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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2024

Berührend, Erschütternd, Lesenswert!

Der Wind kennt meinen Namen
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Es gibt kein Werk, dass Isabel Allende geschrieben hat, das ich nicht gelesen habe. Sie waren alle grandios. Mit der ihr eigenen Sprachgewalt, die auf mich leicht derbe klingt, erzählt sie packend ihre ...

Es gibt kein Werk, dass Isabel Allende geschrieben hat, das ich nicht gelesen habe. Sie waren alle grandios. Mit der ihr eigenen Sprachgewalt, die auf mich leicht derbe klingt, erzählt sie packend ihre Geschichten.
Am 15. April 2024 hat die Autorin gemeinsam mit dem Suhrkamp Verlag ihr neues Werk “Der Wind kennt meinen Namen” herausgebracht. Bevor ich damit starte, gönne ich mir einen Blick auf das wunderschöne Cover. Mit der Farbe Orange und dem seitlichen Porträt einer exotischen Schönheit ist meine Neugier noch mehr angefacht.
Isabel Allende hat nur wenige Sätze gebraucht um meinen Geist in ihre Geschichte zu ziehen und so lese ich über Samuel. Seine Mutter setzt ihn im Jahre 1938 mit sechs Jahren in einen Kindertransport nach England. Dabei hat er lediglich Kleider zum Wechseln und eine Geige. Die Einsamkeit und die Ungewissheit begleitet ihn von diesem Tag an durch sein Leben. Besonders deutlich wird das in seiner großen Liebe zu Nadine.
In einem weiteren Erzählstrang erzählt sie von der siebenjährigen Anita Díaz, die 2019 aus El Salvador flieht und an der mexikanischen Grenze brutal von ihrer Mutter getrennt wird. Dazwischen liegen achtzig Jahre. Anita flüchtet sich in eine Phantasiewelt und spricht mit ihrer toten Schwester. Das Grauen begleitet mich beim Lesen und wird in einer Gänsehaut sichtbar.
Ganz nebenbei erlebe ich die Zeitgeschichte, die Politik und die Kriegswirren, als sei ich live dabei. Mich berühren die entwurzelten Kinder ebenso, wie die Geschichten ihrer Eltern und insbesondere die Sorgen der Mütter, die ihre Kinder verlieren müssen um sie zu retten. Was bleibt ist der Nachklang der unerschütterlichen Liebe und der Macht der Hoffnung.
Mit “Der Wind kennt meinen Namen” hat Isabel Allende einen grandiosen Roman auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Alle, die gerne historische Romane lesen kommen hier auf ihre Kosten. Von mir bekommt die Autorin verdiente 5 Lesesterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.04.2024

düstere Spannung in Berlin

Potsdamer Intrigen
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Den Kriminalroman “Potsdamer Intrigen” hat Carla Maria Heinze am 21. März 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons herausgebracht. Das Cover passt gut in das Genre und in die Reihe. Es handelt sich um den 5. ...

Den Kriminalroman “Potsdamer Intrigen” hat Carla Maria Heinze am 21. März 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons herausgebracht. Das Cover passt gut in das Genre und in die Reihe. Es handelt sich um den 5. Band mit Kriminalrat Maik von Lilienthal und seiner Mutter Enne, der pensionierten Fallanalytikerin.
Regionalkrimis, besonders aus dem emons-Verlag, lese ich sehr gerne und so habe ich mich gefreut, als ich “Potsdamer Intrigen” in die Hände bekommen habe. Dies ist das erste Werk der Autorin Carla Maria Heinze für mich.
So bin ich mit Vorfreude in dieses Werk gestartet und habe mich zügig eingelesen. Die Autorin nutzt die modernen Worte. Ihre Sätze lassen sich leicht und locker lesen. Ihre Beschreibungen sind bildhaft und so kann ich mir alles gut vorstellen.
Zügig präsentiert Carla Maria Heinze zwei Tote und für mich als Neueinsteigerin in die Reihe zu viele Personen. Die hohe Personenanzahl bleibt für mich unübersichtlich und mindert meine Lesefreude. Immer wieder überlege ich zwischendrin, wer das denn jetzt noch einmal gewesen ist. Besonders gut gefällt mir Enne, die pensionierte Fallermittlerin und Mutter von Maik von Lilienthal. Die Szenen mit ihr habe ich am liebsten gelesen.
Der Krimi selbst ist logisch aufgebaut. Die Ermittlungen sind nachvollziehbar und am Ende sind meine Fragen beantwortet. Mir hat diese Erzählung mit ca. 283 Seiten spannende Lesestunden ab vom Alltag beschert.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.04.2024

Spannend, Düster, Lesenswert!

Gefährlicher Sog
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Den Kriminalroman "Gefährlicher Sog" hat Sabine Weiss am 28. März 2024 gemeinsam mit dem Verlag lübbe herausgebracht. Das düstere Cover passt gut zur Geschichte und in das Genre. Es handelt sich um den ...

Den Kriminalroman "Gefährlicher Sog" hat Sabine Weiss am 28. März 2024 gemeinsam mit dem Verlag lübbe herausgebracht. Das düstere Cover passt gut zur Geschichte und in das Genre. Es handelt sich um den 8. Teil mit der Kriminalkommissarin Liv Lammers. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Von Sabine Weiss habe ich schon verschiedene historische Romane und Krimis gelesen. Ich habe mich gefreut, als ich ihr neues Werk in die Hände bekommen habe. Liv Lammers kenne ich bereits. In ihrer Rolle als Kriminalkommissarin und alleinerziehende Mutter von Sanna hat sie mich immer beeindruckt. In diesem Teil fordert Sanna ihre Mutter sehr und es lüftet sich das Geheimnis um Sannas Vater.

Der Schreibstil der Autorin liest sich gewohnt flüssig. In modernen Worten und einer angenehmen Schriftsprache gelingt es meinem Geist zügig in die Geschichte abzutauchen. Sabine Weiss präsentiert schnell den ersten Toten. Der Krimi und die damit verbundenen Ermittlungen sind spannend gestaltet und der Autorin gelingt es scheinbar mühelos, die hohe Spannung durch die ganze Erzählung aufrecht zu erhalten. Am Ende ist er sauber gelöst und meine Fragen sind beantwortet.

Sabine Weiss beschäftigt mich in diesem Teil mit einer Gruppe krimineller Jugendlicher. Diese leben in einer Jugendwohngruppe und werden von Sozialpädagogen betreut. Das damit verbundene private und rechtliche Umfeld führt sie mir eindrucksvoll vor Augen und lässt mich nachdenklich zurück.

Sabine Weiss hat mit “Gefährlicher Sog” einen sehr guten Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, der mich auch nach dem Lesen noch beschäftigt. Er ist sehr spannend und spielt in einer der schönsten Ecken Deutschlands. Er spielt auf Sylt. Gerne empfehle ich diesen Krimi an alle Krimileser uneingeschränkt weiter. Von mir bekommt sie verdiente 5 Lesesterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 30.03.2024

Lesenswert, Berührend, Humorvoll!

Liebe von Meer zu Meer
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Den Roman “Liebe von Meer zu Meer” hat Heike Denzau am 21. März 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das idyllische Cover versetzt mich augenblicklich in Reisestimmung. Es passt hervorragend ...

Den Roman “Liebe von Meer zu Meer” hat Heike Denzau am 21. März 2024 gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das idyllische Cover versetzt mich augenblicklich in Reisestimmung. Es passt hervorragend zum Genre und zur Geschichte.
Von Heike Denzau habe ich bereits einige Erzählungen gelesen. Sie haben mir alle ausgezeichnet gefallen und somit habe ich gleich zugegriffen, als ich dieses Buch in die Hände bekam. Nach einem anstrengenden und intensiven Arbeitstag bin ich in diese Erzählung gestartet. Es hat nur wenige Sätze gedauert und ich bin tief in die Geschichte versunken.
Die verwitwete Paula, ihre drei Kinder und die dazugehörigen Haustiere waren mir auf Anhieb sympathisch. Es ist einfach eine liebenswerte Familie. Ich durfte sie lesetechnisch auf die Insel Föhr begleiten. Paula möchte eine alte Kate am Deich finden, in der ihr verstorbener Mann als Kind so glücklich war. Sie bekommt Hilfe von ihrem Nachbarn. Gemeinsam erleben sie viele Abenteuer.
Angenehm zu lesen sind die atmosphärischen Beschreibungen und Landschaft und die turbulenten Erlebnisse der Familie auf ihrer Suche nach der Kate. Einmal mit dem Lesen begonnen ist es mir schwer gefallen, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Immer wollte ich wissen, wie es denn nun weitergeht.
Auch wenn dieser Roman mit modernen Worten leicht und locker geschrieben ist und mich durchaus zum Schmunzeln bringt, lässt die Autorin ernste Themen nicht aus. Das zentrale Thema in dieser Geschichte ist, neben der Liebe in allen Facetten, der Tod und die Trauer der Pastorin Paula. Da ich selbst seit 2 Jahren verwitwet bin, habe ich viele Parallelen zu mir und meiner Trauer entdeckt. Hut ab, Heike Denzau, dieses Thema ist erzähltechnisch mit einer erstaunlichen Leichtigkeit hervorragend umgesetzt.
Zwischendurch unterbricht die Autorin den Erzähltext. Sie lässt Paula Briefe an ihren verstorbenen Mann schreiben. Diese Briefe haben mich alle berührt.
Mit einer geschickten Mischung aus Liebe, Schmerz und Familiengeschichte hat Heike Denzau einen wunderschönen Liebesroman auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer Lust hat, eine liebenswerte Familie auf die Insel Föhr zu begleiten, der ist hier genau richtig. Von mir bekommt die Autorin ihre verdienten 5 Lesesterne.

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  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 24.03.2024

Klassisch, Spannend, Lesenswert!

Der blaue Salamander
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Den Regionalkrimi ”Der blaue Salamander” hat Luca Ventura am 20. März 2024 gemeinsam mit dem Verlag Diogenes herausgebracht. Ein Blick auf das wunderschöne Cover versetzt mich augenblicklich in Urlaubsstimmung. ...

Den Regionalkrimi ”Der blaue Salamander” hat Luca Ventura am 20. März 2024 gemeinsam mit dem Verlag Diogenes herausgebracht. Ein Blick auf das wunderschöne Cover versetzt mich augenblicklich in Urlaubsstimmung. Es handelt sich um den 5. Teil der Reihe um die Inselpolizisten Enrico Rizzi und Antonia Cirillo. Er kann ohne Vorkenntnisse der anderen Bände gelesen werden.
Von Luca Ventura habe ich bereits den Kriminalroman “In einer stillen Bucht” gelesen. Der hat mir so gut gefallen, dass ich gleich zugegriffen habe, als ich sein neues Werk “Der blaue Salamander” entdeckt habe.
An diesem Autor schätze ich besonders den Umgang mit der Sprache. Seine Erzählung ist mit einer gehobenen und leicht lesbaren Wortwahl in einem wunderbaren Ton am ehesten als poetisch zu beschreiben. Es ist ein literarischer Genuss, seine Sätze zu lesen und den Inselkommissaren bei ihren Ermittlungen zu folgen. Die Stärke dieses Autors liegt in der Beschreibung der Landschaft, der Region, der kulinarischen Genüsse, der mediterrane Lebensweise auf Capri und der dortigen Atmosphäre. Dieses Buch habe ich an einem Wochenende durchgelesen. Dabei habe ich mich hervorragend erholt.
Der eigentliche Krimi in dieser Geschichte ist gewohnt spannend erzählt und lädt den Leser zum Mitermitteln ein. In diesem Fall haben Rizzi und Cirillo den Täter vor mir gefunden, was für Luca Ventura spricht. Ganz nebenbei habe ich noch einiges über die Herstellung von Leder gelernt. Auch das habe ich als sehr spannend empfunden.
Luca Ventura hat mit “Der blaue Salamander” einen lesenswerten Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht. der auf Capri angesiedelt ist. Gerne empfehlen ich dieses Buch all denen weiter, die Sinn für einen poetischen Schreibstil, die mediterranes Lebensweise und eine solide Krimiermittlung haben.

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