Erfahrungsbericht mit kleinen Schwächen
Du darfst nicht alles glauben, was du denkstLange Zeit wusste Alexander Bojcan alias Kurt Krömer nicht, wo diese Stimmung herkam, die sprichwörtliche schwarze Wolke über seinem Kopf. Es vergingen Jahre, bis er die richtige Diagnose erhielt: Depressionen. ...
Lange Zeit wusste Alexander Bojcan alias Kurt Krömer nicht, wo diese Stimmung herkam, die sprichwörtliche schwarze Wolke über seinem Kopf. Es vergingen Jahre, bis er die richtige Diagnose erhielt: Depressionen. Er begab sich zur Therapie in eine Klinik und lernte, aus der Krankheit herauszukommen. Mit seiner Geschichte hilft der Künstler nun, dass offener über psychische Gesundheit gesprochen wird.
In „Du darfst nicht alles glauben, was du denkst“ erzählt Alexander Bojcan von seiner Depression. Er beschreibt, wie er seine Erkrankung eine Zeit lang mit Alkohol zu ertränken versuchte, ehe er einen kalten Entzug machte. Bojcan spricht über die Ansprüche, die er an sich selbst als alleinerziehenden Vater stellte und denen er nie gerecht wurde. Und er berichtet, wie er lernte, sein ständiges „Katastrophisieren“ zu beenden, wie er die Erfahrung machte, dass seine Ängste oft unbegründet sind, er zu mehr Gelassenheit kam und schließlich aus der Depression herausfand.
Seine Erlebnisse und Erfahrungen hat der Komiker leicht verständlich beschrieben. Die Ausdrucksweise erinnert mich dabei stark an seine Kunstfigur Kurt Krömer, dessen Stimme ich beim Lesen förmlich im Ohr hatte: schonungslos ehrlich, mal ernst, oft humorvoll. Einige Inhalte haben sich gelegentlich wiederholt und an manchen Stellen hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Bojcan selbst betont mehrfach, dass er kein Therapeut ist, er als Betroffener lediglich seine Geschichte erzählt. Er möchte das Tabuthema der psychischen Erkrankungen aufbrechen und Lesern helfen, ggf. eigene Symptome zu erkennen. Trotz der kleinen Schwächen denke ich, dass ihm das mit seinem Erfahrungsbericht und dank der medialen Aufmerksamkeit gelungen ist.