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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.01.2017

Auf nach Hamburg in die Speicherstadt!

Splitterherz – Scherbenmond
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INHALT:

Der Winter ist eingekehrt, nicht nur im Westerwald, sondern auch in Ellie selbst. Colin ist verschwunden und in manchen Momenten scheint es als hätte er nie existiert. Doch nicht nur er hat Ellie ...

INHALT:

Der Winter ist eingekehrt, nicht nur im Westerwald, sondern auch in Ellie selbst. Colin ist verschwunden und in manchen Momenten scheint es als hätte er nie existiert. Doch nicht nur er hat Ellie allein gelassen, sondern auch ihr Vater ist nicht von seiner letzten Reise in die Welt der Mahre zurückgekehrt. Das einzige was Elisabeth am Aufgeben hindert ist die Aufgabe die er ihr hinterlassen hat und so macht sie sich auf den Weg zu ihrem Bruder nach Hamburg. Doch was sie dort vorfindet übertrifft selbst ihre grauenvollen Albträume. Je mehr sie in Pauls Welt eintaucht, desto weniger weiß sie wem sie vertrauen kann und es steht ein Kampf bevor, der sie, ihre Liebsten und vor allem ihre Liebe zu Colin vollständig vernichten könnte…



EIGENE MEINUNG:

Auch das Cover des zweiten Bandes der Splitterherz-Trilogie ist einfach wieder wunderschön und so gar nicht alltäglich gestaltet. Der Hintergrund ist diesmal in Grau gehalten, wie die Geschichte selbst dunkler als der erste Band. Die kleinen Symbole passen wieder schön zur Geschichte und fühlen sich auch beim darüber streichen toll an. Den Titel konnte ich diesmal sogar mehrere Mal in der Geschichte wieder finden. Außergewöhnlich finde ich auch den Klappentext des Buches, der wieder einen Teil des Prologes darstellt. Ich hätte auch fest damit gerechnet, dass die Kapitelüberschriften weiter – wie im ersten Teil – den Lauf der Jahreszeiten festhalten, aber weit gefehlt: In diesem Teil sind es Lateinische Ausdrücke, die ich alle erst mal googeln musste aber super zum Inhalt gepasst haben (ich will hier keinem etwas vorweg nehmen).

Scherbenmond beginnt einige Zeit nachdem Colin den Westerwald und somit auch Ellie verlassen hat. Der Beginn hat mir sehr gut gefallen, ich war schnell wieder in der Geschichte drin und auch die Rückblenden auf den ersten Teil fand ich durchwegs super gelungen! Was für den ersten Band galt gilt auch für diesen: Wer durchgehende Spannung, Liebe oder Aktion will ist hier vollkommen falsch. Es gibt all dies im Buch durchaus, aber nicht in der Form wie in vielen anderen Jugendbüchern. Überhaupt muss ich sagen, dass dieser Band teils so brutal, ekelerregend und auch grausam war, dass er für mich nicht mehr für eine zu junge Leserschaft geeignet ist. Auch Colins und Ellies Beziehung entwickelt sich weiter – auch körperlich – jedoch ohne zu genaue Beschreibungen. Überhaupt hat mir die Rezension einer LB-Leserin gut gefallen in der sie geschrieben hat, dass in diesem Teil vor allem die Entwicklung der Charaktere im Vordergrund steht. An dem Problem „Tessa“ aus dem ersten Teil wird nicht viel gearbeitet und zu meinem großen Bedauern erfährt man zwar neues über die Welt der Mahre, mir war es aber nicht ansatzweise genug. Ich bin wohl gierig nach diesem seltenen Thema ;) Mit dem Schreibstil und den teils eher zähen Passagen in den Büchern habe ich mich mittlerweile angefreundet. Weniger gut gelungen ist mir dies in diesem Teil mit Ellie. Sie war in diesem Teil – und man muss sagen gezielt und von der Autorin so gewollt und auch stimmig wenn man das Ende gelesen hat – einfach viel zu oft nervig, zickig, egoistisch, aufbrausend und im Grunde einfach depressiv. Vieles davon konnte ich wie gesagt verstehen, weil es zur Geschichte und der Entwicklung darin gehörte, aber ihre Zweifel am Ende gingen absolut an mir vorbei! Dementsprechend konnte ich diesem Teil keine Spannung entnehmen, weil mir klar war, dass sie sich täuscht und auch die Auflösung um Pauls Krankheit konnte mich nicht wirklich überraschen. Allerdings hat mir das im Buch auch nicht gefehlt und gerade das Ende war wirklich aufregend und konnte so einiges an Horror bieten. Colin ist in diesem Teil für mich nicht so präsent gewesen und hat sich immer noch nicht in den typischen Jugendbuch-Fantasy-Schönling verwandelt – wahrscheinlich Gott-sei-Dank! :) Bei ihren Charakteren ist sich die Autorin wirklich treu geblieben und fernab des Mainstreams! Total begeistern konnte mich in diesem Band hingegen Tillmann! Er war wie ein Fels in der Brandung, sympathisch und einfach ein guter, ruhiger Freund! Für mich war er der einzige Punkt der Leichtigkeit und auch mal einen Anflug von Humor mit ins Buch gebracht hat. Auch der neue Charakter Gianna hat mir sehr gut gefallen. Ich mag sie und ich mag es, dass sie alle zusammen ein Team bilden und keine Einzelkämpfer mehr darstellen wie in Splitterherz.

Ellie bekommt in diesem Teil schon wirklich viel um die Ohren und ich finde es ist kein typischer Mittelband. Es kommen noch weitere Handlungsstränge dazu und die Geschichte wird breiter und tiefgehender. Leider war Ellies Vater dabei im Grunde vollkommen außen vor und auch ihre Mutter spielte fast keine Rolle. Da wir uns in diesem Teil vor allem – dies wechselt oft schnell – in Hamburg befinden fiel unser mystischer Wald leider als Handlungsort weg. Dafür bekommen wir die Insel Trischen und ich war total begeistert, als ich im Internet gesehen habe das diese (und sogar das Strandhaus!!!!) wirklich existieren! Für alle begeisterten Leser: Unbedingt man anschauen!

Also wie gesagt: Ellie fand ich mit ihren Depressionen, Forderungen und ihrer mangelnden Dankbarkeit zum Schluss teils schwer zu ertragen, aber sie bekommt in diesem Teil auch wirklich viel ab! Was ich gar nicht verstanden habe, aber vielleicht löst sich das im nächsten Teil auf, ist die fortgeführte Träumerei von Grischa…? Positiv hingegen war, dass Ellie nicht mehr wie im ersten Teil im Grunde ständig müde ist und schläft! Das Ende macht einen schon gespannt auf den dritten Teil – in ihm geht es wohl endlich auf nach Italien…


FAZIT:

Die Autorin ist sich mit ihrer Art zu Schreiben und ihren Charakteren absolut treu geblieben. Einige neue Protagonisten und ein ganz anderer Handlungszweig führen uns in diesem Teil nach Hamburg!

Veröffentlicht am 20.01.2017

Außergewöhnliche Idee, außergewöhnliche Umsetzung!

Splitterherz
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INHALT:

Weder freudig noch freiwillig zieht die 17jährige Elisabeth Sturm mit ihren Eltern im Frühjahr von Köln in ein beschauliches Dorf im Westerwald. Entwurzelt und trotzig lässt sie ihren Alltag über ...

INHALT:

Weder freudig noch freiwillig zieht die 17jährige Elisabeth Sturm mit ihren Eltern im Frühjahr von Köln in ein beschauliches Dorf im Westerwald. Entwurzelt und trotzig lässt sie ihren Alltag über sich ergehen bis sie eines Tages auf den arroganten, unnahbaren und leider äußerst faszinierenden Colin stößt. Sein Verhalten gibt ihr mehr als ein Rätsel auf und egal wie sehr sie sich zu wehren versucht, kann sie sich seiner Ausstrahlung nicht entziehen. Wirre Träume und Erschöpfungszustände suchen sie heim. Und plötzlich scheint nicht nur Colin ein wohlgehütetes Geheimnis zu haben, sondern auch ihre Familie verbirgt etwas vor ihr. Ellie gerät immer tiefen in eine ihr fremde Welt und zwischen die Fronten: Fronten zwischen ihrem Vater und Colin, die mehr zu verbinden scheint als gedacht! Und schließlich rückt eine tödliche Gefahr näher, die alles zu zerstören droht…



EIGENE MEINUNG:

Vielleicht ist dies kein Buchcover das einen auf den ersten Blick vom Hocker haut. Dafür aber auf den zweiten, den dritten und noch viele nachfolgende!! Es fühlt sich einfach nur wunderschön an, enthält so viele Einzelheiten, dass man immer wieder etwas Neues entdeckt und birgt viele Hinweise zur Geschichte. Auch ohne Schutzumschlag ist das Buch einfach wunderschön und wird im Gesamteindruck durch ein dunkles Lesebändchen abgerundet! Es ist ein wahrer Schinken und beim Lesen musste ich tatsächlich etwas unterlegen um das Buch aufstützen zu können :)

Begeistern konnte mich die Geschichte eigentlich schon vom Prolog an. Ich liebe es, wenn dieser zu Beginn noch mystisch und geheimnisvoll erscheint, man nichts so rechtes damit anfangen kann. Je weiter man liest, desto klarer wird das Bild wer dort gesprochen/gedacht hat und zum Ende des Buches öffnet es einem die Augen, wenn man ihn noch einmal liest. Auch die Geschichte an sich konnte mich von ihrem Schreibstil her begeistern. Ich mag Beschreibungen und das muss man hier auch wirklich mögen. Es ist weder eine Geschichte mit Erotik, unglaublicher Action, Spannung oder einer unglaublichen Liebesgeschichte. Alles geschieht eher ruhig, langsam und an manchen Stellen zugegebener Maßen leicht schleppend. Ich möchte nicht sagen, dass es langweilig war, weil ich nicht wirklich aufhören konnte zu lesen, aber es war nicht das intensive Drängen danach zu Wissen wie eine Geschichte aus- oder weitergeht, sondern eher ein stetes Interesse. Teilweise war ich schon verlitten etwas über die Zeilen zu lesen, obwohl die Erzählung immer schön war. Gegen Ende wird es dann jedoch spannender und auch rasanter worüber ich mich wirklich gefreut habe!

Ellie selbst ist keine von diesen überhübschen, hochintelligenten und unheimlich humorvollen Personen die man in anderen Büchern momentan so viel trifft. Sie ist hübsch, fleißig und besitzt durchaus Humor, kann aber auch nervig, unecht und zickig sein. Einfach ein ganz normales Mädchen. Es geht auch nicht um die erste Liebe, das erste Mal oder den einfach perfekten Typen. Und Gott sei Dank schon gar nicht um eine Dreiecksbeziehung! Auch Colin ist nicht der typische Bad Boy oder Schönling oder dominante Mann den man im Moment überall vorgesetzt bekommt. Ich habe mich am Anfang sogar oft gefragt ob ich ihn mag, ob er mir gefällt und bin zu keinem rechten Schluss gekommen. Aber jetzt muss ich sagen, dass genau das den Reiz dieser Geschichte ausmacht: Sie ist eben nicht wie so viele andere und man muss seinen Kopf und sein Gefühl noch befragen und nicht nur dumm vor sich hinschmachten!

Die Charaktere rund um Ellie haben mir gut gefallen und waren für ihre Rollen genau richtig ausgestaltet – vor allem Tessa konnte mich vom Hocker hauen! Aber es war nichts so richtig vorhersehbar und das hat mir gefallen! Die Autorin hatte auch keine Angst etwas zu beenden oder einen anderen Weg weiter gehen zu lassen!

Die Geschichte wird aus Ellies Sicht erzählt und das hat mir wirklich gut gefallen! Die Schauplätze sind ganz unterschiedlich und lassen die Gegend nach und nach vor dem inneren Auge zusammen wachsen. Ich mochte auch besonders gerne, dass Ellie sich von nichts auf ihrer Spurensuche abhalten lässt und auch nicht davor zurück schreckt immer wieder Antworten zu verlangen! Um keine Sekunde der Spannung vorweg zu nehmen möchte ich nicht verraten um welche Wesen es sich in diesem Buch dreht, aber mir hat diese Idee – die ich vorher noch nie gelesen hatte – zu erleben!

Mir gefällt Ellies Entwicklung im Buch und auch die Personen um sie herum machen spürbar eine solche durch! Am Ende ist die Geschichte definitiv bereit für einen weiteren Teil, aber es gibt keinen solchen Cliffhanger, dass man es nicht aushält. Wie das ganze Buch kommt auch das Ende ruhig daher. Und noch ein Wort zur Liebesgeschichte: Es ist definitiv keine Liebe auf den ersten Blick, sondern sie darf sich doch tatsächlich entwickeln! ;)



FAZIT:

Ein Reihenauftakt zu einer außergewöhnlichen Buchidee für die man sich aber Zeit lassen sollte! Weder die Charaktere, noch die Wesen in diesem Buch sind ausgeluscht und auch wer die übliche Erotik, himmelhochjauchzende Liebe, Dreiecksbeziehungen, unglaubliche Action und Spannung erwartet ist hier falsch! Eine ruhige, tiefsinnige und tiefgehende Geschichte die breit angelegt erzählt wird.

Veröffentlicht am 20.01.2017

Romantasy

Seelenläufer
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INHALT:

Der plötzliche und unerwartete Tod ihres Großvaters lässt Zoya Saffins Welt in tausend Scherben zerspringen. Der Schmerz, den dieser Verlust auslöst, bringt eine Gabe in ihr zum Vorschein, die ...

INHALT:

Der plötzliche und unerwartete Tod ihres Großvaters lässt Zoya Saffins Welt in tausend Scherben zerspringen. Der Schmerz, den dieser Verlust auslöst, bringt eine Gabe in ihr zum Vorschein, die alles auf den Kopf stellt woran sie bisher geglaubt hat. Ihre neue Sicht auf die Welt ist der Schlüssel für einen Blick hinter die Fassaden der Universität Cambridge, hinter das vordergründige Leben ihres Großvaters und hinein in eine Gesellschaft zu der nur Eingeweihte Zutritt erhalten. Doch nichts fühlt sich dort für Zoya an wie das Zuhause, dass sie verloren zu haben scheint – bis Rob auftaucht, zu dem sie sich auf unerklärliche Art und Weise hingezogen fühlt. Rob, der sie zu verstehen und ihre Gefühle zu erwidern scheint. Doch die neue Welt in der sie sich bewegt trägt wie er Geheimnisse mit sich in die Zoya stolpert, die eine alte Zwietracht erneut aufflammen lassen und schon bald Opfer fordern…



EIGENE MEINUNG:

Angezogen hat mich bei dieser Geschichte zuallererst das wunderschöne und für mich einfach außergewöhnliche Cover! Es wirkt so geheimnisvoll und auch ein bisschen düster. Mir gefällt, dass man kein direktes Bild/Foto von der angedeuteten und leuchtenden Frau sieht, sondern sich sein eigenes Bild machen kann! Außerdem wirkt es als wäre sie weder in der Welt die hinter ihr mit den Häusern angerissen ist, noch in einer anderen. Die schraffierten Zeichnungen der Häuser und Vögel finde ich spannend und alles zusammen sehr stimmig zum Klappentext. Die Schräge im Bild, die seitlichen Risse, die tolle Farbgebung und die Schrift des Titels sind dann noch das Tüpfelchen auf dem i!

Das Buch beginnt mit einem tollen Prolog der einen richtig in die Geschichte hinein saugt und gleich Spannung in einem aufsteigen lässt! Ich mag es ja total gerne so geheimnisvolle Prologe wie hier nach Beenden des Buches noch einmal zu lesen, wenn man alles plötzlich mit anderen Augen sieht. Die folgenden Kapitel sind immer noch in kleinere Abschnitte geteilt, was mir das Lesen immer sehr erleichtert! Am Anfang jedes Kapitels sind Textpassagen eines Buches abgedruckt das direkt mit der Geschichte zu tun hat, einen zu Beginn aber ratlos zurück lassen – auf mich hat das sehr geheimnisvoll gewirkt und ich habe mich auf jeden neuen Kapitelanfang gefreut!

Zoya ist 17 Jahre alt und war mir mit ihrer hitzigen Art zu Beginn gleich sympathisch. Sie wirkt nicht zu jung und ihre Umgebung wird toll beschrieben! Im Laufe des Buches hat sie schon auch einige Momente in denen sie mir nicht ganz so nah ist oder sie für mich nicht ganz realistisch handelt, aber naja! Ihren Freund Japser mochte ich eigentlich auch von Anfang an gerne, allerdings hat er sich im Laufe des Buches für mich nicht immer wie ein echter Freund verhalten und ich sehe ihn etwas zwiegespalten. Besonders wenn er zu besitzergreifend wird war ich ungeduldig mit ihm. Rob hingegen hat mir sofort gefallen – man hat mit ihm irgendwie schon so einen typischen Bad-Boy vor sich. Eine weitere wichtige und für mich absolut unsympathische Person im Buch ist Zoyas Mutter – ihr Benehmen ist mehr als heftig und Zoya und ihre Beziehung zu ihrem Großvater dadurch noch besser zu verstehen. Auch die weiteren Protagonisten waren alle glaubwürdig, gut ausgearbeitet und je nach Sinn mehr oder weniger sympathisch. Was mich allerdings schon gestört hat war, dass sie Zoya so lange haben im Dunkeln tappen lassen, sie nicht wirklich mit Informationen in ihre Reihen aufgenommen haben.

Die Welt die die Autorin in ihrem Buch geschaffen hat habe ich so noch nirgends anders erlebt und ich finde sie absolut spannend! Es hat einen philosophischen Touch und man begibt sich durch einen neutralen Erzähler mit Zoey auf eine teils gefährliche Spurensuche. Der Schreibstil und die Ausarbeitung mancher Personen haben noch Luft nach oben und man muss sich schon auch für Romantik begeistern. Für den Folgeband bleiben auf jeden Fall eine Menge Fragen und der Epilog macht einen neugierig auf das was noch kommt!


FAZIT:

Eine schön aufgebaute Geschichte um ein Thema von dem man nicht so oft liest! Spannung, eine bittersüße Liebe und nach Teil 1 noch so einige ungeklärte Fragen!

(4,5 Sterne)

Veröffentlicht am 20.01.2017

Kein typischer Zeitreiseroman!

Das Ende der Zeit
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INHALT:

Einen Toten zurück ins Leben holen – genau das haben die Mitglieder der Geheimorganisation Hourglass getan. Indem sie in die Vergangenheit reisten um ihren Mentor vor dem sicheren Tod zu bewahren ...

INHALT:

Einen Toten zurück ins Leben holen – genau das haben die Mitglieder der Geheimorganisation Hourglass getan. Indem sie in die Vergangenheit reisten um ihren Mentor vor dem sicheren Tod zu bewahren wurde der Lauf der Zeit gestört. Immer mehr Zeitlose, Menschen aus vergangenen Jahrhunderten, erscheinen in der Gegenwart und bedrohen diese. Die letzte Hoffnung der eingeschworenen Gruppe liegt auf dem Infinityglass und auf Dune. Denn dieser muss sich auf den Weg nach New Orleans machen um dieses ausfindig zu machen…


EIGENE MEINUNG:

Passend zu den beiden Vorgängerbänden trägt auch der Abschlussband dieser Trilogie ein Mädchen und Schmetterlinge auf dem Cover. Mir gefällt gut, dass im Hintergrund eine angedeutete Uhr zu sehen ist, was ja schön zum Inhalt passt. Ansonsten finde ich das Cover und die Frau nicht außergewöhnlich schön gestaltet.

Wie schon vom ersten auf den zweiten Teil gibt es auch hier wieder einen Sprung in der Sichtweise aus der wir die Geschichte erzählt bekommen. Diesmal ist unsere Hauptfigur Dune, wird jedoch immer wieder von Hallie abgewechselt. Von Dune hatte ich in den letzten Bänden nicht wirklich eine großartige Vorstellung und ich finde er war dann in diesem Teil ganz anders als erwartet, schon eine Überraschung und auch toll. Aber irgendwie habe ich mich manchmal gefragt ob die Autorin das Geschehen so von Anfang an geplant hatte. Hallie hat mir als Protagonistin ebenfalls gut gefallen und auch etwas Pepp in die ganze Sache gebracht, weil sie ein neuer Charakter innerhalb der Geschichte war. Poes Rolle, den wir ja schon aus den Vorgängerbänden kannten, hat mich dann doch überrascht. Irgendwie auch, dass er so jung ist, sein Aussehen und seine Verbindung zu Hallie – so hatte ich ihn mir bisher gar nicht vorgestellt. Das Setting New Orleans und somit auch den Ortswechsel fand ich super gut, allerdings hat mir dann irgendwann die Verbindung zum restlichen Team gefehlt. Da waren noch Telefonate mit Michael, aber das war mir viel zu wenig. Es war keine Teamarbeit mehr, ich habe die Charaktere vermisst, kam mir abgeschnitten von ihnen vor und auch Dune erschien mir so irgendwie manchmal komisch. Vorher hing er doch immer mit seinem Kumpel rum und plötzlich war da gar nichts mehr…

Die Geschichte an sich war ruhiger als die vorherigen – nach meinem Empfinden. Und vor allem lag ein wesentliches Augenmerk auf der Liebesgeschichte und weniger auf den zeitbezogenen Fähigkeiten der Personen und schon gar nicht auf den Zeitreisen oder Ähnlichem (Klar, es ist kein typischer Zeitreiseroman und nur die Zeitreisen haben ja den ganzen Ärger verursacht…)! Das hat mir total gefehlt und auch ein bisschen die Spannung und Neugierde genommen. Für das Ende hätte ich mir auch wieder mehr Beteiligung durch alle Hourglass-Mitglieder gewünscht! Im Nachhinein habe ich mich auch immer gefragt ob die Reihe nach 2 oder 3 Büchern abgeschlossen sein hätte oder noch weiter geführt werden sollte!?

Der Schreibstil war wieder einfach zu Lesen und flüssig! Ich persönlich finde jedoch, dass der Klappentext schon viel zu viel vom Buch vorweg nimmt – das hätte anders noch wesentlich mehr zur Spannung beitragen können!



FAZIT:

Ein schöner Abschluss der Hourglass-Trilogie, allerdings für mich mit etwas wenig rund um die Zeitreisen etc. und einem zu kurzen Wiedersehen mit alten Bekannten! Allerdings nach wie vor eine tolle, außergewöhnliche Grundidee!

Veröffentlicht am 20.01.2017

Puk und Ariel

Die Seiten der Welt
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INHALT:

„Während sie die Stufen zur Bibliothek hinablief, konnte Furia die Geschichten schon riechen: den besten Geruch der Welt.“

Furia Salamandra Faerfax lebt mit ihrem kleinen Bruder Pip und ihrem ...

INHALT:

„Während sie die Stufen zur Bibliothek hinablief, konnte Furia die Geschichten schon riechen: den besten Geruch der Welt.“

Furia Salamandra Faerfax lebt mit ihrem kleinen Bruder Pip und ihrem Vater auf dem Landsitz der Familie mitten im Nirgendwo. Furia liebt Bücher, die alte unendlich große Bibliothek in den Tiefen des Hauses und besonders die Geschichten des Autors Siebenstern. Seine Bücher erinnern sie an ihre verstorbene Mutter. Zwischen all den Geschichten ist Furia auf der Suche nach ihrem Seelenbuch. Mit ihm will sie ihre Magie und die Macht der Worte entfesseln. Doch dann ändert sich von einem Moment auf den anderen ihr ganzes Leben: Ihr Bruder wird entführt, sie muss um sein Leben kämpfen und landet schließlich in der Bücherstadt Libropolis. Dort in der Stadt der verschwundenen Buchläden, an den Grenzen der Nachtrefugien, tritt sie auf Cat, die Diebin im Exil, und Finnian, den Rebell. Gemeinsam ziehen sie in einen Krieg – gegen die Herrscher der Bibliomantik, die Entschreibung aller Bücher und natürlich der Rettung Pips.



EIGENE MEINUNG:

Bei diesem Buch ist es mir besonders schwer gefallen den Klappentext mit annähernd eigenen Worten nachzubilden. Wie bei allen Büchern von Kai Meyer die ich bisher gelesen habe steckt so viel mehr in dieser Geschichte als man auf den ersten Blick denkt. Wer ein sanftes, oberflächliches und fröhliches Fantasiebuch sucht ist meiner Meinung nach hier komplett falsch. So ging es mir bereits bei der Alchimistin und auch bei der Reihe um Merle.

Zum Cover kann ich nur sagen, dass ich es einfach zauberhaft finde! Es steht bei mir ganz vorne im Regal, damit man es von vorne betrachten kann und schimmert mit seinem goldenen Druck durch mein Wohnzimmer. Die feinen Linien können mich immer wieder begeistern und der dunkle Hintergrund lässt es so edel und geheimnisvoll wirken, dass ich es ständig zur Hand nehmen möchte! Besonders liebe ich die Origamis die sich überall tummeln. Auch auf den Innenseiten und ohne Schutzumschlag gefällt mir das Buch sehr gut und flüstert von einer anderen Welt!

Wie gesagt sind die Bücher von Kai Meyer für mich alles andere als leichte Lektüre, was nicht heißen soll, dass man nicht geradezu durch die Seiten fliegen und in der Geschichte versinken kann. Aber da gibt es eine äußerst komplexe Geschichte, eine tiefgründige Welt, es ist teils düster und nicht nur kindlich schön. Es gibt Tod, harte Szenen, Trauer und Dünsternis und für mich erschafft er stets Welten die mich auch nach längerem noch nicht wirklich loslassen. Etwas vergleichen kann ich es vielleicht mit der Tintenherz-Trilogie von Cornelia Funke.

Das Abenteuer das die Protagonisten erleben bringt sie an ihre Grenzen, stellt ihnen neue Gefährten an die Seite und Feinde in den Weg und nicht alles ist sofort zu durchschauen. Manchmal war ich sogar regelrecht verwirrt. Die Welt in sich ist jedoch geschlossen und plausibel, wenn auch für mich noch absolut nicht zu überblicken. Die Bibliomantik aber ist eine herrliche Idee und muss wohl so jedem Buchliebhaber irgendwie gefallen! Hier merkt man auch, dass nicht alles Gold ist was mit Büchern zu tun hat: Sprechende und versklavte Bücher, herausgefallene Charaktere, tyrannische Herrscher...

Die Figuren im Buch sind vielfältig und nicht immer so einfach zu durchschauen. Furia selbst ist jung –man hat hier keinen erwachsenen Charakter vor sich und das merkt man auch – aber schlau und mutig. Ihre Helfer sind rebellisch und sorgen nicht nur für reine Harmonie! Mir gefällt es besonders, dass hier nicht Furias Liebesgeschichte erzählt wird – ich kann keine so einfach gestrickten Bücher mehr sehen! Ihre Gegner sind wahnsinnig stark und unerbittlich – das ist nicht immer etwas für die Kleinsten! Insgesamt ergeben die Charaktere für mich ein tolles Bild, sind abwechslungsreich, ergänzen sich an manchen Stellen und haben doch ganz verschiedene Standpunkte und Ziele die erst nach und nach heraus kommen. Hier zeigt sich auch wie breit die Welt von Kai Meyer hier angelegt ist und welche Standpunkte man innerhalb vertreten kann! Hier gibt es Herrscher, Rebellen, Händler, Untertanen, Außenseiter und vieles mehr. An jeder Ecke ist etwas neues zu entdecken, ein Zusammenhang zu finden – es wimmelt von fantastischen und doch so real erscheinenden Ideen.

Wir erleben Furias Geschichte durch einen außenstehenden Erzähler und auch dies trägt dazu bei, dass ich überhaupt nicht absehen konnte in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde. Man muss dabei bleiben um Schritt halten zu können, gerade auch weil die Charaktere – jeder für sich – wahrhaft „speziell“ sind. Dabei möchte ich noch sagen, dass mein Liebling nicht mal ein Mensch ist, sondern Furias Seelenbuch – mit seiner Garstig- und doch Herzlichkeit hat es mich wirklich um den Finger gewickelt! :)

Schön fand ich auch, dass bei manchen Ausgabe ein Lesezeichen im Buch war – mit der Aufschrift „Libropolis“ – welches in der Geschichte eine wichtige Rolle spielt! Begeistern konnten mich außerdem die „Wesen“ die sich im Keller der alten Bibliothek der Fairfax herum treiben – ach war das abenteuerlich! Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass mich etwas im Vergleich zu anderen Büchern verwundert und begeistert hat: Wir kennen zu viele Helden, die ihre Familie, ihre Lieben, sich selbst für das höhere Wohl opfern wurden – das ist hier auf jeden Fall nicht so…



FAZIT:

Für mich ein wahrhaft großes Abenteuer! Nicht immer einfach zu durchschauen, nicht immer locker leicht, sondern auch düster, gruselig und hart. Aber eine Welt die jeden Bücherliebhaber irgendwie begeistern muss: Stellt euch vor – Bäume an denen Lesebändchen wachsen! ;)