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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.08.2019

Traditionell mit Pfiff

Johanns Küche
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Das Kochbuch „Johanns Küche“ von Johann Lafer lockt mit einfachen Rezepten, die er auf seine eigene Art interpretiert. „Meine Rezepte sind für Sie leicht nachzuvollziehen und geben Ihren Gästen oder auch ...

Das Kochbuch „Johanns Küche“ von Johann Lafer lockt mit einfachen Rezepten, die er auf seine eigene Art interpretiert. „Meine Rezepte sind für Sie leicht nachzuvollziehen und geben Ihren Gästen oder auch Ihrer Alltagsküche das gewisse Etwas – eben ‚aufgelafert‘.“
Nach dem Grußwort an seine „Fans“ folgt eine Übersicht der „treuen Begleiter“ aus verschiedenen Kategorien, wie die wichtigsten Gemüsesorten oder Gewürze. Der weitere Aufbau ist mit den Kapiteln Vorspeisen, Suppen, Vegetarisch, Fisch, Fleisch und Desserts der eines typischen Kochbuchs.
Während die Rezepte selbst in einer klaren Sprache verfasst sind („Die Limette heiß waschen, trocken tupfen und die Schale fein abreiben.“), habe ich die Fülltexte als zu aufgesetzt empfunden. Der „Aufgelafert“-Teil unter jedem Rezept bietet Abwandlungen, Hintergründe oder auch nur Kommentare des Kochs.
Gut gefallen haben mir die Seiten, die mit drei Varianten eines Gerichts aufwarteten. Grundsätzlich habe ich einige Rezepte zum Nachkochen markiert. Zu jedem gibt es ein ansprechendes Foto, das Lust zum Ausprobieren macht.

Veröffentlicht am 11.08.2019

Da mäkelt einer

Hermann!
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Tom Diesbrock nennt seinen inneren Kritiker „Hermann“ und berichtet in Wort und Bild von ihrer Beziehung.
Das Buch ist in vier Abschnitte unterteilt, die das Thema beleuchten - von der Vorstellung des ...

Tom Diesbrock nennt seinen inneren Kritiker „Hermann“ und berichtet in Wort und Bild von ihrer Beziehung.
Das Buch ist in vier Abschnitte unterteilt, die das Thema beleuchten - von der Vorstellung des inneren Kritikers bis zum Umgang mit ihm. Es ist ein populärwissenschaftliches Werk des Psychologen, das einfache Worte findet und manchmal auch etwas flapsig wirkt. Die Zeichnungen von Hermann unterstreichen die spielerische Art.
Der praktische Ansatz nimmt gegenüber zahlreichen Beispielen für die Anfeindungen des Kritikers („Die lachen dich doch aus!“) zwar nur einen kleinen Teil ein, gibt aber zumindest ein paar Anstöße für die Arbeit an sich selbst. Für mich hätte es gerne mehr davon und durchaus etwas mehr Ernsthaftigkeit sein dürfen.

Veröffentlicht am 03.08.2019

Hexen und Magier

Witchmark
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Miles Singer ist Arzt und eine Hexe. Bei seiner Arbeit setzt er seine Heilfähigkeiten ein und versucht neben einem Mord auch noch die kollektive Besessenheit von aus dem Krieg zurückgekehrten Soldaten ...

Miles Singer ist Arzt und eine Hexe. Bei seiner Arbeit setzt er seine Heilfähigkeiten ein und versucht neben einem Mord auch noch die kollektive Besessenheit von aus dem Krieg zurückgekehrten Soldaten aufzuklären.
Die Fantasywelt Aeland erinnert mit ihren Gaslampen und Kutschen an den Anfang des 20. Jahrhunderts und wird von Magiern und Hexen bevölkert. Der Leser wird ohne viel Federlesens in sie hineingeworfen und lernt mit dem Protagonisten das Ausmaß seiner Fähigkeiten kennen. „‚Du bist eine Hexe, weil du eine besondere Kraft der Seelenenergie besitzt. Weißt du das nicht?‘“ Sein Mentor ist gleichzeitig Freund und Ermittlungspartner.
Somit ist „Witchmark“ Kriminal-, Fantasy- und Liebesroman in einem. An sich ist das eine gute Mischung. Mitunter war mir die Handlung jedoch zu sprunghaft, oder es fehlten Erklärungen, was meinen Lesegenuss etwas trübte.

Veröffentlicht am 28.07.2019

Düstere Welten

Das Labyrinth des Fauns
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Während des 2. Weltkriegs zieht Ofelia mit ihrer schwangeren Mutter zu ihrem Stiefvater in ein Haus im Wald. Immer wieder entflieht sie der Realität in eine magische Welt.
„Das Labyrinth des Fauns“ ist ...

Während des 2. Weltkriegs zieht Ofelia mit ihrer schwangeren Mutter zu ihrem Stiefvater in ein Haus im Wald. Immer wieder entflieht sie der Realität in eine magische Welt.
„Das Labyrinth des Fauns“ ist eine Nacherzählung des Films „Pans Labyrinth“ und kann den Filmkenner somit nicht mit seiner Handlung überraschen. Lediglich kurze Märchen mit Anspielungen zur Geschichte sind ein neues Element des Buchs. Vorherrschend und schwer zu ertragen ist die Brutalität des neuen „Vaters“ gegenüber den Aufständischen, die sich im Wald verstecken, oder Menschen, die ihm zufällig in die Quere kommen. Die Aufgaben des Fauns für das Mädchen und die Erlebnisse in der Parallelwelt sind das Besondere an der Geschichte, kommen aber für meinen Geschmack zu kurz.
Trotz seiner schönen Aufmachung (Prägung des Schutzumschlags und Zeichnungen) und der Verknüpfung der Handlung in verschiedenen Welten war mir das Buch zu düster, als dass der magische Funke hätte überspringen können. Schade!

Veröffentlicht am 27.07.2019

Keiner verlässt die Insel

Nachts schweigt das Meer. Ein Krimi auf den Scilly-Inseln
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Detective Inspector Ben Kitto ist mit der Absicht, eine Ermittlungsauszeit zu nehmen, auf seine britische Heimatinsel zurückgekehrt. Als ein Mordfall geschieht, kann er das Ermitteln doch nicht lassen.
In ...

Detective Inspector Ben Kitto ist mit der Absicht, eine Ermittlungsauszeit zu nehmen, auf seine britische Heimatinsel zurückgekehrt. Als ein Mordfall geschieht, kann er das Ermitteln doch nicht lassen.
In diesem ersten Teil der Krimireihe lernen wir die Inselbewohner und den Protagonisten näher kennen samt der Ursache für seinen Rückzugsplan. Neben der Interaktion mit Verwandten und Kindheitskontakten entsteht auch eine zarte Liebesverbindung.
Abseits der Beschreibung der Inselgeographie besteht der Roman aus vielen Befragungen und sich wiederholenden Schlussfolgerungen zum potenziellen Täter. „Dass die drei Hauptverdächtigen Laura alle sehr nahegestanden haben, überrascht mich nicht. Die Mehrzahl aller tödlichen Stichverletzungen sind Verbrechen aus Leidenschaft.“ Mit der wiederkehrenden Theorie einer „Überdosis Cannabis“ macht die Autorin den Ermittler allerdings unglaubwürdig, und Vergleiche mit „den Wäldern von Wyoming“ tun nun wirklich nichts zur Sache beim Handlungsort Großbritannien. Ein paar Streichungen und Straffungen würden dem Buch guttun, ansonsten war es ganz gut.