Die Telefonzentrale der Emotionen
Die Telefonistinnen - Stunden des GlücksAls mein erstes Buch der Autorin war ich gespannt darauf, was mich erwartet. Schojer wählt die dritte Person als Erzählperspektive, was es ermöglicht, die verschiedenen Charaktere, aus verschiedenen Blickwinkeln ...
Als mein erstes Buch der Autorin war ich gespannt darauf, was mich erwartet. Schojer wählt die dritte Person als Erzählperspektive, was es ermöglicht, die verschiedenen Charaktere, aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Der Schreibstil spiegelt sehr gut die Zeit nach dem Krieg wieder, wobei die Sprache in der wörtlichen Rede besonders authentisch wirkt. Die Beschreibungen der Umgebung und der Lebensumstände geben einen sehr guten Einblick in Köln im Jahr 1948.
Mir gefielen die kleinen Rückblicke auf die Kriegszeit, die dem Leser helfen, die Situation der Charaktere besser zu verstehen. Die detaillierten Beschreibungen der Nachkriegszeit lassen die Atmosphäre dieser Ära lebendig werden und verdeutlichen die Herausforderungen, mit denen die Menschen zu kämpfen hatten, während sie versuchten, sich ein neues Leben aufzubauen.
Allerdings vermisste ich, besonders in der ersten Hälfte, einen klaren roten Faden in der Handlung. Obwohl die Charaktere und ihre Geschichten spannend sind, fehlte es manchmal an einem klaren Voranschreiten der Geschichte.
In der zweiten Hälfte von "Die Telefonistinnen" nimmt die Handlung Fahrt auf, was sie für mich ansprechender macht als die erste Hälfte. Dennoch empfand ich, dass auf den 316 Seiten insgesamt zu wenig passiert. Mir war klar, dass es keine abgeschlossene Handlung geben wird, da es sich um eine dreiteiligen Reihe handelt. Ein wenig mehr voranschreiten der Handlung habe ich mir zwischendrin dennoch erhofft. Während einige der Handlungsstränge eher vom eigentlichen Kern der Geschichte ablenkten, fesselten mich andere Aspekte, wie die Enthüllung über Charlotte und die Beziehungsdynamiken, insbesondere zwischen Gisela und Anton.Einige Nebenhandlungen erschienen mir etwas überfrachtet und hätten meiner Meinung nach zugunsten der Vertiefung der Hauptgeschichte gestrafft werden können.
Auf den letzten Seiten schritt die Handlung dann doch recht schnell voran, was mir gut gefiel. Dennoch bin ich mir noch unschlüssig, ob ich die Reihe weiterverfolgen werde. Obwohl mich die Geschichte gut unterhalten hat und ich die Figuren und den Erzählstil mochte, werde ich abwarten, ob die Geschichte langfristig in meinem Gedächtnis bleibt und ob der Wunsch, mehr über die Protagonisten zu erfahren, weiterhin besteht. Die Entscheidung darüber, ob ich die weiteren Teile der Reihe lesen werde, werde ich wohl erst treffen, wenn der nächste Band erscheint und ich Zeit hatte, die Geschichte sacken zu lassen.