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Veröffentlicht am 26.10.2022

Klimawandel oder menschengemacht?

Dark Clouds
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Ein paar Wochen vor der Europawahl kommt es plötzlich in ganz Europa zu unvorhersehbaren Starkwetterereignissen. Es regnet und hagelt sehr heftig, Häuser und Infrastruktur werden überflutet. Es gibt aber ...

Ein paar Wochen vor der Europawahl kommt es plötzlich in ganz Europa zu unvorhersehbaren Starkwetterereignissen. Es regnet und hagelt sehr heftig, Häuser und Infrastruktur werden überflutet. Es gibt aber auch andere Teile Europas, in denen eine starke Dürre herrscht und es einfach zu wenig Wasser gibt. Fjella Lange, Wolkenkundlerin, Arian Fischer, IT-Spezialist und Philip Graf, Schadensgutachter, sind die einzigen, die erkennen, dass dies erst der Anfang einer Katastrophe mit viel größeren Ausmaß ist. Ist dies alles nur der Klimawandel? Oder steckt etwas anderes dahinter?

Dieser aktuelle Klima-Thriller wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Einmal von den drei eben genannten Personen, dazu noch von dem Familienvater Jan Baumann, der Feuerwehrfrau Sarah und den Polizisten Nina Kuhn und Eric Schmitz erzählt. Die Erzählweise ist sehr distanziert und ich habe länger gebraucht, um mich an den Schreibstil zu gewöhnen.
Zusätzlich gibt es viele Zeitungsartikel und Meldungen von Konzernen zwischen den einzelnen Kapiteln. Das gefällt mir sehr gut, denn dadurch bekommt man einen guten Überblick über die Dinge, die gerade passieren.
Der Autor stellt sehr gut die Reaktion der Menschen und der Medien auf die Starkwetterereignisse dar. Sie sind sehr realistisch und ich kann mir vorstellen, dass genau solch eine Reaktion bei einem ähnlichen Ereignisse kommen würde, wenn es tatsächlich passieren würde. Ich habe auch sehr viel über den Klimawandel und andere Dinge gelernt. Der Autor verpackt auch viel Wissen in dem Buch.
Spannend ist der Thriller definitiv. Zwar ist der Anfang noch nicht wirklich spannend, aber das Ende schon. Zwischendurch gibt es noch ein paar echt actionreiche Stellen, die mir wirklich gefallen haben.
Die Idee ist zwar nicht neu, häufig geht es ja um zu wenig Wasser, hier aber um zu viel. Das ist auch noch mal etwas Neues. Außerdem hat das Buch eine wichtige Botschaft: Es zeigt, was passiert, wenn wir alle nichts gegen den Klimawandel unternehmen.

Insgesamt ist Dark Clouds ein sehr spannender Thriller mit einer wichtigen Botschaft! Mich überzeugt er vor allem wegen des Themas und der Spannung.

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Veröffentlicht am 23.10.2022

Heimlich ein Phönix...

Funkenfeder
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Die sechszehnjährige Ria lebt bei ihrem Opa. Sie beide haben ein Geheimnis: Sie sind Phönixalati, das heißt, sie können sich in Phönixe verwandeln. Doch sie dürfen sowohl unter Menschen als auch unter ...

Die sechszehnjährige Ria lebt bei ihrem Opa. Sie beide haben ein Geheimnis: Sie sind Phönixalati, das heißt, sie können sich in Phönixe verwandeln. Doch sie dürfen sowohl unter Menschen als auch unter anderen Alati auffallen. Eines Tages schickt ihr Opa sie weg und stirbt ein paar Tage später. Ihre Mutter, die nichts von ihr hören will, schickt Ria in ein Waisenhaus für Alati. Dort trifft sie auf andere Alati in ihren Alter. Aber was machen sie jede Nacht? Und warum gibt es so viele Schattenwesen, die Snagad?

Funkenfeder hat mich wirklich sehr überrascht. Eigentlich lese ich nicht so gerne Fantasy, aber Funkenfeder hat mich einfach gefesselt.
Ines Plagemanns Schreibstil ist sehr gut. Sie beschreibt in der dritten Person aus Rias Sicht, was passiert. Er hat mich durch das Buch getragen und hat mich dazu gebracht, immer weiterzulesen. Ich habe auch immer verstanden, was passiert.
Die Idee, dass Menschen sich in Tiere verwandeln können, ist zwar nicht neu, aber bisher hat sich kein Buch wirklich nur auf Vögel spezialisiert, denn es gibt nur Vogelwandler in dem Buch. Mir gefällt es aber trotzdem. Die Welt ist gut ausgearbeitet und es gibt mit den Snagad einen guten Antagonisten. Woher diese Wesen stammen, wird bisher noch nicht beantwortet, ich hoffe daher auf den zweiten Teil.
Das Buch ist auch sehr spannend. Ich habe mich immer gefragt, wer jetzt eigentlich böse ist und warum. Was führt das Ministerium im Schilde? Und was die Snagad und der Rabe. Die Auflösung, wer der Rabe ist, hat mich sehr überrascht. Außerdem darf Ria ja niemanden verraten, dass sie ein Phönix ist. Deswegen bleibt es auch spannend, weil niemand sie entdecken darf.
Die Charaktere sind auch gut gestaltet. Sie haben alle unterschiedliche Eigenschaften. Die Liebesgeschichte finde auch keineswegs unrealistisch. Sie nimmt auch nicht zu viel Platz im Buch ein.
Pluspunkte bekommt Funkenfeder von mir auch noch wegen der Diversität. Die Protagonistin Ria ist PoC und lesbisch und es gibt noch einen anderen lesbischen Charakter. Ich finde, es sollte viel mehr Bücher geben, in denen Diversität so normal ohne viel Drama dargestellt wird wie in Funkenfeder.

Insgesamt ist Funkenfeder in sehr gut gelungenes Urban Fantasy Buch für Jugendliche. Die Idee ist zwar nicht neu, aber sehr gut umgesetzt. Ich habe es sehr genossen, Funkenfeder zu lesen!

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Veröffentlicht am 20.10.2022

Das Spiel eines Psychopathen in London

Spiel des Lebens
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Emily fängt gerade ihr Studium in London an, als eine mysteriöse Person anfängt, Rätsel zu stellen. Löst sie diese nicht in der angegebenen Zeit, stirbt ein Mensch. Damit jagt er sie durch ganz London ...

Emily fängt gerade ihr Studium in London an, als eine mysteriöse Person anfängt, Rätsel zu stellen. Löst sie diese nicht in der angegebenen Zeit, stirbt ein Mensch. Damit jagt er sie durch ganz London und treibt sie an den Rand des Wahnsinns. Warum hat dieser Psychopath genau sie für seine Spielchen ausgewählt?

Die Idee hinter dem Jugendthriller von Veit Etzold finde ich spannend und klingt nach einem spannenden und actionreichen Buch. Doch leider ist die Umsetzung nicht so gut gelungen. Aber erstmal ein paar gute Sachen.
Veit Etzold Schreibstil ist wirklich gut. Er ist angenehm, sodass ich das Buch flüssig lesen konnte. Zu jedem Zeitpunkt der Handlung könnte ich nachvollziehen, was passiert und mir war nichts unklar.
Die Aufmachung vom Buch ist auch wirklich schön: Mit gefällt der Farbschnitt mit der Skyline von London sehr.
Leider gefallen mir viele andere Dinge nicht. Mir war von Anfang an klar, wer der Psychopath ist. Aber ich muss betonen, dass es trotzdem spannend war, das Buch zu lesen, da die Spannung durch Emilys Rätsel aufrecht erhalten wird. Außerdem verstehe ich die Hintergründe des Psychopathen nicht. Es ist einfach unlogisch, warum er das ganze tut.
Das ist aber auch nicht das einzige Unlogische an diesem Buch. Es gibt viele Logikfehler, die für mich sehr schlimm zu ertragen waren. Zum Beispiel werden physikalische Formeln vertauscht und in einem falschen Sinn benutzt, eine SIM Karte wird einfach aus einem Handy in ein anderes gesteckt, ohne dass man eine PIN eingeben muss und es wird behauptet, das Burj Khalifa sei 1000m hoch (es ist nur knapp 830m hoch). Da frage ich mich, ob der Lektor/die Lektorin überhaupt das Manuskript aufmerksam gelesen hat.
Die Liebesgeschichte ist auch einfach unrealistisch. Sie haben nie Gefühle für einander geäußert, aber dann sind sie plötzlich zusammen. Für mich ist das einfach unsinnig.

Es gibt einige Dinge, die mit an Spiel des Lebens nicht gefallen. Die Handlung ist unrealistisch und vorhersehbar, es gibt viele Logikfehler und die Liebesgeschichte ist unglaubwürdig. Dafür aber ist die Handlung trotz ihrer Vorhersehbarkeit spannend und der Schreibstil von Veit Etzold gefällt mir gut.

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Veröffentlicht am 14.10.2022

Ein geheimnisvolles Moor...

Opfermoor
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Die Biologin Nathalie kehrt nach einigen Jahren zurück in ihr Heimatdorf, wo sie im nahegelegenen Moor Forschungen für ihre Doktorarbeit durchführen will. Dort lernt sie den Kunststudent Johannes kennen, ...

Die Biologin Nathalie kehrt nach einigen Jahren zurück in ihr Heimatdorf, wo sie im nahegelegenen Moor Forschungen für ihre Doktorarbeit durchführen will. Dort lernt sie den Kunststudent Johannes kennen, der ihr bei der Probenentnahme hilft. Doch kurz darauf wird er im Moor niedergeschlagen. Seit Jahren verschwinden Menschen aus der Umgebung im Moor. Die Polizeifotografin und Künstlerin Maya entdeckt seltsame Dinge im Moor, die mit dem Mord zusammenhängen könnten. Sie macht sich auf die Suche nach dem, was wirklich passiert ist. Steckt ein Mensch hinter dem Ganzen oder waren übermenschliche Kräfte am Werk?

Der Thriller schafft es wirklich sehr gut, in Worten auszudrücken, was gerade passiert. Das schafft auch eine etwas gruselige Atmosphäre, was auch an dem thematisierten Moor liegt. Mir hat diese Atmosphäre sehr gut gefallen, sie gibt dem Thriller das gewisse Etwas, um ihn von anderen Thrillern dieser Art abzuheben.
Während ich am Anfang noch überzeugt war, dass der Täter ein Mensch ist, war ich mir im Laufe der Handlung nicht mehr so sicher. Ist es ein Mensch gewesen oder sind die übermenschlichen Kräfte des Moores am Werk? Bis zum Ende bleibt es spannend, wer jetzt Johannes schwer verletzt hat, aber die Auflösung habe ich nicht erwartet. Außerdem weiß man nicht, weshalb Nathalie nicht an ihre Vergangenheit denken will, und das wird erst nach und nach offengelegt.
Nathalie und Maya sind beide sympatisch und handeln für mich nachvollziehbar. Das Einzige, was mir nicht so gut gefallen hat, ist, dass Mayas Arbeit bei der Polizei relativ unrealistisch ist. Warum darf eine einfache Polizeifotografin im Auftrag des leitenden Kommissars alleine ermitteln? Aber vielleicht ist das in Schweden auf dem Land so üblich.

Opfermoor von Susanne Jansson hat mich vor allem wegen der düsteren und geheimnisvollen Atmosphäre überzeugt. Die Handlung ist sehr spannend und die Auflösung unerwartet. Ein wirklich guter Thriller!

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Veröffentlicht am 02.10.2022

Die Probleme eines Jugendlichen aus einer zerstörten Familie

No Exit
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Der Vater von dem fünfzehn Jahre alten Jim ist Alkoholiker und schlägt seine Kinder regelmäßig. Seine einzigen Vertrauten sind seine Schwester Mandy, seine Freunde Jeremy und Philly und seine Freundin ...

Der Vater von dem fünfzehn Jahre alten Jim ist Alkoholiker und schlägt seine Kinder regelmäßig. Seine einzigen Vertrauten sind seine Schwester Mandy, seine Freunde Jeremy und Philly und seine Freundin Leslie. Doch eines Tages passiert etwas Schreckliches. Aufgrund dessen flieht Jim in die Welt des Alkohols und Drogen. Aber als er bemerkt, was gerade mit ihm und seinen Freunden passiert, ist es fast schon zu spät.

Der Schreibstil des Autors ist wirklich sehr, sehr gut. Jims Gefühle werden richtig gut geschildert, was für die Story wirklich wichtig ist. Der Autor berichtet schonungslos und detailliert darüber, was passiert, dazu gehören Schilderungen eines brutalen Todes, Alkohol- und Drogenmissbrauch sowie von sexuellen Inhalten. Ich habe bisher kaum ein vergleichbares Buch gelesen, das so schonungslos erzählt wurde. Mich hat das ganze manchmal echt abgeschreckt und angeekelt, aber das Buch erzählt einfach von dem Leben eines Teenagers, der auf die schiefe Bahn geraten ist, und da ist halt nicht alles schön und friedlich.
Im Inhalt finden sich viele Wiederholungen, vor allem Stellen, an denen sich Jim und seine Freunde betrinken, und das hat mich teilweise gelangweilt. Ich weiß nicht, wie was und wie viel von diesem Buch autobiographisch ist und was fiktiv, aber die Geschichte wirkt sehr realistisch auf mich und zeigt den Leser*innen, wie es ist, wenn es einfach nicht mehr gut im Leben eines Teenagers läuft.
Jim ist für mich nicht immer sympatisch. Seine Alkoholprobleme und später die Probleme mit Gewalt sind für mich aus der Außensicht und realistischer Perspektive nicht wirklich nachvollziehbar. Aber das Buch erzählt so gut über Jim, seine Gefühle und seine Wünsche, dass es doch aus seiner Sicht direkt echt und nachvollziehbar wirkt und er so ein wirklich sympatischer Junge ist.

Insgesamt empfehle ich No Exit allen Jugendlichen, die mit schonungslosen Erzählungen klarkommen, obwohl das Buch auch für Erwachsene interessant sein könnte. Gleichzeitig ist der Schreibstil auch wieder etwas wirklich Gutes an diesem Buch.

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