Cover-Bild Botanik des Wahnsinns
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23,00
inkl. MwSt
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 208
  • Ersterscheinung: 12.08.2025
  • ISBN: 9783755800538
Leon Engler

Botanik des Wahnsinns

Roman | »Ein fantastisches Buch – abgrundtief und doch tröstend. Hab’s verschlungen.« Doris Dörrie
Als bei der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter durch eine Verwechslung alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage wandert, bleibt dem Erzähler wortwörtlich nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte. Wie hat es so weit kommen können? Der Erzähler blickt auf die Biografie seiner Familie: ein Stammbaum des Wahnsinns. Die Großmutter bipolar, zwölf Suizidversuche, der Großvater Stammkunde in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv. Und er blickt auf seinen eigenen Weg: Eine Kindheit im Münchner Arbeiterviertel. Die frühe Angst, verrückt zu werden. Die Flucht vor der Familie ins entfernte New York. Jahre in Wien mit Freud im Kaffeehaus. Und wie er schließlich doch in der Anstalt landet – als Psychologe. Bei der Arbeit mit den Patienten lernt er, dass ein Mensch immer mehr ist als seine Krankheit, dass Zuhören wichtiger ist als Diagnostizieren. Vor allem aber muss er sich bald die Frage stellen, was das sein soll: ein normaler Mensch.
Eine aus dem Ruder gelaufene Familienanamnese? Ein Schelmenroman? Ein Lehrstück in Empathie? Leon Englers Debüt ist all das und mehr, ein zärtlicher Befreiungsschlag, die Geschichte einer Versöhnung.

Nominiert für den ZDF-"aspekte"-Literaturpreis 2025.

»Ein fantastisches Buch – abgrundtief und doch tröstend. Hab’s verschlungen.« DORIS DÖRRIE

»Unwiderstehlich. Leichtfüßig und ernst, zärtlich und brutal, ironisch und ehrlich.« SIRI HUSTVEDT

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.11.2025

Roman, Biografie und Sachbuch in einem

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Ist es ein Roman, eine Biografie oder sogar ein Sachbuch? Es ist alles in Einem. Leon Engler nimmt uns mit in seine Familiengeschichte, in der es seit Generationen psychische Erkrankungen in den verschiedensten ...

Ist es ein Roman, eine Biografie oder sogar ein Sachbuch? Es ist alles in Einem. Leon Engler nimmt uns mit in seine Familiengeschichte, in der es seit Generationen psychische Erkrankungen in den verschiedensten Ausprägungen gab. Er selbst hatte eine Lehrerin mit wirren Ansichten, einen Nachbarn, der ihn an die Psychoanalyse heranführte, er erlebte die Selbstmordversuche seiner Großmutter und die Depressionen seines Vaters mit. Seine Mutter war anfänglich eine Frau mit Durchsetzungsvermögen und Lebenswillen, die sich aus einer ärmlichen Familie und ohne guter Schulbildung zur anerkannten Journalistin empor gearbeitet hat und ihre beiden Söhne versorgt hat bis zu ihrem langsamen Absturz in die Lethargie und Alkoholsucht. Leon selbst, der von beiden Elternteilen die Erbanlagen für psychische Probleme mitbekam und sich selbst gefährdet sah, entschloss sich zu einem Psychologiestudium und arbeitete in einer Einrichtung, in der sein Großvater lange Zeit seines Lebens verbrachte.
Wir erfahren Einzelheiten aus dem Familienleben aus einem einfachen, normalem Leben, über Höhen und Tiefen, über Freude und Lebenswillen und auch immer wieder Abstürze, die in der Psychiatrie endeten. Immer wieder gibt es wissenschaftliche Hinweise und Einschübe, die die Psychosen beleuchten. Sehr gut geschrieben.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Wahnsinnig gut

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"Botanik des Wahnsinns" von Leon Engler ist ein Werk, das die Komplexität menschlicher Beziehungen und die Schattenseiten des Lebens auf eindringliche Weise beleuchtet. Die Erzählung entfaltet sich über ...

"Botanik des Wahnsinns" von Leon Engler ist ein Werk, das die Komplexität menschlicher Beziehungen und die Schattenseiten des Lebens auf eindringliche Weise beleuchtet. Die Erzählung entfaltet sich über mehrere Generationen einer Familie, wobei der Blickwinkel des Sohnes, Enkels und Urenkels die Vielschichtigkeit der familiären Dynamik offenbart. Dieses Buch ist nicht nur eine chronologische Aufzählung von Ereignissen, sondern eine tiefgehende Auseinandersetzung mit den seelischen Abgründen, die oft im Verborgenen bleiben.

Engler thematisiert die Tabuthemen, die in vielen Familien im Stillen leiden: Depressionen, Alkoholismus, Suizidversuche und die ständige Suche nach dem Sinn des Lebens. Diese Themen werden nicht nur angesprochen, sondern auch in ihrer drängenden Realität erfahrbar gemacht. Der Protagonist, der auch als Psychologe tätig ist, versucht, die eigene Familiengeschichte zu verstehen und gleichzeitig seine persönlichen Erfahrungen in der Psychiatrie zu reflektieren. Diese Verbindung zwischen persönlichem Erleben und professionellem Wissen verleiht der Erzählung eine authentische Tiefe.

Die Sprache des Autors ist klar und einfühlsam, wodurch der Leser sich leicht in die Gedanken- und Gefühlswelt der Charaktere hineinversetzen kann. Engler meidet anklagende Töne und schafft stattdessen Raum für Verständnis und Empathie. Diese Herangehensweise führt dazu, dass der Leser sich mit den Protagonisten identifizieren kann, selbst wenn ihre Entscheidungen und Lebenswege herausfordernd und schmerzhaft sind.

Ein zentraler Aspekt des Buches ist die Frage nach dem, was Normalität bedeutet. Engler lädt den Leser ein, über die gesellschaftlichen Normen und Erwartungen nachzudenken und zu hinterfragen, was es bedeutet, "normal" zu sein.

Insgesamt ist "Botanik des Wahnsinns" ein bemerkenswertes Werk, das tief in die menschliche Psyche eintaucht und dabei die Komplexität von Familienbeziehungen und psychischen Erkrankungen beleuchtet. Es ist ein Buch, das zum Nachdenken anregt und den Leser dazu ermutigt, sich mit den oft unangenehmen Wahrheiten des Lebens auseinanderzusetzen. Leon Engler hat mit diesem Werk ein eindrucksvolles Zeichen gesetzt, das sowohl literarisch als auch psychologisch von Bedeutung ist.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Zuhören statt diagnostizieren

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Botanik des Wahnsinns - treffender konnte Leon Engler die Geschichte des jungen Mannes der auszog, „nicht verrückt zu werden“, wohl kaum betiteln. Psychische Erkrankungen ziehen sich seit Generationen ...

Botanik des Wahnsinns - treffender konnte Leon Engler die Geschichte des jungen Mannes der auszog, „nicht verrückt zu werden“, wohl kaum betiteln. Psychische Erkrankungen ziehen sich seit Generationen wie Gedärm durch die Familiengeschichte, von seiner Mutter sind nach deren Zwangsräumung lediglich 7 Kartons Müll übrig, was ist da naheliegender, als sich der eigenen Familiengeschichte und der Frage, wie es so weit kommen konnte, zu stellen.

Zunächst einmal finde ich es als - selbst Betroffene - absolut bemerkenswert mit welch einer Leichtigkeit sich Leon Engler sämtlichen schwierigen, oftmals sogar immernoch tabuisierten Themen nähert, ohne den Leser damit zu überlasten. Mit Ironie und sogar Wortwitz berichtet er scharfsinnig und präzise von psychologischen Diagnosen und Ansätzen, von Jung und Freud, während sich sein Ich-Erzähler nicht nur mit der Biografie und den psychischen Krankheiten seiner Ahnen auseinandersetzt, sondern er selbst auch als Psychologe in einer Klinik zu arbeiten beginnt. Auf unterhaltsame, wie eindringliche Weise wird hier nicht nur Wissen vermittelt, kritisiert und Vorurteilen entgegengetreten, sondern auch die Frage geklärt, was denn nun eigentlich Botanik mit Wahnsinn zu tun hat

Fazit: Das Buch ist informativ, sprachlich brillant und zugleich ebenso skurril und grandios wie das Cover. Ich kann es absolut empfehlen, allerdings sollte schon ein gewisses Interesse an dem Thema bestehen!

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Veröffentlicht am 28.09.2025

Fesselnder Roman

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Leon Englers Roman Botanik des Wahnsinns ist ein intensives, leicht autobiografisch gefärbtes Debüt, das zwischen Familienchronik, Roman und psychologischem Erfahrungsbericht changiert.
Ausgangspunkt ist ...

Leon Englers Roman Botanik des Wahnsinns ist ein intensives, leicht autobiografisch gefärbtes Debüt, das zwischen Familienchronik, Roman und psychologischem Erfahrungsbericht changiert.
Ausgangspunkt ist der Verlust sämtlicher Erinnerungsstücke durch eine Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter – ein passendes Bild für das Ausgelöschtwerden der eigenen Geschichte. Engler zeichnet das Porträt einer Familie, in der psychische Krankheiten viele Generationen prägen, und eines Ich-Erzählers, der zwischen Flucht und Selbstsuche seinen Platz sucht. Sprachlich wechselt der Roman zwischen Humor, Beobachtung und schonungsloser Ehrlichkeit.
Die fragmentarische Struktur fordert Aufmerksamkeit, belohnt aber mit dichten Momentaufnahmen und einer empathischen Sicht auf „Wahnsinn“. Ein kraftvolles Buch über Erbe, Identität und die Frage, was „normal“ überhaupt heißt.

Veröffentlicht am 02.09.2025

Ehrlich

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„Ich glaube an eine Bedeutung der Krankheit, an eine Symbolik. Manchmal sind Traurigkeit und Energielosigkeit die passende Art, um auf das Leben zu reagieren. Schließlich nutzte mein Vater, der schweigsame ...

„Ich glaube an eine Bedeutung der Krankheit, an eine Symbolik. Manchmal sind Traurigkeit und Energielosigkeit die passende Art, um auf das Leben zu reagieren. Schließlich nutzte mein Vater, der schweigsame Mann, seinen Körper, um zu sprechen. Er sagte: „Ich kann nicht mehr“. Wie viel Verdrängung, wie viel Verdrängtwerden kann ein Mensch aushalten?“

Aus Leons Familie war eigentlich jeder schon in der Psychiatrie. Suchtverhalten gab es immer schon, auch Depressionen und bipolare Störungen. Die Großmutter hat zahlreiche Suizidversuche hinter sich. Wie lebt Leon damit? Er hat Angst früher oder später auch dort zu landen. Das tut er auch, allerdings um dort zu arbeiten. Dort beginnt er sich nicht nur mit seinen Patienten auseinandersetzen, sondern auch mit seiner eigenen Familiengeschichte.

Ehrlich, klug und mit psychologischem Tiefgang wird hier erzählt. Schonungslos und verletzlich schreibt Leon Engler von seiner Familie, die nie so für ihn da sein konnte. Jeder war mit sich beschäftigt, kämpfte mit den eigenen Dämonen. Mal ist die Sprache ganz leicht, mal humorvoll. Das lässt das Thema auf jeden Fall besser aushalten als Leser. Interessant waren auch die Abschnitte zu den psychischen Erkrankungen und der Geschichte dazu. Da hatte der Roman schon fast Sachbuch-Charakter. Dann immer wieder seine persönliche, traurige Geschichte. Engler klagt nicht an, will verstehen, verarbeiten. Ich hoffe sehr es ist ihm gelungen. Mein Herz hat er auf jeden Fall mit diesem Buch.

Ein großartiges Buch darüber sich selbst zu finden, mit belastenden Wurzeln, die sich niemand aussuchen kann. Ja und was ist eigentlich noch normal und was schon nicht mehr? Eine ganz große Empfehlung ❤️.

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