpart ebenfalls hochintelligente Datenanalyst des FBI folgt auch bald der richtigen Spur. Doch, und hier wir die Story richtig spannend, hat er recht bald mit innerem Widerspruch zu kämpfen, schüchterne Sympathie und das klammheimliche Verständnis für den Gejagten ringen mit Pflichtbewusstsein und Gesetzestreue.

Der Autor lässt die Zügel seines Erzählens recht frei und gibt uns als Leser die Möglichkeit, unser Wohlwollen beiden Seiten zukommen zu lassen und dem Ausgang des spannenden Duells wechselseitig entgegenzufiebern. Eigentlich ist es weniger das Klimathema an sich, das in dieser rasanten Erzählung in den Bann schlägt, sondern der Zweikampf zweier gleichstarker Kontrahenten, das Ringen und Kräftemessen ebenbürtiger Gegner. Ein wirklich männliches, beinah ritterlich zu nennendes Turnier der Extraklasse.

Ein wenig störend im Gesamtfluss der Erzählung ist die recht ideologiehaltige Besserwisserei und vor allem die karrikaturhafte Beschreibung des Staatspräsidenten, dem ein wenig zu grotesk die Züge des offenbar dem Autor leidlich verhassten DJT verpasst wurden.

Ansonsten jedoch das Fazit: Leute, lest auch dieses Werk.

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Veröffentlicht am 10.02.2021

Anregende Unterhaltung und Erkenntnisgewinn

Das Tristmon-Projekt
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Vor meiner nächsten Bahnfahrt durch die verschneite Landschaft musste ich mich für ein Begleitbuch entscheiden. Gerlind schob mir zwei interessant aussehende Bände zu. Nach einem Blick auf die Verlagsangaben ...

Vor meiner nächsten Bahnfahrt durch die verschneite Landschaft musste ich mich für ein Begleitbuch entscheiden. Gerlind schob mir zwei interessant aussehende Bände zu. Nach einem Blick auf die Verlagsangaben griff ich nach dem „Tristmon-Projekt“ von Viktoria und Sebastian Hug. „Books on Demand – BoD“ – nach dem Glücksgriff mit dem „Minuteman-Algorithmus“ gab es für mich keine weiteren Zweifel. Und, ich sage das vorab, ich wurde nicht enttäuscht. Der Verlag der Selbstverleger scheint eine Fundgrube für Literaturentdeckungen zu sein!

Die von der ersten Zeile an spannende Geschichte enthält alle Zutaten, die sowohl anregende Unterhaltung als auch Erkenntnisgewinn versprechen. Wie jede gute Literatur zitiert sie in der Figurenzeichnung und Erzählführung große Vorbilder und integriert mit leichter Hand universell bewährte Versatzstücke aus dem Fundus von History, Fantasy und Mystery.

Nummer 349 z.B.: Yan Pavel, der zu Zwangsarbeit verurteilte Grubenarbeiter, ließ mich sofort an Nummer D-503 aus Samjatins „Wir“ denken. Und da schweifte der Gedankengang weiter zum erst vor kurzem gelesenen „Minuteman-Algorithmus“ ab. Der Arzt, der auf Verlangen des Grubendirektors, Nummer 349 aufgrund der scheinbar unheilbaren Verletzungen nach der Gasexplosion im Schacht, abschreibt, ist scheinbar menschlicher als der sadistische Ariosoph Dr. Lomer (der D-503 direkt zitiert), die Situation, die das Autorenduo mit großer stilistischer Kunstfertigkeit beschreibt, nicht weniger beklemmend.

Dem Grubenunglück, in dessen Folge Nummer 349 schwerste Verletzungen davonträgt, hat er andererseits seine Freiheit zu verdanken. Und die führt ihn auf eine versteckte Forschungsstation im Gebirge (!), in der der geniale Wissenschaftler (!) Richmut-Tristmon im Regierungsauftrag an einem Geheimprojekt arbeitet. Soviel sei verraten: Es geht nicht nur um Krieg und Frieden, sondern auch um Dämonen, die Liebe und jede Menge philosophischer Reflexionen zu universellen Fragen der Menschheitsgeschichte.

Alles so kunstfertig fein ziseliert beschrieben, dass beim Lesen ein Sog entsteht, der das ganze Sein des Lesers förmlich in die Geschichte hineinzieht. Nach dem Lesen brauchte ich ein paar Momente, um mich in meiner eigenen Wirklichkeit wiederzufinden. Und trotz der mentalen Realisierung der an mir vorbeirauschenden weißen Landschaft, blieb ich noch bis zum Zielbahnhof in der phantastischen Welt von Nummer 349 stecken.

Wie könnte man das Genre beschreiben? Am ehesten als eine gelungene Kompilation bester Elemente aus History, Fantasy und Mystery. Stilistisch und intellektuell auf hohem Niveau, so dass Spannung und Erkenntnisgewinn von der ersten bis zur letzten Seite garantiert sind. Immer wieder erstaunt die überraschende Handlungsführung.

Und gibt es kritikwürdiges zu vermelden? Kleinigkeiten, die dem insgesamt positiven Eindruck nicht das Geringste anhaben können. Eigentlich fällt mir nur die etwas seltsam anmutende Schreibweise der Namen ein. Wer schreibt schon Yan Pavel mit „Y“? (Karol Wojtyla z.B. war Jan Pawel) Andererseits passen zur Fantasy-Welt auch solcherart gestaltete Fantasienamen.

Ach ja, da gab es noch etwas: Nicht „Ihrer Majestät des Kaisers“ muss es heißen, sondern „Seiner …“

Am Ziel habe ich einen Moment gezögert. Sollte ich das Buch wirklich liegenlassen? Oder nicht besser nochmals lesen, da es so gut war? Nein, ich habe es auf bewährte Weise platziert, damit diese wunderbare Erzählung weitere Leser findet.

P.S. Danke auch an Rosecarie, die hier in der Lesejury als erste auf meine Anmerkungen aufmerksam geworden ist. Und die als Motto Nietzsche zitiert: Ein Buch, das man liebt, darf man nicht leihen, sondern muss es besitzen.

Ich weiß nicht recht. Muss man wirklich alles besitzen? Ein gelesenes Buch hinterlässt ja seinen Inhalt im Gedächtnis, im Gefühl. Und wenn es gut war, dann soll, ja dann muss man es weitertragen. Deshalb lasse ich meine Bücher zirkulieren, damit sie ihren weiteren Weg vom Schicksal geleitet finden.

P.S. 2: Nietzsche gehört auch zu Dr. Lomers Lektüre.

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Veröffentlicht am 08.02.2021

Ein Algorithmus, der süchtig macht

Der Minuteman-Algorithmus
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Da habe ich aber einen Schreck bekommen: Meine Rezension gelöscht? Nein, hier geht es um die Neuauflage des „Minuteman-Algorithmus“, meine Anmerkungen stehen unter der ersten. Natürlich ist es erfreulich, ...

Da habe ich aber einen Schreck bekommen: Meine Rezension gelöscht? Nein, hier geht es um die Neuauflage des „Minuteman-Algorithmus“, meine Anmerkungen stehen unter der ersten. Natürlich ist es erfreulich, dass die Autorin dieses lesenswerten Büchleins erfolgreich ist, nur finde ich es seltsam, dass die Meinungen dazu nicht unter dem Titel gebündelt veröffentlicht werden.
Da ich meine Bücher nicht behalte, sondern zirkulieren lasse, weiß ich im Nachhinein gar nicht, welche Auflage ich gelesen habe. Deshalb scheint es mir gerechtfertigt, ein paar Gedanken zur Nachlese unterzubringen. Wer Interesse hat, meinen mehr spontanen, allgemeinen Eindruck zu diesem Buch nachzulesen, der möge unter der ersten Auflage schauen.

Die Autorin Derya Yalimcan erweist sich als wache, kundige Beobachterin unserer in gewissen Maße endzeitlichen gesellschaftlichen Entwicklung, die sie in die nächste und nahe Zukunft extrapoliert, die Düsteres verheißt. Auffällig ist, dass alles irgendwie mit der Zahl 5 verbunden ist. Es sind fünf Kinder aus dem Waisenhaus, die von nicht konkret genannten Mächten auserkoren werden, um die fünf Phasen einer menschenfeindlichen Agenda umzusetzen: Desinformation, Denationalisierung, Desozialisation, Dehumanisierung, Depopulation. Einer Agenda, die im Ergebnis zu einem „Great Reset“ des Homo sapiens führt. Als Wegweiser auf dem jahrzehntelangen Wege zur Umsetzung dieses Programms dient das sogenannte Pentium Hermeticum, eine okkulte Handlungsanleitung aus Theurgie, Heiliger Geometrie, Mythologie, Astrologie und Alchemie, die sich die Protagonisten hart erarbeiten müssen.

Beo und Elise Rosso, Vivi, Vinka und Eugenie, die körperlich, geistig oder aufgrund der Hautfarbe minderbemittelten bzw. ausgegrenzten Außenseiter aus dem Fürsorgeheim, die „Mutanten“, wie sie von den anderen Kindern genannt werden, verpfänden ihre Seelen übersinnlichen Mächten und erleben in der Folge einen atemberaubenden Aufstieg. Nicht nur die körperlichen Handicaps schwinden, sie entwickeln überdurchschnittliche Intelligenz und steigen auf in die Schaltstellen der globalen, und in der Folge, extraterrestrischen Umprogrammierung, bis sie, als Kulmination der Neuausrichtung der Menschheit, zu Prototypen einer modifizierten und optimierten Menschenrasse werden.

Doch so hoch sie auch steigen, sie sind nicht die eigentlichen Bestimmer, eher machen sie den Eindruck von Getriebenen. Über ihnen existiert noch etwas. Was es genau ist, wer es genau ist, verrät die Autorin nicht. Es werden allerlei geheimnisvolle Begriffe in die Runde geworfen. Mal ist es der Egregor, mal das Zikkurat. Dann wirkt im Hintergrund der scheinbar omnipräsente Algorithmer. Oder ist es eine von aller humanen Basis losgelöste, selbsttätig agierende Form der Künstlichen Intelligenz? Und ist diese wesensgleich mit dem, was als übersinnlich bezeichnet wird?

Doch es gibt einen kleinen Prozentsatz der Menschheitsbevölkerung, der sich der aus Verführung und Hypnose resultierenden Neigung zur seelischen Versklavung widersetzt, die Digiparia. Digiparia sind Menschen, die ihr Leben bewusst außerhalb der technologischen Entwicklung leben und damit für die Umprogrammierer unangreifbar werden. Es sind nur wenige, und deshalb werden sie von den dunklen Mächten in Ruhe gelassen, sie sind wohl einfach zu unwichtig. Dennoch werden sie es sein, die das Erbe der Menschheit bewahren. Sie gibt es in allen Kulturen, allen Religionen, auf allen Kontinenten. Die Autorin schildert sie episodisch mit viel Wärme und zeichnet dabei einen Gegenentwurf, der die unterschiedlichen Ansätze auf der Ebene des Humanismus vereint.

Wie nun in dieser Reise durch einen durchaus möglichen Verlauf der Geschichte die verschiedenen Charaktere (es sind ihrer sehr viele und man muss wach bleiben, um den Überblick zu behalten) mit den Widrigkeiten, Gegebenheiten und Ereignissen umgehen, liest sich hochinteressant und spannend. Shannon, Morrison, Swetlana, der Prophet Elias, der geheimnisvolle, an Jesus erinnernde Fremde, Bojana durchschreiten die mühevollen Wege der Erkenntnis, und jemand, dessen Name nicht genannt wird, hat all das aufgeschrieben, obwohl er sich nicht bewusst ist, ob das Geschehen wahr ist oder nur geträumt.
In einem aufgeweichten Manuskript öffnet sich der Buchhändlerin und gescheiterten Religionswissenschaftlerin Kimberly Morrigain dieses unglaubliche Geschehen, das sie uns Lesern dann in der vorliegenden Form übergibt. Sind also Derya und Kimberly ein- und dieselbe Person?

Das Buch kann ich wärmstens empfehlen. Ich habe es während einer Bahnfahrt durchgelesen. Es lässt mich aber bis jetzt nicht los. Irgendwie geistert der Algorithmus noch immer in meinem Kopf.

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Veröffentlicht am 05.02.2021

Sehr gut und spannend bis zur letzten Seite

Der Minuteman-Algorithmus
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Das Buch ging zuerst durch drei Hände und die Empfehlungen meiner Freunde haben mich neugierig gemacht. Ich habe es dann während einer Bahnfahrt quer durchs Land in einem Zug durchgelesen. Es ist spannend ...

Das Buch ging zuerst durch drei Hände und die Empfehlungen meiner Freunde haben mich neugierig gemacht. Ich habe es dann während einer Bahnfahrt quer durchs Land in einem Zug durchgelesen. Es ist spannend geschrieben und ich war die ganze Zeit gut unterhalten.

Der Hintergrund der rätselhaften Story ist wahrscheinlich nicht fiktiv, man findet Parallelen in der Wirklichkeit und muss deshalb keinen Aluhut tragen. Mit "Teen Spirit" werden Seelen gefangen, und konsequenterweise missbrauchen ungenannte Hintergrundmächte elternlose Kinder aus dem Heim, stehlen ihre Persönlichkeiten und lassen sie als Werkzeuge einer bis in den "Outer Space" getragenen Dehumanisierung agieren.

Es ist eine ziemlich komplexe Geschichte mit vielen handelnden Personen, flüssig geschrieben und man behält, trotz der Sprünge zwischen den Ebenen, den Überblick. Man muss allerdings ziemlich wach bleiben, um den Faden nicht zu verlieren, viele Charaktere tauchen auf, einige nur einmal, andere immer wieder. Real sind sie eigentlich alle nicht, kein Wunder, denn die Autorin lässt den Leser bewusst im Unklaren, Unfassbaren, Ungewissen. Alles nur geträumt? Und wenn ja, von wem? Und wer ist der, der den Schlafenden die Träume injiziert, um mögliche Zukunftsszenarien durchzuspielen? Wer derjenige, der das Manuskript verfasst hat? Und wer hat eigentlich all das niedergeschrieben? Ist Kimberly Morrigain ein Alter Ego von Derya Yalimcan?

Gibt es ein Happy End? Eine Erlösung? Nein. Und seltsamerweise stört mich das nicht. Etwas anderes habe ich nicht erwartet.

Es hat mir viel Freude gemacht dieses Buch zu lesen. Und ich würde gern mehr von der Autorin lesen. Aber es scheint ihr Erstlingswerk zu sein, weitere konnte ich nicht entdecken. Ich habe das Buch dann im Bahnhof liegengelassen. Vielleicht freut sich noch jemand daran.

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