Profilbild von Christiane_liest

Christiane_liest

Lesejury Star
offline

Christiane_liest ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit Christiane_liest über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.07.2026

Fesselnd, Mitreißend, Lesenswert!

Poyais. Ein Land, das es nie gab
0

Im März 2026 hat die Autorin Uli Aechtner den historischen Roman „Poyais. Ein Land, das es nie gab“ herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte und in das Genre.
Es ist das Jahr 1822. Gregor MacGregor ...

Im März 2026 hat die Autorin Uli Aechtner den historischen Roman „Poyais. Ein Land, das es nie gab“ herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte und in das Genre.
Es ist das Jahr 1822. Gregor MacGregor verspricht Ausreisewilligen das blaue vom Himmel. Er erzählt ihnen die Geschichte von Poyais. Einem Land, das es nie gab. Die Ausreisewilligen glauben ihm, kaufen bei ihm Land, tauschen ihre Habseligkeiten in Poyais-Dollar und sichern sich einen Platz auf einem der Schiffe um nach Mittelamerika aufzubrechen. Darunter Julie. Eine Tochter aus gutem Hause, die der Enge, der Tradition und ihrem zukünftigen Ehemann entkommen möchte. Und Carl. Ihr Pferdeknecht und ihre große Liebe. Die Seereise verlangt einiges von den Reisenden. Als sie in Mittelamerika ankommen, sehen sie, dass sie vor dem Nichts stehen. Dafür erwartet sie die Hitze der Karibik.
Mit ruhigen Worten, mitreißend und atmosphärisch stark erzählt Uli Aechtner den größten Schwindel des 19. Jahrhunderts. Schnell habe ich den Einstieg in die Geschichte gefunden. Julie hat mich vom ersten Moment an beeindruckt. Ihren Mut, die Reise als Jules anzutreten, habe ich bewundert. Ihre Liebe zu Carl hat sie viel ertragen lassen. Auch Carl hat bei mir gepunktet. Mit seiner Kraft hat er sich bis nach Poyais durchgearbeitet, denn ihm hat das Geld für die Reise gefehlt. Über ca. 448 Seiten folge ich den beiden auf ihrer Reise und bei ihrem Ankommen in Mittelamerika. Julie und Carl erleben viel auf dieser Reise und verändern sich. Die Ankunft in Mittelamerika fordert viel von ihnen. Das Ganze ist so spannend erzählt, dass ich dieses Buch kaum aus der Hand legen konnte. Immer wollte ich wissen, wie es denn nur weitergeht. Besonders gut gefällt mir, dass die Autorin uns hier keine reißerische Liebesgeschichte erzählt
Alles in allem hat Uli Aechtner mit „Poyais. Ein Land, das es nie gab“ einen historischen Roman auf den Büchermarkt gebracht, des es sich zu lesen lohnt. Wer Lust auf den Ausflug in das 19. Jahrhundert und eine Auswanderung nach Mittelamerika hat, der ist hier richtig. Am Ende erklärt die Autorin im Anhang, war historisch und was fiktiv ist. Für die tollen Lesestunden verleihe ich der Autorin fünf verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.07.2026

Mörderisches Warnemünde!

Warnemünder Witwen
0

Ende Februar 2026 hat die Autorin Henrietta Hartl den Regionalkrimi „Warnemünder Witwen“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover ist ein echter Hingucker und verdient alle fünf Sterne. ...

Ende Februar 2026 hat die Autorin Henrietta Hartl den Regionalkrimi „Warnemünder Witwen“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover ist ein echter Hingucker und verdient alle fünf Sterne. Die klaren Farben, die sauber geschnittenen Konturen, der Blick auf Warnemünde und der Titel „Warnemünder Witwen“ machen mich neugierig auf die Geschichte.
Und die hat es in sich, so sagt es der Klappentext auf dem hinteren Buchrücken. Karoline, die Luxus-Immobilien an den Mann und/oder die Frau bringt wird an die Ostsee versetzt. Nach Warnemünde. Dort muss sie sich mit vielen neuen Problemen herumschlagen. Dabei ist ein Stalker, die Möwen und die feine Gesellschaft. Hedda, die Grand Dame der Warnemünder Witwen, hat sie im Verdacht, ihren Mann ermordet zu haben.
Hat sie, oder hat sie nicht? Diese Frage beschäftigt mich über ca. 288 Seiten. Der Schreibstil von Henrietta Hartl liest sich gut. Der Klappentext und das Cover haben mir suggeriert, dass ich mich auf eine ordentliche Prise pointierten Sarkasmus à la Christian Schleifer, Astrid Miglar oder Ingrid Noll freuen darf. Leider ist das nicht so. Dennoch hat mich die Geschichte gut unterhalten.
Die Atmosphäre rund um Warnemünde hat die Autorin gut eingefangen. Ich habe mich beim Lesen fast gefühlt, als sei ich vor Ort. Wer Warnemünde kennt, dem wird das ähnlich ergehen.
Karoline ist mir von Beginn an sympathisch. Es macht mir Spaß ihr durch den Krimi zu folgen. Der Krimi selbst ist gut aufgebaut und punktet mit der Auflösung.
Alles in allem hat Henrietta Hartl mit „Warnemünder Witwen“ einen Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, den ich gerne gelesen habe. Einen Schuss pointierten Sarkasmus dazu, etwas mehr Pfiff in den Charakter Karoline und dann hat dieses Buch alles. Von mir bekommt die Autorin vier verdiente Lesesterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.07.2026

Unterhaltsam

Die dunkle Seite der Schokolade
0

Im März 2026 hat die Autorin Dina Casparis den historischen Kriminalroman „Die dunkle Seite der Schokolade“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover ist schon mal ´ne Wucht und verdient ...

Im März 2026 hat die Autorin Dina Casparis den historischen Kriminalroman „Die dunkle Seite der Schokolade“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover ist schon mal ´ne Wucht und verdient volle 5 Punkte. Hier zeigt Nina Schäfer mal wieder was sie kann und empfiehlt sich für das Cover des Jahres.
Serafine Montalin bewirbt sich aus persönlichen Gründen bei einer Schokoladenfirma. Sie möchte den Tod ihres Vaters aufklären. Ihre Stelle als Compliance-Managerin sichert ihr den Zugang zu allen Unterlagen. Kaum hat sie ihren neuen Job angetreten, da wird sie in in- und externe Auseinandersetzungen verwickelt, die für sie gefährlich werden.
Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut. Denn viele Jahre habe ich in einer Schokoladenfirma gearbeitet. Als Internal Controls Managerin für Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit diesem Wissen kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass die Autorin die Hintergründe (Schokoladenanbau, Kinderarbeit u. ä.) korrekt und leicht verständlich aufzeigt. Dadurch erhält der Leser viel Hintergrundwissen.
Der Schreibstil von Dina Casparis liest sich leicht und locker. Die Autorin nutzt moderne Wörter. Dem Erzählten kann ich gut folgen und ich kann mir alles gut vorstellen.
Dieser Roman wird im Genre historischer Kriminalromane geführt. Und ja, er hat Krimi-Elemente. Im Vordergrund steht meiner Meinung nach jedoch die Familiengeschichte von Serafine, die für sich alleine genommen schon völlig ausreicht um lesenswerte 384 Seiten zu füllen. Leider erliegt die Autorin der Versuchung ein paar unnötige Szenen einzubauen, wie z. B. das Fallen in die Schokoladenmasse. Aus meiner Sicht ist das gar nicht nötig und verleidet mir ein wenig das Lesen.
Alles in allem hat Dina Casparis mit „Die dunkle Seite der Schokolade“ einen Roman herausgebracht, der mit seinen Krimielementen ein wenig zu viel will. Wer Lust auf eine unterhaltsame Familiengeschichte hat, die mit einigem fundierten Hintergrundwissen über die Schokoladenproduktion angereichert ist, der ist hier richtig. Von mir bekommt die Autorin 3 verdiente Lesesterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 11.07.2026

Unterhaltsam, Lesenswert, Köln 1969!

Swinging Cologne
0

Im März 2026 hat der Autor Stefan Winges gemeinsam mit dem Verlag emons: den Kriminalroman Swinging Cologne herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte.
Wir sind im Jahr 1969. Die Kölnerin Chrissy ...

Im März 2026 hat der Autor Stefan Winges gemeinsam mit dem Verlag emons: den Kriminalroman Swinging Cologne herausgebracht. Das Cover passt gut zur Geschichte.
Wir sind im Jahr 1969. Die Kölnerin Chrissy van Larken ist jung, lässig und ein wenig gelangweilt. Sie wird gebeten, eine vermisste Frau zu suchen und macht sich auf den Weg. Sie sucht in bekannten Szenediscotheken und kommt Rockern und Dealern in die Quere. Als es den ersten Toten gibt bekommt sie Unterstützung. Und sie stellt fest, dass ihr diese Suche richtig viel Spaß macht.
Als ich dieses Buch gesehen habe, da konnte ich gar nicht anders als gleich zuzugreifen. Die Gestaltung der jungen Frau und des Titels vermitteln mir den Eindruck nach Party, Lust und Abenteuer. Regelmäßig bin ich auf der Suche nach neuem Lesestoff. Einen Krimi aus dem Jahre 1969 zu lesen, das reizt mich zusätzlich. Neugierig und voller Lust auf eine Geschichte aus Köln starte ich in die Geschichte.
Vom ersten bis zum letzten Buchstaben vermittelt mir Stefan Winges einen stark atmosphärischen Zeitgeist. Ich habe fast das Gefühl, das ich mich tatsächlich in dem Jahr bewege. Geschmunzelt habe ich über Chrissys Strickkleid ebenso, wie über das Telefon an der Schnur. Dabei musste ich an meine jetzt 19-jährige Nichte denken. Wir haben ihr letztens ein Telefon mit einer Wählscheibe gezeigt und sie hat auf die Zahlen gedrückt, als sie es ausprobieren wollte…
Zurück zum Krimi. Der Autor erzählt seinen Kriminalroman über ca. 333 Seiten. Es gelingt ihm, die Spannung durch die gesamte Geschichte aufrecht zu halten. Am Ende ist der Krimi sauber aufgelöst und meine Fragen sind beantwortet. Meiner Meinung nach findet die Auflösung des Falls eher im Hintergrund statt. Im Vordergrund steht die junge Frau, der Zeitgeist und ihre Lust auf Abenteuer.
Alles in allem hat Stefan Winges mit „Swinging Cologne“ einen Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Wer Lust auf einen Ausflug nach Köln in das Jahr 1969 hat, der ist hier richtig. Von mir bekommt der Autor 4 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.07.2026

Schräg, Skurril und abgedreht!

Ziemlich beste Verbrecher
0

Ende März hat der Autor Sunil Mann den Regionalkrimi „Ziemlich beste Verbrecher“ gemeinsam mit dem Verlag grafit herausgebracht. Der Titel bringt mich auf Anhieb zum Schmunzeln. Er erinnert mich an den ...

Ende März hat der Autor Sunil Mann den Regionalkrimi „Ziemlich beste Verbrecher“ gemeinsam mit dem Verlag grafit herausgebracht. Der Titel bringt mich auf Anhieb zum Schmunzeln. Er erinnert mich an den Film „Ziemlich beste Freunde“. Er hat mich herrlich lachen lassen. Auf dem Cover blicke ich auf eine herrschaftliche Villa in einer idyllischen Parkanlage. Unten rechts ein Pärchen in schwarz, das im Garten ein Loch gräbt. Es ist der erste Teil mit dem Seniorenpärchen Alois Mistelzweig und Berta Bartok. Hoffentlich ist es nicht der letzte.
Alois Mistelzweig wollte eigentlich Pianist werden und Berta Bartok ist Köchin. Beide mögen sich überhaupt nicht. Sie wohnen gemeinsam in einer Villa in Zürich. Ihre Arbeitgeberin ist gestorben und sie finanzieren sich über Diebstähle der kleineren Art. Bei einem dieser Diebstähle werden sie ertappt. Sie kommen um eine Anzeige herum, denn sie bieten an, eine verschwundene Person zu suchen. Aus dieser Suche entwickelt sich eine lustige und humorvolle Jagd nach Indizien, Aussagen, Hinweisen und weiteren Ermittlungsansätzen.
Keine Frage, dies ist ein Stil, den man lieben muss. Aus meiner Sicht ist es eine Screwballkomödie, die mich an Bonnie und Clyde erinnert. Oder an „Per Anhalter durch die Galaxis“, falls das noch jemand kennt.
Der Schreibstil von Sunil Mann liest sich leicht und locker. Mir haben die knapp 350 Seiten beim Lesen richtig Spaß gemacht und konnte mir alles gut vorstellen. Ich habe mich in diese Geschichte so vertieft, dass ich von der Hitzewelle kaum etwas mitbekommen habe. Die Frage, wie es denn nun weitergeht und was im Garten der Villa unter dem Birnbaum vergraben ist, beschäftigt mich mehr als 38 Grad im Schatten. Ich denke, ich habe da eine Idee und ich hoffe, ich muss nicht so lange warten, bis Sunil Mann uns eine Fortsetzung serviert.
Alles in allem hat der Autor mit „Ziemlich beste Verbrecher“ einen Regionalkrimi auf den Büchermarkt gebracht, der schräg, skurril und abgedreht ist. Er ist jederzeit spannend, völlig überzogen und sehr humorvoll. Ich habe häufig herzlich gelacht. Wer da Lust zu hat, ist hier völlig richtig. Von mir bekommt der Autor 5 verdiente Lesesterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere