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Veröffentlicht am 08.09.2024

Manche Themen bleiben zu abstrakt für Kleinkinder!

Ein Inne halten
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„Ein Inne halten“ ist ein zauberhaftes Bilderbuch von Jutta Degenhardt geschrieben und Carola Sieverding illustriert. Es erschien im September 2024 und erzählt eine Geschichte über das Innehalten und über ...

„Ein Inne halten“ ist ein zauberhaftes Bilderbuch von Jutta Degenhardt geschrieben und Carola Sieverding illustriert. Es erschien im September 2024 und erzählt eine Geschichte über das Innehalten und über das Aufmerksamsein im Alltag. Auf 32 Seiten wird Kindern ab 3 Jahren das zur Ruhe kommen und Innehalten nähergebracht. Es richtet sich sowohl an Kinder als auch an Erwachsene.

Dieses Bilderbuch lädt mit dem kleinen Inne dazu ein, im hektischen Alltag das Innehalten zu lernen, ruhig zu werden und gemeinsam die kleinen Momente der Stille zu genießen. Das Inne ist zart und klein und darauf angewiesen, dass es wahrgenommen wird. Sobald es aber im Arm gehalten wird, strahlt es eine wunderbare Ruhe aus, bringt die Menschen zusammen und berührt die Herzen.

Als Joni nach Hause kommt, entdeckt er/sie ein leichtes Paket mit Luftlöchern. Zum Vorschein kommt ein kleines, flauschiges Inne. Joni denkt, dass es wie ein Kaninchen ist und sicherlich ein Gehege, Spielzeug und Futter braucht. Doch all das macht das Inne nicht glücklich. Es möchte einfach nur im Arm gehalten werden.

Ich muss ehrlich sagen, dass mir nicht klar wird, ob Joni ein Junge oder Mädchen ist. Sicher fragen einige Kinder danach. Da die Geschichte aus der Ich Perspektive geschrieben, erfährt man auch nichts über das Geschlecht, wobei es auch nicht wichtig ist und vielleicht sollen sich damit einfach alle Kinder identifizieren oder nur ich hinterfrage es. Schön finde ich, dass der Opa eine Lebensgefährtin hat und Joni ein Einzelkind ist. Das bricht mal ein wenig aus dem klassischen Familienbild aus. Ansich scheinen auch alle Familienmitglieder sympathisch zu sein, sie haben eben nur noch ihre langen Erwachsenenaufgaben zu erledigen.

Der Schreibstil ist einfach und verständlich, was auch den jüngsten Leser/innen hilft, es gut nachzuvollziehen.

Die Illustrationen finde ich wunderbar gelungen. Sie sind liebevoll gestaltet, das Inne sticht regelrecht hervor. Aber auch sonst bringen die Bilder eine gemütliche ruhige Stimmung rüber und alles wirkt freundlich.

Das Thema „Inne halten“ ist wirklich wichtig und aktuell. In unserem sehr hektischen Alltag vergessen viele Menschen das zu oft. Jedoch ist es wieder ein Bilderbuch für die Allerkleinsten, was versucht, ein so großes, nicht greifbares Thema zu vermitteln. Die Autorin bemüht sich zwar mit ihrem Wortspiel „Das Inne halten“, aber ich finde es ab 3 Jahren noch zu früh, dieses abstrakte Wort/ Thema zu begreifen. Für Erwachsene und ältere Kinder ist es wirklich ansprechend. Es fehlt an tiefergehenden Reflexionen oder praktischen Übungen, die über das bloße Innehalten hinausgehen. Ich persönliche finde es auch schön, dass Joni sich so kümmert um das Inne, und das auch selbstständig macht, aber es stört mich, dass das alles nicht gut ankommt, sondern nur das zur Ruhe kommen, still sein, das Wahre sein soll. Eine tolle Idee ist das Plüschinne, aber mir gefällt dieses überhaupt nicht, es sieht nicht mal ansatzweise so niedlich aus.

Es ist schön, dass man sich über solch ein Thema Gedanken macht, aber ab 3 Jahren ist es meiner Meinung nach zu früh und doch zu wenig erklärt wurden.

Veröffentlicht am 06.09.2024

Nicht überzeugt!

Die Unmöglichkeit des Lebens
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„Die Unmöglichkeit des Lebens“ von Matt Haig erschien im August 2024.

Als Grace, eine pensionierte Mathematiklehrerin, von einer lange nicht mehr gesehenen Freundin ein verfallenes Häuschen auf Ibiza ...

„Die Unmöglichkeit des Lebens“ von Matt Haig erschien im August 2024.

Als Grace, eine pensionierte Mathematiklehrerin, von einer lange nicht mehr gesehenen Freundin ein verfallenes Häuschen auf Ibiza erbt, wird ihre Neugier geweckt. Inmitten der rauen Hügel und goldenen Strände der Insel begibt sich Grace auf die Suche nach Antworten über das Leben ihrer Freundin – und das Geheimnis ihres Todes. Was sie dabei entdeckt, ist seltsamer, als sie es sich jemals hätte vorstellen können.

Die Charaktere sind sorgfältig ausgearbeitet. Grace, als umfassende Protagonistin, wird mit ihrem inneren Kampf und ihrer Entwicklung authentisch und nachvollziehbar dargestellt. Ihre Interaktionen mit anderen Figuren, wie Alberto, bereichern die Handlung zusätzlich. Allerdings könnten einige Nebenfiguren etwas mehr Tiefe erhalten, um die Geschichte noch überzeugender zu machen.

Das Cover des Buches ist sowohl ausdrucksstark als auch schlicht. Es zeigt das weite, blaue Meer, das Einsamkeit und Hoffnung zugleich symbolisiert. Diese Symbolik passt zur Handlung.

Matt Haigs Schreibstil ist einfühlsam und prägnant. In kurzen Kapiteln, die mal poetisch, mal philosophisch anmuten, nimmt er den Leser mit auf eine Reise der Selbstfindung. Die Balance zwischen realistischer Erzählung und fantastischen Elementen ist verknüpft. Allerdings könnte der Schreibstil für einige Leser/innen zu dichterisch und weniger geradlinig sein, was die Lesbarkeit beeinträchtigen könnte.

Die Mischung aus Selbstfindung, Abenteuer und einem Hauch von Magie macht die Geschichte interessant und emotional. Allerdings könnte die Handlung für einige Leser/innen etwas zu zu abstrakt. Der Anfang hat mir gut gefallen, aber dann entwickelte sich die Geschichte zu einer ungewöhnlichen Mischung aus magischem Realismus, Spiritualität, ein wenig Umweltschutz und zwischenmenschlichen Beziehungen, das hat es mir schwer gemacht, mich weiter auf das Buch einzulassen. 

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.09.2024

Wunderschön; Botschaft nicht gut genug vermittelt

Das magische Funkeln
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„Das magische Funkeln“ ist ein Bilderbuch von Sandra Dieckmann, welches im Juli 2024 erschien. Es wird für Kinder ab 4 Jahren empfohlen und soll das Selbstbewusstsein stärken.

Der jüngste Bär der Bärenfamilie ...

„Das magische Funkeln“ ist ein Bilderbuch von Sandra Dieckmann, welches im Juli 2024 erschien. Es wird für Kinder ab 4 Jahren empfohlen und soll das Selbstbewusstsein stärken.

Der jüngste Bär der Bärenfamilie traut sich nichts zu, er hat Angst, er möchte nichts falsch machen. Situationen, die einige Kinder sicher gut nachvollziehen können. Dank einer magischen Feder vom Feuervogel ist er mutig, selbstsicherer und tapfer. Er rettet ein Hasenmädchen aus einer gefährlichen Lage, verliert dabei seine Feder und sucht sie verzweifelt. Doch kein Tier kann ihm helfen, denn sie haben diese nicht gesehen, als hätte sich der kleine Bär diese nur eingebildet. Aber vielleicht braucht der kleine Bär seinen Glücksbringer gar nicht mehr?

Das Bilderbuch sieht sehr hochwertig ausgestattet aus, denn das Cover ist mit Goldfolie veredelt. Die Zeichnungen sind wirklich sehr besonders, detailliert und einfach besonders. Ich finde sie auch überladen, aber dennoch machen sie das Buch besonders dadurch.

Die kindgerechte Sprache macht das Vorlesen angenehm für die Kleinsten, sie können der Handlung gut folgen, zumal die Texte auf den 32 Seiten auch kurzgehalten sind.

Das Buch möchte den kleinsten Leser/innen schon vermitteln, dass sie vertrauen in sich selbst haben sollen. Jeder hat einen besonderen Funken in sich und es braucht oft Mut, diesen zu entdecken und zu zeigen.
Ich finde die Intention prinzipiell schön und die Gestaltung des Buches einmalig. Mit meiner Tochter 2,5 Jahre habe ich das Buch bereits gelesen und für dieses Alter ist die Botschaft vielleicht noch etwas zu abstrakt, um die ganze Geschichte zu verstehen. Sie kennt einen Mutmachstein, damit konnte ich die Feder vergleichen. Vielleicht ist es für Vorschulkinder dann schon besser begreiflich zu machen. Dass es einen Feuervogel nur in Büchern gibt, können Kinder verstehen. Dennoch finde ich die Handlung und die Umsetzung zu schwierig für Kleinkinder.

Veröffentlicht am 05.09.2024

gemischte Gefühle

Zwei in einem Leben
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„Zwei in einem Leben“ von David Nicholls erschien im August 2024. Der Liebesroman umfasst 448 Seiten und handelt von einer Frau und einem Mann, die beide einsam sind, allein leben und sich auch nicht recht ...

„Zwei in einem Leben“ von David Nicholls erschien im August 2024. Der Liebesroman umfasst 448 Seiten und handelt von einer Frau und einem Mann, die beide einsam sind, allein leben und sich auch nicht recht unter Menschen wagen, und auf einer Wanderung sich besser kennenlernen.

Die Geschichte beginnt mit einer „zufälligen“ Begegnung zwischen Marnie und Michael, die sich auf einer von einer gemeinsamen Freundin organisierten Wanderung treffen. Diese Wanderung, die von der Irischen See bis zur Nordsee führt, symbolisiert ihre innere Reise. Trotz der Herausforderungen und Missverständnisse, die sie auf dem Weg erleben, nähern sie sich allmählich an und erkennen, dass sie eine zweite Chance auf Liebe haben.
Marnie ist Lektorin und arbeitet im Homeoffice. Sie hat eine katastrophale Ehe hinter sich, die von Beginn an zum Scheitern verurteilt war. Die Protagonistin igelt sich ein, vereinsamt. Zum einen bewundere ich sie, dass sie aus der Werbebranche kommt und es als selbstständige Lektorin geschafft hat, und auch diszipliniert zu sein scheint, so wie sie arbeitet zum anderen finde ich die Figur auch anstrengend. Das liegt nicht nur an ihrem besonderen Humor, sondern auch teilweise an den Dialogen und ihren Gedanken.
Michael ist Lehrer, lebt in Trennung mit seiner Frau. Die Beziehung litt unter dem starken Kinderwunsch der Beiden, der unerfüllt blieb. Zudem hatte Michael ein traumatisches Erlebnis, welches sicher sein zurückhaltendes Verhalten erklärt. Bei dem Teil der Geschichte war ich so entsetzt von der Menschheit und wozu manche Menschen fähig sind.
Das Buch wechselt zwischen den beiden Charakteren, jedoch immer aus der Er-Perspektive, sodass man dennoch einen guten Einblick in ihre Gefühls- und Gedankenwelt bekommt. Das bringt Nicholls gut rüber.

David Nicholls schreibt flüssig und einfühlsamen, man kann ihm gut folgen. Er schafft es, die Emotionen und inneren Konflikte der Charaktere auf eine Weise darzustellen, die sowohl berührend als auch realistisch ist. Die Beschreibungen der Landschaft und der Wanderung sind detailliert und ermöglichen es den Leser/innen sich diese genau vorzustellen, was mir selbst wirklich gut gefallen hat.

Das Cover ist interessant und dennoch entspricht es nicht meinem Geschmack. Einerseits sieht man zwei sich küssende Gesichter und zum anderen einen Fluss. Das ist raffiniert und spiegelt sehr gut den Inhalt des Buches wider.

Der Hauptteil der Lektüre hat mir gefallen, wobei er mich nicht gefesselt hat und auch die Liebesgeschichte ist recht gedämpft, teilweise wirkt es eher wie ein Notnagel. Den Teil nach der Wanderung fand ich recht langweilig und zäh. Den Autor selbst kenne ich nicht, aber seine vorherigen Werke und Rezensionen schienen ein spannenderes Werk erhoffen. Er zeigt jedoch, dass man auch mal neue Wege einschlagen muss und nach einer Abbiegung trotzdem weiter kommt und seine Wünsche verfolgen soll.

Veröffentlicht am 03.09.2024

Zeitverschwendung!

Genug gegrübelt, lieber Kopf!
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„Genug gegrübelt, lieber Kopf!“ von Dr. Katharina Tempel erschien im September 2024 und ist ein Ratgeber, der sich mit der Befreiung von quälenden Gedanken und der Gewinnung von mehr Leichtigkeit im Leben ...

„Genug gegrübelt, lieber Kopf!“ von Dr. Katharina Tempel erschien im September 2024 und ist ein Ratgeber, der sich mit der Befreiung von quälenden Gedanken und der Gewinnung von mehr Leichtigkeit im Leben beschäftigt. Er beschreibt, wieso Sorgen, Grübelei und Selbstzweifel Menschen betreffen, einem zu viel werden und wie man das ändern kann und Kontrolle über seine Gedanken bekommt. Sehr anschaulich beschreibt sie, wie der Verstand, unsere Gedanken funktionieren. Tempel bietet Strategien an, die uns helfen sollen, sich von ständig wiederkehrenden Gedanken zu lösen und positiv zu denken.

Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil, man wird nicht mit Fachtermini überladen. Dennoch bin ich nur enttäuscht von dem Ratgeber. Ich empfand ihn als langweilig, habe etliche Passsagen überfolgen und konnte selbst mit den Strategien kaum etwas anfangen. Ich denke schon auch, dass ich oft zu viel nachdenke, daher wollte ich das Buch so gern lesen, aber es war eine Qual.

Wirklich schön finde ich das kleine handliche Format. Mir gefallen die Illustrationen sehr gut und ich finde die Zitate sehr inspirierend, wobei ich es etwas überheblich von der Autorin finde, sich selbst mit einem eher weniger einprägsamen Zitat dort ebenfalls zu verewigen. Schön sind auch die bunt gestalteten Seiten mit dem kurzen Texten.

Ein weiterer Punkt ist die häufige Wiederholung einiger Sachverhalte. Die Inhalte haben mir kaum neue Erkenntnisse gebracht. Dies hat bei mir dazu geführt, dass es wenig spannend und abwechslungsreich war.