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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.05.2025

Tödlich spannend, Hochkriminell, Äußerst unterhaltsam!

Ägerisee
1

Die Autorin startet mit einem Prolog. Ich fange an zu Schmunzeln. Denn ich lese diesen Text als Battle zwischen zwei Schauspielern. Der Tod spricht mit seinem Opfer und bietet mehrere Möglichkeiten zum ...

Die Autorin startet mit einem Prolog. Ich fange an zu Schmunzeln. Denn ich lese diesen Text als Battle zwischen zwei Schauspielern. Der Tod spricht mit seinem Opfer und bietet mehrere Möglichkeiten zum Sterben an. Der Tod überlässt dem Opfer die Wahl des Todes. Den Tod als Produkt. Das Opfer möchte jedoch nicht sterben und entscheidet sich für den Heldinnen-Tod, denn Heldinnen sterben nie. Der Gedanke, dass es sich in diesem Prolog nicht um eine Theaterprobe sondern um bitteren Ernst handelt, den habe ich erst im letzten Satz. Da läuft es mir eiskalt den Rücken herunter. Ich lege das Buch zur Seite und koche mir erst einmal einen Tee.

Monika Mansour hat ihren Krimi in drei Akte aufgeteilt. Sie startet jeden Akt mit je einem Zitat von Shakespeare, Goethe und Schiller. Alle Zitate sind mir bekannt und sind hervorragend für den folgenden Text ausgewählt.

Inhaltlich verschwindet die junge Schauspielerin Noemi spurlos. Von heute auf morgen. Ihr Freund bittet die Detektei Trust Investigation um Hilfe. Die ersten Nachforschungen führen zu verstörenden und blutigen Hinweisen, doch die Leiche lässt sich nicht finden. Die Fäden scheinen im Kleinstadttheater zusammenzulaufen, denn das Verschwinden von Noemi weist Parallelen zu ihrem aktuellen Stück auf. Was ist, wenn das ganze Leben eine Aneinanderreihung von Proben ist? Immer auf der Suche nach der perfekten Illusion? Was ist, wenn die Grenze verschwindet? Die Grenze zwischen Fiktion und Wahrheit? Und was ist, wenn die Fiktion zur Wahrheit wird?

Diese und viele weitere Fragen beschäftigen mich über ca. 286 Seiten von denen ich jeden einzelnen Buchstaben als besonders wertvoll betrachte.

Mich hat dieser Krimi hervorragend unterhalten. Wer Lust und Interesse an einem kriminell guten Bühnenstück hat, sich ein wenig für Theater interessiert und ein wenig Vorstellungskraft besitzt, der wird, wie ich, begeistert sein. Aus diesem Grund öffne ich jetzt den Vorhang für Monika Mansour mit „Ägarisee“. Von mir bekommt sie meinen persönlichen Lesepreis dotiert mit 5 Lesesternen. Chapeau.

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Humorvoll, Raffiniert, Lesenswert!

Prost, auf den Doktor
1

Im März 2025 hat Friedrich Kalpenstein gemeinsam mit dem Verlag Edition M den humorvollen Kriminalroman „Prost, auf den Doktor“ herausgebracht. Der Titel und das Cover passen gut zur Geschichte und zum ...

Im März 2025 hat Friedrich Kalpenstein gemeinsam mit dem Verlag Edition M den humorvollen Kriminalroman „Prost, auf den Doktor“ herausgebracht. Der Titel und das Cover passen gut zur Geschichte und zum Genre. Es handelt sich um den 11. Teil der Reihe mit Hauptkommissar Tischler. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Mit Vorkenntnissen macht es mehr Spaß.

Von Friedrich Kalpenstein habe ich schon einige Krimis aus der Kommissar Tischler-Reihe gelesen. Sie sind alle super. Aus diesem Grund habe ich gleich zugegriffen, als mir „Prost, auf den Doktor“ in die Hände gefallen ist.

Es hat nur ein paar Sätze gedauert, da bin ich gedanklich in Brunngries angekommen. Im örtlichen Gasthaus KRAUSE wird ein Toter gefunden. Es handelt sich um Dr. Sebastian Burgegger, der mit seinem Motorradclub unterwegs gewesen ist. „Vertrauen Sie mir, ich bin Arzt“ hat Burgegger sicherlich oft zu seinen Patienten gesagt, doch Hauptkommissar Tischler findet schnell heraus, dass Burgegger jede Menge Dreck am Stecken hatte.

Mit viel Wortwitz und einem feinen Humor erzählt der Autor von den Ermittlungen live und in Farbe. Ich fühle mich beim Lesen, als sei ich selbst dabei und in Brunngries beheimatet. Dabei bin ich jede Minute gespannt, wie ein Flitzebogen, denn dieser Kriminalfall hat es in sich und lässt mich vor lauter Spannung kaum durchatmen. Burgegger liefert jede Menge Angriffsflächen und der Autor arbeitet geschickt mit unerwarteten Wendungen an den richtigen Stellen. Kommissar Tischler und sein Team müssen regelmäßig neu denken. Letztendlich überrascht der Autor mit der Auflösung, die alle Fragen beantwortet. Wer Lust auf einen Krimi zum Miträtseln hat, der ist hier richtig.

Alles in allem hat Friedrich Kalpenstein mit „Prost, auf den Doktor“ einen humorvollen und richtig spannenden Kriminalfall auf den Büchermarkt gebracht, der von mir das Prädikat „unbedingt Lesen“ bekommt und damit fünf frischpolierte Lesesterne mit einer glasklaren Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 24.05.2025

Macht nachdenklich!

Heute alles und morgen vielleicht
1

Im April 2025 hat Suza Summer den Roman „Heute alles und morgen vielleicht“ gemeinsam mit dem Verlag Kampenwand herausgebracht. Der Titel und das Cover passen gut in das Genre und zur Geschichte.
Die lebenshungrige ...

Im April 2025 hat Suza Summer den Roman „Heute alles und morgen vielleicht“ gemeinsam mit dem Verlag Kampenwand herausgebracht. Der Titel und das Cover passen gut in das Genre und zur Geschichte.
Die lebenshungrige und erfolgsverwöhnte Camille liebt ihr Leben in der Upperclass. Nichts ist ihr gut genug. Immer geht es besser, höher und/oder weiter. Dann trifft sie ein Schicksalsschlag. Sie hat Krebs. Eine fürchterliche Diagnose, die ihr Leben von jetzt auf gleich entscheiden verändert. Sie wird sterben.
Die Palliativkrankenschwester Sanna ist sehr bodenständig. Sie kümmert sich rührend um ihre Patienten und kennt so ziemlich jedes Geheimnis. Mit einer ungeschickten Aktion spielt sie sich beruflich ins Aus. Da kommt ihr das Angebot von Camille und ihrem Mann Aiden gelegen, die beiden auf ein Chalet in den Schweizer Bergen zu begleiten und sich um Camille zu kümmern.
Schnell habe ich mich in die Geschichte eingelesen. Suza Summer nutzt die modernen Worte. Das Buch ist in verschiedene und nicht nummerierte Kapitel aufgeteilt. Jedes einzelne hat eine Überschrift, die mich nachdenklich macht. Die Autorin beschäftigt mich beim Lesen in erster Linie mit ihren Protagonistinnen, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Camille, die mir am Anfang wenig sympathisch erscheint, zeigt sich nach und nach menschlicher. Unter ihrer spröden Schale versteckt sich ein sehr weicher Kern, den sie mit aller Kraft verteidigen will. Sanna, die ihre Altlasten mit sich trägt und sich in ihrer Arbeit versteckt, muss sich ihren Ängsten stellen und macht im Laufe der Seiten eine charakterliche Wandlung durch, die sich sehen lassen kann. Und dann ist da noch die Sache mit der Liebe. Sanna und Aiden verlieben sich ineinander. Aiden ist jedoch der Ehemann der todkranken Camille. Kann diese Liebe eine Zukunft?
Alles in allem hat die Autorin Suza Summer mit ihrem Roman „Heute alles und morgen vielleicht“ einen Roman auf den Büchermarkt gebracht, der nachdenklich macht. Ich empfehle ein paar ruhige und konzentrierte Lesestunden, damit die Geschichte wirken kann. Von mir bekommt die Autorin vier verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 20.05.2025

Ländlich, Lesenswert, Cosy!

Der Tote vom Klünderhof
1

Im März 2025 hat Antje Szillat den Cosy Krimi „Der Tote vom Klünderhof“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover zeigt eine idyllische und ländliche Umgebung. Mein Blick fällt sofort auf ...

Im März 2025 hat Antje Szillat den Cosy Krimi „Der Tote vom Klünderhof“ gemeinsam mit dem Verlag emons: herausgebracht. Das Cover zeigt eine idyllische und ländliche Umgebung. Mein Blick fällt sofort auf die beiden Kühe. Es passt gut in das Genre und zur Geschichte. Der Titel und der Name der Autorin lassen sich gut lesen.
Ich lese sehr gerne Krimis, besonders welche, die nicht so blutig sind. Antje Szillat kenne ich noch nicht. Neue Autoren machen mich regelmäßig neugierig auf ihr Werk und so habe ich gleich zugegriffen, als ich „Der Tote vom Klünderhof“ in die Hände bekommen habe.
Schnell habe ich mich in den lockeren und leicht zu lesen Schreibstil der Autorin eingelesen. In Marne kommt ein neuer Tierarzt an. Sein Name ist Constantin von Platen und irgendwie muss ich gleich an „Der Doktor und das liebe Vieh“ denken. Constantin kommt bei seiner Tante Amalia unter, die für ihr leben gerne Krimis liest und von der Karriere einer Hobbyermittlerin träumt. Unweigerlich denke ich da an Angela Lansbury in „Mord ist ihr Hobby“. Zeitgleich mit dem neuen Tierarzt kommt die Oberkommissarin Finja Fährmann in der Marner Polizeistation an. Finja ist eine geborene Städterin, die ihre ersten Gehversuche auf dem Land macht. Das führt zu der ein oder anderen ulkigen Situation, denn in Marne ticken die Uhren noch anders.
Constantin wird in seinem ersten Einsatz auf den Klünderhof gerufen. Doch der Bauer steckt kopfüber in einer Tonne mit Äpfeln. Er wird zum Hauptverdächtigen, denn es gibt keine Zeugen. Die Ermittlungen gestalten sich für Finja alles andere als einfach. Nachdem sie aus ihrer Pension ausziehen musste, kommt sie ebenfalls bei Amalia unter. Damit lebt das Trio mehr oder weniger freiwillig unter einem Dach.
Vom ersten bis zum letzten Buchstaben liest der Krimi sich sehr angenehm. Die Autorin erzählt viel über das Landleben und berichtet ausführlich aus dem Leben eines Tierarztes. Dabei vernachlässigt sie ihren Krimistrang nicht. Die lebendigen Ermittlungen des Trios begleite ich lesend. An den richtigen Stellen setzt die Autorin unerwartete Wendungen ein. Es sind nicht viele. Im zweiten Drittel habe ich die richtige Ahnung, doch sicher bin ich mir nicht. Die Autorin liefert die Lösung erst am Ende und beantwortet meine letzten Fragen.
Alles in allem hat Antje Szillat mit „Mord auf dem Klünderhof“ einen Regionalkrimi vom flachen Land auf den Büchermarkt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Das neue Ermittlerteam macht Spaß und ist eine Freude für alle, die schräge Persönlichkeiten mit Charakter und Herz lieben. Wer dazu noch Lust auf ein kniffeliges Rätsel hat, der ist in diesem Cosy Krimi richtig. Von mir bekommt die Autorin 4 Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 18.05.2025

Lesenswert, Spannend, Unterhaltsam!

Sturz vom Wilden Kaiser
1

Gemeinsam mit dem Verlag emons: hat Waltraud Brunner im April 2025 den Regionalkrimi „Sturz vom Wilden Kaiser“ auf den Büchermarkt gebracht. Das Cover ist phantastisch. Es zeigt bedrohliche Wolken über ...

Gemeinsam mit dem Verlag emons: hat Waltraud Brunner im April 2025 den Regionalkrimi „Sturz vom Wilden Kaiser“ auf den Büchermarkt gebracht. Das Cover ist phantastisch. Es zeigt bedrohliche Wolken über dem Kaiser und passt damit hervorragend zur Geschichte. Es ist der 2. Teil der Reihe mit dem Hüttenwirt Franz und dem Ermittler Unterhansl. Er kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

Der Hüttenwirt Franz kämpft zum Saisonauftakt mit einer schlechten Wetterlage, einer knappen Personaldecke und seiner wenig glücklichen Liebe zu Katharina. Egal, was er macht, Katharina hat etwas zu Nörgeln. Da taucht der Ermittler Unterhansl auf. Zwei abgestürzte Wanderer beschäftigen ihn. Abgestürzt oder gestoßen? Das ist hier die Frage. Hat er recht? Schnell wird klar, die Antwort wird in der Vergangenheit liegen.

Gemeinsam mit meinem verstorbenen Mann bin ich oft in Österreich zum Wandern gewesen. Die Gegend um den Wilden Kaiser ist mir gut bekannt. Schnell habe ich mich in die Geschichte eingelesen. Es hat mir viel Spaß gemacht, das Leben auf der Hütte lesend zu begleiten. Es ist echt nicht einfach. Die Wanderer kommen einfach mit 15 Leuten statt mit 10 und wollen dann alle dort übernachten. Doch es gibt nur Platz für 10. So war es ja auch gebucht. Dann fehlt das Personal an allen Ecken und Enden und irgendwie schaffen sie den Tag trotzdem. Sehr lebendig beschreibt die Autorin das Treiben auf der Hütte und spätestens nach dieser Lektüre sollte jeder potentielle Wanderer wissen, was er besser nicht machen sollte.

Der Krimistrang fordert Unterhansl und Franz. Die Ermittlungen sind spannend gestaltet. An den richtigen Stellen glänzt die Autorin mit unerwarteten Wendungen. Das fordert meine Aufmerksamkeit beim Lesen. Brunner löst sauber auf und meine Fragen sind beantwortet. Sehr zufrieden bin ich mit dem menschlichen Ende.

Vom ersten bis zum letzten Buchstaben hat mich dieser Krimi gefesselt. Nachdem ich mit dem Lesen begonnen habe, mochte ich das Buch nicht mehr zur Seite legen und so habe ich die ca. 300 Seiten in zwei Abschnitten gelesen. Immer wollte ich wissen, wie es denn nun weitergeht.

Alles in allem hat Waltraud Brunner mit „Sturz vom Wilden Kaiser“ einen Regionalkrimi auf den Markt gebracht, den es sich zu lesen lohnt. Er glänzt mit einem ausgezeichnetem Lokalkolorit, spannenden Ermittlungen und einem feinen Humor. Von mir bekommt die Autorin 5 verdiente Lesesterne und eine Leseempfehlung.

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