Zwei Handlungsstränge
Die Schwestern von SherwoodZu Beginn gilt zu erwähnen, das ich den Roman als Hörbuch gehört habe.
Der Krieg ist gerade vorbei, als Melinda eine sonderbare Post aus England erhält. Da diese die Damefigur eines Schachspiels enthält, ...
Zu Beginn gilt zu erwähnen, das ich den Roman als Hörbuch gehört habe.
Der Krieg ist gerade vorbei, als Melinda eine sonderbare Post aus England erhält. Da diese die Damefigur eines Schachspiels enthält, welches sie von ihrer Großmutter geerbt hatte, machte sich Melinda auf den Weg nach Sherwood.
In zwei Handlungssträngen wird hier von einer jungen Frau namens Melinda erzählt, die alleine im Berlin der Nachkriegsjahre ums Überleben kämpft und zum anderen von Amalia Sherwood und ihrer Schwester Kathleen, die in den 1890ern junge Frauen in einem England waren, in dem es vom Adel verpönt war, mit Emporkömmlingen, die durch eigene Hände Arbeit zu Reichtum gekommen waren, zu verkehren.
Für Amalia kam erschwerend hinzu, dass sie nach einer Scharlachinfektion als Kind taub wurde. Damit konnte ihre Mutter so gar nicht umgehen, da es einen Makel auf ihre Familie zu werfen schien, den sie nicht hinnehmen wollte.
Elisabeth Sherwood strebte beständig nach Höherem, so wollte sie aufgrund des Geldes ihres Mannes, in die höheren Kreise Einzug halten, was ihres Erachtens nach nur durch Heirat gelingen konnte.
Ihre Nachbarn, die Hamptons, waren alter Landadel in Not und sie hatten den Sohn im heiratsfähigen Alter.
Nach und nach erfährt der Hörer, wie sich das Leben und Lieben auf Sherwood Manor abspielte. Welche Intrigen geknüpft wurden, um das Ziel zu erreichen und wie nach und nach die Familie daran zu zerbrechen drohte.
Krass fand ich die Therapie, die Taubstumme zum Reden zwangen, obwohl diese ihre eigenen Laute gar nicht hören konnten. Erschütternd, dass sie nur im Geheimen ihre Gebärdensprache nutzen durften und generell für geistig zurück geblieben erachtet wurden.
Erstaunlich wie viel Leid ein Mensch aushalten kann, ohne daran zu zerbrechen.
Mich hat die Geschichte in manchen Teilen sehr traurig gemacht, in anderen aber wieder aufgezeigt, dass man sich vom Leben nicht unterkriegen lassen sollte.
Zu Beginn fielen mir die Wechsel zwischen 1890 und 1948 schwer und ich fand die Übergange zu heftig, aber mit der Zeit fand ich besser rein.
Gut gefallen hat mir, wie sich für Melinda so nach und nach alles erschloss, und sie die Wurzeln ihrer Familie fand.