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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.09.2018

Ein tolles Krimihörbuch

Der Mann, der nicht mitspielt. Hollywood 1921: Hardy Engels erster Fall
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Hardy Engel ist in die USA ausgewandert, um dort als Schauspieler Karriere zu machen. Für das tägliche Brot reicht es aber nicht, sodass er zusätzlich als Privatdetektiv tätig ist. Von der mysteriösen ...

Hardy Engel ist in die USA ausgewandert, um dort als Schauspieler Karriere zu machen. Für das tägliche Brot reicht es aber nicht, sodass er zusätzlich als Privatdetektiv tätig ist. Von der mysteriösen Pepper Murphy wird er beauftragt, das Starlet Virginia Rappe zu finden. Schnell wächst sich die harmlose Suche zu einem handfesten Skandal aus, als er sie misshandelt und sterbend beim bekannten Komiker „Fatty“ findet. Ganz Hollywood scheint in einem Sumpf aus Intrigen, Drogen, Vertuschung und Morde verwickelt zu sein und Hardy weiß bald nicht mehr, wem er noch trauen kann.

Ein spannendes Krimihörbuch, das die wilden 20er mit einer äußerst düsteren, verruchten Seite wieder auferstehen lässt. Uve Teschner verleiht Hardy Engel brillant die Stimme eines versoffenen, harten, vom Leben enttäuschten und doch noch integren Privatdetektivs wie man ihn aus Groschenromanen und einschlägigen Schwarzweißfilmen kennt. In jedem Zug hat Christof Weigold seinem 20er Jahre Krimi Authentizität verliehen bis hin zum Element des Vergleichs. Damit hat er es aber übertrieben. Zu Beginn war es noch witzig und verlieh der Geschichte Flair, doch je weiter die Handlung fortschritt desto genervter war ich. Nichts „ist“ einfach. Alles ist wie etwas anderes. Haare wie Seide, eine Teergrube wie ein Höllenschlund, Beine wie die eines schnellen Rehs… Dazu bleibt es nicht bei einfachen Vergleichen, sondern sie weiten sich zu nutzlosen Beschreibungen des vergleichenden Bildes aus, sodass man am Ende fast Mühe wieder zur Handlung zurückzufinden.
Abgesehen von diesem Kritikpunkt und der am Ende doch äußerst verwickelten und komplexen Auflösung war es ein tolles Hörerlebnis!

Veröffentlicht am 13.09.2018

Verurteilt zum Sommerurlaub

Bretonisches Leuchten
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Kommissar Dupin ist verzweifelt. Seine Geliebte Claire hat ihn zu einem Strandurlaub mitgeschleppt und all seine Kollegen und Freunde darauf eingeschworen, ihn nicht mit Ermittlungsfragen zu behelligen. ...

Kommissar Dupin ist verzweifelt. Seine Geliebte Claire hat ihn zu einem Strandurlaub mitgeschleppt und all seine Kollegen und Freunde darauf eingeschworen, ihn nicht mit Ermittlungsfragen zu behelligen. Dupin versucht dem Sonnenbaden mit Kurzspaziergängen zu entkommen. Dann wird eine Leiche gefunden und aus den arrangierten Fluchten wird eine heimliche Ermittlung: hinter Claires Rücken und hinter dem Rücken der örtlichen Polizei, die von Dupins Einmischung nicht begeistert ist.

Für mich der bisher schwächste Band der Reihe. Die Verzweiflung Dupins ist zwar zu Anfang ganz amüsant wird dann aber anstrengend. Abgesehen von seinem Gejammer passiert seitenweise gar nichts. Die Ermittlungsarbeit besteht hauptsächlich aus Klatsch und Tratsch, der wenig überzeugend ausschließlich Dupin und nicht den ermittelnden Beamten mitgeteilt wird. Die Landschaftsbeschreibungen und das Flair retten die Geschichte zwar, aber der Kriminalfall ist äußerst schwach und am Ende auch etwas überfrachtet.

Schade, dass die sonst so schöne Sommergeschichte nicht so gut gelungen ist. Als Fan der Reihe ist aber auch dieser Band ein Muss.

Veröffentlicht am 13.09.2018

Chihuahuas beweisen die Existenz von Aliens und Eichhörnchen planen die Weltherrschaft

Oberons blutige Fälle
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Ein Besuch im Hundepark führt den irischen Wolfshund Oberon und sein Herrchen, den Druiden Atticus, auf die Spur von Hundeentführungen. Daraus wird schon bald eine Mordermittlung, die Atticus in Erklärungsnot ...

Ein Besuch im Hundepark führt den irischen Wolfshund Oberon und sein Herrchen, den Druiden Atticus, auf die Spur von Hundeentführungen. Daraus wird schon bald eine Mordermittlung, die Atticus in Erklärungsnot und Detective Gabriella zur Verzweiflung bringt. Oberon dagegen weiß ganz genau, dass in ihm ein Sherlock Holmes steckt und Hunde sind sowieso die besseren Detektive.

Witzig, originell und immer wieder überraschend warten in diesem Band zwei großartige Fantasy-Krimierzählungen auf den Leser. Rein aus der Sicht des Hundes Oberon geschrieben, gibt es viele amüsante Szenen, in denen der Hund sich die Menschenwelt erklärt. Dass Atticus als zweitausendjähriger Druide zwischen den Orten in kürzester Zeit wechseln kann, gibt der Geschichte noch einen zusätzlichen Witz, da es zu vielen Ungereimtheiten kommt, die der Polizei erklärt werden müssen.

Dieses Spin-Off zu „Die Chronik des Eisernen Druiden“ ist urkomisch und lässt sich auch ohne Kenntnis der Originalreihe genießen. Kleine Andeutungen lassen aber hoffen, dass einige Ereignisse in der Hauptgeschichte eine Rolle spielen werden.

Beste Unterhaltung für Krimi- und Fantasyfreunde sowie Fans des eisernen Druiden. Eine klare Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 13.09.2018

Drei Schwestern – drei Schicksale

Für Gefühle ist es nie zu spät
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Die drei McCarthy-Schwestern sind alle bildschön und in ihrem Leben an einem Wendepunkt angekommen. Clare zieht endlich einen Schlussstrich unter ihre Ehe, in der sie immer wieder betrogen und gedemütigt ...

Die drei McCarthy-Schwestern sind alle bildschön und in ihrem Leben an einem Wendepunkt angekommen. Clare zieht endlich einen Schlussstrich unter ihre Ehe, in der sie immer wieder betrogen und gedemütigt wurde. Die erfolgreiche Anwältin Maggie will neuen Schwung in ihre Ehe bringen und kämpft mit zwei Teenager-Töchtern, die jede auf ihre eigene Art rebellieren. Nesthäkchen Sarah verliebt sich Hals über Kopf in den gutaussehenden Polizisten Sa und krempelt ihr Leben nach zwölf Jahren noch einmal völlig um.

Robyn Carr hat mich mit ihren ersten drei Serien „Grace Valley“, „Virgin River“ und Thunder Point“ bezaubert, sodass ich auch zu diesem neuen Band greifen musste. Die hier erzählte Geschichte ist wieder sehr gut geschrieben und nimmt einen gefangen. Das gewisse Etwas der anderen Reihen fehlt mir hier aber. Das liegt nicht daran, dass es – bisher – kein Crossover gibt, obwohl ich darauf gehofft habe, sondern an der Oberflächlichkeit der Geschichte. Es wird zu viel auf einmal erzählt, als dass alle Charaktere und das Städtchen so liebevoll und heimelig ausgebaut werden könnte wie man es aus den anderen Reihen gewohnt ist. Clare kämpft mit ihrer Scheidung, ihrem neuen Beruf, einer neuen Liebe, ihrer Vergangenheit und ihrem Sohn, Maggie hat Probleme mit ihrem Ehemann und den beiden Töchtern – von denen jede eine so komplexe Rahmengeschichte hat, dass sich ein eigener Band lohnen würde. Auch die Geschichte von Sarah könnte ein eigenes Buch füllen. Da außerdem wie von Robyn Carr gewohnt, das Sexleben der Charaktere eine sehr große Rolle spielt, bleibt für Storyentwicklung und Tiefgang nicht viel Platz.

Damit bleiben 4 Sterne für einen schönen Liebesroman, der viel unausgeschöpftes Potential hat. Robyn Carr kann es besser.

Veröffentlicht am 09.09.2018

Gefährliche Gaben

Ein Augenblick für immer. Das erste Buch der Lügenwahrheit, Band 1
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June ist überglücklich als sie zu ihrem Onkel nach Cornwall zieht. Ein Austauschjahr ist genau das richtige, um über ihre gescheiterte Beziehung zu Jasper hinwegzukommen. Ihr Abschluss an einer englischen ...

June ist überglücklich als sie zu ihrem Onkel nach Cornwall zieht. Ein Austauschjahr ist genau das richtige, um über ihre gescheiterte Beziehung zu Jasper hinwegzukommen. Ihr Abschluss an einer englischen Eliteschule bringt sie ihrem Ziel eines Oxford-Studiums näher. Mit einigen Dingen hat sie allerdings nicht gerechnet: einem herrschaftlichen Herrenhaus samt Butler, den beiden atemberaubenden Brüdern Preston und Blake und der geheimnisvollen Gabe, die in ihrer Familie vererbt wird.

Ein genialer erster Band zu einer neuen Romantasy-Trilogie von Rose Snow! Man schließt die Charaktere sofort ins Herz und taucht in die Geschichte ein. Von der ersten Seite an hat die Geschichte mich gepackt. Manche Szenen sind aus dem Genre bekommt: der düstere, doch faszinierende Blake, der gutaussehende, sympathische und doch suspekte Preston, die zweifelhafte Art auf die sich June zu beiden hingezogen fühlt und ein Fluch, der alles zu vernichten scheint. Besonders genervt hat mich die permanente Beschreibung der beiden Brüder. Bauchmuskeln und Düfte, Oberarme und Augen – nicht nur einmal, sondern immer wieder. Ein bisschen mehr Geschichte und weniger Wiederholung wäre mir lieber gewesen, zumal diese Ausführungen keinen Zweck verfolgten, der nicht schon mit der ersten erreicht gewesen wäre.
Anderes ist aber wieder genial! Junes neue Freunde Lilly und Grayson zum Beispiel oder der rührend glückliche Onkel. Die schauerliche Einführung der Gabe sorgt dazu für ein tolles Mystery-Flair.

Fazit: ein toller Mystery-Romantasy-Roman, der von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Ein paar Klischees werden mit sehr vielen originellen Ideen zu einer geheimnisvollen Geschichte verwoben, die einen nicht mehr loslässt. Ich kann die Fortsetzung nicht erwarten. Rose Snow ist wieder ein genialer Coup gelungen!