Cover-Bild Botanik des Wahnsinns
(14)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 12.08.2025
  • ISBN: 9783755811299
Leon Engler

Botanik des Wahnsinns

Roman | »Ein fantastisches Buch – abgrundtief und doch tröstend. Hab’s verschlungen.« Doris Dörrie
Als bei der Zwangsräumung der Wohnung seiner Mutter durch eine Verwechslung alles von Wert in die Müllverbrennungsanlage wandert, bleibt dem Erzähler wortwörtlich nur der Abfall der eigenen Familiengeschichte. Wie hat es so weit kommen können? Der Erzähler blickt auf die Biografie seiner Familie: ein Stammbaum des Wahnsinns. Die Großmutter bipolar, zwölf Suizidversuche, der Großvater Stammkunde in Steinhof, die Mutter Alkoholikerin, der Vater depressiv. Und er blickt auf seinen eigenen Weg: Eine Kindheit im Münchner Arbeiterviertel. Die frühe Angst, verrückt zu werden. Die Flucht vor der Familie ins entfernte New York. Jahre in Wien mit Freud im Kaffeehaus. Und wie er schließlich doch in der Anstalt landet – als Psychologe. Bei der Arbeit mit den Patienten lernt er, dass ein Mensch immer mehr ist als seine Krankheit, dass Zuhören wichtiger ist als Diagnostizieren. Vor allem aber muss er sich bald die Frage stellen, was das sein soll: ein normaler Mensch. Eine aus dem Ruder gelaufene Familienanamnese? Ein Schelmenroman? Ein Lehrstück in Empathie? Leon Englers Debüt ist all das und mehr, ein zärtlicher Befreiungsschlag, die Geschichte einer Versöhnung. Nominiert für den ZDF-"aspekte"-Literaturpreis 2025. »Ein fantastisches Buch – abgrundtief und doch tröstend. Hab’s verschlungen.« DORIS DÖRRIE »Unwiderstehlich. Leichtfüßig und ernst, zärtlich und brutal, ironisch und ehrlich.« SIRI HUSTVEDT

Weitere Formate

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.10.2025

großartige Familienanamnese!

0

Super Cover, noch bessere Story: Leon Engler „Botanik des Wahnsinns“!
Hier taucht der „umgedrehte Noel“ tief in die chaotische Welt seiner Familie ein – bipolar, depressiv, trinkfreudig, psychisch labil ...

Super Cover, noch bessere Story: Leon Engler „Botanik des Wahnsinns“!
Hier taucht der „umgedrehte Noel“ tief in die chaotische Welt seiner Familie ein – bipolar, depressiv, trinkfreudig, psychisch labil – da ist alles am Start. Die Angst, selbst durchzudrehen, treibt ihn in ein Psychologiestudium und später mitten in die Psychiatrie – jetzt auf der anderen Seite der Couch. Eine große Rolle spielt auch „der Nachbar“, der den jungen Protagonisten nicht nur mit Literatur versorgt und in die Philosophie einführt, sondern ihm auch echt wichtig Lebenstipps mit auf den Weg gibt.
Der Erzähler startet seine Reise in die eigene Familienanamnese, als er die einzigen Erinnerungsstücke an seine Mutter durchschaut: Sieben Kartons, die eigentlich hätten entsorgt werden sollen, weil sie nur alte Rechnungen und Müll enthalten. Aber es gab eine Verwechslung - und so sind es nur diese sieben Kisten, die vom Leben der Mutter übriggebleiben.
Dieses Buch war ein echter Lesegenuß. Sprachlich einerseits so frisch und leicht, andererseits auch sehr sensibel und einfühlsam, überzeugt @leon_engler durch seine genaue Beobachtungsgabe und seine großartigen Formulierungen, die mich immer wieder durch ihre Präzision, ihren Humor und ihre Tiefgründigkeit überrascht haben.
Und es ist bestimmt schon mal erwähnt worden: Der Typ heisst Andreas Türk, nicht Oliver 😉.
Ein wilder, zärtlicher Trip durch Wahnsinn, Trauer und Familie, der zeigt, dass Literatur Türen öffnen kann, die Therapie allein nicht schafft.
„So plapperte er vor sich hin, damit gar nicht erst die Möglichkeit bestand, miteinander zu reden.“

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.08.2025

Kein cozy read

0

Siri Hustvedt nennt das Buch „unwiderstehlich“. Okay, reicht, ich lese es. Und ja: es ist weird, klug, lustig und bitter gleichzeitig.

Der Erzähler lebt mit der Angst, den Verstand zu verlieren. Kein ...

Siri Hustvedt nennt das Buch „unwiderstehlich“. Okay, reicht, ich lese es. Und ja: es ist weird, klug, lustig und bitter gleichzeitig.

Der Erzähler lebt mit der Angst, den Verstand zu verlieren. Kein Wunder, wenn man aus einer Familie kommt, in der psychische Erkrankungen nicht Ausnahme, sondern Alltag sind. Depression, Sucht, Schizophrenie, you name it, die sich wie ein Erbe durch die Generationen ziehen. Er wächst auf mit der Frage: Was macht das mit mir?

Um Antworten zu finden, flieht er in verschiedene Richtungen: ins Studium der Psychologie, in die Arbeit in einer Psychiatrie, ins Beobachten und Protokollieren seiner Eltern. Er versucht, Muster zu erkennen, das Chaos in Strukturen zu übersetzen. Doch je mehr er aufschreibt, desto deutlicher wird, dass es nicht um Klarheit geht.

Sprachlich ist das knapp, viele kurze Sätze. Das passt zum Thema. Definitiv kein Text, in den man einfach so reinfällt. Das macht auch Sinn: Die Form ahmt das Chaos nach, über das erzählt wird. Fragmentarisch, abgehackt, rastlos. So liest es sich, so fühlt es sich an.

Ich hatte manchmal das Gefühl, dass der Erzähler unnahbar bleibt, fast kühl. Dann aber gab es Szenen, in denen ich lachen musste und im nächsten Moment dachte: wow, eigentlich ziemlich brutal.

Fazit: „Botanik des Wahnsinns“ ist kurz, fordernd und verstörend. Kein cozy read, sondern ein Text, der einen zwischendurch laut „WTF“ denken lässt. Sehr eigen, aber genau deshalb interessant. Dazu kommt, wie intelligent es geschrieben ist. So viele Sätze, die man am liebsten anstreichen will, so viele Gedanken, die hängen bleiben. Und ja, das Cover ist auch einfach richtig gut.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.08.2025

„Von einem, der auszog,…

0

…um nicht verrückt zu werden!“
Unser Erzähler hat Angst verrückt zu werden. Verwunderlich ist dies nicht, betrachtet man doch die Biografie seiner Familie: „Ein Stammbaum des Wahnsinns!“ Sein Schicksal ...

…um nicht verrückt zu werden!“
Unser Erzähler hat Angst verrückt zu werden. Verwunderlich ist dies nicht, betrachtet man doch die Biografie seiner Familie: „Ein Stammbaum des Wahnsinns!“ Sein Schicksal führt ihn quer durch die Lande, bis er schließlich wie erwartet in der Anstalt endet: jedoch nicht als Patient sondern als Psychologe! Dort versucht er, „schreckliches Elend, in ganz normales Unglück zu verwandeln.“„Denn Verrücktheit das ist der gerissene Faden des Gedächtnisses.“ Und endlich gelingt es ihm, die Geschichte seiner Familie von einer ganz neuen Seite zu betrachten und er erkennt, dass am Boden der Büchse der Pandora die Hoffnung liegt…
Leon Engler ergründet in seinem Buch, was uns als Mensch ausmacht. Leichtfüßig erzählt er in seinem Debütroman die Geschichte eines jungen Mannes, der zwischen psychischen Erkrankungen und eindrucksvollen Persönlichkeiten aufwächst. Seine philosophisch malerische Schreibweise lässt uns erkennen: „Psychisch krank ist ein Mensch, der eine Lebensaufgabe nicht mehr bewältigen kann. Die Krankheit entsteht aber nicht in ihm, sondern zwischen uns, in den Beziehungen, in der Welt. Kein Mensch ist verrückt, sein Verhalten wird von uns nur so genannt.“ Und so kann ich diese Literatur sehr empfehlen, „weil sie nicht von oben herab-, sondern von innen heraus schaut!“


„Was ist ein normaler Mensch? Hast du schon einen getroffen?“

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.08.2025

Ein verrückter Roman

0

„Botanik des Wahnsinns“ ist der Debütroman des Autors Leon Engler, welcher diverse literarische Werke publiziert hat. Er ist tätig als Psychologe und Dozent für Psychologie und hat daher einen guten Einblick ...

„Botanik des Wahnsinns“ ist der Debütroman des Autors Leon Engler, welcher diverse literarische Werke publiziert hat. Er ist tätig als Psychologe und Dozent für Psychologie und hat daher einen guten Einblick in das Krankheitsbild der Psychosen.
Der Titel ist äußerst ungewöhnlich und hinterlässt den Leser mit einem großen Fragezeichen. Und auch das Cover evoziert gleichzeitig Furcht und eine gewisse Aufgelockertheit durch die Blütenblätter als Kopfschmuck der botanischen Absonderlichkeiten. Die stechenden Augen dringen in die Seele des Menschen vor, während die langen spitzen Schnäbel der Phantasievögel wie Waffen wirken. Es passt zu einem Individuum, welches sich anpasst, sich aber auch gleichzeitig wehrt. Denn darum geht es in diesem Werk: es ist die Lebensbeichte eines zerrissenen Menschen, der sich ständig, seit seiner Kindheit, in einem Selbstfindungsprozess befunden hat und Angst hat, verrückt zu werden. Zeitweise hatte ich sogar das Gefühl, das Werk könnte autobiographische Züge enthalten. Der Protagonist erzählt die Familiengeschichte mehrerer Generationen, aus der Sicht des Urenkels, Enkels und Sohnes. Alle Familienmitglieder haben eine Störung, von Alkoholismus, über Bipolarität mit vielen Suizidversuchen, über Depression, Lebensversagen und vielen Aufenthalten in der Psychiatrie.
Es geht hier um Probleme, die in unserer Gesellschaft totgeschwiegen werden, aber der Autor versucht zu verstehen statt anzuklagen als er selbst in der Psychiatrie landet, allerdings als Psychologe, dabei ist es bezeichnend, dass Menschen oft Psychologie studieren, um sich selbst und die umgebenden Personnen zu verstehen.
Während seiner Tätigkeit dort kehrt er gedanklich immer wieder zu seinen Eltern und Großeltern zurück. Er spricht von einer Sprachlosigkeit in der Familie und der Tatsache, dass er nie verstanden wurde. Hilfe bekommt er erst später, als Student, von einem sehr belesenen Nachbarn, der zu seinem Mentor wird und ihm Lebensweisheiten mit auf den Weg gibt. Er vererbt ihm seine Bibliothek und sein Notizbuch, auf das er immer Zugriff hat in schwierigen Lebenslagen. Im Anhang finden wir all die Hinweise in diesem Notizbuch, Auszüge aus Gedanken wichtiger Persönlichkeiten, die in den Fließtext regelmäßig eingestreut werden und mich sehr zum Nachdenken angeregt haben.
Englers Stil ist außergewöhnlich. Er drückt Fakten oft indirekt aus und umschreibt metaphorisch. Den Ich-Erzähler lässt er in abwechselnden Zeitebenen berichten über die Ist-Zeit, seine Kindheit und das Leben der Eltern und Großeltern, wobei auch peinliche Fakten nicht beschönigt werden. Die kurzen Kapitel unterstützen das Erzähltempo dieser außergewöhnlich tiefgründigen Erzählung, die mir viel Wissen über das erschreckende Gebiet der Psychosen vermittelt hat. Es geht dabei auch immer um die Grundfrage: „ Was ist normal?“
Das Werk ist ein Highlight in diesem Sommer für Personen, die sich für die Thematik interessieren, andererseits sollte sich jeder damit befassen, denn es könnte ja passieren, dass man in Lebenskrisen in den Bereich der Psychose abrutscht.
Ich vergebe 5 Punkte für dieses herausragende Werk.

Veröffentlicht am 12.07.2025

Botanik

0

"Was ist ein normaler Mensch? Hast du schon einen getroffen?" Tatsächlich eine berechtigte Frage über das Leben unser Aller. Was die Einen komisch finden, ist für Andere normal. Aber wer ist jetzt hier ...

"Was ist ein normaler Mensch? Hast du schon einen getroffen?" Tatsächlich eine berechtigte Frage über das Leben unser Aller. Was die Einen komisch finden, ist für Andere normal. Aber wer ist jetzt hier von Beiden normal und wer verrückt. Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Buch 'Botanik des Wahnsinns' von Leon Engler, aber nicht in Form eines Sachbuches sondern als Roman einer Familiengeschichte. Eine besondere Familie, denn irgendwie scheint Jeder früher oder später in der Psychiatrie landet. Letztendlich auch er, aber auf der anderen Seite als Psychologe und so versucht er das Licht seiner Familie in einem etwas besseren Licht zu rücken. Ein sehr ehrliches Buch, in der die Familie sehr im Vordergrund steht und ganz klar ehrlich auch über sie gesprochen wird. Sehr unterhaltsam, lustig und ironisch. Ich vergebe daher fünf von fünf Sterne.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere