Drei Wahrheiten
GeschwisterZum dritten Mal beleuchtet Moa Herngren in einem Roman die Dynamik innerhalb einer Familie, diesmal die zwischen drei Geschwistern. Der Tod ihres Vaters bringt lange Unausgesprochenes an die Oberfläche ...
Zum dritten Mal beleuchtet Moa Herngren in einem Roman die Dynamik innerhalb einer Familie, diesmal die zwischen drei Geschwistern. Der Tod ihres Vaters bringt lange Unausgesprochenes an die Oberfläche und sorgt für Spannungen. „Und Andrea begreift, dass niemand - nicht einmal Papa mit seinem Superkleber - das hier je wieder richten könnte.“
Ulrika, Andrea und Rasmus kommen in den ihnen gewidmeten Abschnitten in Erinnerungen als auch in der Gegenwart selbst zu Wort. Dadurch relativieren sich die Ansichten Andreas, die auf den ersten 300 Seiten den größten Raum einnehmen. Der perfektionistischen Andrea stehen Freigeist Ulrika und der angepasste Rasmus gegenüber. Und auch die elterliche Prägung wird durch Szenen mit Mutter oder Vater greifbar.
Die Autorin schafft es, mit alltäglichen Situationen zu fesseln: Da sind Herausforderungen, die bewältigt werden müssen, Begegnungen zwischen den Familienmitgliedern und die jeweils sehr persönlichen Kommentare zum Geschehen. So entsteht in klarer Sprache das detaillierte Bild einer Familie voller Konflikte und Verletzungen. Das hat mich sogar noch mehr beeindruckt als „Schwiegermutter“, und nach „Scheidung“ werde ich nun unbedingt Ausschau halten.