Schicksal, Schuld & Vergesserungen
Ein weites LebenM.L. Stedman Roman „Ein weites Leben“ spielt Ende der 50er Jahre im westaustralischen Outback, wo Familie McBride bereits seit Generationen Schafzucht betreibt. Angepasst und im Einklang mit der kargen ...
M.L. Stedman Roman „Ein weites Leben“ spielt Ende der 50er Jahre im westaustralischen Outback, wo Familie McBride bereits seit Generationen Schafzucht betreibt. Angepasst und im Einklang mit der kargen Natur, führen Phil und Lorna, gemeinsam mit ihren drei Kindern Warren, Matt und Rose, auf Meredith Downs, ein zwar arbeitsames, aber zufriedenes und glückliches Leben. Bis eines Tages ein großes Unglück über sie hereinbricht, bei dem Phil und ihr ältester Sohn Warren auf tragische Weise bei einem Autounfall ums Leben kommen und nur Matt, mit großem Glück, jedoch starker Beeinträchtigung überlebt. Von einem auf den anderen Tag verändert sich für die McBrides alles und es soll nicht bei diesem einen Schicksalsschlag bleiben.
Vielleicht lässt sich daraus schon erahnen, dass „Ein weites Leben“ definitiv keine leichte Kost, sondern sehr tiefgreifend ist. In die Erzählweise musste ich erst einmal hineinfinden, wobei M.L. Stedman unheimlich atmosphärisch schreibt und es dabei auch wahnsinnig gut schafft Stimmungen und Schwingungen rüberzubringen. Ohne dass es jetzt total negativ klingen soll, hat es der erste Teil der Geschichte sogar geschafft, mich in meiner Stimmung so runterzuziehen, mir eine solch spürbare Beklemmung zu verschaffen, dass ich das Buch erstmal für ein paar Tage zur Seite legen und unterbrechen musste. Die Story ist nicht nur tragisch, berührend und fesselnd, sondern eben auch nachvollziehbar, ebenso wie die Handlungen und Gedanken der Protagonisten, die ich durchweg sehr gelungen und authentisch fand. Ebenso die Nebencharaktere, deren Geschichten und Schicksale auch teilweise sehr geschickt mit eingeflochten werden. Ein wenig Probleme haben mir die vielen Zeitsprünge bereitet, auf die ich mich nicht immer sofort einlassen konnte, auch mit den vielen Namen bin ich teilweise ganz schön ins Stolpern geraten.
Fazit: Alles in Allem eine wirklich interessante und ebenso bewegende Familiengeschichte mit sehr viel Leid, Scham, Schuld und Unausgesprochenem. Auf jeden Fall sehr lesenswert, wenn auch nichts für nur mal so „zwischendurch“.