Profilbild von Buch_Elfe

Buch_Elfe

Lesejury Star
online

Buch_Elfe ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Buch_Elfe über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.07.2025

Was für ein Finale!

Chosen – Haus aus Asche
0

Emily Bähr liefert mit „Haus aus Asche“ einen mitreißenden und zugleich berührenden Abschluss ihrer Chosen-Dilogie – voller Spannung, Gesellschaftskritik und emotionaler Tiefe. Ich war von der ersten Seite ...

Emily Bähr liefert mit „Haus aus Asche“ einen mitreißenden und zugleich berührenden Abschluss ihrer Chosen-Dilogie – voller Spannung, Gesellschaftskritik und emotionaler Tiefe. Ich war von der ersten Seite wieder voll in der Geschichte drin und habe das Buch praktisch in einem Rutsch verschlungen.
Der Erzählstil ist wieder absolut fesselnd: bildlich, temporeich und dabei so emotional, dass ich oft tief mit den Figuren mitgefühlt habe. Besonders die abwechselnden Perspektiven von Iris und Cylus haben mir sehr gefallen – man taucht intensiv in ihre Gedanken- und Gefühlswelt ein und versteht jede Entscheidung, jeden Zweifel, jeden stillen Kampf. Iris entwickelt sich im Laufe der Handlung unglaublich weiter – stark, mutig und dabei stets voller Empathie. Und Cylus? Ein Bookboyfriend mit Tiefe und Zerrissenheit, der zwischen Krone und Herz hin- und hergerissen ist.
Was mich besonders begeistert hat, war das raffinierte Spiel mit Medien, Macht und öffentlicher Wahrnehmung. Die Royal Games werden hier nicht nur als dystopischer Wettbewerb erzählt, sondern auch als Spiegel unserer digitalen Gegenwart – inklusive Chat-Kommentaren, Streaming-Vibes und moralisch fragwürdigen Showformaten. Und trotzdem bleibt die Geschichte nahbar, menschlich und zutiefst berührend.
Auch die Nebenfiguren – von Verbündeten bis hin zu Gegnerinnen – sind facettenreich dargestellt und sorgen immer wieder für überraschende Wendungen. Es gibt emotionale Tiefschläge, stille Rebellionen und Momente, in denen ich laut aufatmen musste. Und ja, auch der Humor kommt nicht zu kurz – Emily Bähr weiß genau, wann sie den richtigen Ton trifft.
Das Ende? Unerwartet – aber stimmig. Nicht zu kitschig, nicht zu glatt, sondern märchenhaft mit Ecken und Kanten. Genau so, wie es zur Geschichte passt.

Fazit: Ein starker Abschluss mit Mut zur Tiefe. „Chosen – Haus aus Asche“ ist mehr als nur eine spannende Romantasy – es ist ein modernes Märchen mit Haltung, Herz und Verstand. Ich bin begeistert und hätte am liebsten noch einen dritten Band. Absolute Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 21.07.2025

eine mitreißende Fortsetzung

Fallen Courts 2: Divide
0

Wer Fallen Courts – Conquer verschlungen hat, wird bei Divide kaum Zeit zum Luftholen finden. Tine Bätcke beweist mit dem zweiten Teil ihrer Trilogie eindrucksvoll, dass Fortsetzungen mehr sein können ...

Wer Fallen Courts – Conquer verschlungen hat, wird bei Divide kaum Zeit zum Luftholen finden. Tine Bätcke beweist mit dem zweiten Teil ihrer Trilogie eindrucksvoll, dass Fortsetzungen mehr sein können als bloße Übergänge – nämlich kraftvolle, tief emotionale und in sich stimmige Romane, die nicht nur die Welt, sondern auch die Figuren weiter öffnen.
Die Ausgangslage ist düster: Tarmo hat sein Versprechen gebrochen – mit schwerwiegenden Konsequenzen. Während er versucht, die Kontrolle zurückzugewinnen und Key zu finden, steht sie selbst vor einem Umbruch. Getrennt voneinander treffen beide Entscheidungen, die nicht nur sie selbst, sondern das Gleichgewicht ihrer Welt ins Wanken bringen könnten.
Key bleibt auch in diesem Band eine Figur mit Ecken, Kanten und beeindruckender Standhaftigkeit. Sie trifft ihre Entscheidungen nicht leichtfertig, aber entschlossen – mit einer Mischung aus Idealismus und innerer Zerrissenheit, die sie greifbar und menschlich macht. Besonders gefallen hat mir, wie sie trotz aller Verluste an ihrer Überzeugung festhält, auch wenn das nicht immer bequem ist.
Tarmo durchläuft eine eigene, stille Entwicklung – seine Zerrissenheit ist subtiler, aber nicht weniger eindringlich. Der Kontrast zwischen seiner Rolle als Fürst des Winterreichs und der aufrichtigen Verbindung zu Key erzeugt eine Reibung, die der Geschichte Tiefe verleiht. Die langsame Wiederannäherung der beiden ist gefühlvoll, ohne überladen zu wirken – ein leiser, glaubwürdiger Slow Burn, der ganz ohne klischeehafte Überzeichnungen auskommt.
Besonders hervorgehoben werden müssen auch die Nebenfiguren, die das Ensemble weiter abrunden. Luke, Mail, Rylan – jede Figur bringt ihre eigene Geschichte mit, ohne je wie bloßes Beiwerk zu wirken. Und mit Spider-Man (ja, wirklich!) zieht eine neue Figur ein, die genau zur richtigen Zeit für überraschende Leichtigkeit sorgt.
Was Divide aber wirklich trägt, ist die Kombination aus atmosphärischem Worldbuilding und emotionalem Tiefgang. Die Anderwelt, das Winterreich, die Machtstrukturen der Fae – all das fühlt sich organisch gewachsen an. Die Geschichte ist temporeich, mit gelungenen Perspektivwechseln, durchzogen von kleinen Twists, die neugierig machen, ohne den roten Faden aus den Augen zu verlieren. Und das Ende? Bleibt nicht unbemerkt. Wer Band 3 nicht schon griffbereit hat, wird sich spätestens nach der letzten Seite danach sehnen.

Fazit: Tine Bätcke schafft es erneut, eine dichte, emotionale Geschichte zu erzählen, die sich nicht vor dem Auftakt verstecken muss. Fallen Courts – Divide überzeugt mit starken Charakteren, einer durchdachten Handlung und einem Schreibstil, der sowohl fesselt als auch berührt. Eine klare Leseempfehlung für alle, die mehr als nur Romantasy suchen – sondern eine Geschichte über Mut, Vertrauen und die Grauzonen dazwischen.

Veröffentlicht am 21.07.2025

ein starker Reihenauftakt, der mehr als nur Fae-Fantasy bietet

Fallen Courts 1: Conquer
0

Mit Fallen Courts – Conquer eröffnet Tine Bätcke eine Geschichte, die weit über klassische Fantasy hinausgeht. In einer Welt, in der Menschen und grausame Fae in einer brüchigen Zwischenwelt leben, entfaltet ...

Mit Fallen Courts – Conquer eröffnet Tine Bätcke eine Geschichte, die weit über klassische Fantasy hinausgeht. In einer Welt, in der Menschen und grausame Fae in einer brüchigen Zwischenwelt leben, entfaltet sich eine Geschichte voller Intrigen, Loyalität und der Suche nach Wahrheit – und das alles durch die Augen einer bemerkenswerten Protagonistin.
Key lebt für ihren Job als Wächterin und für ihren kleinen Bruder Luke. Als sie bei einem Einsatz entführt wird und in die Hände des gefürchteten Statthalters Tarmo Rook gerät, beginnt für sie nicht nur ein Kampf um Freiheit, sondern auch ein Prozess der Erkenntnis – über sich selbst, ihr Umfeld und die Wahrheit hinter dem System, dem sie all die Jahre gedient hat.
Ich mochte Key auf Anhieb: Sie ist tough, impulsiv, verletzlich – aber immer mit einem wachen Blick auf das, was sie liebt und schützen will. Ihr loses Mundwerk und ihre kämpferische Art sorgen nicht nur für Tempo, sondern auch für überraschend viel Tiefe. Besonders gefallen hat mir, wie sie nach und nach nicht nur die äußeren Mauern ihrer Welt, sondern auch ihre inneren Grenzen in Frage stellt.
Tarmo bleibt lange undurchsichtig – und genau das macht ihn so interessant. Er verkörpert Macht und Verantwortung auf eine ambivalente Weise, die neugierig macht und mit jedem Kapitel mehr Facetten zeigt. Die Dynamik zwischen ihm und Key ist geprägt von Spannung, Reibung und Vertrauen, das sich nur langsam entwickelt – eine Slow Burn Romance, wie ich sie liebe: glaubhaft, nicht kitschig, sondern mit Substanz.
Was diese Geschichte für mich besonders macht, ist das Setting. Die dystopisch angehauchte Welt ist durchdacht und vielschichtig, mit kleinen Details, die erst nach und nach Bedeutung gewinnen. Die politischen Strukturen, die Rolle der Rebellen, die Herkunft der Fae – all das ergibt ein komplexes Bild, das sich wie ein Puzzle zusammenfügt. Gleichzeitig bleibt die Handlung durchweg spannend und punktet mit Twists, die mich mehr als einmal überrascht haben.

Fazit: Fallen Courts – Conquer ist ein vielversprechender Auftakt mit starker Heldin, cleverem Worldbuilding und genau der richtigen Mischung aus Action, Emotion und Magie. Wer Fae-Geschichten mag, sich aber nach etwas Düstererem, Unerwarteterem sehnt, wird hier fündig. Ich freue mich sehr auf die Fortsetzung – nicht zuletzt wegen des Cliffhangers, der definitiv nach mehr verlangt.

Veröffentlicht am 21.07.2025

eine Rückkehr nach Mediocris voller Mut, Magie und Schatten

Zeilenmagie 2: A Story of Darkness
0

Der zweite Band der Zeilenmagie-Reihe knüpft nicht nur atmosphärisch, sondern auch inhaltlich nahtlos an die Ereignisse des ersten Teils an – und zieht einen sofort wieder tief hinein in die Welt von Mediocris.
Schon ...

Der zweite Band der Zeilenmagie-Reihe knüpft nicht nur atmosphärisch, sondern auch inhaltlich nahtlos an die Ereignisse des ersten Teils an – und zieht einen sofort wieder tief hinein in die Welt von Mediocris.
Schon der Prolog überrascht mit einem neuen Blickwinkel und sorgt direkt für Gänsehaut. Wir erhalten Einblicke in die Vergangenheit der dunklen Königin – und verstehen dadurch nicht nur ihre Beweggründe besser, sondern auch, wie vielschichtig Laura Nicks Figuren eigentlich sind.
Im Zentrum steht erneut Mia, die sich inzwischen spürbar weiterentwickelt hat. Ihre jugendliche Naivität aus Band 1 ist einer wachsenden Entschlossenheit gewichen. Sie ist verletzlich, impulsiv – aber auch mutig, loyal und zutiefst menschlich. Gerade deshalb fiebert man mit ihr auf jeder Seite mit. Besonders gelungen fand ich, wie sie von ihren Freund*innen getragen wird und gleichzeitig zur Stütze für andere wird.
Auch altbekannte Nebenfiguren wie Oskar, Robin oder Liam bekommen mehr Tiefe – und sorgen nicht nur für Dynamik, sondern auch für emotionale Momente. Die Wortgefechte bleiben charmant, der Humor trocken, ohne ins Lächerliche zu kippen. Einige neue Figuren und Wesen erweitern die Welt auf fantasievolle Weise – ohne die eigentliche Geschichte zu überfrachten.
Spannungstechnisch legt Laura Nick hier nochmal nach: Der Plot ist temporeich, stellenweise düster und mit einigen cleveren Twists gespickt. Besonders die letzten Kapitel haben es in sich – sie sind emotional aufgeladen, überraschend und lassen einen mit klopfendem Herzen zurück. Ein besonderes Highlight war für mich der Kontrast zwischen der märchenhaften Welt und der spürbaren Bedrohung, die über allem liegt.

Veröffentlicht am 21.07.2025

ein Herzensbuch mit Tiefe, Kanten und ganz viel Gefühl

Preston Brothers, Band 2 - Losing Logan
0

Jay McLean hat es wieder getan – mit Losing Logan schenkt sie uns eine tief berührende Geschichte, die genauso viel Herz, Schmerz und Hoffnung enthält wie Band 1, Loving Lucas, und doch einen völlig eigenen ...

Jay McLean hat es wieder getan – mit Losing Logan schenkt sie uns eine tief berührende Geschichte, die genauso viel Herz, Schmerz und Hoffnung enthält wie Band 1, Loving Lucas, und doch einen völlig eigenen Ton trifft.
Im Zentrum steht diesmal Logan, das mittlere der sieben Preston-Kinder – impulsiv, laut, rebellisch, und doch so viel mehr als der typische Bad Boy. Und dann ist da Aubrey, neu in der Stadt, mit einem kleinen Papeterie-Laden, einer Vergangenheit, die sie lieber verschweigt, und einer Haltung, die niemand so schnell ins Wanken bringt. Zwei Welten, die aufeinanderprallen – und sich vielleicht gerade deshalb so dringend brauchen.
Schon nach wenigen Seiten war ich wieder mittendrin im Chaos der Prestons – dieser liebenswerten, lauten, unvollkommen perfekten Familie, die ich schon aus Band 1 ins Herz geschlossen habe. Doch Logan ist nicht Lucas. Seine Geschichte ist dunkler, zerklüfteter. Während Lucas versucht zu halten, was ihm bleibt, scheint Logan eher zu verdrängen, was er fühlt. Und genau da beginnt diese Geschichte zu leuchten.
Denn Losing Logan ist keine einfache Lovestory. Es ist ein tiefgründiger New Adult Roman über Verlust, Identität und die leise Hoffnung, dass jemand den Teil von dir sieht, den du selbst versteckst. Jay McLean erzählt in abwechselnden Perspektiven von Logan und Aubrey – und gerade dieser doppelte Blick macht es möglich, sich beiden ganz nah zu fühlen.
Aubrey ist dabei nicht nur Love Interest, sondern ein echtes Gegengewicht: sensibel, ein wenig schräg, voller Wärme – aber auch gezeichnet von dem, was sie hinter sich lassen wollte. Sie versucht sich ein Leben aufzubauen, mit einem Laden, der kaum läuft, einer Freundin, die mehr Drama als Halt bringt, und einem Herzen, das längst mehr fühlt, als es sollte.
Und Logan? Sein Schmerz sitzt tiefer, als man anfangs denkt. Jay McLean lässt uns nur stückweise hinter seine Fassade blicken – bis die Erinnerungen ihn einholen, bis klar wird, warum er nicht schlafen will, warum er wegläuft, warum er zu Drogen greift. Das Puzzle setzt sich nur langsam zusammen – aber genau das macht diesen Roman so stark.
Was mich besonders beeindruckt hat:
Wie echt sich alles anfühlt.
Wie vielschichtig Logan gezeichnet ist – fernab vom Klischee.
Wie sich zwischen ihm und Aubrey eine Verbindung entwickelt, die mehr ist als körperliche Anziehung.
Wie subtil, aber kraftvoll die Themen psychische Gesundheit, Trauma und Selbstwert behandelt werden.
Und natürlich: Die Prestons. Ob Lachlan, der Aubrey mit seinem Zeichenblock besucht, Lucy, die einzige Schwester, oder Dad Preston, der nie perfekt war, aber immer präsent ist – es ist diese Familie, die einen auffängt, wenn es weh tut.
Der Schreibstil ist – wie schon im ersten Band – atmosphärisch, direkt, manchmal witzig, oft poetisch, aber nie kitschig. Die Dialoge haben Biss, die Emotionen Tiefe, die Plotwendungen überraschen. Besonders im letzten Drittel hat mich das Buch nicht mehr losgelassen – und ja, da war auch wieder diese Träne, die plötzlich über die Wange lief.

Fazit: Losing Logan ist kein einfaches Buch – aber eines, das bleibt. Jay McLean schreibt über Menschen, die kaputt sind, aber trotzdem lieben können. Über Schmerz, der uns verändert, aber auch näher bringt. Über Familien, die nicht perfekt, aber genau deshalb so wichtig sind.
Für mich: ein Herzensbuch mit Tiefe, Kanten und ganz viel Gefühl.