Märchenhaft mit nicht ausgeschöpftem Potenzial
A thousand heartbeats - Der Ruf des SchicksalsPrinzessin Annika und Soldat Lennox führen Leben, die nicht gegensätzlicher sein könnten: Annika ist als Prinzessin in Wohlstand mit vielen Annehmlichkeiten groß geworden. Lennox lebt in Armut und muss ...
Prinzessin Annika und Soldat Lennox führen Leben, die nicht gegensätzlicher sein könnten: Annika ist als Prinzessin in Wohlstand mit vielen Annehmlichkeiten groß geworden. Lennox lebt in Armut und muss sich als Soldat unter dem grausamen Oberhaupt Kawan immer wieder beweisen. Dieser träumt davon, als neuer König das Königreich Kadier zu beherrschen, in dem Annika Prinzessin ist. Seinen Gefolgsleuten erzählt er, dass ihrem Clan die Herrschaft über das Reich unrechtmäßig von den Vorfahren der Königsfamilie entrissen wurde.
Und so versucht Lennox mit seinem Clan, Kadier zurückzuerorbern, während er gleichzeitig immer mehr unter den Schikanen von Kawan leidet.
Als ich erfahren habe, dass ein neues Buch von Kiera Cass erscheint, war ich hyped! Ich mochte Selection echt gerne und war so neugierig auf die neue Geschichte aus der Feder von Kiera Cass.
Annika ist eine mutige, starke Protagonistin, die darum kämpft, nicht nur schmückendes Beiwerk zu sein, sondern sich auch um eine gute Bildung bemüht, sowie den Schwertkampf erlernt und Schlösser knackt. Als Zweitgeborene neben ihrem Bruder Escalus hat sie keinen Herrschaftsanspruch, ist aber beim Volk äußerst beliebt.
Lennox hingegen gibt sich bewusst unnahbar und kaltherzig, damit niemand es mehr wagt, ihn herauszufordern oder gar zu quälen. Innerlich zerreißt ihn diese Haltung des beständigen Misstrauens aber.
Als Annika und Lennox das erste Mal aufeinandertreffen, entführt er sie. Eigentlich ist sie dem Tode geweiht - doch ihr gelingt die Flucht und bei der Verfolgung lässt Lennox sie gehen. Zwischen den beiden entwickeln sich zarte gefühlsmäßige Bande. Doch sie sind Feinde und weitere Begegnungen können eigentlich nur mit dem Tod eines der beiden enden ...
Die Prämisse des Buches klang gut für mich: Zwei verfeindete Clans und eine Prinzessin und ein Soldat, bei denen aus dieser Feindschaft Liebe wird.
Die Liebesgeschichte fühlte sich dann leider für mich etwas konstruiert an: Es ging ab einem gewissen Punkt zu schnell und hat sich nicht nachvollziehbar entwickelt.
Dieses Problem hatte ich auch mit bestimmten Punkten in der Handlung. Sie sind passiert, weil es zum vorhergesehenen Handlungsplot der Autorin gepasst hat und nicht, weil es sich organisch in die Handlung eingefügt hat.
Zudem wurde Annika als sanftmütig und großherzig beschrieben. Es fällt ihr nicht schwer, den Menschen in ihrem Umfeld zu vergeben. Ich hätte mir in bestimmten Situationen aber gewünscht, dass sie weniger nachgiebig ist.
Der Schreibstil von Kiera Cass war dafür wieder gewohnt eingängig und flüssig und die märchenhafte Anmutung der Erzählung hat mir auch gefallen.