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Charleen_14

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Veröffentlicht am 07.05.2024

Die Telefonzentrale der Emotionen

Die Telefonistinnen - Stunden des Glücks
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Als mein erstes Buch der Autorin war ich gespannt darauf, was mich erwartet. Schojer wählt die dritte Person als Erzählperspektive, was es ermöglicht, die verschiedenen Charaktere, aus verschiedenen Blickwinkeln ...

Als mein erstes Buch der Autorin war ich gespannt darauf, was mich erwartet. Schojer wählt die dritte Person als Erzählperspektive, was es ermöglicht, die verschiedenen Charaktere, aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Der Schreibstil spiegelt sehr gut die Zeit nach dem Krieg wieder, wobei die Sprache in der wörtlichen Rede besonders authentisch wirkt. Die Beschreibungen der Umgebung und der Lebensumstände geben einen sehr guten Einblick in Köln im Jahr 1948.

Mir gefielen die kleinen Rückblicke auf die Kriegszeit, die dem Leser helfen, die Situation der Charaktere besser zu verstehen. Die detaillierten Beschreibungen der Nachkriegszeit lassen die Atmosphäre dieser Ära lebendig werden und verdeutlichen die Herausforderungen, mit denen die Menschen zu kämpfen hatten, während sie versuchten, sich ein neues Leben aufzubauen.

Allerdings vermisste ich, besonders in der ersten Hälfte, einen klaren roten Faden in der Handlung. Obwohl die Charaktere und ihre Geschichten spannend sind, fehlte es manchmal an einem klaren Voranschreiten der Geschichte.

In der zweiten Hälfte von "Die Telefonistinnen" nimmt die Handlung Fahrt auf, was sie für mich ansprechender macht als die erste Hälfte. Dennoch empfand ich, dass auf den 316 Seiten insgesamt zu wenig passiert. Mir war klar, dass es keine abgeschlossene Handlung geben wird, da es sich um eine dreiteiligen Reihe handelt. Ein wenig mehr voranschreiten der Handlung habe ich mir zwischendrin dennoch erhofft. Während einige der Handlungsstränge eher vom eigentlichen Kern der Geschichte ablenkten, fesselten mich andere Aspekte, wie die Enthüllung über Charlotte und die Beziehungsdynamiken, insbesondere zwischen Gisela und Anton.Einige Nebenhandlungen erschienen mir etwas überfrachtet und hätten meiner Meinung nach zugunsten der Vertiefung der Hauptgeschichte gestrafft werden können.

Auf den letzten Seiten schritt die Handlung dann doch recht schnell voran, was mir gut gefiel. Dennoch bin ich mir noch unschlüssig, ob ich die Reihe weiterverfolgen werde. Obwohl mich die Geschichte gut unterhalten hat und ich die Figuren und den Erzählstil mochte, werde ich abwarten, ob die Geschichte langfristig in meinem Gedächtnis bleibt und ob der Wunsch, mehr über die Protagonisten zu erfahren, weiterhin besteht. Die Entscheidung darüber, ob ich die weiteren Teile der Reihe lesen werde, werde ich wohl erst treffen, wenn der nächste Band erscheint und ich Zeit hatte, die Geschichte sacken zu lassen.

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Veröffentlicht am 07.03.2024

Moralische Grauzonen

Yellowface
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"Yellowface" von Rebecca F. Kuang ist ein Buch, das mich von der ersten Seite an überzeugt hat. Die Geschichte von June Hayward und Athena Liu bietet eine faszinierende Mischung aus Spannung, Drama und ...

"Yellowface" von Rebecca F. Kuang ist ein Buch, das mich von der ersten Seite an überzeugt hat. Die Geschichte von June Hayward und Athena Liu bietet eine faszinierende Mischung aus Spannung, Drama und tiefgründiger Charakterentwicklung. Während Athena als gefeierte chinesisch-amerikanische Autorin Erfolge feiert, fühlt sich June als "ganz normales" weißes Mädchen im Schatten. Doch als Athena bei einem Unfall stirbt, ergreift June die Gelegenheit und eignet sich Athenas neuestes Manuskript an, um es unter ihrem Namen zu veröffentlichen.

Das Buch behandelt eine Vielzahl kontroverser Themen wie kulturelle Aneignung, Rassismus, Cybermobbing, psychische Erkrankungen und die gnadenlose Natur der Buchindustrie. Trotz dieser schwierigen Themen bleibt die Geschichte gut lesbar und erschlägt den Leser nicht. Kuang behandelt die Themen so geschickt, dass sie den Leser nicht überfordern.

June's Verhalten ist moralisch inakzeptabel, und sie ist keine sympathische Protagonistin. Dennoch gelingt es Kuang, June in gewissen Momenten so darzustellen, dass der Leser sich mit ihr verbunden fühlt, auch wenn ihre Handlungen fragwürdig sind. Ihr innerer Konflikt und ihre verzweifelten Versuche, ihren Ruf zu wahren, haben mich auf jeder Seite mitgerissen. Ihre Entwicklung im Laufe des Buches ist fesselnd und voller unerwarteter Wendungen.

Der Drang von June, um jeden Preis ihren Ruf zu wahren, führt zu einem Labyrinth aus Lügen und fragwürdigen Plänen, bei denen sie keine Rücksicht auf andere nimmt. In den letzten 100 Seiten gewinnt das Buch an Fahrt, während June langsam dem Druck und ihrem schlechten Gewissen erliegt. Der Plot-Twist am Ende des Buches überrascht und fesselt den Leser bis zur letzten Seite.

Rebecca F. Kuang ist eine außergewöhnliche Autorin, die es versteht, den Leser von Anfang bis Ende zu fesseln. Ihr Schreibstil ist packend, emotional und unglaublich eindringlich. Sie schafft es komplexe Charaktere zum Leben zu erwecken und eine Atmosphäre zu schaffen, die den Leser von Anfang bis Ende gefangen hält. "Yellowface" ist definitiv eines meiner Jahreshighlights.

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